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DAS MAGAZIN
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Manchmal ist die Reise selbst so besonders, dass ihr Ziel zweitrangig wird. Schön, dass es so viele Weg gibt, die es zu bereisen gilt! DER WEG IST DAS ZIEL
COLUMBUS Zentrale Universitätsring 8 A-1010 Wien Tel.: 01 / 534 11 0 Mail: touristik@columbus.at COLUMBUS Wieden Wiedner Gürtel 12 A-1040 Wien Tel: 01 / 505 23 86 Mail: wieden@columbus.at COLUMBUS Cottage Kutschkergasse 42 A-1180 Wien Tel.: 01 / 479 10 10 Mail: cottage@columbus.at COLUMBUS Mauer Gesslgasse 10 A-1230 Wien Tel.: 01 / 889 28 28 Mail: mauer@columbus.at
COLUMBUS Hollabrunn Sparkassegasse 19 A-2020 Hollabrunn Tel.: 02952 / 23 50 Mail: hollabrunn@columbus.at COLUMBUS Mistelbach Hafnerstraße 8 A-2130 Mistelbach Tel.: 02572 / 33 01 Mail: mistelbach@columbus.at COLUMBUS Baden Braitner Straße 35A A-2500 Baden Tel.: 02252 / 908 263 Mail: baden@columbus.at COLUMBUS Perchtoldsdorf Wiener Gasse 6 A-2380 Perchtoldsdorf Tel.: 01 / 869 87 88 Mail: perchtoldsdorf@columbus.at
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STEIERMARK
COLUMBUS Raaba-Grambach Dr.-Auner-Straße 20 (Technopark) A-8074 Raaba-Grambach Tel.: 0316 / 902 202 Mail: raaba@columbus.at
TIROL
COLUMBUS Innsbruck Leipziger Platz 1 A-6020 Innsbruck Tel.: 0512 / 33 060 Mail: innsbruck@columbus.at
HEISSE SOHLEN Der vielleicht letzte Goiserer-Schuster im Interview.
LÄNGSTE LEGENDE Die Route 66 gilt als Mutter aller Straßen. Warum eigentlich?
PURE ROMANTIK Mit dem luxuriösen Rovos Rail durch Südafrika.
BURGENLAND
OBERÖSTERREICH
VORARLBERG
COLUMBUS Eisenstadt Hauptstraße 21 A-7000 Eisenstadt Tel.: 02682 / 626 63 Mail: eisenstadt@columbus.at
COLUMBUS Linz Lustenauer Straße 39 A-4020 Linz Tel.: 0732 / 77 47 44 Mail: linz@columbus.at
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EDI TORIAL
DER WEG IST DAS ZIEL
VEREHRTE LESERINNEN UND LESER DES COLUMBUS MAGAZINS, LIEBE KUNDEN!
WEGE DES LEBENS Ich habe gerade an meinem älteren Sohn be- obachten dürfen, wie Goethes Zugang von der sogenannten Gen Z interpretiert wird. Ein schulisches Angebot hat es Wenzel zuletzt ermöglicht, einige Wochen in Uganda zu ver- bringen (Seite 34). Dort half er dabei, ein Ent- wicklungshilfeprojekt voranzubringen, und konnte gleichzeitig Gorillas so nahekommen, wie es sonst kaum möglich ist. Was die vielen unterschiedlichen Eindrücke und Erlebnisse genau mit ihm gemacht haben, kann nur er beantworten. Dass sie aber auf seinen Lebens- weg Ein uss haben und haben werden, das kann ich selbst aus väterlicher Distanz schon heute erkennen. Mit dieser Ausgabe des COLUMBUS Ma- gazins möchten wir verdeutlichen, dass es nicht um richtige oder falsche Wege geht. Sondern darum, dass man – wenn auch auf unterschiedlichste Arten – stets auf Reisen ist. Also: Here we go!
Der Titel dieses aktuellen COLUMBUS Ma- gazins lässt uns gedanklich gleich in mehrere Richtungen abbiegen. Ganz pragmatisch ge- dacht heißt „Der Weg ist das Ziel“ schlicht, dass die Reise selbst so schön ist, dass deren Destination in den Hintergrund rückt. Aller- dings kann man diese Phrase auch als Lebens- metapher interpretieren, die dazu ermutigt, jeden einzelnen Moment zu genießen. Die unseren Fokus auf die kleinen Details lenkt, um uns so vor Augen zu führen, dass selbst kleine Erlebnisse ein großes Lernpotenzial für uns selbst beinhalten können. Denn jeder Mensch wächst mit seinen Herausforderun- gen – auf seinem ganz individuellen Weg – und entwickelt sich dadurch weiter. Johann Wolfgang von Goethe hat aus meiner Sicht diese beiden Wege wunderbar mitein- ander in Einklang gebracht, als er postulierte: „Man reist ja nicht, um anzukommen, son- dern um zu reisen.“ In seiner Interpretation geht es also weniger darum, was wir am Ende der Reise erreichen, als vielmehr was wir während der Reise lernen und erleben. Da- bei sind wir eingeladen, mit Aufmerksamkeit und Achtsamkeit zu leben und den Weg mit all seinen Höhen und Tiefen zu meistern.
Viel Freude beim Lesen! Ihr Mag. Alexander Richard, Geschä sführer COLUMBUS Reisen
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GRAND TOUR DE LUXE Das Her(t)z der Rienho s schlägt für ihre Oldtimer. Jetzt kann man diese sogar mieten!
AUF SCHUSTERS SPUREN Philipp Schwarz ist einer der letzten Goiserer-Schuster. Ein Besuch auf leisen Sohlen.
HERE WE GO Auf der legendären Route 66 von Chicago bis Los Angeles.
ZUG UM ZUG ZUM ERFOLG Einsteigen, bitte! Rovos Rail, die wohl außergewöhnlichste Zuglinie der Welt, wird 35.
KÖNIG DER LÜFTE Der Airbus A380 der Emirates- Flotte ist ein Flugzeug der Su- perlative. Wir wissen, warum.
30 JAHRE SILVERSEA Die Luxus-Reederei Silversea feiert ein Jubiläum und blickt mit viel Vision in die Zukun .
WOHIN DIE REISE GEHT ...
LEINEN LOS! Mit Star Clippers Segel setzen und in See stechen.
VORAUS(GE)LESEN Weil jede Reise auch das perfekte Buch braucht.
EIN BERG, VIELE WEGE Was den Drachenberg in Luzern so besonders macht. 28
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BILDWELTEN Sri Lanka | Italien | Hohe See
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IM LUXUS SCHWIMMEN Dank Scenic Cruises die Welt mit neuen Augen sehen.
KURZ EINMAL WEG Dem Prosecco auf der Spur.
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IN DER SCHULE DES LEBENS Zwei Österreicher auf besonderer Mission in Uganda.
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WIE WIR IN ZUKUNFT REISEN Von Wassersto ugzeugen und Drohnentaxis.
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ALLE FLIEGEN AUF DIESE HÄUSER Warum die Fluglinie KLM auf kleine Häuser baut.
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IMPRESSUM: Medieninhaber & Herausgeber: COLUMBUS Reisen GmbH & Co KG; Geschä sführer: Mag. Alexander Wenzel Richard, Universitätsring 8/24, A-1010 Wien; Kontakt: Telefon +43 1 534 11-0, E-Mail: o ce@columbus.at; FN 5351w; ATU 10903209; Handelsgericht Wien | Projektleitung COLUMBUS Reisen: Michaela Haipl, Mario Steinwedel | Konzeption & Herstellung: UND Kommunikation GmbH, Pilgramgasse 22/7, A-1050 Wien | Creative Director: Denise Katzensteiner | Chefredaktion: Johannes Stühlinger | Autorinnen: Jenni Koutni, Eva Christina Schroeder, Michi Reichelt, Resi Reiner | Lektorat: Carola Kilga | Fotos: Shutterstock, iStock, AdobeStock, Rovos Rail, Lyndie Pavier Photography, DOOK, Michael Fritscher, Rudi Kain, Dietmar Denger, ICEP/CFYDDI, Wenzel Richard, Miriam Mehlman, Emirates, Hertz, KLM, Ben Kortman, Lucia Griggi, Silversea, Scenic, Jesse Knish, Star Clippers, Severin Pomsel, Laila Bosco, Schweiz Tourismus, der Goiserer Schuster, Ulli Seer, KITICON, Sedmak, Lu au lärung, Privat beigestellt | Key Account & Consulting: Roland Gölles
BILDWELTEN SRI LANKA
MÄDCHEN DER WOLKEN Der Sigiriya ist eine jener Sehenswürdigkeiten un- seres Planeten, bei der schon auf den ersten Blick klar ist, warum sie zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Über 200 Meter erstreckt sich der majestätische Felsen aus der Dschungelland- schaft im Herzen Sri Lankas – wobei es sich hier tatsächlich um eine Majestät handelt, leitet sich Sigiriya doch von „Singha Giri“ ab, was so viel wie „Löwenfelsen“ bedeutet. Und wenn man es schon mit dem König der Tiere zu tun hat, darf eine Krone auf dem Haupt nicht fehlen: Ganz oben auf dem Felsplateau befinden sich die Ruinen einer historischen Festung aus dem 5. Jahrhundert. Erst wer über den steilen Pfad
dort angelangt ist, darf den Wolkenmädchen in die Augen blicken: Fresken, die halbnackte Frauen zeigen, die förmlich den Wolken entspringen.
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BILDWELTEN ITALIEN
KÄFIGE MIT GESCHICHTE Zugegeben, es sieht ein bisschen so aus wie Menschen in überdimensionalen Vogelkäfigen. Aber der ganz spezielle Look gehört einfach zum Ambiente der Funivia Colle Eletto, der Korb- seilbahn auf den Monte Ingino, den Hausberg von Gubbio. Die Stadt im Apennin kann auf eine Geschichte zurückblicken, die bis in 3. Jahrhundert vor Christus reicht. Die traditionelle Seilbahn hat dann doch ein paar Jahre weniger auf dem Buckel; mit ihr erreicht man die Basilika Sant'Ubaldo auf über 800 Metern Seehöhe, in der die Urne von Ubald von Gubbio, dem Schutzpatron der Stadt, aufbewahrt wird. Ihm (sowie dem Heiligen Georg und Antonius) zu Ehren wird seit fast einem Jahrtausend jährlich am 15. Mai ein großes Fest abgehalten. Tradition gibt es hier in Gubbio also auch, was das Feiern betrifft.
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BILDWELTEN HOHE SEE
KURS DER ÜBERRASCHUNG Land der Segler. Land der Surfer. Land der Schwim- mer. Wasserreich. Dass sich ausgerechnet die Binnen- landbewohner Herr und Frau Österreicher auf den Wellen dieser Welt wohlfühlen, wirkt dann doch über- raschend. Dennoch haben es die sonstigen Alpensport- ler bei den jüngsten Olympischen Spielen bewiesen. Mit jeweils einer Goldmedaille in der 470er-Klasse (Mixed Zweihandjolle) und im Kitesurfen zeigte sich die Alpen- republik einmal mehr als Seenation, die das Mittelmeer wohl als heimliche Wasserheimat versteht: Es ist das am häufigsten angesteuerte Reiseziel der österreichi- schen Urlauber. Aber auch im eigenen Land lässt sich
reichlich Wasser finden: Mehr als 25.000 stehende Gewässer gibt es hierzulande – wobei man doch diverse Lacken, Augewässer oder Bergseen nicht mit dem Segelboot aufsuchen sollte ...
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Seit 2010 ist die Herkunft des Proseccos per Gesetz geschützt. Auch gut zu wissen: Man unterscheidet zwischen stillem Prosecco, Prosecco Frizzante und Prosecco Spumante.
EUROPA ITALIEN
„Das bisschen Reiseplanung
KURZ EINMAL WEG Die norditalienische Prosecco-Straße ist ein Muss für Genießer. Auf rund 35 Kilometern ießt hier der echte Prosecco, umgeben von atemberaubenden Sehenswürdigkeiten.
macht sich von allein!“
LUST AUF DIE PROSECCO-STRASSE BEKOMMEN? TAGE DES PUREN GENUSSES WARTEN Entlang der legendären Prosecco-Straße warten nicht nur beste Schaumweine, die Gegend ist ein wahres Schla- ra enland für alle Genießer.
E ine malerische Straße schlängelt sich in Venetien zwischen den Orten Val- dobbiadene und Conegliano vorbei an san en Hügeln, fruchtbaren Reben und charmanten Bergdörfern: La Strada del Prosecco, die Prosecco-Straße. Hier ist, wie der Name schon verrät, einer der beliebtesten Still- und Schaumweine Italiens zu Hause: der Prosecco. Seit 2010 handelt es sich dabei um eine geschützte Ursprungsbezeichnung; Prosecco darf nur heißen, was aus dieser nord- italienischen Region kommt und die Her- kun ssiegel DOC oder DOCG trägt. Wobei
Letzteres lediglich fünfzehn Gemeinden im Herkun sgebiet führen dürfen. Auf dem Weg über die rund 35 Kilometer lange Prosecco- Straße hat man nicht nur die Gelegenheit, deren Produkte zu verkosten (größere Winzer verkaufen direkt, kleinere in Weinshops, den Cantinas), sondern auch kulinarische und his- torische Schätze kennenzulernen. EIN WEG VOLL SPRUDELNDER LEBENSFREUDE Um den Prosecco und seine Ursprünge zu er- kunden, startet man am besten in Conegliano, dem Geburtsort des Proseccos. Dort liegt auch die Scuola Enologica di Conegliano, eine der ältesten Weinschulen Italiens. Weiter geht es über San Pietro di Feletto mit seiner über dem Tal thronenden Kirche aus dem 12. Jahrhun- dert, nach Refrontolo mit der märchenha en Mühle Molinetto della Croda. Nach Solighet- to und der dortigen prächtigen Villa Brand- olini samt zahlreicher Ausstellungen geht es Richtung Farra di Soligo bergauf, bis man in Credazzo auf zwei mittelalterliche Türme, die über die Landscha ragen, tri . Früher noch ein Geheimtipp, heute legendär: die Osteria Senz’Oste in Cartizze, Heimat des gleichna- migen Proseccos. Das Besondere der Osteria steckt bereits in ihrem Namen: Hier gibt es kei- nen Hüttenwirt, die Türen stehen dennoch im- mer o en ... Es regiert das Prinzip des Vertrau- ens, denn Gäste bedienen sich einfach selbst. Die Reise endet schließlich in Valdobbiadene, dem Zentrum der Proseccoproduktion. Und wenn man ankommt, hat man ho entlich noch ein wenig Platz für ein letztes Glas Pro- secco gelassen. Salute!
Villa Soligo Eine prunkvolle Villa aus dem 18. Jahrhundert, verwandelt in
ein charmantes Hotel. www.hotelvillasoligo.it
Agriturismo „Il Follo“ Ein romantisches Weingut am berühmten Hügel von Cartizze. Für alle, die am Prosecco ganz nah dran sein wollen. www.ilfollo.it Salis Ristorante Enoteca Wer das authentische Geschmackserlebnis sucht, wird hier fündig. www.salisristorante.it
Ihre Assistentin kennt die Realität.
Die alte Mühle Molinetto della Croda in Refrontolo.
Die kleine Kirche nahe Col San Martino liegt mitten in den Weingärten.
UNSERE EXPERTIN
SAMANTHA BÖHM
samantha.boehm@columbus.at 01/534 11 126
ofûce@at.fcm.travel
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INTER VIEW
ZUG UM ZUG ZUM ERFOLG Schienenabenteuer der Extraklasse: Rovos Rail gehört zu den bedeutendsten und luxuriösesten Zugreise- anbietern der Welt. Gründer Rohan Vos über Höhen und Tiefen seines Herzensprojekts und warum es so wichtig ist, stets die Spur zu halten.
A lles begann mit dem Wunsch, alte Damp okomotiven zu retten. Aus der Automobilbranche kommend, beschloss Unternehmer Rohan Vos kurzerhand, aus seiner neuen Leiden- scha ein in Südafrika noch nie dagewesenes Reiseerlebnis zu scha en. Nicht einmal der Fakt, dass er keine Erfahrung in der Eisen- bahn- und Tourismusbranche hatte, hinderte den damals 40-Jährigen an seinem Vorhaben. Zum Glück, denn heute beschä igt Rovos Rail 415 Mitarbeiter, betreibt gleichzeitig sechs Züge und feierte dieses Jahr das 35-jährige Bestehen. Im Interview plaudert der sympathische Unter- nehmer über sein Leben auf Schiene und nan- zielle Entgleisungen. Bahn frei! HERR VOS, ROVOS RAIL IST HEUTE EIN SYMBOL FÜR LUXUS UND NOSTALGIE. WAS HAT SIE DAZU INSPI- RIERT, DIESES AUSSERGEWÖHNLICHE REISEERLEB- NIS ZU SCHAFFEN? Ursprünglich arbeitete ich in Witbank in der Nähe der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria und hatte dort eine ganze Reihe von Geschä en, vor allem im Bereich der Kfz- Ersatzteile. Man war dort gerade dabei, von Damp okomotiven auf Diesellokomotiven umzustellen, und einer meiner Mitarbeiter fragte mich, ob wir uns nicht für die Rettung einiger dieser einzigartigen Modelle einsetzen könnten. Da ich ebenfalls schon immer ein Herz für diese alten Loks hatte, fragte ich an, und so kam eins zum anderen. Ich kau e vier alte Waggons sowie eine alte Lokomotive aus dem Jahr 1893 und verbrachte knapp neun
Monate damit, sie zu renovieren und nach meinem Geschmack auszustatten. Ich dachte: Wäre es nicht toll, wenn ich mit meiner Familie damit durch Afrika reisen könnte? UND SO KAM ROVOS RAIL INS ROLLEN? Oh nein, bis dahin war es ein langer Weg. Die Bahn erlaubte mir zwar, meinen Zug in Betrieb zu nehmen, aber die Tarife dafür waren so hor- rend, dass es keinesfalls möglich war, sie nur für Privatzwecke zu benutzen. Nun, das war also das Ende des Hobbys und der plötzliche Beginn eines neuen Unternehmens. Ich kauf- te drei weitere schrottreife Waggons, baute sie um und nahm den Zug 1989 in Betrieb. Zu der Zeit hatte ich ein gutes Einkommen aus allen Geschä en, die ich führte. Ich dachte also, dass ich genug Geld für dieses neue Herzensprojekt habe. Aber natürlich hatte ich keine Ahnung von der Reisebranche und wie schwierig es werden würde. Damals gab es noch kein In- ternet, also inserierten wir bei verschiedenen Reiseunternehmen in der ganzen Welt. Es lief mäßig. Gleichzeitig bauten wir aber stetig wei- ter aus, hatten bald schon 14 Waggons. Nach fünf Jahren wurde das natürlich zu einem ernsten Problem: Ich hatte alle meine Unter- nehmen verkau , Freunde wurden Partner, und dennoch hatten wir bald kein Geld mehr. 1993 dachte ich: Wenn ich schon bankrottge- he, dann mit einem Paukenschlag. Ich wollte meinen Zug für seine vielleicht letzte Fahrt bis nach Dar Es Salaam an der Ostküste schicken. Einige Komplikationen zwangen mich dann auch noch dazu, die schlimmste nanzielle
ROHAN VOS Vom Hobby zu einem der lu- xuriösesten und erfolgreichsten Eisenbahngeschä e der Welt: Seit seiner Gründung im Jahr 1989 bietet Rovos Rail maßgeschnei- derte Zugsafaris durch das Herz Afrikas, kombiniert atemberau- bende Landscha en mit dem Reise- glamour vergangener Zeiten. Der ganze Stolz des Gründers Rohan Vos gilt allerdings einer Sache: Ro- vos Rail holt Besucher und somit Wertschöpfung nach Südafrika.
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Entscheidung meines Lebens zu tre en: ohne Passagiere zu fahren. Sie müssen verstehen, dass wir die Bahn pro Kilometer und Wagen bezahlen. Wenn man also nach 6.100 Kilome- tern ankommt, ist man pleite. WAS WAR DANN ALSO IHRE RETTUNG? Dass ich zufällig einen Reiseagenten aus London traf, der sich für Südafrika interessierte. Wir schnürten also gleich ein passendes Paket. Als er kurz nach Weihnachten diese Reise ausschrieb, hatte ich sogar schon eine Vorladung von meiner Bank in der Hand. Kurz danach rief er mich an, um mir zu sagen, dass er vier Zugladungen gefüllt hatte. Das war der Beginn eines Projekts, das bis heute andauert. SIE HABEN ALSO IMMENSE OPFER GEBRACHT, UM DIESES PROJEKT AM LAUFEN ZU HALTEN. WAS HAT IHNEN DIE KRAFT GEGEBEN, IN DEN SCHWIERIG- STEN ZEITEN WEITERZUMACHEN? Zwei Dinge waren wichtig. Erstens mein Stolz – ich wollte nicht versagen. Ich hatte 20 Jahre lang 16 Unternehmen geführt, warum sollte ich mich plötzlich in den Ruin treiben lassen? Zweitens war da die Angst. Ich musste unser Haus verpfänden, das Flugzeug, Boot usw. verkaufen. Das ist ziemlich nervenaufreibend, wenn man auch noch vier Kinder hat. UND HEUTE TRAGEN IHRE LUXUSZÜGE SOGAR DIE NAMEN IHRER KINDER ... Nun, in Südafrika war es eine Angewohnheit der Lokführer, den Namen ihrer Ehefrauen auf die Lok zu schreiben, also habe ich das über- nommen. Zuerst Brenda und Shaun, Bianca und Ti any und dann meine Mutter Marjorie. Der Name meiner Frau, Anthea, fand in den Waggons Verwendung, auf einer der Suiten beispielsweise. Eine nette Anekdote: Das Perso- nal bat mich eines Tages zu einer mysteriösen Party. Plötzlich enthüllten sie feierlich eine sehr kleine Rangierlokomotive mit meinem Namen darauf. Diese winzige Lok, die ständig Rauch auspustet und eine Menge Lärm macht – das bin also ich. Was soll ich sagen, es macht auch Spaß, den Chef auf der Schaufel zu haben ... WIE FÜHLEN SIE SICH, WENN SIE AUF DIE GESCHICH- TE VON ROVOS RAIL ZURÜCKBLICKEN UND SEHEN, WIE WEIT SIE GEKOMMEN SIND? Ich bin unheimlich stolz. Wir scheinen das richtige Konzept gefunden zu haben. Dabei besteht der Geschä splan eigentlich nur darin, einen Zug zu haben und durch das Land zu fahren. Wir aber erschlossen immer neue, atemberaubende Strecken, boten Gol ouren und Charter üge für Hochzeiten und Partys an.
Wenn ich also zurückblicke, bin ich wahnsinnig dankbar. Und natürlich scha en wir für die Menschen in Südafrika Arbeitsplätze, die wir hier dringend brauchen. Ursprünglich war ich ja in der Dienstleistungsbranche tätig, wo ich Geld von Südafrikanern nahm, ihnen eine Dienstleistung anbot und somit nur Pro t mit ihnen machte. Das ge el mir nie besonders, denn vor allem im Autohandel gab es viele importierte Waren. Tatsächlich kosteten wir das Land also Geld. Mit Rovos Rail können wir nun auch Menschen, die davor keine Arbeit hatten, für Tätigkeiten ausbilden, wie z. B. die Herstellung von Inneneinrichtung, den Bau von Waggons, Malerarbeiten, Arbeiten an Eisenbahnstrecken, die Reparatur von Lokomotiven und so weiter. Immer schon wollte ich Geld in dieses Land bringen. Und wissen Sie, das würde ich heute wahrscheinlich als unsere größte Erfolgsgeschichte bezeichnen. UND WAS WAR DER SCHÖNSTE MOMENT, DEN SIE IN ALL DEN JAHREN ERLEBT HABEN? Die erste Abfahrt – wenn man den Zug zum ersten Mal sieht, wie er mit den Fahrgästen los- fährt. Und als wir 1999 unser 10-jähriges Be- stehen mit einer großen Party feierten. Das war einer der glücklichsten Momente meines Le- bens, denn ich konnte vor Familie und Freun- den stehen und sagen: Wir haben es gescha . WAS IST DAS ERFOLGSREZEPT VON ROVOS RAIL? Dass es ein Familienunternehmen ist. Meine Frau Anthea ist sehr stark eingebunden und kümmert sich um alles, von den Uniformen über das Essen bis hin zu Dingen wie den Dachrinnen oder der Bettwäsche. Meine jüngste Tochter Ti any ist nun CEO der Firma. Sie kümmert sich um Verkauf, Marketing und Verwaltung im Unternehmen. Sie soll Rovos Rail auch einmal vollständig übernehmen. Meine anderen Kinder sind ebenfalls involviert. Unsere Familie ist das starke Gerüst, das dieses Unternehmen stützt, da bin ich sicher. VERRATEN SIE UNS DOCH ZUM SCHLUSS NOCH FOL- GENDES: SIE KÖNNEN DREI DINGE AUF EINE ZUGREI- SE MITNEHMEN. WELCHE WÄREN DAS? Zuallererst mein Taschenmesser von Victorin- ox, in dem alles drin ist, vom Schraubenzieher bis zur Schere. Das habe ich immer dabei, um Dinge in den Zügen schnell zu reparieren. Zweitens: meine Kamera. Und drittens: mein Reisetagebuch. Ich schreibe Ereignisse gerne auf, vor allem, wenn mir etwas Neues über den Weg läu , an das ich mich erinnern möchte. Oder Dinge, die ich lerne. Und das passiert beim Reisen ja schließlich ständig.
LUST AUF ZUGFAHREN BEKOMMEN? 14 TAGE HÖHEPUNKTE DES SÜDLICHEN AFRIKAS Diese elegante Reise führt Sie nach Kapstadt, in die berühmte Weinbauregion, zu den Victoria Falls und in den Hwange Nationalpark.
HIGHLIGHT: 5 TAGE ROVOS RAIL Von Victoria Falls bis
Oben: Seit 35 Jahren rattert der längst legendäre Rovos Rail durch Südafrika und versprüht dabei eine Romantik, die an die schönen Facetten längst vergangener Zeiten erinnert.
Pretoria erleben Sie Afrika in nostalgischem Luxus in einzigartigem Ambiente.
Links: Tochter Tiffany, bereits jetzt wichtiger Teil von Rovos Rail, soll das Familienunternehmen in Zukunft weiterführen.
Unten: Dem Chic der alten Speisewaggons kann man genauso wenig entrinnen, wie dem charmant-spießigen Luxus, den alle sechs Züge als gemeinsamen Nenner haben.
Reise inklusive Flüge, Transfers, Aus üge und Besichtigungen Termin: 24.05.2025 bis 06.06.2025 Ab € 9.950 p. P.
UNSERE EXPERTIN
Silke Kaneider
silke.kaneider@reisethek.at 0800 560 080
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GRAND TOUR DE LUXE
Bodensee erstreckt sich eine vielseitige Route durch Bayern, vorbei an urigen Bauerndör- fern, historischen Städten und malerischen Schlössern. Die Côte d’Azur lockt wiederum mit ihrer legendären Riviera, wo Städte wie Cannes, Antibes und Nizza darauf warten, entdeckt zu werden. Für besondere Anlässe steht zudem der spektakuläre, 1.000 m ² gro- ße Flagshipstore im niederösterreichischen Gumpoldskirchen zur Verfügung. Umgeben von den elegantesten Oldtimern der 50er- bis 70er-Jahre und Sondermodellen, die außer- halb der USA kaum zu & nden sind, tre " en wir Jutta und Udo Rienho " zum Interview. WAS WAR DIE URSPRÜNGLICHE INSPIRATION ZUR GRÜNDUNG VON HERTZ CLASSICS? Udo Rienho!: Ich komme aus der Sportwagen- szene, hegte immer schon eine große Leiden- scha $ für Autos. Vor elf Jahren ergab sich die Möglichkeit, eine bestehende Oldtimervermie- tung zu übernehmen. Damit konnte ich meine Liebe zur Vermietung sowie zu Oldtimern aus- leben – es hat sich prächtig entwickelt. Mittler- weile ist auch meine Frau Jutta involviert. Jutta Rienho!: Nachdem Udo das Angebot erhielt, hat er sehr genau überlegt. Bei einem Autofreak wie ihm wusste ich allerdings gleich, wie die Entscheidung ausgeht. WIE WÄHLEN SIE DIE AUTOS AUS, DIE SIE IN IHRER FLOTTE ANBIETEN? U.R.: Grundsätzlich müssen es Fahrzeuge sein, die uns selber faszinieren. Wenn wir schon keinen Spaß daran haben, wie sollen ihn dann unsere Kunden haben? Ein weiterer
Unvergessliche Reisen durch Europa, bei denen nicht nur das Ziel, sondern jeder Kilometer auf dem Weg dorthin zählt: Für Liebhaber klassischer Oldtimer bietet Hertz Classics Automobilgeschichte zum Mieten samt einer Eventlocation mit beeindruckender Pferdestärke.
Hertz-Österreich Chef Udo Rienhoff und seine Frau Jutta verbindet eine große Leidenschaft für Oldtimer, die sie mit ihrer Kundschaft teilen wollen.
E in Hauch von Nostalgie, das Gefühl von Freiheit und die Freude am pu- ren Fahrspaß – das ist es, was Hertz Classics mit seinen exklusiven Old- timertouren möglich macht. Ob als Teambuilding-Event, Incentive oder ganz persönlich – hier wird jeder Aus ! ug zu ei- ner Zeitreise. Auf Wunsch erstellen die Ini- tiatoren Jutta und Udo Rienho " individuelle Routen und Roadbooks; professionelle Zeit-
nehmung sowie kni # ige Sonderprüfungen sorgen für zusätzliche Herausforderungen. Das Reiseerlebnis führt dabei stets über ei- nige der schönsten Routen Europas. In der malerischen Wachau geht die Fahrt zum Bei- spiel entlang der Donau, wo im Frühling blü- hende Marillenbäume die Landscha $ prägen, während im Herbst die Weinlese ihre eigenen besonderen Reize hat. Vom Berchtesgadener Land über die deutsche Alpenstraße bis zum
Punkt: Es sollen Cabrios sein, welche in den 50er- und 60er-Jahren gefahren wurden. O " en fahren intensiviert noch einmal das Gefühl. Für besondere Events haben wir aber auch zwei sehr sportliche Coupés im Angebot. Zu guter Letzt müssen die Autos technisch be- herrschbar sein. J.R.: Sie müssen das gewisse Etwas haben, was aber nicht zwingend mit Luxus zu tun hat. Wir haben den legendären 2CV ebenso in der Flotte wie den Jaguar E Type, mit welchem Jerry Cotton über die Leinwand jagte. Wich- tig sind die Emotionen und Erinnerungen, die ein Fahrzeug hervorru $ .
Mit der Oldtimer-Eventhalle in Gumpoldskirchen erfüllten sich Jutta und Udo Rienhoff einen gemeinsamen Traum, den sie hier auch an jeder Ecke ausleben. Für Präsentationen, Feste, Pop-ups und Firmenfeiern stehen u. a. Flatscreen, Musikanlage, Barbereich, Panoramaterrasse und Cateringbereich zur Verfügung. Gäste feiern hier laut den beiden inmitten ihrer glänzenden Oltimerflotte eine „Garagenparty de luxe“.
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Vom Teambuilding bis hin zur Einzelvermietung mit Picknicks an romantischen Locations ist bei Hertz Classics alles möglich. Was alle individuell gestaltbaren Erfahrun- gen vereint: das unvergleichliche Oldtimergefühl.
Die Hertz Classics Tour entlang der Côte d’Azur lockt mit der legendären Riviera, kurvigen Straßen und der Streckenführung der Rallye Monte Carlo – in einem der klassischen Oldtimer sorgt das für nostalgischen Fahrspaß pur.
WIE SCHWER IST ES HEUTZUTAGE, SOLCHE KLASSI- KER ÜBERHAUPT ZU FINDEN? U.R.: Mit dem richtigen Geldbörserl und dem Internet ndet man theoretisch jedes Fahrzeug in Sekunden. Aber wenn man sich dann den optischen und technischen Zu- stand genauer anschaut, passt der Preis meis- tens nicht. Anfangs besuchten wir in Holland mehrere große Oldtimerhändler. Von rund 1.000 Modellen haben gerade einmal sechs unseren Anforderungen entsprochen. J.R.: Der Oldtimermarkt ist ziemlich groß, und bei einigen Klassikern ist es schlichtweg eine Preisfrage. Man braucht sich nur die Zah- len bei manchen Auktionen ansehen, da wird einem schwindelig. Bei vielen anderen ist der Fahrzeugzustand o miserabel. Man darf hier also nicht rein von der Optik wählen und soll- te immer auch einen Experten mitnehmen. SIE BIETEN OLDTIMERTOUREN AUF EINIGEN DER SCHÖNSTEN ROUTEN EUROPAS. WELCHE IST IHR PERSÖNLICHER FAVORIT UND WARUM? U.R.: Wir waren mit unseren Oldtimern zwar bereits in ganz Europa unterwegs, von Grie- chenland über die Côte d’Azur bis ins nörd- liche Schottland. Aber eine schöne Passstraße in Österreich, eine Tour durch die Südsteier- mark oder eine Spritztour in die Wachau stehen dem um Nichts nach. Ich denke, das Reisen mit einem Klassiker macht mehr als alles andere den Weg zum Ziel. Also sollte man sich am besten die Frage stellen, was die Route bieten soll, die man fahren will. Und welches das passende Fahrzeug dafür ist. J.R.: Unsere Routen haben alle ihren Reiz, da wir darauf achten, besonderes Fahrvergnügen zu vermitteln. Aber Monaco mit Abstechern
SOLCHE BESONDEREN MODELLE BRAUCHEN VER- MUTLICH AUCH BESONDERE PFLEGE? U.R.: Die Zahl der Mechaniker, die sich mit der alten Technik noch auskennen, wird im- mer überschaubarer. Heutzutage wird ein Fahrzeug an den Diagnosecomputer ange- schlossen, die Fehlermeldung ausgelesen und das gemeldete Modul ausgetauscht. Einen jüngeren KFZ-Techniker zu nden, der z. B. noch mit Vergasermotoren vertraut ist, stellt schon eine Herausforderung dar. Umso stolzer sind wir, unsere eigene Tech- nikertruppe zu haben, die sich nicht nur um unsere Fahrzeuge kümmert, sondern auch alle Veranstaltungen begleitet, um bei eventuellen Pannen sofort zur Stelle zu sein. Ersatzteilbescha ung ist auch so ein ema. Für manche Marken und Modelle gibt es al- les, bei anderen hingegen dauert es Monate, bis Teile verfügbar sind. Und manchmal ist es auch notwendig, ein Teil extra anfertigen zu lassen. DIE SCHWIERIGSTE FRAGE ZUM SCHLUSS: HABEN SIE EIN LIEBLINGSOLDTIMERMODELL? U.R.: Ich weiß, welches Fahrzeug auf meiner persönlichenListedenletztenPlatzeinnimmt– ich verrate aber nicht, welches. Allerdings: Mein Lieblingsoldie mit dem Baujahr 1965 ist zweifelsfrei meine Frau Jutta. J.R.: Ich habe zwei Lieblingsmodelle: einer- seits eine quietschgelbe Ente, da sie mich an meine Jugend und mein erstes Auto er- innert, und andererseits den klassischen, wunderschönen Mercedes 190SL, mit dem ich seit zehn Jahren mit meinem Sohn Old- timerrallyes bestreite. Aber eigentlich liebe ich sie alle.
ins Hinterland, durch Ortscha en wie Grasse usw. – das ist schon wirklich besonders.
Wagen aus, steigt ein und fährt los. Seinen eigenen Fuhrpark möchte er mittlerweile deutlich reduzieren. Für uns ein Feedback, das kaum zu toppen ist. J.R.: Wir haben mittlerweile mehrere vol- le Gästebücher mit wunderbaren Einträgen und Fotos, die uns zeigen, dass wir vielen Kunden schöne Tage bieten konnten, sie aus dem stressigen Alltag rausgeholt und kurz zum Träumen gebracht haben. Die Kinder, die dem Vater zum 60er die Fahrt in der 59er Corvette schenken, von der er immer geträumt hat, aber die er nie kaufen konnte. Oder die des älteren Herren, der den Wagen mietete, in dem er seiner Frau den Heirats- antrag machte, um sie im gleichen Auto 50 Jahre später nochmals zu fragen. Das sind pure Emotionen, das kann man schwer in Worte fassen. SIE HABEN AUCH EINEN SPEKTAKULÄREN FLAGSHIP- STORE, DER ALS EVENTLOCATION GENUTZT WERDEN KANN. WAS MACHT DIESEN ORT SO EINZIGARTIG? U.R.: Stellen Sie sich eine „Garagenparty de luxe“ vor! Ganz anders als der übliche Hotel- saal oder Restaurantbereich. Feste, Präsenta- tionen, Meetings oder Teambuilding Events, umgeben von chromstrahlenden und glän- zenden Klassikern. Sie wollen Ihre Präsen- tation mit Autokinofeeling auf die Leinwand bringen? Kein Problem – wir stellen die Autos entsprechend, und schon wird die Halle zum Autokino. Wir sind für alle Ideen o en und werden alles Mögliche tun, Vorstellungen Realität werden zu lassen. Es gibt außerdem noch eine Dachterrasse mit Lounge Area und Blick bis zum Schneeberg. Und was wir nicht haben, versuchen wir zu besorgen.
IHRE FLOTTE UMFASST OLDTIMER DER 50ER- UND 60ER-JAHRE. WAS MACHT DIESE FAHRZEUGE IHRER MEINUNG NACH SO FASZINIEREND? U.R.: Diese Autos haben nie einen Windkanal gesehen und sind nicht aerodynamisch opti- miert. Sie sind optisch alle sehr unterschied- lich und ein angenehmer Kontrast zu dem heutigen Einheitsbrei auf den Straßen. Es gibt auch keine technischen Helfer wie Abstands- warner, Seitenführungsassistent oder Ähn- liches. Man ist als Fahrer aktiv und kann es dadurch richtig genießen. J.R.: Faszinierend nde ich persönlich die damalige Zeit. Die Mode, die Ikonen, der Lifestyle, die Musik – ich verbinde viel mit schönen Filmen aus dieser Zeit. Und diese Fahrzeuge waren immer ein Teil davon. WELCHES FEEDBACK ERHALTEN SIE VON IHREN KUNDEN? GIBT ES BESONDERS EINDRUCKSVOLLE GESCHICHTEN UND ERLEBNISSE, DIE SIE MIT UNS TEILEN MÖCHTEN? U.R.: Das Feedback ist zu 100 % positiv bis enthusiastisch. Es kommen bei vielen Kun- den Erinnerungen an ihre Kindheit hoch, als ihr Vater mit ihnen in solchen Fahrzeugen gefahren ist oder sie von solchen Autos ge- träumt haben. Ein Mann, Besitzer von einem guten Dutzend teurer Oldtimer, hat sich zu einem Stammkunden entwickelt. Jedes Mal, wenn er mit einem seiner Autos fahren woll- te, war die Batterie leer, der Reifen platt, die Elektrik kaputt oder der Wagen war ver- sehentlich nicht angemeldet. Bei uns sucht er sich je nach aktueller Laune einfach einen
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REISE TRENDS
WIE WIR IN ZUKUNFT REISEN
Steigen wir alle auf den Zug um? Werden Wassersto ugzeuge marktreif oder schweben wir in Drohnen umher? Ein Blick in die Zukun macht jedenfalls Lust auf das Reisen von morgen.
ZUGSTOLZ FOLGT AUF FLUGSCHAM Es ist ein Phänomen, das bereits mehrfach wissenscha lich beschrieben ist: die Flug- scham. Tatsächlich wächst laut einer Umfrage der „Forschungsgemeinscha Urlaub und Reisen“ der Anteil von Flugreisenden, die von solch einem schlechten Gewissen berichten: Die Häl e (50 Prozent) gab an, so zu emp nden. 2019, also vor der Coro- na-Pandemie, waren es noch „nur“ 41 Prozent. Flugscham gibt es demnach in allen Alters-, Einkommens- und Bildungsgruppen. Damit einher geht ein Run auf Zugrei- sen, wobei Reisende hier gerade auf längeren Strecken ein viel höheres Zeitbudget ein- rechnen müssen. Und im Vergleich zum Flugticket kostet es o mals auch mehr Geld, gerade wenn man komfortabel Erster Klasse oder im Schlafabteil reisen will. Doch all das trägt dazu bei, dass man in naher Zukun – für diesen Mehraufwand im Sinne der Umwelt – einen gewissen Zugstolz emp ndet, den man gern nach außen trägt.
MIT WASSERSTOFF IN DIE LUFT Grad einmal mit dem Wassersto - ugzeug von Wien nach Barcelona düsen? Kein Umweltproblem! Diese Antwort ho en wohl alle begeisterten Flugreisenden schon ganz bald zu hö- ren. Und wenn es nach der Industrie geht, soll das auch tatsächlich in der kommenden Dekade möglich sein: Die Branchenschwergewichte Airbus und Boeing etwa planen marktreife Passagier ugzeuge mit Wassersto - antrieb bis zum Jahr 2035. Das stimmt zumindest zuversichtlich. Allerdings stehen diesem Unterfangen – abgese- hen von der technischen Realisierbar- keit – noch größere Brocken im Weg. Einerseits ist nachhaltig produzierter, also grüner Wassersto noch sehr teu- er. Hier kann man nur ho en, dass der ho entlich wachsende Bedarf am Markt die Preise deutlich nach unten drückt. Andererseits aber benötigt Wassersto – selbst wenn man ihn auf -253 °C herunterkühlt, was ihn üssig und platzsparender werden lässt –, viermal so viel Raum wie Kerosin. Die daraus resultierenden Auswirkungen auf Tanks und Design gelten aktuell als größte Herausforderung.
SHARING IS CARING Eines der großen emen innerhalb des Megatrends der Mobilitätswende ist die sogenannte Shared Micromo- bility. Dabei geht es darum, dass wir nicht mehr auf eigene Autos, Mopeds, Roller oder Bikes setzen, sondern auf groß ächige Angebote, die wir jeder- zeit aktivieren und wieder deaktivieren können. Schon heute prägen solche An- gebote der Mikromobilität das Stadt- und Straßenbild, kün ig werden sie immer mehr zum Bindeglied auf dem Weg zur situativ optimalen Mobilität. Mikromobilität schließt die Lücke zum ö entlichen Verkehr, vermeidet Staus, minimiert das Problem des Parkens und erhöht die Gesundheit der Nut- zerinnen und Nutzer. Gerade aber für Reisende werden derartige Optionen Vorteile bringen: Man reist etwa mit dem Zug an ein Reiseziel, steigt dort in ein kurzfristig geborgtes E-Auto um, fährt zum Hotel und von dort mit dem E-Scooter weiter zum Abendessen.
AUTONOMES FAHREN Als Schlüsseltechnologie der Zukun werden vollautomatisierte, fahrerlose Fahrzeuge gesehen. Der heutige Stand der Technologie erlaubt das autono- me Fahren ohne Überwachung oder Eingreifen durch den Fahrer bereits. Als größter Stolperstein gelten heute die noch unbeantworteten Fragen zu Ethik, Sicherheit und Versicherungs- fragen. Ein gern gebrachtes Beispiel für diese Problematik: Wenn ein automa- tisiertes System nur die Wahl hat, ein Kind zu erfassen oder stattdessen das Auto in einen Baum zu lenken – wie soll es sich „richtig“ entscheiden?
FLUGTAXIS UND DROHNEN Es haben inzwischen viele Hersteller von Flugzeugen oder Autos auch mit Passagier- drohnen auf sich aufmerksam gemacht. Das belegt deutlich, dass derartige, noch futu- ristisch anmutende Transportmittel als spannende Vehikel der Zukun gesehen wer- den. Doch ab wann solche Drohnen oder Flugtaxis tatsächlich über unseren Köpfen schweben werden, ist aktuell schwer abzusehen. Vor allem die damit in Zusammen- hang stehenden Sicherheitsfragen sind noch so gut wie gar nicht geklärt.
Fliegende Drohnen sollen schon sehr bald nicht nur Pakete oder Speisen liefern, sondern auch Menschen als Flugtaxis von A nach B bringen. Der österreichische Flugzeugzulieferer FACC ist dabei weltweit federführend.
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AUF SCHUSTERS SPUREN Wir haben uns auf die Socken gemacht und einen wahren Meister der Sohlen und Nähte besucht: Philipp Schwarz über das aussterbende Kunstwerk Goiserer-Schuh und die wichtigsten Schritte seines Schuhmacherlebens.
I n einer Region Oberösterreichs wird seit Generationen Schuhgeschichte geschrie- ben. Rund um den altehrwürdigen Kurort Bad Goisern am Hallstätter See entstehen bis heute in liebevoller Handarbeit die berühmten Goiserer-Schuhe. Und hier erö - nete auch Philipp Schwarz seinen Meisterbe- trieb. Kunden können sich beim „Goiserer“ Alltags- und Bergschuhe oder etwas ganz Ausgefallenes anpassen lassen. Nach eini- gen Wochen wird Zwischenmaß genommen. Und nach ungefähr vier bis sechs Monaten wird schließlich der fertige handgemachte Schuh ausgeliefert. Echte Qualität braucht eben Zeit. Besonders am Herzen liegen dem jungen Schuhmachermeister aber Reparatu- ren – denn im Gegensatz zu der Massenware in großen Ketten sind seine Modelle nicht zum Wegwerfen gemacht. Ganz im Gegen- teil, denn mit guter P ege bleibt einem so ein echtes Paar Goiserer ein Leben lang und ist damit ein treuer Reisebegleiter. Wie man merkt, dass der Schuh drückt und was diese vom Aussterben bedrohte Berufung so alles mit sich bringt, haben wir den sympathi- schen Goiserer gefragt. HERR SCHWARZ, WAS MACHT DIE ORIGINALEN GOI- SERER-SCHUHE SO BESONDERS IM VERGLEICH ZU ANDEREN HANDGEFERTIGTEN SCHUHEN? Die sogenannte Zwienaht macht den echten Goiserer so besonders. Sie hat sich seit dem Jahr 1875 nicht verändert. Durch diese beson- dere Doppelnaht wird der Schuh sehr robust, wasserfest, exibel und reparierbar. Dabei ist er dennoch nicht besonders schwer, im Ge- gensatz zu anderen handgemachten Schuhen. WIE SIND SIE DENN EIGENTLICH ZUM SCHUHMA- CHERHANDWERK GEKOMMEN? Ich komme aus dem Marketing, habe lange bei einer heimischen Skimarke gearbeitet. Ich bin aber auch zum Teil auf dem Hof meiner Großeltern aufgewachsen und hatte immer schon eine A nität zum Handwerk.
Philipp Schwarz (oben) kommt eigentlich aus dem Marketing, war aber immer schon angezogen vom Handwerk. Als ausgebildeter Schuhmachermeister legt er nun besonderen Wert auf Qualität und Beständigkeit. Bei jedem Schuh, der seine Werkstatt in Bad Goisern verlässt, verbindet sich die Individualität des Kunden mit seiner Lei- denschaft zum Handgemachten. Seine Werke begleiten die Besitzer dann im Alltag, aber auch auf langen Reisen wie dem Jakobsweg.
Unsere Füße tragen uns durchs Leben, vom kleinen Ausflug bis zur großen Wanderreise. Grund genug, um sie dabei so gut es geht zu unterstützen. Das A und O dabei? Schuhwerk, das 100%ig passt.
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Der erste originale Goiserer-Schuh entstand Aufzeichnungen zufolge im Jahr 1875. Damals schon wurde er mit seiner typischen Zwienaht handvernäht. Eine Tradition, die Philipp Schwarz heute fortführt.
Im Kurort Bad Goisern inmitten der UNESCO-Welterberegion Hallstatt-Dachstein/ Salzkammergut arbeitet man daran, altes Handwerk zu bewahren.
„In einen neuen Schuh muss man hineinschlüpfen und dann in sich gehen und spüren. Das braucht einfach Zeit.“
IST DAS SCHUHMACHERHANDWERK EIN AUSSTER- BENDER BERUF IN UNSERER SCHNELLLEBIGEN WELT? Im Bundesland Oberösterreich bin ich der- zeit der einzige meiner Art. Der Beruf ist also de nitiv bedroht. Deshalb arbeite ich mit Schulen zusammen, nehme an regiona- len Projekten teil, um mein Handwerk wei- terzugeben. Ich habe immer wieder Bewer- bungen aus dem Ausland, viele aus Deutsch- land oder Holland. Ich versuche außerdem, o ener zu sein als einige meiner älteren Kollegen. Es nutzt nichts, wenn man seine Geheimnisse für sich behält. Ich will schließ- lich, dass das Goiserer-Handwerk weiterlebt. Meine eigenen kleinen Betriebsgeheimnisse habe ich aber dennoch … DIE LIEBSTE STRECKE, DIE SIE JEMALS ZU FUSS ZU- RÜCKGELEGT HABEN – SOFERN DAS KEINES IHRER GEHEIMNISSE IST? Die Antwort auf diese Frage fällt mir tatsäch- lich leicht: Die wichtigsten Schritte meines Lebens waren die paar Meter zum Traualtar, als ich meine Frau geheiratet habe.
Tag tragen. Damit kann die Feuchtigkeit entweichen, man strapaziert ihn nicht so sehr, und das Schuhklima kann sich wieder regulieren. Ein p anzlich gegerbter Volllederschuh in Kombination mit Socken aus Naturmaterial ist das Beste, was man machen kann. Falls man keinen Platz im Gepäck für einen Schuhspreitzer hat, würde ich sie über Nacht mit Zeitungspapier füllen, um Feuchtigkeit schneller aufzusaugen. SO MANCHER SCHUH SIEHT JA DIE GANZE WELT. HABEN SIE KUNDEN, DIE SIE AN IHREN REISEABEN- TEUERN TEILNEHMEN LIESSEN? Ich weiß von einigen, dass sie den Jakobsweg in meinen Schuhen bestritten haben. Ein Kunde wanderte außerdem von Österreich in die Schweiz, alles zu Fuß. Er ging mit sei- nen alten los, nahm aber gleich ein neues Paar zum Wechseln mit. Und gegen Ende des Weges schickte er mir dann ein Foto von sich vor einem wunderschönen Bergsee, das neue Paar an den Füßen, und das alte hielt er sym- bolisch übers Wasser, als würde er es gleich reinwerfen. Hat er natürlich nicht gemacht, aber es war ein Bild, das mich zum Lächeln brachte und mir noch gut in Erinnerung ist.
VOR DER REISE KOMMT DIE ANPROBE. WANN MERKT MAN, OB DER SCHUH DRÜCKT? Das Geheimnis ist, sich genügend Zeit zu nehmen. Neues Schuhwerk zu kaufen, ist keine schnelle Aktion. Man muss rein- schlüpfen und dann in sich reinhören und spüren. Wenn ich am Wochenende eine Weitwanderung mache, kann ich mir nicht erst donnerstags neue Schuhe kaufen. Schuh und Fuß müssen sich aneinander gewöhnen. Gute handgemachte Schuhe können auch immer ein wenig gedehnt oder stärker aus- gebeult werden. Man sollte außerdem gleich die Socken zum Kauf mitnehmen, die man auch tatsächlich trägt. HABEN SIE SPEZIELLE EMPFEHLUNGEN FÜR REISEN- DE, DIE LANGE STRECKEN ZU FUSS ZURÜCKLEGEN WOLLEN? Ein guter Schuh ist unumgänglich. Aber den sollte man idealerweise nur jeden zweiten
Ich wollte etwas mit meinen eigenen Händen scha en. Nach zwei Wochen Schnuppern bei meinem Goiserer-Vorgänger stand dann schnell fest: Es sind keine spätjugendlichen Flausen, ich wollte dieses alte Handwerk wirk- lich erlernen und hauptberu ich ausüben. KÖNNEN SIE UNS EINE GESCHICHTE AUS IHREM ALLTAG ALS SCHUHMACHERMEISTER ERZÄHLEN, DIE BESONDERS IN ERINNERUNG BLIEB? Nach den langen Lockdown-Phasen ging ich mitsamt der Familie im Ort wieder einmal essen. Als wir da so saßen, kam ein alter Goi- serer zu uns an den Tisch, klop e mir auf die Schulter und sagte: „Da schau her, des is’ un- ser Schuster.“ Das war für mich ein unfass- bar wertschätzendes Erlebnis, ich kann mich noch genau an den Moment erinnern, sogar an die Musik. Da habe ich gespürt, dass ich mit meiner Berufung ein wichtiger Teil der Gemeinscha bin.
www.dergoiserer.at
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EUROPA SCHWEIZ
Mit der Gondel „Dragon Ride“ kommen Reisende jeder Kondition in den Genuss des berühmten Drachenberges.
Einfach prachtvoll: mit der Gondel durch die Winterwunderwelt auf den Pilatus.
Von unvergesslichen Panoramen bis zum kulinarischen Höhen ug: Ein Rundumblick auf 2.132 Höhenmetern zeigt, wie überraschend vielfältig so ein Tag am Pilatus sein kann. Dabei lädt der sagenumwobene Drachenberg von Luzern nicht nur erprobte Gipfelstürmer zur Erkundung ein. EIN BERG, VIELE WEGE
LUST AUF SCHWEIZ BEKOMMEN?
goldig schimmernden Vierwaldstättersee im Morgenlicht, manchmal zeigt sich das schöns- te Meer der Schweiz: das Nebelmeer, in dem die Schweizer Alpen wie schwimmende Inseln wirken. Die Einheimischen sind dabei nicht die einzigen, die man auf den Wanderwegen antri : Mit ein bisschen Glück erlebt man eine Begegnung mit wilden Steinböcken, die seit über 60 Jahren am Luzerner Hausberg leben. Oder man folgt einem der Experten bei der organisierten Steinbocksafari mit Hotelüber- nachtung. Vor allem abends und am frühen Morgen gehört der Berg den Tieren, bis sie sich im Winter aufmachen in tiefere Lagen. Fällt dann der erste Schnee Ende November, glänzt der Pilatus schon bald im glitzernden Winterkleid. Die Gondelbahnfahrt wird dann eine Reise ins Winterwunderland und manch- mal auch ein Entkommen aus dem städtischen Nebel. Die moderne Lu seilbahn „Dragon Ride“ erinnert an eine Helikopterkabine, in der man hoch oben vor der steilen Pilatus-Fels- wand schwebt, immer weiter hinauf, vorbei an den kahlen Klü en des Pilatus. Ganz oben an- gekommen, blickt man auf insgesamt 73 Berg-
gipfel sowie den wunderschönen Vierwaldstät- tersee. Von wo man diese Aussicht am liebsten genießt, entscheidet man selbst. Entweder von der warmen, wettergeschützten Panoramaga- lerie aus, während man an heißer Schokolade nippt, oder draußen an der klirrend kalten, aber belebenden Berglu . EINE KLEINE STÄRKUNG Frische Lu macht natürlich hungrig. Im Win- ter ist deshalb die buchbare Fondue-Gondel ein besonderes Erlebnis. Kein Fan von Käse? Dann ist die Champagner-Gondel eventuell besser geeignet. Einfach Korb abholen, in die warme Decke kuscheln, anstoßen und dabei übers Lu- zerner Naherholungsgebiet Pilatus schweben. Echte Schweizer Tradition gibt’s aber auch in den verschiedenen Restaurants am Berg. Ob klassisches Schweizer Käsefondue und Mittag- essen à la carte im Pilatus-Kulm Hotel oder Raclette im Restaurant Krienseregg. Was hin- ter winterlichen Kulinarikangeboten wie dem Poulet-im-Chörbli oder dem Originalen Tarta- renhut steckt, muss man beim nächsten Berg- abenteuer schon selbst heraus nden. Mit oder ohne Wanderschuhe.
EINE NACHT AM PILATUS Lassen Sie den Alltag hinter sich und genießen Sie hoch über dem Vierwaldstättersee einen romantischen Kurz- urlaub zu zweit. Klarer Himmel, die Sterne zum Greifen nah und viel frische Berglu : Das ist die Nacht auf dem Pilatus. Im historischen Berghotel Pilatus-Kulm näch- tigen Sie wie im Märchen. HIGHLIGHT: ROMANTIK PUR Neben dem 4-Gang-Menü am Abend warten noch Rosenblätter, Champagner und vieles mehr für romanti- sche Stunden zu zweit.
Unten das Nebelmeer, oben die Milchstraße: Eine Übernachtung in den Pilatus-Kulm Hotels bietet unvergessliche Ausblicke, die sogar schon Queen Victoria höchstpersönlich genoss.
Romantik-Package im Hotel Pilatus-Kulm**** inkl. Berg- und Talfahrt Ab € 370 p. P.
R und um den Pilatus existieren viele Mythen. Im Mittelalter glaubten die Menschen beispielsweise, dass Dra- chen in seinen kahlen Klü en hausten. Und mal ehrlich – wer von uns liebt diese Märchengeschöpfe denn nicht? Es ver- wundert deshalb kaum, dass sich diese Story auch heute noch quer durch den Berg zieht, von der spektakulären Fahrt mit der „Dragon Ride“-Lu seilbahn bis zur interaktiven Dra- chenwelt für Kinder. Auf 2.132 Metern ange- kommen, wird man vom Blick auf den ver- zweigten Vierwaldstättersee empfangen, der mit ein wenig Fantasie tatsächlich an einen Drachen erinnert. Auf der Rückseite funkeln die Schweizer Alpen, und man könnte meinen, wirklich in einem Märchen gelandet zu sein.
QUEEN VICTORIAS HÖHENFLUG Besonders im Winter, wenn der Schnee jedes Geräusch schluckt und weit weniger Leute als im Sommer ihren Weg hier herauf nden, überkommt einen dieses spezielle Berggefühl. Dieses sich ganz klein und gleichzeitig sehr frei fühlen. Ein Moment der Versonnenheit, fernab vom Stadttrubel. Ein Halbtagesaus ug reicht dafür schon aus. Wer aber doch nicht genug bekommen kann, bleibt gleich über Nacht – so, wie es Queen Victoria bekannter- maßen im Jahr 1868 gemacht hat. Heute kön- nen auch Normalsterbliche im historischen Pilatus-Kulm Hotel nächtigen und im Queen- Victoria-Saal bei einem 4-Gang-Menü und Kerzenschein schwelgen. Manchmal genießt man dabei den spektakulären Blick auf den
Wer ein Upgrade zur klassischen Wander- jause sucht, ist hier richtig. Hoch hinaus geht's z. B. im Restaurant Pilatus-Kulm.
UNSERE EXPERTIN
Monika Weissenrieder
monika.weissenrieder@columbus.at 05574/903 00
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