REISE TRENDS
WIE WIR IN ZUKUNFT REISEN
Steigen wir alle auf den Zug um? Werden Wassersto ugzeuge marktreif oder schweben wir in Drohnen umher? Ein Blick in die Zukun macht jedenfalls Lust auf das Reisen von morgen.
ZUGSTOLZ FOLGT AUF FLUGSCHAM Es ist ein Phänomen, das bereits mehrfach wissenscha lich beschrieben ist: die Flug- scham. Tatsächlich wächst laut einer Umfrage der „Forschungsgemeinscha Urlaub und Reisen“ der Anteil von Flugreisenden, die von solch einem schlechten Gewissen berichten: Die Häl e (50 Prozent) gab an, so zu emp nden. 2019, also vor der Coro- na-Pandemie, waren es noch „nur“ 41 Prozent. Flugscham gibt es demnach in allen Alters-, Einkommens- und Bildungsgruppen. Damit einher geht ein Run auf Zugrei- sen, wobei Reisende hier gerade auf längeren Strecken ein viel höheres Zeitbudget ein- rechnen müssen. Und im Vergleich zum Flugticket kostet es o mals auch mehr Geld, gerade wenn man komfortabel Erster Klasse oder im Schlafabteil reisen will. Doch all das trägt dazu bei, dass man in naher Zukun – für diesen Mehraufwand im Sinne der Umwelt – einen gewissen Zugstolz emp ndet, den man gern nach außen trägt.
MIT WASSERSTOFF IN DIE LUFT Grad einmal mit dem Wassersto - ugzeug von Wien nach Barcelona düsen? Kein Umweltproblem! Diese Antwort ho en wohl alle begeisterten Flugreisenden schon ganz bald zu hö- ren. Und wenn es nach der Industrie geht, soll das auch tatsächlich in der kommenden Dekade möglich sein: Die Branchenschwergewichte Airbus und Boeing etwa planen marktreife Passagier ugzeuge mit Wassersto - antrieb bis zum Jahr 2035. Das stimmt zumindest zuversichtlich. Allerdings stehen diesem Unterfangen – abgese- hen von der technischen Realisierbar- keit – noch größere Brocken im Weg. Einerseits ist nachhaltig produzierter, also grüner Wassersto noch sehr teu- er. Hier kann man nur ho en, dass der ho entlich wachsende Bedarf am Markt die Preise deutlich nach unten drückt. Andererseits aber benötigt Wassersto – selbst wenn man ihn auf -253 °C herunterkühlt, was ihn üssig und platzsparender werden lässt –, viermal so viel Raum wie Kerosin. Die daraus resultierenden Auswirkungen auf Tanks und Design gelten aktuell als größte Herausforderung.
SHARING IS CARING Eines der großen emen innerhalb des Megatrends der Mobilitätswende ist die sogenannte Shared Micromo- bility. Dabei geht es darum, dass wir nicht mehr auf eigene Autos, Mopeds, Roller oder Bikes setzen, sondern auf groß ächige Angebote, die wir jeder- zeit aktivieren und wieder deaktivieren können. Schon heute prägen solche An- gebote der Mikromobilität das Stadt- und Straßenbild, kün ig werden sie immer mehr zum Bindeglied auf dem Weg zur situativ optimalen Mobilität. Mikromobilität schließt die Lücke zum ö entlichen Verkehr, vermeidet Staus, minimiert das Problem des Parkens und erhöht die Gesundheit der Nut- zerinnen und Nutzer. Gerade aber für Reisende werden derartige Optionen Vorteile bringen: Man reist etwa mit dem Zug an ein Reiseziel, steigt dort in ein kurzfristig geborgtes E-Auto um, fährt zum Hotel und von dort mit dem E-Scooter weiter zum Abendessen.
AUTONOMES FAHREN Als Schlüsseltechnologie der Zukun werden vollautomatisierte, fahrerlose Fahrzeuge gesehen. Der heutige Stand der Technologie erlaubt das autono- me Fahren ohne Überwachung oder Eingreifen durch den Fahrer bereits. Als größter Stolperstein gelten heute die noch unbeantworteten Fragen zu Ethik, Sicherheit und Versicherungs- fragen. Ein gern gebrachtes Beispiel für diese Problematik: Wenn ein automa- tisiertes System nur die Wahl hat, ein Kind zu erfassen oder stattdessen das Auto in einen Baum zu lenken – wie soll es sich „richtig“ entscheiden?
FLUGTAXIS UND DROHNEN Es haben inzwischen viele Hersteller von Flugzeugen oder Autos auch mit Passagier- drohnen auf sich aufmerksam gemacht. Das belegt deutlich, dass derartige, noch futu- ristisch anmutende Transportmittel als spannende Vehikel der Zukun gesehen wer- den. Doch ab wann solche Drohnen oder Flugtaxis tatsächlich über unseren Köpfen schweben werden, ist aktuell schwer abzusehen. Vor allem die damit in Zusammen- hang stehenden Sicherheitsfragen sind noch so gut wie gar nicht geklärt.
Fliegende Drohnen sollen schon sehr bald nicht nur Pakete oder Speisen liefern, sondern auch Menschen als Flugtaxis von A nach B bringen. Der österreichische Flugzeugzulieferer FACC ist dabei weltweit federführend.
22
Made with FlippingBook flipbook maker