In Amarillo, Texas steht die berühmte Cadillac Ranch, eine Kunstinstallation aus zehn in den Boden eingegrabenen Cadillacs. Die Fahrzeuge laden Besucher dazu ein, sich mit Graffitis selbst an der Route 66 zu verewigen.
USA ROUTE 66
LUST AUF USA BEKOMMEN?
Links: Von Geister-Trucks bis UFO-Sichtungen – die endlosen Weiten der Route 66 schürten schon so manche Legende. Rechts: „Space Cowboy“ ist einer der neuesten „Muffler Men“ und bei Buck's Atomic Cosmic Curious in Tulsa, Oklahoma zu finden.
18 TAGE AUF DER MUTTER ALLER STRASSEN Von Chicago über den Grand Canyon und abenteuerliche Wildwest-Szenerien bis nach Los Angeles geht die 18-tägige Autoreise entlang der Route 66. Nur eines der vielen High- lights, die für Sie geplant sind: die aufregende Kasinowelt von Las Vegas, in der Sie Ihr Glück herausfordern können! Preis: ab € 1.699 p. P. in der Kategorie Standard, exkl. Mietwagen
„If you ever plan to motor west, take the highway that's the best. Get your kicks on Route 66.“
Ho nung und Veränderung, ein Weg in die Freiheit. Doch wie jede große Geschichte hatte auch die Route 66 ihre Höhen und Tiefen. Mit dem Au ommen des modernen Interstate- Highway-Systems in den 50er-Jahren verlor sie an Bedeutung. 1985 wurde sie schließlich o ziell aus dem US-Highway-System ent- fernt. Aber wie ein Phoenix erhob sich die Route 66 bald darauf aus der Asche und wur- de zu einer Kultdestination, die bis heute Jahr für Jahr Tausende von Abenteurern anzieht. Kein Wunder, denn auf einer Reise entlang der Route 66 gibt es unzählige Kuriositäten zu entdecken. In Oklahoma stößt man beispiels- weise auf den Blue Whale von Catoosa. Diese skurrile Betonskulptur, die ursprünglich als Geschenk eines Ehemanns an seine Frau ge- baut wurde, ist heute ein beliebtes Fotomotiv und erinnert an die Zeit, als noch viel mehr solcher kreativen Roadside-Attractions die Reisenden anzogen. So wie die „Mu er Men“, die über die gesamte Route verteilt zu nden sind: riesige Fiberglasstatuen, die ursprünglich als Werbe guren für Autowerkstätten dienten. EIN FALL FÜR MULDER & SCULLY Etwas abgehobener geht es dagegen im Little A’Le’Inn in Rachel, Nevada zu: Seine Nähe zur berühmt-berüchtigten Area 51 macht es näm- lich zum Fixpunkt vieler selbsternannter Ufo- logen und Alien-Experten. Die Besitzer des Inns behaupten, dass nirgends sonst entlang der Route 66 so viele UFO-Sichtungen gemel- det wurden. Ein Blick auf die Website des Litt- le A’Le’Inn aber genügt, um zu wissen: Dieser
skurrile Ort wird auch Nicht-Ufologen großen Spaß machen. Der Meteor Crater in Arizona, ein atemberaubender Einschlagkrater, ist ein zwar „außerirdisches“, aber wissenscha lich bestätigtes Phänomen, das man gesehen haben muss. Nicht weit davon entfernt gibt es einen Felsen, der die Form eines Totenkopfes haben soll. Aber Achtung: Der „Skull Rock“ soll ver- ucht sein, und großes Unglück kommt über jene, die ihm zu nahe kommen. Besser, man besucht das nicht weit entfernte Seligman, ein kleines Dorf, das als Geburtsort der Route- 66-Erhaltung gilt. Hier haben die Bewohner mit viel Hingabe den historischen Charme ihrer Stadt bewahrt und laden Besucher ein, in die Vergangenheit einzutauchen. DAS PHANTOM DER ROUTE 66 In New Mexico, wo die Straße durch das Herz des Wilden Westens führt, kommt es vor, dass man meilenweit keiner Menschenseele begegnet. Vielleicht entstand deshalb gera- de hier die Legende des Geister-Trucks der Route 66. Dieser Phantom-Truck soll plötz- lich im Rückspiegel au auchen und die Fah- rer zum Rasen zwingen, nur um dann ebenso plötzlich wieder zu verschwinden. So manch Abergläubischer hat dadurch den westlichsten Zielpunkt der Route 66 schneller erreicht als geplant. Der liegt in Kalifornien, am Santa Mo- nica Pier. Hier, wo die Straße ins Meer taucht, steht das berühmte „End of the Trail“-Schild, das das Ende dieser sagenumwobenen Straße markiert. Oder aber ihren erneuten Anfang, je nachdem, wie man es sehen mag.
E s ist ein Highway, der eine ganze Na- tion nährte“, sagte Songwriter und Jazzpianist Bobby Troup einst über die Route 66. Deshalb verewigte er sie auch in seiner berühmten Hymne, die seitdem bereits von Künstlern wie Nat King Cole, den Rolling Stones oder Depeche Mode interpretiert wurde. „If you ever plan to motor west, travel my way, take the high- way that’s the best. Get your kicks on Route 66“ heißt es da in dem weltberühmten Song- text. „Kicks“, also neue Eindrücke und fri- sche Inspiration – bis heute nutzen Sinnsu- chende die Route 66 für genau diesen Zweck, ob mit dem Auto oder stilecht auf dem Motorrad. Kein Wunder, dass sich unzählige Geschichten, Geheimnisse und Mythen um dieses Kulturgut ranken.
Ursprünglich 1926 erö net, erstreckte sich die Route 66 über knapp 4.000 Kilometer und führte durch acht Bundesstaaten. Damals war sie das Rückgrat des amerikanischen Straßen- verkehrs und spielte eine zentrale Rolle in der Wirtscha und Kultur des Landes. Besonders in den 1930er-Jahren wurde sie zur Rettungs- leine für viele Familien, die nach Westen zo- gen, um ein besseres Leben zu suchen. Autor John Steinbeck setzte dieser Rolle in seinem preisgekrönten Roman „ e Grapes of Wrath“ im Jahr 1939 ein Denkmal. Der Roman erzählt die Geschichte der Joad-Familie, die während der Great Depression nach Kalifornien zieht. Steinbeck prägte darin auch den Begri „Mo- ther Road“, um die Bedeutung der Route 66 für die Migranten zu betonen. Diese Straße war damals also das Symbol schlechthin für
Links: Der Ort Seligman zelebriert die Geschichte der Route 66 wie kein anderer. Rechts: Beliebtes Selfie-Motiv: Der westliche Endpunkt der Route 66 liegt in Kalifornien, am Santa Monica Pier, wo die Straße ins Meer taucht.
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