COLUMBUS Magazin 2024 Herbst

AFRIKA UGANDA

SCHULE DES LEBENS

Zwei österreichische Schüler lernten Uganda auf außergewöhnliche Weise kennen: Ein Praktikum bei der Hilfsorganisation CFYDDI konnten sie mit Berggorilla- begegnungen verbinden. Zwei Eindrücke, die sie garantiert nie vergessen werden.

LUST AUF UGANDA BEKOMMEN?

14 TAGE DIE PERLE AFRIKAS GENIESSEN

Im „Centre For Youth Driven Development Initiatives“ stehen für Kinder jeden Alters Lesen, digitale Fähigkeiten, Umgang mit Informationsquel- len, aber auch Körperpflege und Verkehrsregeln auf dem Stundenplan. Zudem wird ihnen ein sicherer Ort zum Spielen und Entspannen geboten.

Winston Churchill nannte Uganda die „Perle Afrikas“, und auch heute zählt das Land zu den schönsten Reisezielen Afrikas. Uganda bietet eine beeindruckende Landscha  svielfalt: tropische Regenwälder, Savannen, den Nil, Vulkanmassive im Rwenzori-Gebirge und Bergseen.

B ei einem schulischen Praktikum denkt man in erster Linie an beruf- liche Erfahrung in einem Büro oder Lehrbetrieb. Den wenigsten kommt dabei wohl ein Praktikum in Uganda in den Sinn. Ein Praktikum, in dessen Rah- men man bedür  ige Kinder und Jugendliche unterstützt. Ein Praktikum, wie es Wenzel Richard und Konstantin Harmer absolviert haben. Die Schüler des privaten Wiener Lernzentrums Walz tauschten im März 2024 für mehrere Wochen ihr angenehmes Leben in Österreich mit dem beschwerlicheren in Uganda, um am Rande der Hauptstadt Kam- pala im „Centre For Youth Driven Develop-

ment Initiatives“ (CFYDDI) zu arbeiten. In einer Organisation, die 2013 gegründet wur- de, um die Entwicklung der lokalen Jugend zu fördern. Denn die hat Hilfe bitter nötig: Laut SOS Kinderdorf schließt nur ein Drittel aller ugandischen Kinder die Grundschule ab, zehn Prozent besuchen gar keine Schule. Kin- derarbeit ist an der Tagesordnung. BEEINDRUCKENDE ERLEBNISSE Wenzel und Konstantin hatten sich dazu entschlossen, hier ein Volontariat an der Seite von Enoch Magala zu absolvieren. Der CFYDDI-Gründer und -Leiter hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder jeden Alters zum

Lesen und Lernen zu ermutigen, ihnen di- gitale Fähigkeiten beizubringen, sie im Um- gang mit Alltäglichem zu schulen. Zudem wird ihnen sowie Frauen aus der Umgebung ein Platz zum Entspannen, zum Spielen und für Unterhaltungen geboten. Ein sicherer Ort, an dem alle ohne jegliche Gegenleistung in allen Aspekten ihres Lebens Unterstüt- zung  nden können. Ein Ort, wie gescha  en für das soziale Engagement von Wenzel und Konstantin. Doch Uganda bot den beiden Schülern noch viel mehr, wie diese heute stolz erzählen: „Wir bekamen im Rahmen eines Gorilla-Trekkings die Möglichkeit, ei- nige der wenigen noch in freier Wildbahn lebenden Berggorillas zu beobachten.“ Die- se  ndet man ausschließlich im Dschungel der Nationalparks von Uganda, Ruanda und dem Kongo – und ganz entgegen diversen Klischees handelt es sich bei Berggorillas um san  e und scheue Wesen. Jene Gruppen, die mit Touristen in Kontakt kommen, wurden behutsam an den Menschen gewöhnt. „Ne- ben der Aufgabe Kindern zu helfen, waren das Erfahrungen, die wir nie mehr vergessen werden“, so Wenzel Richard. JEDE HILFE IST WILLKOMMEN Reisen in den Dschungel, um die faszinieren- den Tiere hautnah erleben zu können, werden von CFYDDI aktiv unterstützt. „Die Erlöse aus diesem Tourismus ermöglichen uns zu- sätzliche Anscha  ungen für die Organisation“, erläutert Enoch Magala. Für die Regionen sei lokaler Tourismus essenziell. „Dienstleistun- gen, Hotel- und Restaurantbetriebe scha  en Arbeitsplätze. Die Lebensqualität steigt.“ Bei

der Finanzierung der Organisation (Jahres- budget: 40.000 Euro) setzt Magalas Einrich- tung neben Spenden und Fördergeldern auch auf den Verkauf von handgemachten Sto  en, die im CFYDDI im Rahmen des Projekts „Wo- men with a Purpose“ selbst hergestellt werden. Und man ist auf freiwillige Mitarbeit angewie- sen. Von internationalen Schülern wie Wenzel und Konstantin, von (Medizin-)Studenten und Ärzten, aber eben auch von Touristen, die an einem Uganda abseits der eigentlichen Sehens- würdigkeiten und Massenurlaube interessiert sind. Enoch Magala: „Wenn jemand zu uns kommt, kann er uns auch gebrauchte Laptops oder andere elektronische Geräte mitbringen, die wir beispielsweise in unserem Krankenhaus verwenden können.“ Bewerben kann man sich jederzeit, zeitliche Wünsche werden, falls mög- lich, berücksichtigt. Auch bei den Fähigkeiten, die freiwillige Mitarbeiter mitbringen, ist man  exibel, wie Enoch Magala betont. „Es ist egal, ob man Erfahrung im medizinischen Bereich hat oder in Finanzen, Landwirtscha  , Tier- haltung, Sozialarbeit, Tourismus, Technologie, Kunst oder Schneiderei.“ Nur eine Vorausset- zung gibt es für Interessierte, so der CFYDDI- Leiter: „Man sollte 16 Jahre oder älter sein.“ Als Vermittler tritt die österreichische NGO ICEP auf, die mit Partnerorganisationen weltweit Entwicklungsprojekte mit einem ausbildungs- und wirtscha  sorientierten Fokus umsetzt.

HIGHLIGHT: GORILLA-TREKKING

Die beeindruckenden Berg- gorillas im Bwindi Forest Nationalpark zu erleben, ist ein Moment, den man nie vergessen wird. Der Aufstieg ist anstrengend, aber die Begegnung belohnt für alle Mühen. 01.12.2024 bis 31.10.2025

Bild links: Konstantin Harmer und Wenzel Richard an der Seite von CFYDDI-Gründer und -Leiter Enoch Magala. Bild rechts: Die wenigen freilebenden Berggorillas findet man im Dschungel von Uganda, Ruanda und dem Kongo.

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