KLM HÄUSER
„Die Porzellanhäuschen waren der letzte Drink auf Kosten des Hauses.“
Geschenke an ihre Passagiere zu verteilen. Den Fluglinien el es dadurch nicht leicht, sich von der Konkurrenz abzuheben. KLM aber dachte um die Ecke und beschloss, einen einfachen Drink kreativ und stilvoll zu verpacken und damit die Regel zu umgehen. Denn Vorschrei- bungen dafür, dass Alkohol in einem einfachen Glas serviert werden musste, gab es zum Glück nicht. Und so entstand ein Trick, der vermut- lich alle Beteiligten freute – und das bis heute. VOM GESCHENK ZUM SAMMLERSTÜCK Die berühmten KLM-Häuschen haben mitt- lerweile bereits Kultstatus erreicht. Verteilte man sie anfangs noch an Passagiere der ersten Klasse, erfreut sich heute die World Business Class daran. Neben größtmöglichem Komfort, bester Unterhaltung und umfangreichem Ku- linarikangebot nur eines der vielen Luxus-Up- grades der KLM World Business Class. Jedes dieser Miniaturhäuser basiert auf einem ech- ten niederländischen Bauwerk – von gewöhn- lichen Wohnhäusern bis hin zu historischen Gebäuden wie dem Rembrandt-Haus. Jahr für Jahr, immer im Oktober, präsentiert KLM ein neues Häuschen, das sofort zum begehrten Sammlerobjekt wird. Der Run auf die kleinen Porzellankunstwerke ist ungebrochen, und mit inzwischen 104 verschiedenen Modellen
hat sich eine internationale Community von Sammlern gebildet. Einige von ihnen haben sogar eigene Apps entwickelt, um ihre Kol- lektionen zu verwalten oder untereinander zu tauschen. Eine Komplettsammlung kann auf Ebay übrigens schon mal Preise ab 3.000 Euro erzielen. KLEINE FLASCHE, GROSSER INHALT Der neueste Zuwachs der Kollektion ist das Modell des Bahnhofs von Valkenburg aan de Geul, das 2023 zum 104. Geburtstag von KLM vorgestellt wurde. Dieses schlossartige Gebäu- de, entworfen im Stil der frühen englischen Neugotik, ist nicht nur architektonisch schön anzusehen, sondern auch historisch bedeut- sam. Heute gehört der Bahnhof zu den belieb- testen in den Niederlanden und symbolisiert KLMs Bestreben, Bahn- und Flugreisen mit- einander zu verbinden. Diese kleinen Häuschen sind also mehr als nur Sammlerobjekte – sie sind Zeit- zeugen, die Geschichten erzählen. Einmal damit begonnen, kann man kaum widerste- hen, immer mehr dieser Miniaturen in seine Sammlung aufzunehmen. Das tri sich gut, denn wer einmal all die Vorzüge der komfor- tablen World Business Class genossen hat, will so schnell nicht mehr anders reisen.
Der aktuellste Zuwachs der Kollektion ist ein Modell des Bahnhofs von Valkenburg aan de Geul. Ein Symbol für KLMs Bestreben, Bahn- und Flug- reisen noch enger miteinander zu verbinden.
Die Lösung eines Problems war die Geburt einer Tradition: Seit 1952 verteilt die Niederländische Königliche Lu fahrtgesellscha Miniaturhäuser aus Porzellan an ihre Luxuspassagiere und löste damit einen regelrechten Kult aus. Denn ihr Inhalt überrascht. AUF DIESE HÄUSER FLIEGEN ALLE
N iedliche kleine Kunstwerke aus Porzellan, die eine internationale Sammlergemeinde in Aufregung versetzen – das ist die außergewöhn- liche Geschichte hinter den KLM- Häuschen. Was auf den ersten Blick aussieht wie charmante Miniaturen niederländischer Häuser, entpuppt sich bei näherem Hinsehen aber als clevere Strategie der Fluglinie, sich in einem hart umkämp en Markt im wahrsten Sinne des Wortes abzuheben. HAUS MIT HOCHPROZENTIGEM INHALT Die Geschichte begann im Jahr 1952, als die Königliche Lu fahrtgesellscha auf eine geni- ale Idee kam: Statt herkömmlicher Geschenke bekamen Passagiere der ersten Klasse kleine
Porzellanhäuschen überreicht. Gefertigt war dieses exklusive Geschenk aus „Del er Blau“, einer traditionellen niederländischen Kera- mikart, die durch ihre blaue Bemalung auf weißem Grund bekannt ist. Sie entstand im 17. Jahrhundert in der Stadt Del als lokale Nach- ahmung des teuren chinesischen Porzellans und ist heute ein Symbol für niederländisches Kunsthandwerk. Der Clou des Ganzen ver- steckt sich allerdings im Inneren: Gefüllt sind sie nämlich mit dem Wacholderschnaps Ge- never. Die hochprozentigen Häuschen wurden ursprünglich nämlich nicht als Geschenk be- trachtet, sondern als „der letzte Drink auf Kos- ten des Hauses“. Warum? Weil damals in den USA strenge Wettbewerbsregeln galten, die es den Fluggesellscha en untersagten, teure
In der World Business Class von KLM erhält man neben mehr Privatsphäre und Komfort zum Abschied auch eines der beliebten Sammlerstücke.
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