INTER VIEW
„ES GEHT UMS GIVE & TAKE ZWISCHEN GAST, COMMUNITY UND NATUR“ Inmitten eines der artenreichsten Gebiete der Welt verbindet Grootbos exklusiven Komfort mit Naturschutz. Gründer Michael Lutzeyer erklärt, wie ein privates Reservat in Südafrika die Balance zwischen Luxus, Umweltschutz und sozialer Verantwortung scha ! .
W ie lässt sich nachhaltiger Na- turschutz mit exklusivem Lu- xustourismus verbinden – und das im großen Stil? Michael Lutzeyer hat darauf eine kla- re Antwort: mit Verantwortung, Vision und echter Wirkung vor Ort. Im Grootbos Nature Reserve samt 5-Sterne-Lodge an der Südspitze Afrikas zeigt der Unternehmer mit deutschen Wurzeln, wie beides zusammengeht. Was einst als privates Wochenendgrundstück begann, ist heute eine mehrfach ausgezeichnete Eco- Lodge inmitten eines der artenreichsten Natur- gebiete der Erde. Im Interview spricht Lutzeyer über bedrohte Wale, die Kra ! des Sports in südafrikanischen Townships und warum ein Hotelbetrieb ruhig pro " tabel sein darf – wenn er das Richtige mit dem Gewinn macht. HERR LUTZEYER, SIE VERBINDEN MIT IHREM GROOTBOS-UNIVERSUM LUXUS MIT NACHHALTIG- KEIT – EIN SCHWIERIGER BALANCEAKT. WAS WAR DIE URSPRÜNGLICHE IDEE HINTER GROOTBOS? Als ich 1991 ein knapp 100 Hektar großes Stück Land kau ! e, ahnte ich nicht, dass es im botanisch reichsten Gebiet der Welt liegt – dem Cape Floral Kingdom. Heute wissen wir: Wir hatten einen Rohdiamanten in der Hand. 1997 entwickelten mein Vater und der Bota- niker Sean Privett eine Studie mit dem Ziel, die Heimatp # anzen zu schützen. Allen voran
den Fynbos, der die Landscha ! der Region prägt. Es wurde gezählt, identi " ziert und ka- tegorisiert. Dabei wurden sieben neue Arten entdeckt und bis heute 1.026 Arten aufgeli- stet. Mit der Zeit konnten wir das Gebiet auf 4.000 Hektar erweitern – und gemeinsam mit unseren Nachbarn eine Art Genossenscha ! gründen, in der jeder freiwillig dabei ist, aber viele Vorteile genießt. So schützen wir heute eine Fläche von rund 250 Quadratkilometern. Dabei achten wir nicht nur auf P # anzen, son- dern auf alles, bis zum kleinsten Insekt. Tiere brauchen keine Zäune, sondern natürliche Korridore – zusammenhängende Natur # ä- chen, durch die sie sich frei bewegen können. Und genau solche Verbindungen scha $ en wir. Grootbos ist kein geschlossenes Naturreservat, unsere Gäste sind eingeladen, all das mitzuer- leben, zu entdecken und zu genießen. APROPOS GENIESSEN: WELCHE MOMENTE IN DER NATUR IHRER HEIMAT SÜDAFRIKA BRINGEN SIE IM- MER NOCH ZUM STAUNEN? Das Wunder Südafrikas liegt für mich in sei- ner unfassbaren Biodiversität. Direkt bei uns in der Umgebung gibt es die „Marine Big Five“ zu bestaunen: Del " ne, Kap-Pelzrobben, Südliche Glattwale, Haie und Pinguine. Dazu menschenleere Strände, unberührte Natur, endlose Weiten. Ich zitiere gerne einen al- ten Werbeslogan Südafrikas, der das Gefühl,
MICHAEL LUTZEYER Der Südafrikaner mit deutschen Wurzeln entdeckte Grootbos 1991 zufällig beim Campen nahe Gansba- ai, mitten in einer politisch unsiche- ren Zeit. Trotz instabiler Lage kau " e er mit seiner Familie eine Farm, aus der Schritt für Schritt eine vielfach ausgezeichnete Öko-Lodge entstand. Früh erkannte Lutzeyer den Wert der heimischen Biodiversität und ließ 1997 die P # anzenwelt wissenscha " - lich erfassen – der Au " akt seines En- gagements für Umweltschutz. 2003 folgte die Grootbos Foundation, die heute Bildungs-, Umwelt- und Sozial- projekte in der Region umsetzt.
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