INTER VIEW
hier zu sein, gut beschreibt: „South Africa – a world in one country“. Dieser Reichtum an Natur ist einzigartig. GIBT ES EINE TIER- ODER PFLANZENART HIER, DIE IHNEN BESONDERS AM HERZEN LIEGT? Ja – der Südliche Glattwal oder auch Südkaper. Denn wenn man hier auf den Klippen sitzt und ein Tier von 60 Tonnen Masse direkt vor einem im Wasser au ! aucht – bis zu 14-mal so groß wie ein Elefant –, dann wird einem die eigene Winzigkeit bewusst. Und gleichzeitig ist man unendlich dankbar, das erleben zu dürfen. Stellen Sie sich vor, diese Tiere waren beinahe ausgerottet! Heute ziehen sie jedes Jahr von Juli bis Dezember an unserer Küste entlang. Wir haben hier meiner Meinung nach das beste landbasierte Whale Watching der Welt, direkt von der Küste aus. Und dann ist da noch unsere Nationalblume, die mich im- mer schon fasziniert hat: die Königsprotea. Ihr Name stammt vom griechischen Meeresgott Proteus, der seine Gestalt verändern konnte. Genau das symbolisiert diese P # anze: Wandel, Anpassung, Vielfalt. Für mich ist sie das bota- nische Herzstück dieser Landscha ! . SEIT 2003 GIBT ES DIE GROOTBOS FOUNDATION. WAS SIND FÜR SIE DIE HIGHLIGHTS ALL DER DINGE, DIE DIESE FOUNDATION BEREITS BEWIRKTE? Wie lange haben Sie Zeit? (lacht) Nein, lassen Sie es mich so erklären: In Europa übernimmt der Staat viele Aufgaben. In Südafrika ist das anders: Wir haben Probleme mit Strom, Was- ser und vor allem mit Armut. Für uns bedeutet das: Jede Lodge, jedes Hotel – und eigentlich jeder Mensch – sollte versuchen, einen Bei- trag zu leisten. Eines unserer vielen erfolgrei- chen Projekte ist der Bau von Sportplätzen. Angefangen haben wir 2007 – heute kommen rund 3.500 Kinder pro Jahr zu uns, um Fuß- ball zu spielen, Frauen-Rugby zu trainieren, zu paddeln, zu laufen. Sport gibt Halt. In den Townships gibt es keinen Platz dafür, keine Gärten, keine sicheren Räume. Aber bei uns können die Kinder sich austoben, Fairness ler- nen, Freundscha ! erleben. Und was besonders wichtig ist: Jedes Kind bekommt hier eine war- me Mahlzeit. Und mit Stolz erzähle ich, dass einige unserer „Rising Stars“ es sogar in Natio- nalmannscha ! en gescha % haben. WELCHES FEEDBACK BEKOMMEN SIE VON GÄSTEN? VERÄNDERT SICH DER BLICK AUF DIE NATUR, WENN MAN BEI IHNEN ZU GAST IST? Unsere Welt ist laut, hektisch und o ! beäng- stigend – Nachrichten, Kriege, Krisen, Kli- mawandel. Viele Menschen sehnen sich nach
einer Auszeit, einem Ort, an dem die Welt noch in Ordnung scheint. Grootbos ist so ein Ort, und das soll er auch sein. Wer hierher- kommt, wird automatisch Teil der Natur. Es passiert fast nebenbei: Bei unseren Exkur- sionen, Kursen, beim Waldbaden oder wenn man unseren fantastischen Wein trinkt und unser Essen aus regionalen Zutaten isst. Für Kinder haben wir den „Explorer Club“ ge- gründet, eine Art Schnitzeljagd durch den Wald und am Meer. Da geht’s dann darum, Schnecken, Insekten, Blumen zu " nden. Am Ende bekommt man ein Abzeichen. Das löst in so manchem Kind eine große Neugier auf die Tier- und P # anzenwelt aus. Außerdem bleibt das Smartphone dabei zu Hause, und das gefällt natürlich auch den Eltern. WAS WÜNSCHEN SIE SICH FÜR IHRE GÄSTE, WENN SIE GROOTBOS WIEDER VERLASSEN? Ein Gefühl. Die Erkenntnis, dass Natur nicht selbstverständlich ist und dass jeder von uns Verantwortung trägt. Wir machen uns ja alle Gedanken: Wie geht es mit der Welt weiter, wo geht es hin? Eine der möglichen Antwor- ten, oder zumindest meine: Wenn wir unsere Biodiversität schützen, wenn wir achtsam mit den Meeren, Wäldern, Tieren umgehen, dann gibt es Ho $ nung. Grootbos ist ein Beispiel dafür. Wenn wir das weltweit hinbekämen – und zwar gemeinsam –, sähe es gut aus für die Menschheit. Und dann können wir uns noch lange an den Walen, Blumen und all den schönen Dingen erfreuen. WAS HALTEN SIE EIGENTLICH VOM BEGRIFF „ÖKOTOURISMUS“? GROOTBOS WÄRE DOCH EIN GUTES BEISPIEL DAFÜR. Ganz ehrlich? Ich mag den Begri $ nicht be- sonders. Natürlich arbeiten wir nachhaltig, natürlich setzen wir uns für Natur- und Arten- schutz ein. Aber wir sind auch ein wirtscha ! - liches Unternehmen und ein 5-Sterne-Hotel. Ohne Einnahmen können wir keine Sti ! ung betreiben, keine Jobs scha $ en, keine Natur schützen. Wir arbeiten nach dem Prinzip der vier C: Community, Culture, Conservation und Commerce. Und alle sind gleich wichtig. Wenn das Finanzielle stimmt, können wir das andere tun. Darum spreche ich bei Grootbos lieber von einem Naturhotel mit Luxus. Denn ja: Wer hierherkommt, genießt ohne Abstri- che. Er hil ! aber auch gleichzeitig dabei, ganze Familien zu unterstützen, unsere Sti ! ung am Laufen zu halten und die Landscha ! zu be- wahren. Ein Give and Take zwischen Gast, der Community, der Natur und Tierwelt. Das ist für mich echte Symbiose.
LUST AUF SÜDAFRIKA BEKOMMEN? MIT DEM ROVOS RAIL DURCH AFRIKA Das stilvolle Ambiente des Rovos Rail mit seinen liebevoll restaurierten Wagen bietet den perfekten Rahmen, um Afrika in entspannter Atmosphäre zu erleben. Bevor Sie auf den Spuren Cecil John Rhodes’ von Kapstadt bis Pretoria fahren, erwartet Sie die „Mother City“ Kapstadt mit dem Tafelberg, das legendäre Kap der Guten Ho $ nung und die berühmte Weinbauregion. HIGHLIGHT: NATUR PUR In Gansbaai erleben Sie im Grootbos Nature Reserve die Magie der einzigartigen Natur des Fynbos und der Milkwood-Wälder und kön- nen mit etwas Glück südliche Glattwale beim fröhlichen Plantschen erleben!
Oben: Die UNESCO World Heritage Site Grootbos liegt zwi- schen Bergen und dem Meer an der südlichen Spitze Afrikas. Die dazugehörige 5-Sterne-Lodge ist sogar klimanegativ. Links: Die Grootbos Foundation initiiert Projekte, die die lokale Biodiversität schützen und Community fördern, wie z. B. eine Gärtnerei- und Hospitality-Schule oder das erfolgreiche Sportprogramm. Unten: Neben dem Forest Lodge Spa und der saisonalen Kulinarik genießen Gäste auch noch Initiativen wie das Groot- bos Florilegium: eine Sammlung botanischer Illustrationen, entstanden in Zusammenarbeit internationalen Künstlerinnen und Künstlern. Mit dabei ist natürlich auch Michael Lutzeyers Lieblingspflanze, die Königsprotea (rechts).
12 Tage / 9 Nächte Termin: 01.05. – 12.05.2026 Ab € 10.790 p. P.
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