COLUMBUS Magazin 2021 Herbst

Entdecken Sie das neue COLUMBUS Magazin!

COLUMBUS DAS MAGAZIN

REIF FÜR DIE INSEL KUBA Welcher Kuba-Typ sind Sie? Das große Quiz! SRI LANKA

SANSIBAR Zu Besuch in einer magischen Welt.

Dem Ceylon-Tee auf der Spur.

Sehen Sie die Welt aus unterschiedlichen Blickrichtungen.

DiePresse.com/Sonntagsabo

Menschen. Geschichten. Perspektiven.

Die Sehnsucht nach dem fernen Glück ist bei uns allen weiterhin groß. Deshalb entführen wir Sie auf einige der schönsten Eilande der Welt. AB AUF DIE INSEL DER SELIGEN

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WOHIN DIE REISE GEHT.

TROPENLUFT UND VANILLEDUFT Auf Mauritius und Réunion der Vanille auf der Spur. 22

TRENDFORSCHERIN ANJA KIRIG IM INTERVIEW „Es entwickelt sich ein Resonanztourismus!“ 24

BILDWELTEN Costa Rica | Lappland | Thailand 06

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KURZ & GUT Expedition ins sagenumwobene Kairo. 12

GROSSES KUBA-QUIZ Welcher Kuba-Typ sind Sie?

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DIE LEGENDEN MEXIKOS Was haben mystische Ruinen und Zorro gemeinsam?

SRI LANKA Dem Ceylon-Tee auf der Spur.

SO ANDERS Einzigartige Hotels rund um den Globus. 34

18 MALTA, DAS HOLLYWOOD IM MITTELMEER

REISETHEK: ERLESENE REISEN MIT ANSPRUCH Dekadentes Moskau | Expo in Dubai | Mit der Sea- cloud im Atlantik | Weißer Zauber in Hamburg | Rom im Winter

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Eine kleine Insel als großer Schauplatz.

Kurz mal weg Ostende | Nantes | Malaga | Triest | Basel 20

EDI TORIAL

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Vorgeschmack auf morgen

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Das Meer. Fremde Gerüche. Exotisch klingende Sprachen. Und Speisen, von denen wir noch nie zuvor gekostet haben. Das sind ein paar kleine Aspekte, die eine Reise, einen Urlaub für wohl jeden von uns zum großen Erlebnis machen. Die uns glücklich stimmen. Und ich kann Ihnen ver- sichern: Sehr bald werden diese Genussmomente wie- der intensiver – als derzeit möglich – unser aller Leben bereichern. Wir von COLUMBUS möchten Ihnen mit dieser neuen Magazinausgabe eine Auszeit auf der ganz persön- lichen Insel des Urlaubs- glücks ermöglichen. CO- LUMBUS will Sie heute bei Ihrer morgigen Reise an der Hand nehmen. Und Ihnen buchstäblich vor Augen führen, was Sie heute schon erwartet. Viel Freude beim Lesen und Träumen!

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WO BABYBÄREN JAGEN LERNEN Alaska: Zu Besuch im Land der Grizzlybären.

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SANSIBAR: EIN EINZIG- ARTIGES PARADIES

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Zu Besuch in einer Welt voll afrikani- scher Lebenslust und dem Charme von Tausendundeiner Nacht.

WIE DER KANARIEN- VOGEL GELB WURDE Die Kanarischen Inseln als besondere Heimat.

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VORAUS(GE)LESEN Weil jede Reise auch das perfekte Buch braucht. EINE NUSS VOLLER GEHEIMNISSE Auf den Seychellen wächst die größte Kokosnuss der Welt: die Coco de Mer. Eine Spurensuche.

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DAS JUWEL DER PROVENCE Wenn die Lavendelfelder im Süden Frankreichs langsam verblassen, beginnt hier die Jagd nach der Trüffel, dem wertvollsten Edelpilz der Welt.

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IMPRESSUM: Medieninhaber & Herausgeber: COLUMBUS Reisen GmbH; Geschäftsführer: Mag. Alexander Wenzel Richard, Universitätsring 8/24, A-1010 Wien; Kontakt: Telefon +43 1 534 11-0, Fax +43 1 5330072, E-Mail: office@columbus-reisen.at; FN 285867v; ATU 62961502; Handelsgericht Wien | Projektleitung COLUMBUS Reisen: Michaela Haipl, Mario Steinwedel | Konzeption & Herstellung: UND Kommunikation GmbH, Margaretenstraße 56/4/46, A-1050 Wien | Creative Director: Pepo Possmann – BG Servus Werbe GmbH | Chefredaktion: Johannes Stühlinger | Autorinnen: Jenni Koutni, Sandra Rainer | Lektorat: Carola Kilga | Fotografie: Philipp Horak, Shutterstock, iStock | Consulting & Anzeigen: Roland Gölles | Druck: Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H. A-3580 Horn

Ihr Mag. Alexander Richard, Geschäftsführer COLUMBUS Reisen

COLUMBUS MAGAZIN 05

BILDWELTEN COSTA RICA

MYSTISCHES COSTA RICA

Die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Das Gewirr der unterschiedlichen Geräusche ebbt auf und ab. Genauso wie die Schwaden, die uns im mystischen Nebelwald von Monteverde umfangen. Auch wenn Costa Rica nur wenig Fläche hat, ist diese doch zu einem großen Teil von Regenwäldern bewachsen. Und das bedeutet, dass hier eine einzigartige Artenvielfalt beheimatet ist: 500.000 Arten leben hier, darunter Agutis, Nasenbären, Brüll- und Kapuzineraffen, Faultiere und Krokodile. Wer in Costa Ricas üppige Wunderwelt eintaucht, wird von dieser auf der Stelle verzaubert.

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BILDWELTEN LAPPLAND

ROMANTISCHES LAPPLAND

Wenn der Schnee unter den Kufen knirscht, nur das Hecheln der Schlittenhunde vom kalten Wind ans Trommelfell getragen wird und die Welt in Watte gepackt zu sein scheint – dann ist man dem Lebensgefühl Lapplands auf der Spur. Wer nun seine Augen offen hält, erspäht rare Vogelarten, Lemminge, Elche oder Braunbären. Wenn die Jahreszeit stimmt und das Glück als Reisebegleiter dabei ist, dann huschen gar Nordlichter über den Himmel und hüllen die Landschaft in einen unwirklich scheinenden Zaubermantel.

EIN LESEN

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BILDWELTEN THAILAND

JAMES BOND LÄSST GRÜSSEN Wir schreiben das Jahr 1974. Der weltberühmte Geheimagent James Bond landet auf einem markanten Felsen in der Bucht von Phang Nga bei Phuket in Thailand. Sein Ziel: Scaramanga, der Bösewicht. Diese Szene aus dem 007-Streifen „Der Mann mit dem goldenen Colt“ machte Khao Ta-Pu (übersetzt: „Nadelfelsen“) weltberühmt. Aber der 20 Meter hohe Stein im Wasser ist nicht nur für Agenten eine Reise wert. Schließlich steht er inmitten des Ao Phang Nga Natio- nalparks. In diesem kann man Flughunde sowie viele unterschiedliche Affenarten beobachten oder von Insel zu Insel hüpfen. Und das auch trotz Pandemie – denn Phuket ist bereits für Touristen geöffnet. Und wer sieben Tage dort verbracht hat, darf dank des so genannten „Sandbox“-Prinzips auch das restliche Thailand erforschen!

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KURZ & GUT

■ Die Pyramiden von Gizeh sind eine wahrlich spektakuläre Sehenswür- digkeit. Noch heute geben diese monumentalen Bau- werke Rätsel auf, die jeder Reisende am besten für sich selbst entschlüsselt.

IM REICH DER MUMIE Dem kalten Winter zu Hause entfliehen? Das muss nicht unbedingt immer Bikini, Badehose und Sandstrand bedeuten. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Expedition ins sagenumwobene Kairo?

LUST AUF KAIRO BEKOMMEN? 5 TAGE VOLLER ABENTEUER Eine Entdeckungstour auf den Spuren der Mumien. 5. bis 10. Jänner 2022 € 1.690 p. P.

W ie die mutigen Entdecker anno dazumal begibt man sich in der ägyptischen Metropole ins Zentrum von Ausgrabungen und uralter Historie. Zuge- geben, heute sind die Unterkünfte etwas komfortabler. Statt Zelt und Sandsturm gibt es moderne Hotelzimmer mit an- genehm kühler Luft. Hochhäuser spiegeln im Sonnenlicht, dazwischen altertümliche Stadttore und Moscheen – Kairo hat sei- nen abenteuerlichen Charme nie verloren. Spätestens, wenn man im Schatten der Pyramiden im Vorort Gizeh steht, fühlt man die Wucht der uralten ägyptischen Geschichte. Und was verkörpert die Faszination dieses Landes mehr als Mumien? Das Phä- nomen, das der Wissenschaft noch nach Jahrhunderten neue Erkenntnisse schenkt, erlebt man im „National Museum of

Egyptian Civilization” (NMEC) hautnah. Im Frühjahr 2021 wurden 22 Mumien, darunter Ramses II. sowie die Pharaonin Hatschep- sut, aus dem Ägyptischen Museum in einer spektakulären Parade durch ganz Kairo in das NMEC überführt. Hier können sie nun in der Halle der königlichen Mumien für alle Ewigkeit bewundert werden. Um einiges „lebendiger“ geht es am Basar Khan el-Khalili zu. Beim Kauf der Handwerksprodukte ist das Handeln übrigens Pflicht – für Unerfahrene eine kleine Herausforderung, die sehr viel Spaß machen kann. Der prachtvolle Manial Palast auf der Nil-Insel Roda ist dagegen ein Geheimtipp. Die wunderschönen Gold- verzierungen und Mosaike betrachtet man hier ganz in Ruhe, ohne Touristenmassen. Eines darf aber bei keinem Kairo-Aben- teuer fehlen: eine spektakuläre Bootsfahrt über den Nil.

UNSERE EXPERTIN SAMANTHA BÖHM

samantha.boehm@columbus-reisen.at 01 / 53411 126

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EIN LESEN

Einfach mal aufladen. Genieße den Winter in Mexiko.

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COLUMBUS MAGAZIN 13 TUI Protect (Reisen ab 01.11.2021) & Flex Tarif kostenpflichtig. Begrenztes Kontingent. Limitiertes Angebot. Buchbar solange der Vorrat reicht. Veranstalter: TUI Deutschland GmbH. Buchung und Details auf www.tui.at/sonnenziele-im-winter und in Ihrem Reisebüro.

DESTINATION MEXIKO

DIE LEGENDEN MEXIKOS

Was haben mystische Ruinen und der Urvater aller Superhelden gemeinsam? Ihre Heimat Mexiko. Eine Abenteuerreise, die einige Überraschungen bereithält – von A wie Archäologiewunder bis Z wie Zorro.

V om 4. bis zum 10. Jahrhundert war die Halbinsel Yucatán das Zentrum der indigenen Maya-Kultur. Nicht weit von der beliebten Urlaubsdestination Cancún entfernt, liegt ein uralter Ort, den heute noch eine gewisse Mystik um- gibt: die archäologische Tempelanlage von Chichén Itzá. Als eines der neuen sieben Weltwunder birgt sie immer noch ei- nige Geheimnisse, besonders ihr Herzstück, die Kukulcán-Pyra- mide. Neben akustischen Besonderheiten fanden Archäologen nämlich noch eine Überraschung in ihr: ➢

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DESTINATION MEXIKO

■ Ein mit Kiefernnadeln bedeckter Boden, brennende Kerzen, der Duft von Weihrauch und Myrrhe: In der Kirche San Juan Chamula vermischen sich christliche und indigene Bräuche zu einer besonderen Atmosphäre.

eine weitere, viel ältere Pyramide. Ein anderes einzigartiges Ku- riosum ist das „Schauspiel der gefiederten Schlange“, das am 20./21. März und 22./23. September unzählige Besucher fas- ziniert. Bei diesen sogenannten Tagundnachtgleichen geht die Sonne im Westen besonders spektakulär unter: Sie lässt auf den Treppenstufen ein helles Lichtband erscheinen, das sich mit ei- nem steinernen Schlangenkopf an der untersten Stufe vereint. Der Eindruck einer Schlange entsteht, die die Stufen der Pyra- mide heruntergleitet. Kein Wunder, dass man den Maya so eini- ge Zauberkräfte nachsagt. Weiter im Landesinneren, in San Juan Chamula, erlebt man heute noch ein paar dieser mystischen Maya-Rituale hautnah. In der gleichnamigen Kirche werden Besucher Augenzeugen uralter Zeremonien, die übrigens nichts für schwache Nerven sind. DER LEGENDÄRE RÄCHER Auf der anderen Seite des Landes, genauer gesagt in der Kolo- nialstadt El Fuerte, sorgte Ende des 18. Jahrhunderts eine wei- tere Legende für Recht und Ordnung: Kunstfigur Zorro, der Rächer der Armen und Enterbten. Diego de la Vega, Spross einer Adelsfamilie von Großgrundbesitzern in der Zeit der spa- nischen Kolonialherrschaft, verbarg ein geheimes Doppelleben. Tagsüber reicher Müßiggänger ohne politische Ambitionen, nachts ein mit schwarzem Umhang und Maske getarnter Rä- cher, der die arme Bevölkerung gegen die Unterdrückung der spanischen Machthaber verteidigte. Listig wie ein Fuchs (auf Spanisch eben „Zorro“), schlägt der Rächer mit Peitsche und Degen zu und hinterlässt ein in die Brust eingeritztes „Z“. 1919 setzte dann der Amerikaner Johnston McCulley der Figur erst- mals in einem Groschenroman ein Denkmal. Moment! Reicher Schnösel, schwarze Maske, Doppelleben? Das hört sich doch

DEN MAYA WURDEN ZAUBERKRÄFTE NACHGESAGT.

■ In der Gemeinde San Juan Chamula werden alte Rituale immer noch prak- tiziert. Die gleichnamige Kirche ist Schauplatz dieser besonderen Zeremonien.

■ Ein Tauchgang, den man nie vergisst: Der von tropischen Lianen umringte Naturpool Ik Kil befindet sich in der Nähe der Tempelanlage Chichén Itzá.

LUST AUF MEXIKO BEKOMMEN? 9 SPEKTATKULÄRE TAGE WARTEN! Die Halbinsel Yucatan hat so viel mehr zu bieten als nur Badeurlaub in der Karibik. Wir entführen Sie auf eine faszinierende Rundreise in die Vergangenheit Mexikos. Das Erbe der Maya, aber auch der spanischen Eroberer ist überall spür- und sichtbar. HIGHLIGHT: BESUCH VON UXMAL Uxmal bedeutet „in drei Etappen gebaut“ und ist ein typisches Beispiel der klas- sischen und postklassischen Maya-Zeit. Drei spektaku- läre Bauten warten darauf, bestaunt zu werden: die Wahrsager-Pyramide, der Gouverneurspalast und das Viereck der Nonnen. Jeden Donnerstag und Sonntag antretbar, ab € 3.590 p. P.

■ Mexikos Geschichte ist voller spannender Mythen und Legenden: von den Maya im Osten bis zur berühmten Romanfigur Zorro im Westen.

vertraut an. Tatsächlich diente Zorro als Vorbild für einen der beliebtesten dunklen Rächer der Comic-Geschichte: Bat- man. Zorros stolzes Ross Tor- nado tauschte man kurzerhand gegen das Batmobil. Und das Konzept der verdeckten Dop- pelidentität wurde überhaupt zum Hauptbestandteil vieler Comic-Heldenbiografien, von Wonder Woman bis Spider- Man.

UNSERE EXPERTIN HELENE PEICHLER

helene.peichler@columbus-reisen.at 0 316 / 90 22 02

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■ Die traditionellen bunten Fischerboote namens „Luzzi“ sorgen im Hafen von Marsaxlokk für wahrlich filmreife Fotomotive.

DESTINATION MALTA

MALTA, DAS HOLLYWOOD IM MITTELMEER „Licht! Kamera uuund Action!“ – Diese Worte hört man auf Malta öfter, als man glaubt. Denn die Insel im Mittelmeer war nicht nur bereits unzählige Male Drehort von monumentalen Filmen, sondern auch für eine der erfolgreichsten Serien aller Zeiten.

D urch seine ereignisreiche Historie ist die Insel zwischen Sizilien und der Küste Nordafrikas eine unver- gleichlich spannende Mischung vieler Kulturen. Knallrote Telefon- zellen und Briefkästen erinnern an die bri- tische Kolonialzeit. Italienische Nuancen würzen die Küche. Arabisch geprägt ist die offizielle Landessprache Maltesisch. Inof- fiziell werden hier aber alle Sprachen der Welt gesprochen. Das merkt man auch, sobald man mit offenen Ohren durch die Hauptstadt Valletta schlendert, in der sich viele internationale Universitäten befin- den. Aber nicht nur deshalb kommt beim Erkunden dieser Insel irgendwann unwei- gerlich ein Gefühl von Déjà-vu auf. Hier war man doch schon einmal, oder? Und in vielen Fällen stimmt das sogar – wenn auch nur im Kinosessel sitzend. Denn Mal- ta ist ein beliebter Drehort für alle mögli- chen Hollywood-Filme und Serien. POPEYE TRIFFT DEN GLADIATOR Jerusalem, Rom, Griechenland – Mal- ta schlüpfte bereits in viele Rollen. Hier schnürte Brad Pitt als Achilles seine San- dalen für das Filmepos „Troja“ und kehr- te für „World War Z“ sowie Flitterwochen mit Angelina Jolie nochmals zurück. Im küstennahen Fort Ricasoli entstanden mo- numentale Filme wie „Gladiator“ und „As- sassin’s Creed“. Steven Spielberg setzte für seinen Film „München“ Vallettas Republic

■ Das Popeye Village (oben) hat seine Zeit als Filmkulisse überdauert, im Gegensatz zum „Azure Window“ (unten), das 2017 leider einbrach.

LUST AUF MALTA BEKOMMEN? 8 Tage voll geheimer Gärten und barocken Palästen Malta überrascht mit fan- tasievoll gestalteten Garten- anlagen voller subtropischer Pflanzen, die man auf der wasserarmen Insel gar nicht erwarten würde. Unsere Entdeckungsreise führt u. a. in die barocken Gartenpara- diese maltesischer Adels- familien und private Oasen, die man sonst nicht zu Gesicht bekommt. HIGHLIGHT: Ein wenig außerhalb Vallet- tas besuchen wir Palast und Gartenanlagen der Residenz des Staatspräsidenten, die im 17.Jahrhundert errichtet wurden. 26. März bis 2. April 2022 ab € 1.290 p. P. Hoher Besuch im San Anton Palast

■ Die traditionellen bunten Fischerboote namens „Luzzu“ sorgen im Hafen von Marsaxlokk für wahrlich filmreife Fotomotive. Ein kleiner Plot-Twist zum Schluss: Ein weiterer Schauplatz aus „Game of Thrones“, das Millionen Jahre alte Felsentor „Azure Window“, sorgte vor einigen Jahren für traurige Schlagzeilen. Die Brücke und auch die tragende Felssäule stürzten am 8. März 2017 aufgrund heftiger Stürme ein. Maltas berühmtes Wahrzeichen versank damit für immer im Meer. Ein wahrhaft filmreifer Abgang. als Kulisse für Königsmund bzw. den roten Bergfried. Vallettas Eagle Street ist besser bekannt als Fleabottom und Fort Manoel wurde Schauplatz von Ned Starks Hinrich- tung, die Seriengeschichte geschrieben hat. Vallettas wunderschöne Upper und Lower Barakka Gardens wurden zwar nicht als Drehort benutzt, man fühlt sich hier den- noch wie Helena von Troja. Hoch über der Stadtmauer überblicken sie den imposan- ten Grand Harbour als Ruheoasen samt Palmen, leise plätschernden Brunnen und überwucherten Kalksteinsäulen. Bei Son- nenuntergang sieht man von hier aus auf die golden erleuchteten Steinmauern der „Three Cities“ Vittoriosa, Senglea und Co- spicua gegenüber des großen Hafens. Die geschichtsträchtigen Städte gelten als Ge- heimtipp für alle, die es authentisch und ein wenig ruhiger mögen. DAS ENDE EINES WAHRZEICHENS

■ So spektakulär sich die Wellen am Fort Ricasoli brechen, ist es kein Wunder, dass hier Filme wie „Gladiator“ gedreht wurden.

Square als Rom der 70er-Jahre in Szene. Und Robin Williams mimte in der Küsten- region die Comicfigur Popeye. Die Kulis- sen zu letzterem Filmspektakel kann man übrigens immer noch besuchen. Nicht nur für Kinder ist das Popeye Village in der An-

chor Bay ein großer Spaß. WILLKOMMEN IN WESTEROS

UNSERE EXPERTIN ALEXANDRA HOFBAUER

Doch allen voran kommen hier Fans der Kultserie „Game of Thrones“ auf ihre Kos- ten. Die mittelalterlichen Gemäuer und labyrinthartigen Gassen der ehemaligen Hauptstadt Mdina dienten beispielsweise

alexandra.hofbauer@columbus-reisen.at 01 / 272 00 44

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KURZ MALWEG

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aber nicht wohin? Lassen Sie sich inspirieren! Unsere Reisespezialisten und Urlaubsexpertinnen stellen maßgeschneiderte Angebote zusammen, die perfekt zu Ihnen passen!

OSTENDE – EINTAUCHEN IN DIE WELT EINES SURREALISTEN

Wer auf den Spuren des berühmten Künst- lers James Ensor wandeln möchte, kann das im belgischen Küstenort Ostende tun. Das Wohnhaus, in dem James Ensor ab 1917 bis zu seinem Tod wohnte und arbeitete, ist im Originalzustand bewahrt geblieben und be- herbergt nicht nur eine Gemäldesammlung und persönliche Gegenstände, sondern auch interaktive Erlebnisräume zu seinem Leben und Schaffen. Der neue Ensor-Spaziergang führt mittels einer App durch die charmante Stadt und zeigt alle Orte, die für das Leben und die Kunstwerke des Ausnah- metalents wichtig waren. www.ensorstad.be

NANTES – IN DER FANTASIE JULES VERNES Die Geburtsstadt von Jules Verne bietet neben zahlreichen historischen und kulinarischen Highlights auch noch eine ganz besondere Sehenswürdigkeit: „Les Machines de l’île“. Dieses neuartige Kunstprojekt entführt Besu- cher in geheimnisvolle Welten, inspiriert von den fantasiereichen Geschichten Jules Vernes. Durch die mechanischen Visionen Leonardo da Vincis erwachen sie sogar zum Leben – ein faszinierendes Ereignis für Groß und Klein! www.lesmachines-nantes.fr/de

MALAGA – SCHLEMMEN WIE PICASSO

Die Geburtsstadt des weltberühmten Malers Pablo Picasso widmete ihm ein 204 Werke umfassendes Museum. Wer den Kunstdurst im Museo Picasso gestillt hat, kann sich durch das kulinarische Angebot der Stadt schlemmen. Denn Malaga ist auch ein Mekka für Liebhaber der abwechslungsreichen andalusischen Küche, ob beim Besuch der Markthalle Mercado Central de Atarazanas oder einer Tapas-Tour. Ein Geheimtipp ist die spanische Metropole auch für Sonnen- hungrige mit Winter-Blues, denn an der Costa del Sol herrschen ganzjäh- rig milde Temperaturen. www.andalusien360.de/malaga

TRIEST – LITERARISCHE AUSZEIT AM MEER Wie wäre es mit ein bisschen K. u. K.-Nostalgie in der Stadt des Kaffees? Triest, das „kleine Wien am Meer“, erreichen Sie ganz stilgerecht und bequem mit der Bahn – wie schon Rainer Maria Rilke. Nach ihm ist ein Spazierweg mit herrlichen Aussichtspunkten zwischen Sistiana und Duino benannt. Belohnt wird man am Ende mit einem Besuch des gleichnamigen Schlosses Duino. Schriftsteller Italo Svevo hat sein eigenes kleines Museum, das am 19. Dezember sei- nen Geburtstag mit einer Veranstaltung namens „Buon Compleanno Svevo“ (zu Deutsch: Alles Gute zum Geburtstag, Svevo) feiert. www.discover-trieste.it

BASEL – KUNSTGENUSS, SO WEIT DAS AUGE REICHT Mit 40 Museen auf knapp 37 km² wird Basel zu Recht die „Museumshauptstadt“ der Schweiz genannt. Wegen der kurzen Distanzen müssen Sie sich nicht zwischen all den Angeboten entscheiden – egal, ob Sie lieber die älteste öffentliche Kunstsammlung der Welt im Kunstmuseum besuchen, eine Sonderausstellung in der Fondation Beye- ler oder das Oldtimer-Museum Pantheon. Die wunder- schöne Stadt am Rhein eignet sich also ideal für einen Wochenendausflug. Mit der BaselCard bezahlen Sie übrigens in allen Basler Museen nur den halben Ein- trittspreis, sogar für Sonderausstellungen. www.basel.com/de/baselcard

COLUMBUS MAGAZIN 21

DESTINATION MAURITIUS & LA RÉUNION

■ „Zuerst wurde Mauritius geschaffen, dann das Paradies. Aber das Paradies war nur eine Kopie von Mauritius.“ – Auch Mark Twain war Fan der Insel.

TROPENLUFT & VANILLEDUFT Auf den malerischen Inseln Mauritius und La Réunion kann man nicht nur ausgezeichnet urlauben. Ganz nebenbei kommt man der Geschichte der echten Bourbon-Vanille auf die Spur.

M auritius mit seinen feinsandi- gen Bilderbuchstränden und dem türkisfarbenen Ozean ge- hört zu den Urlaubsparadiesen schlechthin. Etwas weniger be- kannt, aber nicht minder interessant ist die Nachbarinsel La Réunion. Auf bei- den wächst und gedeiht eine ganz beson- dere Pflanze: die Vanille. Genauer gesagt kam die Vanillepflanze im Jahr 1822 auf die Insel La Réunion. Damals hieß sie noch Île Bourbon – ein Begriff, der Fans der köstlichen Schote jetzt wahrschein- lich aufhorchen lässt. Ursprünglich von den spanischen Eroberern in Südameri-

ka bei den Azteken entdeckt, wollte man die duftende Orchideenart auf der tro- pischen Insel großflächig anbauen. Mit enttäuschendem Ergebnis, denn trotz des idealen Klimas bildeten die Vanille- blüten keine Schoten. Was man damals noch nicht wusste: Die in Mittelamerika heimischen Bienen sowie Kolibris sorg- ten im Ursprungsland der Vanille für die Befruchtung – eine Aufgabe, für die sich auf den Inseln kein Insekt und keine Vo- gelart eignete. Erst ein zwölfjähriger Jun- ge soll der Überlieferung nach die erste Methode zur künstlichen Befruchtung der Vanillepflanzen entdeckt haben.

■ Ob die Cascade Grand-Galet auf Réunion oder die „Siebenfarbige Erde“ auf Mauritius – an gigantischen Naturkulissen mangelt es auf diesen Inseln nicht.

LUST AUF MAURITIUS & RÉUNION BEKOMMEN? DAS INSEL-HOPPING KANN BEGINNEN Wir entführen Sie in die Welt der Kontraste: Die Mietwagenrundreise geht durch die bergige Landschaft von Réunion bis hin zu den feinsandigen Bilderbuch- stränden der Nachbarinsel Mauritius. HIGHLIGHT: EINE WANDERUNG DURCH DIE VULKANLANDSCHAFT Rund um den Vulkan „Piton de la Fournaise“ auf Réuni- on lässt es sich gut durch die Mondlandschaft aus Kratern und erkalteter Lava wan- dern. Im Talkessel genießt man üppige Vegetation, Wasserfälle und Bananen- plantagen. 13 Tage/10 Nächte, täglich antretbar ab € 3.180 p. P.

■ Die synthetische Gewinnung des Aromastoffes Vanillin ist zwar wesentlich günstiger, echte Vanille enthält aber über 50 zusätzliche natürliche Aromastoffe, die ihren einzigartigen Charakter ausmachen. Echte Gewürzvanille ist bis heute also unersetzbar.

GESCHICHTSTRÄCHTIGER HANDGRIFF Es ist nicht ausreichend überliefert, ob es aus Versehen oder mit Intention geschah, aber als der junge Sklave Edmond Albius eines Tages auf der Farm, auf der er arbei- tete, ein paar Vanilleblüten mit der Hand zerdrückte, begannen sich diese daraufhin zu Schoten zu entwickeln. Edmond soll in Folge herausgefunden haben, dass man mithilfe eines dünnen Stöckchens vom Staubbeutel der Pflanze zur sogenannten Narbe streichen und die Blüte so mit Pollen befruchten kann. Dank ihm wurde La Ré- union bald darauf zum größten Vanillepro- duzenten der Welt. Das war im Jahr 1841, also fast 20 Jahre nach der Einführung der Pflanze. In der Gemeinde Sainte-Suzanne auf La Réunion widmete man Edmond eine Statue, zu der bis heute Vanillebauern und -bäuerinnen pilgern, um ihm für seine Entdeckung zu danken. LOKALAUGENSCHEIN Auf Mauritius und La Réunion kann man diese besonderen Pflanzen aus nächster Nähe betrachten und viel Wissenswertes aus erster Hand erfahren. Viele Plantagen bieten nämlich Touren und Besichtigungen an, beispielsweise das Vanilleatelier Escale Bleue und das Maison de la Vanille in St. Andre auf La Réunion sowie in der Le Do- maine de Saint Aubin auf Mauritius. Die

Bezeichnung „Bourbon-Vanille“ kommt also nicht, wie oft angenommen, aus Frankreich, sondern von der tropischen Insel im Indischen Ozean. Da sich mitt- lerweile auch Vanille aus u. a. Madagaskar so nennen darf, wurde auf La Réunion ein neues Label kreiert, die „Vanille de l’île de la Réunion“. „Die Echte“ hat zwar ihren Preis – drei Schoten können gut und gerne bis zu 13 Euro kosten –, ist dafür aber besonders aromatisch und intensiv. Übrigens: Der fol- genschwere Handgriff des jungen Edmond kommt hier, in präziserer Ausführung, bis heute zum Einsatz und wird liebevoll „le geste d’Edmond“ genannt.

UNSERE EXPERTIN ULLA SCHEUCH

ulla.scheuch@columbus-reisen.at 0732 / 774 744

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INTER VIEW

„ES ENTWICKELT SICH EIN RESONANZ-

Seit der Pandemie steht die Reisewelt Kopf. Und sowohl Reisende als auch Reiseveranstalter fragen sich: Wie geht es weiter? Eine, die sich aus Berufsgründen mit ge- nau diesem Thema beschäftigt, ist Trendforscherin Anja Kirig. Also haben wir ihr Wissen angezapft. Interview: Johannes Stühlinger E ines ist schon klar: Glaskugel hat Anja Kirig auch keine vor sich. Aber sie hat nicht nur Zugang zu besonders TOURISMUS!“

märkte wohl auch noch längerfristig beschäf- tigen. Denn die Menschen haben deshalb die Art, wie sie welche Reiseziele aussuchen, ver- ändert. Es sind etwa neue und bis dato wenig beachtete Destinationen in den Fokus ge- rückt. Und wir fragen uns viel mehr, was wir auf unserer Reise wirklich wollen und was wir von der Reise wollen. Wir kommen weg von einem Erlebnistourismus hin zu einem Erfahrungstourismus. WO LIEGT DA IN IHREN AUGEN DER UNTERSCHIED? Dieses Erleben, das ist etwas Kurzfristiges. Also: Ich fahre weg, hab’ irgendwie Spaß und Action, und dann kommt schon das nächste Erlebnis. Solche Dinge haben kei- nen nachhaltigen Effekt. Das war schon vor der Pandemie immer weniger wichtig für die Menschen und wurde durch die Pandemie nun verstärkt. Wir sprechen hier von einem sogenannten Resonanztourismus, der sich entwickelt. Das heißt, dass die Menschen auf ihren Reisen wirklich das Bedürfnis nach ei- ner transformierenden Erfahrung haben und dass diese nachhaltig ist, dass sie auch nach

vielen Daten, sie kann diese auch besonders gut lesen. Dechiffrieren. Deshalb ist Anja Kirig auch seit 2004 für das renommierte Zukunftsinstitut in Deutschland tätig. Und zwar als ausgewiesene Expertin für Trends in den Bereichen Tourismus- und Freizeitkul- tur. Ein Gespräch über Reiselust, die Mög- lichkeiten der Digitalisierung im Tourismus und ein kopiertes Venedig, das irritiert. JETZT, WO SICH DIE PANDEMIE LANGSAM UND HOFFENTLICH DEM ENDE ZUNEIGT, FREUEN WIR UNS DARAUF, ENDLICH WIEDER REISEN ZU KÖNNEN. WAS HAT DIE PANDEMIE ABER MIT DEM THEMA „REISEN“ GEMACHT? Anja Kirig: Die Pandemie hat zweifelsohne die Reisemärkte sehr stark beeinflusst. Sie hat diese Welt nicht nur verändert, sondern sehr hart getroffen. Offensichtlich wurde das durch die Tatsache, dass das Reisen zu einem neuen Luxus wurde. Das heißt: Die vor der Pandemie ständige Verfügbarkeit wurde zum raren Gut. Dieser Aspekt wird die Reise-

„ES SIND NEUE, WENIG BEACHTETE REISEZIELE IN DEN FOKUS GERÜCKT.“

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INTER VIEW

„WIR WOLLEN MEHR UND NEUE INHALTE, JA. ABER DAS HAT NICHTS MIT DER PANDEMIE ZU TUN.“

WIR WOLLEN ALSO MÖGLICHST NACHHALTIGE ERFAHRUNGEN SAMMELN. GLEICHZEITIG WOL- LEN WIR ABER AUCH NACHHALTIG AGIEREN, IM SINNE VON„AUF UNSEREN PLANETEN ACHTEN“. WURDE DIESE ENTWICKLUNG NUN WIRK- LICH BESCHLEUNIGT ODER REDEN WIR BLOSS DARÜBER? Dieser Prozess ist schon vor der Pandemie in Gang gesetzt worden. Aber hier sollte man das Augenmerk nicht bloß auf die Leute le- gen, die Reisen buchen, sondern auch auf jene, die Reisen anbieten. Denn es ist nun mal so, dass sich aufgrund des Klimawandels manche Destinationen so verändern, dass sie womöglich gar keine Reiseziele mehr sind. Wenn wir an die Hitzewellen im Norden Kanadas oder in Skandinavien oder in Kali- fornien denken, sind das schon erste Anzei- chen. Ich glaube, es geht in Zukunft darum, wie wir auf veränderte Situationen reagieren. Wir werden Reiseziele im Kontext des Klima- wandels sehen müssen. Dadurch werden aber nicht nur schwierige Situationen entstehen, es werden sich auch neue Optionen bieten. UM DEM VORZUBAUEN, WERDEN UNTER DEM ASPEKT DER DIGITALISIERUNG GERADE MO- DELLE ERARBEITET, DIE REISESTRÖME KANALI- SIEREN SOLLEN, UM MANCHE DESTINATIONEN ZU ENTLASTEN UND GLEICHZEITIG REISENDEN NEUE GEGENDEN SCHMACKHAFT ZU MACHEN. MACHT DAS SINN? Absolut! Da entstehen ganz smarte Mög- lichkeiten, um Tourismusströme zu lenken und von Orten wegzulenken, die von Over- tourism geprägt sind. Venedig zum Beispiel arbeitet daran, anhand der Anzahl von Men- schen, die im Mobilfunknetz eingeloggt sind, in Echtzeit Ströme zu erfassen und so für die Zukunft diese voraussagen zu können. Das hat ja auch den Aspekt, dass die Leute, die in solchen Gegenden leben, durch die Pandemie gemerkt haben, dass sie aufgrund der aus- bleibenden Touristen Lebensqualität zurück- gewonnen haben. Gleichzeitig ermöglicht es uns, neue Formen des Qualitätstourismus anbieten zu können. Digitale Möglichkeiten bieten aus meiner Sicht Orten die Chance, rechtzeitig zu reagieren, und umgekehrt dem Reisenden die Möglichkeit, vorzeitig zu er-

der Reise anhält. Man wünscht sich, dass die Reise einen verändernden Effekt auf das Le- ben, auf den Alltag hat. ALSO DAS HEISST, WIR REISEN IN ZUKUNFT MIT DER ERWARTUNG, DASS WIR SUBSTANZIELLES VORFINDEN WERDEN, DURCH DIE WELT? Wir wollen mehr und neue Inhalte, ja. Aber das hat jetzt nicht nur mit der Pandemie zu tun. Wir verändern uns ja ständig. 2019 sind wir ganz anders verreist, als es noch 2004 der Fall war oder 1990. Diese Branche befindet sich natürlich in einem ständigen Verände- rungsprozess. Aber jetzt sind wir in der Si- tuation, in der wir alle spüren, wie stark sich mache Dinge verändern. Deshalb gibt es viele Anknüpfungspunkte, viele Dinge zu hinter- fragen.

■ Die Digitalisierung eröffnet auch dem Tourismus neue Möglichkeiten, sagt Anja Kirig.

■ Wie gut sich ihre Stadt ohne Massen anfühlt, haben die Venezianer im Lockdown erlebt. Und daran Gefallen gefunden. Mit digitalen Tools will man nun dem Massentourismus entgegenwirken.

INFOS ZUR PERSON ANJA KIRIG

ALLE SPRECHEN VON EINEM REISEHUNGER. GIBT ES DIESEN WIRKLICH ODER IST ER EINE ART MEDIALE INSZENIERUNG? Ich denke, dass sicher viele sehr große Sehnsucht nach einem Tapetenwechsel ha- ben. Ich glaube auch, dass das für uns Men- schen schon recht wichtig ist. Einfach zwi- schendurch woanders sein. Inspirationen zu bekommen, auf andere Gedanken zu kommen. Ich glaube, das ist etwas, das uns Menschen ausmacht. Auf gewisse Weise sind wir nach wie vor Nomaden, die Orts- wechsel brauchen, um sich auszutauschen und neue Ideen zu haben. Andererseits ist es natürlich auch so, dass wir während der Pandemie festgestellt haben, dass sich viele Reisen auch erübrigen. Nicht jede Ge- schäftsreise macht auch Sinn, das wissen wir nun. Meine Prognose ist, dass der sich der Radius der sogenannten „kleinen Aus- zeit“ verringern wird. Man fährt also für kurze Urlaube weniger weit weg. Gleich- zeitig aber werden längere Aufenthalte be- wusst in die echte Ferne führen. Diese Rei- sen müssen Antworten auf solche Fragen bieten: Welche Erfahrungen kann ich dort sammeln? Welche Art der Transformation ist möglich? Das werden dann sogar länge- re Reisen und Aufenthalte sein. Solche, die vielleicht mit der Arbeit kombiniert wer- den. Auch das ermöglicht vielen Berufs- gruppen die Digitalisierung, dass man die Arbeit mitnehmen kann. UND DANN AM ENDE MEHR VON DER REISE HAT ALS BLOSS ERHOLUNG? Definitiv, genau darum geht es.

fahren, wo gerade Massen unterwegs sind. So kann man eher einen alternativen Ort finden, an dem man mit höherer Wahrscheinlichkeit Resonanzerfahrungen machen kann. Hier wird es für alle Beteiligten positive Effekte geben. ABER WAS HEISST DAS FÜR REISEVERANSTAL- TER, DIE HIER SOZUSAGEN ZWISCHEN DRINNEN STEHEN? Ich glaube, dass sich hier für Reiseveran- stalter viele neue Möglichkeiten auftun. Es werden sich etwa gänzlich neue Kooperati- onsmöglichkeiten mit Orten bieten, die bis- her auf der Reise-Landkarte eher unterreprä- sentiert waren. Ich meine, das Reisen bleibt etwas, das Menschen beschäftigen wird. Man wird als Reiseveranstalter neue Orte und Ge- genden entdecken und so auch neue Angebo- te machen können. DIESE ÜBERLEGUNGEN GEHEN SO WEIT, DASS EXPERTEN BEREITS DAVON SPRECHEN, STÄDTE WIE VENEDIG NACHZUBAUEN, UM DAS ORI- GINAL ZU SCHÜTZEN. MACHT DAS WIRKLICH SINN? Ich kann es mir aktuell schwer vorstellen. Gerade aus der Perspektive des Resonanz- tourismus passt das gar nicht zusammen. Wie soll eine künstliche Stadt einen Nachhall in einem Reisenden auslösen? Gerade solche Orte leben schließlich von verschiedenen Faktoren: von den Leuten und ihrer Mentali- tät vor Ort. Von der alten Architektur. Von der Atmosphäre. Da sind schließlich ganz viele Aspekte dabei, die man nicht einfach nachbauen kann.

Seit 2005 freiberuf- lich als Zukunfts- und Trendforscherin tätig und eng mit dem Zukunftsinstitut in Frankfurt und Wien verbunden. Sie arbeitet mit der Methodik der Megatrends und den sich daraus ableiten- den soziokulturellen Entwicklungen.

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DESTINATION KUBA

KUBA TYP SIND SIE ? WELCHER

Es heißt: Jedes Jahr, das vergeht, ohne Kuba gesehen zu haben, lässt das ursprüngliche Kuba ein Stück weiter verschwinden. Was aber ist typisch für diese außergewöhnliche Karibikinsel? Und was würde Ihnen dort besonders gut gefallen? Einfach alle zehn Fragen beantworten und Ihren Kuba-Typ erfahren.

■ Alte Autos, die Musik von Buena Vista Social Club und Frauen, die Zigarren rauchen. Ist das das echte Kuba oder bloß ein Klischee?

1. WARUM FAHREN AUF KUBA SO VIELE ALTE AMI-SCHLITTEN DURCH DIE GEGEND? Nach der Revolution blieb es erlaubt, Autos zu besit- zen. Aber nur, wenn sie vor 1959 gebaut worden waren. Daher sind heute noch so viele und inzwischen oft schön renovierte Oldtimer unterwegs. Weil bei einem generell sehr geringen Einkommen von aktuell ungefähr 30 Euro einfach keine Neuwagen drinnen sind. Wer irgendwann einmal zu einem fahrbaren Untersatz gekom- men ist, hütet ihn wie seinen Augapfel. Es gibt gar nicht so viele Oldtimer, wie es für Außen- stehende den Anschein hat. Vielmehr werden diese Fotomotive gegen Geld angepriesen, und so entsteht nach außen hin eben der Eindruck einer kubanischen Oldtimerflut. 2. WOVON LEITET SICH DER NAME DER WELTWEIT BERÜHMTEN MUSIK-FORMATION „BUENA VISTA SOCIAL CLUB“ AB? Buena Vista ist eine typisch kubanische Musikrich- tung, die in Havannas Straßen ihren Ursprung hat. Es ist der Name eines Songs auf dem ersten Album und bezieht sich eigentlich auf ein Stadtviertel in Havanna namens „Buena Vista“. Buena Vista ist eigentlich ein kubanischer Tanz, der in sogenannten Social Clubs getanzt wird. A B C A B C

3. BIS HEUTE WERDEN DIE BERÜHMTEN KUBANISCHEN ZIGARREN VON HAND GEROLLT. WELCHE ART DER UNTER- HALTUNG WIRD DEN ARBEITERINNEN UND ARBEITERN IN DEN FABRIKEN GEBOTEN? Um die monoton arbeitenden Menschen bei Laune zu halten, spielt immer eine kubanische Musikgruppe live auf. Weil vorwiegend Männer die teuren Zigarren rollen, rücken mehrfach am Tag schöne Salsa-Tänzerinnen an und entführen die Arbeiter zum Tanz. Es werden jeden Tag die aktuellen Artikel aus Tageszeitungen laut vorgelesen, um alle immer auf dem Laufenden zu halten. 4. EIN GRUND FÜR DAS BESONDERE LEBENSGEFÜHL VON KUBA IST DER TAKT, DER NICHT NUR IN DEN LOKALEN, SONDERN AUCH AUF DEN STRASSEN VORGEGEBEN WIRD. WELCHEN TANZ TANZEN DIE KUBANERINNEN UND DIE KUBANER? Das kann eigentlich nur der Rumba sein. In der Regel ist es der Paso Doble, aber auch Cha-Cha-Cha wird gern aufgespielt. Diese Nation wiegt sich im Salsa-Takt. A B C A B C

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DESTINATION KUBA

5. WELCHE SPRACHE WIRD AUF KUBA EIGENTLICH GESPROCHEN? Kubanisch ist eine Mischung aus indigenen Spra- chen mit spanischen Einflüssen. Spanisch, weil besonders viele Einwanderer von den Kanaren nach Kuba kamen. Portugiesisch und Englisch sind vorherrschend, ei- nige indigene Sprachen werden vereinzelt gesprochen. 6. WELCHE RELIGION IST AUF DER KARIBIK-INSEL BESONDERS VERBREITET? Nachdem kubanische Männer immer mehrere Frau- en haben, ist wohl der Islam besonders verbreitet. Als kommunistischer Staat ist das ganz klar: Es gibt keine Religion in diesem Land. Und wenn, dann nur heim- lich. Kubaner sind sehr religiös. Allerdings setzt sich ihr Glaube aus den unterschiedlichsten Religionen inklusive Aberglauben zusammen. 7. WAS MACHT DEN KUBANISCHEN RUM SO BESONDERS? Auf der Insel gedeiht das für Rum notwendige Zu- ckerrohr besonders gut. Also fing schon Christoph Colum- bus damit an, daraus Alkohol zu brauen. Die lange Tradition macht’s aus! Die kubanischen Barkeeper namens Cantineros wussten mit Rum kreativ zu sein und entwickelten Drinks wie Mojito, Cuba Libre oder Daiquiri. Diese Cocktails haben die Welt erobert – und mit ihnen kubanischer Rum. Der Ruhm des kubanische Rums ist viel weniger ro- mantisch, als man glauben möchte: Gutes Marketing der be- rühmten Marke „Havana Club“ ist daran schuld. 8. WELCHER BERÜHMTE KÜNSTLER ODER WELCHE KÜNSTLERIN BESASS EINE FINCA BEI HAVANNA UND LIEBTE DIE BAR „LA BO- DEGUITA DEL MEDIO“ IM ZENTRUM DER HAUPTSTADT? Die mexikanische Malerin Frida Kahlo suchte sich stets Inspiration auf der karibischen Insel. US-Schriftsteller Mark Twain schrieb einen Großteil seiner Werke in besagter Bar. Pulitzer-Preisträger Ernest Hemingway verbrachte mehr als 20 Jahre in Havanna, seiner Lieblingsstadt. A B C A B C A A B B C C

■ Warum ist der kubanische Rum so gut? Wie werden Zigarren gerollt, und welcher Tanz ist typisch für die Karibik-Insel? Einfach mitraten!

9. WER WAR DER BERÜHMTE KUBANISCHE REVOLUTIONSFÜHRER ERNESTO „CHE“ GUEVARA WIRKLICH? Ein argentinischer Autor, dessen Reisetagebücher verfilmt und dessen Schriften sowie Reden revolutionäre Strömungen auslösten. Der bolivianische Sohn reicher Großgrundbesitzer, der sich erst gegen seine Familie auflehnte und bald gegen po- litische Systeme. Ein Straßenjunge aus Havanna, der durch seine cha- rismatische Art Gleichgesinnte um sich scharte und schließ- lich Diktator Fulgencio Batista stürzte. A B C

10. WOFÜR IST DIE KUBANISCHE ORTSCHAFT VARADERO WELTBERÜHMT?

A

Es war Fidel Castros Lieblingsort und wird daher bis

heute verehrt.

B

Es ist das berühmteste kubanische Strandparadies und zudem jener Punkt der Insel, der den USA am nächsten liegt. Hier wurde die größte Piratenschlacht geschlagen, die Kubas Küsten je gesehen haben. C

LUST AUF KUBA BEKOMMEN? 12 PARADIESISCHE TAGE WARTEN! Tanken Sie mit uns

DIESER KUBA-TYP SIND SIE

karibische Lebensfreude! Schlendern Sie durch die engen Gassen Havannas, genießen Sie malerische Plätze und bewundern Sie die architektonischen Juwele Kubas. Für die ultimative Entspannung sorgt ein abschließender Badeurlaub am türkisblauen Meer in Varadero. HIGHLIGHT: OLDTIMER-FAHRT DURCH HAVANNA Kaum ein anderes Motiv steht so für Kuba wie der Oldtimer aus den 40er- und 50er-Jahren. Daher erwartet Sie natürlich eine aufregende Fahrt in einem der nostalgischen Klassiker, inklusive kühlem Cocktail im „Salon de la Fama“. 10. bis 21. März 2022 ab € 2.490 p. P.

(Für jede richtige Antwort gibt es einen Punkt.) EL JEFE (7–10 PUNKTE) Entweder waren Sie schon einmal auf Kuba und wollen unbedingt wieder hin, oder Sie sind so interessiert, dass Sie diese Insel dringend be- reisen sollten. Und zwar eher heute als morgen! EL REVOLUCIONARIO (3–6 PUNKTE) Die Sache ist klar: Sie wissen, dass Kuba großartig ist. Aber Sie haben sich noch nicht da- von überzeugen können. Es gilt also, eine kleine innere Re- volution anzuzetteln – und ins Flugzeug zu steigen! EL ESTUDIANTE (0–3 PUNKTE) Was gibt es Schöneres, als völlig unvoreingenommen ein neues Land für sich zu ent- decken? Genau das ist Ihre Chance – denn Ihr Wissens- durst ist offensichtlich groß!

UNSER EXPERTE CHRISTOPH TOTH

christoph.toth@columbus-reisen.at 01 / 534 11 120

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DESTINATION SRI LANKA

SRI LANKA DEM CEYLON-TEE AUF DER SPUR

In dem kleinen Inselstaat südlich von Indien wur- zelt die Geschichte einer der beliebtesten Teesorten der Welt. Dabei entstand der berühmte Ceylon-Tee beinahe zufällig. Doch er rettete das Land vor einer wirtschaftlichen Katastrophe. D as Geräusch von brodelndem Was- ser. Die satt-orange, fast schon kara- mellige Farbe, die die Tasse erfüllt, wenn man den Tee zubereitet. Das zitronige, herbe Aroma, das er ver-

GLÜCK IM UNGLÜCK Die Geschichte beginnt Anfang 1880, als Sri Lanka selbst noch Ceylon hieß. Die Wirtschaft des Landes war damals zu gro- ßen Teilen auf dem Anbau und Export von Kaffee aufgebaut. Dann kam der Kaffee- rost, ein noch heute gefürchteter Schäd- ling, raffte den Großteil der Pflanzen dahin und brachte die gesamte Industrie zum Er- liegen. Zur gleichen Zeit begann, hoch in den Hügeln des Anbaugebietes Dimbula, ein schottischer Plantagenbesitzer namens James Taylor, mit einer importierten Pflan- ze zu experimentieren. Bereits Jahre zuvor übte Taylor sich darin, die Blätter dieser Pflanze in jener Weise zu trocknen, die er bei Bauern im indischen Assam gesehen hatte. Der Ceylon-Tee war geboren. Mit viel Geschick war es dem Unternehmer möglich, die Teepflanzen im großen Stil zu kultivieren und als einer der ersten im Land wieder große Aufträge anzunehmen. Er begann damit, seinen Tee nach England zu exportieren, und es dauerte nicht lange, bis Plantagenbesitzer der ganzen Insel an

breitet. Das sind Bilder, die Teeliebhabern beim Wort „Ceylon“ sofort durch den Kopf gehen. Kein Wunder, denn dieses Wort – ausgesprochen übrigens „tsai-lon“ – steht für eine der bekanntesten und feinsten Teesorten der Welt. Nicht minder beein- druckend ist ihre Herkunft: Seit Jahrhun- derten wird die Teesorte im paradiesischen Sri Lanka angebaut. Und das eigentlich nur durch einen unglücklichen Zufall!

■ Der herbe, leicht malzige Ceylon ist häufiger Hauptbestandteil der typisch englischen Teemischung. Selten wird Ceylon auch als grüner Tee angeboten.

LUST AUF SRI LANKA BEKOMMEN? 11 UNVERGESSLICHE TAGE WARTEN! Die Inselnation südlich von Indien bezaubert mit weißen Traumstränden, uralten kul- turellen Schätzen und einer bewegten Geschichte. Auf unseren Erkundungsfahrten werden Sie die Vielseitigkeit der smaragdgrünen Insel hautnah erleben! HIGHLIGHT: AUF SAFARI DIE TIERWELT ENTDECKEN! Auf geht’s ins älteste Natur- schutzgebiet des Landes: den Nationalpark Yala. Farben- frohe Wildblumen zaubern hier bunte Farbkleckse in die Landschaft. Und 130 Vogel- arten, Flamingos, Elefanten, wilde Wasserbüffel und flinke Leoparden warten auf Ihren Besuch!

DIE TEEFELDER VON CEYLON SIND

EIN GROSSES DENKMAL DES MUTES ...

nialität. Die Teefelder von Ceylon sind ein ebenso großes Denkmal des Mutes wie der Löwe es für Waterloo war.“ Auf den Rui- nen von Sri Lankas Kaffeeplantagen wuchs ein kulturelles Erbe, das bis heute Tassen rund um den Globus erwärmt. TEA TIME MIT JAGUAR Geschichtsträchtige Pfade, die geradezu darauf warten, entdeckt zu werden. Vor al- lem in den drei Hauptanbaugebieten lassen sich Teeproduzenten gerne von Reisenden über die Schulter schauen. Da Teepflanzen keine Staunässe vertragen, findet man sie auf steilen Höhenlagen von bis zu 1.800 Metern. Nuwara Eliya ist die bekannteste Region, hierher kommt man am schönsten mit dem Zug, ausgehend von der Haupt- stadt Colombo. Etwas abgeschiedener liegt die Provinz Uva, in der nicht selten Leo- parden nachts durch die Plantagen strei- fen. Und wer in die Gebiete rund um Dim- bula reist, betritt denselben Boden, in den einst die ersten Teepflanzen ihre Wurzeln in Sri Lankas Erde schlugen.

■ Dank unterschiedlicher Mikroklimata gewinnt Ceylon- Tee je nach Anbauregion an verschiedensten Aromen.

Jeden Montag und Samstag antretbar ab € 1.890 p. P.

Taylors Tür klopften, um mehr über den Teeanbau zu lernen. Das Klima war für die Pflanzen ideal, das Aroma des Tees einzig- artig. Deshalb beschloss man, den Anbau komplett umzustellen. Innerhalb eines Jahrzehnts war Ceylon-Tee vor allem in England im wahrsten Sinne in aller Munde. So sehr, dass „Sherlock Holmes“-Schöpfer Sir Arthur Conan Doyle dieser Erfolgssto- ry in seiner Kurzgeschichte „De Profundis“ ein Denkmal setzte und schrieb: „Ein ver- faulter Pilz, der eine ganze Gemeinschaft über viele Jahre in die Verzweiflung stürz- te, führte sie letztlich zu größtem kommer- ziellen Erfolg – durch Pflücken und Ge-

UNSERE EXPERTIN CHRISTINA HEIMBECK

christina.heimbeck@columbus-reisen.at 01 / 888 28 28

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SO ANDERS EINZIGARTIGE HOTELS

Wer im kleinsten Hotel der Welt Urlaub machen möchte, muss gar nicht mal weit reisen. Das Eh’häusl wartet in der bayrischen Churpfalzstadt Amberg auf seine Gäste: Im Jahr 1728 verlangte der Rat der Stadt von heiratswilligen Paaren den Nachweis von Grund- besitz. Um dieser Vorschrift nachzukommen, zog ein findiger Kaufmann in einer 2,5 Meter breiten Lücke zwischen zwei Häusern je eine Wand hoch, setzte das Dach darauf – und fertig war sein „Haus“. Der Volksmund nannte dieses Haus Eh’häusl (Ehe-Haus). Der Name ist geblieben, auch wenn es heute eine Luxus-Eremitage und zugleich das kleinste Hotel der Welt ist. SO KLEIN

SO ABSEITS

SO LUFTIG Wer gern in luftigen Höhen residiert, sollte sich auf den Weg nach Peru machen. Die Skylodge Adventure Suites hängen an gigantischen Felsen, 400 Meter über dem Heiligen Tal von Cuzco, in Form von gläsernen Kokons (siehe Foto), in denen man unterm Sternenhimmel übernachtet. Wer nicht schwin- delfrei ist, kommt übrigens gar nicht hin, denn der Zugang ist ein durchaus selektiver Klettersteig … Man mag es nicht glauben, aber ja: Es gibt eine Bleibe, die sich selbst als salzigstes Hotel der Welt bezeichnet – das Luna Salada Hotel in Bolivien. Gelegen am Rande der Salar de Uyuni in den Anden, der größten Salzwüste der Welt, ist es tatsächlich nur aus Sandziegeln gebaut. SO SALZIG Das älteste Hotel der Welt, das Nishiyama Onsen Keiunkan, steht im japanischen Hayakawa. Es wurde schon 705 n. Chr. er- öffnet, wird bereits in der 52. Generation von derselben Familie bewirtschaftet und im Guinness Buch der Rekorde als ältestes Hotel der Welt geführt. SO ALT

Die Frage, wo denn das abgelegenste Hotel der Welt sei, ist derzeit nicht eindeutig geklärt. Es rittern zwei Herbergen um diesen Titel. Zum einen das Hotel Arctic in Grönland: Umgeben vom ewigen Eis, liegt es sehr verlassen am Hotel Posada de Mike Rapu: Schon die nur 12 mal 24 Kilometer große Osterinsel Rapa Nui, auf der es sich Ilulissat-Eisfjord. Zum anderen das befindet, gilt als einer der abgelegensten Orte der Welt. Das Festland Chile ist gute 3.700 Kilometer – rund fünf Flugstunden – entfernt.

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