COLUMBUS Magazin 2025 Frühjahr

Auch Tagestrips oder kurze Ausflüge reichen, um das Kribbeln des Unbekannten zu spüren. Oder wie wäre es mit einem Kurs in einer unbekannten Landesküche? Immerhin lernt man ein fremdes Land am besten über dessen Aromen kennen.

Vor über zehn Jahren definierte der Brite Alastair Humphreys den Begriff „Micro Adventures“. Seine Devise: Hör auf dein Bauchgefühl und mach, was dir Spaß bringt!

„Man muss keine Elite-Athletin, kein Experte oder reich sein, um ein Abenteuer zu erleben.“

zu probieren und die eigene Komfortzone zu verlassen.“ Micro Adventures sind also nichts anderes als kleine, aber intensive Erlebnisse außerhalb der gewohnten Pfade. Ob man die- se nun in Gesellscha " oder sogar ganz alleine erlebt, bleibt jedem selbst überlassen. Es geht darum, den Alltag bewusst zu durchbrechen und neue Perspektiven zu gewinnen. Und auch mal mehr rauszugehen, so Humphreys: „Wir verbringen alle zu viel Zeit drinnen. Wir sollten ö " er nach draußen gehen, unter den Sternen schlafen und die Welt um uns her- um erleben“, ist er überzeugt und fügt noch hinzu: „Wenn du denkst, dass Abenteuer nur aus epischen Reisen bestehen, wirst du viele Gelegenheiten verpassen, dein Leben zu be- reichern.“ Das kann eine Nacht im Wald ohne Zelt sein, eine Fahrradtour ins Unbekannte

oder ein Bad im nächstgelegenen See bei Son- nenaufgang. Kein großes Equipment, keine lange Planung – nur der Wille, sich auf das Unerwartete einzulassen. Und wer sich auf diese kleinen Auszeiten einlässt, spürt auch ganz schnell positive E ! ekte: Der Kopf wird frei, Stress fällt ab, und o " bleibt tiefe Zufrie- denheit zurück. Mikroabenteuer sind nicht nur ein Reisetrend, sie schärfen die Sinne, machen kreativer. Und sie zeigen schluss- endlich auch, dass es überraschend wenig braucht, um sich frei und lebendig zu fühlen. MIND – SET – GO! Die größte Lektion daraus? Echtes Abenteu- er ist eine Frage der Einstellung. Wer lernt, kleine Dinge mit neugierigen Augen zu be- trachten, entdeckt überall Möglichkeiten.

Übrigens lässt sich dieses Konzept auch auf Reisen perfekt integrieren. Statt den typi- schen Touristenpfaden zu folgen, lohnt es sich, in kleine Nebenstraßen abzubiegen, mit Einheimischen ins Gespräch zu kommen oder sich treiben zu lassen – das alles kann ein unvergessliches Mikroabenteuer sein. Wie wäre es z. B. mit einer Fahrradtour durch die Lagunenlandscha " Vietnams, während man Kräuter p # ückt und sie im anschließenden Kochkurs zu völlig unbekannten Gerichten verarbeitet? Oder ein echtes „Sleep-Out“ im Bush erleben? Viele Private Game Reserves in Afrika bieten eine (komfortable und völlig si- chere) Nacht unter Sternen an, umgeben von den Geräuschen der Wildnis. Und wer nach Hitze nun Kälte sucht, taucht in Lappland in ein eisiges Abenteuer ein. Bei Anbietern wie

Wilderness Hotels stehen beispielsweise Er- lebnisse wie Eis $ schen und eine Husky-Safari auf dem Programm. DEN SCHRITT INS UNBEKANNTE WAGEN Abenteuer wartet nicht nur an unwirtlichen Orten rund um den Globus, sondern liegt auch in den kleinen Momenten, in der spon- tanen Entscheidung, in der Bereitscha " , Din- ge anders zu machen. Wer es wagt, sich auf das Ungewohnte einzulassen, entdeckt eine völlig neue Art zu reisen, verspricht Alastair Humphreys: „Micro Adventures sind eine Haltung, keine Handlung. Es geht darum, das Gewöhnliche außergewöhnlich zu machen. Manchmal braucht es nur einen Schritt ins Unbekannte, um eine völlig neue Welt zu entdecken.“

Alastair Humphreys wurde vom Magazin National Geographic sogar zum Abenteurer des Jahres 2012 gekürt – heute findet er den Kick aber in kleinen Momenten.

Abenteuer nach Bauchgefühl: Statt verkopfter Planung lässt Humphreys lieber seinen Gedanken freien Lauf.

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