REISE TRENDS
Sowohl die Welt des Reisens als auch die Reisevorlieben der Menschen haben sich in den letzten Jahren verändert. Welche Reisetrends prägen also dieses Jahr? Und vor allem warum? WAS SAGT DER TREND? E ndlich! Wir können wieder unbeschwert wie früher reisen. Im Ranking der unbedingten „To-Dos“ gehört das !ema Urlaub für die Ös- terreicher zu den Top Five. Tendenz immer stärker in den Vordergrund. Doch das sind nicht die einzigen Trends, die sich von den aktuellen Buchungszahlen ableiten lassen. Vielmehr verraten diese, dass drei große Strömungen unsere Urlaubsgewohn- heiten prägen: Wir wollen möglichst weit weg. Wir suchen das nahe Glück. Wir wollen Besonderes erleben. Was aber steckt hinter diesen Entwicklungen und wohin führen sie? Eine kleine Spurensuche. steigend – es gibt ganz o"ensichtlich Nach- holbedarf. Die Zahlen zeigen, dass durch die Unsicherheit der letzten Jahre Reisen wichti- ger geworden sind. Und bei den Reisen selbst wiederum rückt der Aspekt „Flexibilität“
Bhutan steht derzeit bei vielen Reisenden, die Authentisches suchen, ganz oben auf der Bestenliste.
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DAS ECHTE WARTET
Für alle, die schon immer gerne authentisch unterwegs waren, brechen goldene Zeiten an: Reiseziele, die bis dato abseits der gängigen Tourismusströme gelegen sind, rücken immer mehr in den Fokus der Menschen. Man hat derzeit das Gefühl, Reisende suchen nach Zielen, die Authentizität und ein möglichst originales Erlebnis verheißen. Sogenannte Homestays, bei denen man bei einheimischen Familien übernachtet, boomen. Gleichzeitig rücken Länder wie Bhutan oder Usbekistan in den Fokus – also Staaten, von denen man erwarten muss, dass sie in zehn Jahren nicht mehr so ursprünglich sind wie heute noch. Den Klimawandel macht Trendforscherin Anja Kirig vom Zukun#sinstitut als einen der Gründe dafür aus. Gleichzeitig ist ihrer Meinung nach schon seit Jahren eine Form des Resonanztourismus spürbar, die nun immer grei$arer wird. Heißt: Wir wollen nicht bloß Sehenswürdigkeiten erforschen, sondern in die Kulturen fremder Völker eintauchen. Eine Sehnsucht, die ihren Ursprung während der Lockdowns im überdurchschnittlich hohen Konsum einschlägiger Dokumentationen und Büchern hat. Schließlich haben wir das Nicht-reisen-können damit zumindest teilweise kompensiert.
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DIE FERNE RUFT
In einer Sache sind sich internationale Experten einig. Der größte Trend in diesem Jahr lautet: Sehnsucht nach maximaler Ferne. Reiseziele wie die Malediven, Sansibar oder die Südsee sind 2023 besonders beliebt. Was aber macht Fernreisen ausgerechnet heuer so spannend? Es ist ein ganzes Bündel an Gründen, die allesamt zu diesem Ergebnis führen. An erster Stelle steht jedenfalls eine Art Schock-Erinnerung: Viele hatten große Reisen geplant und mussten diese aufgrund der plötzlich geänderten Vorzeichen absagen. Jetzt soll dies endlich nachgeholt werden. Einen weiteren Grund für die Sehnsucht nach fernen Zielen orten Reiseexperten schlicht in der Tatsache, dass wir das Gegenteil unse- rer vier Wände suchen. Und das ist nun mal weit, weit weg – es ist Zeit für Neues. Was bei den aktuellen Buchungen ebenso ins Auge sticht: Reisende suchen gezielt nach dem komplett Fremden. Das liegt wohl daran, dass der Mensch in einer ihm gänzlich unbekannten Umgebung besonders gut abschalten kann. Und das ist doch der ureigenste Sinn einer Rei- se. Ebenfalls spannend ist die Tatsache, dass erstaun- lich viele One-Way-Tickets – insbesondere in ferne Länder wie Thailand oder Vietnam – ausgestellt werden. Diese Entwicklung dür#e durch den neuen Trend „Workation“ befeuert werden. Dank Remote Work und &exibler Arbeitszeiten lässt sich das inzwischen o# sehr gut umsetzen.
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DAS SCHNELLE LOCKT
Einmal schnell für ein paar Tage ans Meer? Spontan in eine noch unbekannte Stadt rauschen? Es sind Wünsche, die jeder kennt. Doch sie wurden o"enbar besonders groß, als derartige Kurztrips nicht oder nur schwer möglich waren. Dementsprechend boomen sie nun, die Kurz-mal-weg-Reisen. Sei es für ein paar Tage nach Istrien oder endlich einmal nach Paris – derartige Buchungen gehen derzeit durch die Decke. Doch die Gründe dafür liegen wohl tiefer und sind nicht bloß mit Sehnsucht zu erklären. Vielmehr dür#e ein wesentlich bewussterer Umgang mit unserer Freizeit diesem Trend zugrunde liegen. Wir wollen den Urlaub, den wir haben, besonders sinnvoll nutzen. Das heißt zum Beispiel, dass wir die verbleibenden Wochenenden (im Idealfall im Zusammenspiel mit Fenstertagen) nutzen, um unsere Freizeit zu optimieren. Da bieten sich derartige Kurzreisen in nahe Länder und Städte schlichtweg perfekt an. Und am besten – für Umwelt und Entspannungsfaktor – tritt man so eine Reise ganz gemütlich mit dem Zug an.
Kurztrips in Städte oder an nahe Strände ziehen derzeit die Menschen besonders an.
COLUMBUS MAGAZIN 13
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