COLUMBUS Magazin 2023 Frühjahr

EUROPA PORTUGAL

men hat, dem tut die Bestellung eines soge- nannten Francesinha vermutlich gut: Der mit Käse und Ei überbackene Toast mit Fleisch- und Wurstfüllung hat es kalorientechnisch in sich und ist dadurch umso köstlicher. Ein wei- teres Nationalgericht ist zwar genauso ölig, aber weitaus gesünder. Die Rede ist von Sardinen. „Und heute? Gehört die Sardinen- marke Nuri einem gebürtigen Wiener.“ Diese haben in Portugal nämlich einen be- sonderen Stellenwert, ist das Handwerk hinter ihrer Herstellung doch überraschend aufwen- dig und kunstvoll. Die bunt gestalteten Kon- servendosen erfreuen sich außerdem unter Ästheten und Designliebhabern größter Be- liebtheit. Wichtiger ist natürlich, was sich im Inneren verbirgt: Die kleinen Atlantischen Sardinen werden meist nachts in Küstennähe ge"scht und dann frisch verarbeitet. Sie sind besonders reich an Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D. Ihren feinsten Geschmack entfal- ten sie allerdings, wenn sie zwischen drei und sechs Monate in der Dose reifen, beispielsweise in der kleinen Hafenstadt Matosinhos. Denn

hier, nur knapp zehn Kilometer von Porto ent- fernt, begann vor über 100 Jahren die Erfolgs- geschichte der Firma Pinhais und ihren Nuri- Sardinen. Und heute? Da gehört Nuri einem Wiener! Jakob Glatz führt sein Unternehmen für Import und Vertrieb von Lebensmitteln in vierter Generation. Sein Großvater begann da- mals mit dem Import der Nuri-Sardinen nach Österreich und übernahm deren geschichts- trächtige Konservenfabrik, als diese wirtscha!- liche Unterstützung brauchte. Seitdem hat sich an der Produktion der kultigen Sardinen nichts geändert: keine riesigen Maschinen, keine Ferti- gungsstraßen, sondern reine Handarbeit. DAS GEHEIMNIS DER JAHRGANGSSARDINE Wer sich eingehender mit dem $ema Sardi- nen beschä!igt, wird an einem Begri% kaum vorbeikommen: Jahrgangssardine. Klingt nach Wein, hat aber nichts mit dem Reifegrad zu tun. Viel eher kommen hier nur die erlesensten Exemplare in die Dose, der beste Fang des Jah- res, der in der Regel nur an einigen Tagen im September und Oktober in die Netze geht. In dieser Zeit setzen die Sardinen bis zu 13 Pro- zent Fett an, was sie ideal für eine lange Lage- rung von bis zu einem Jahr macht. Bei Nuri be- titelt man diese edlen, besonders aromatischen Döschen mit „Reserva“. Und wie man diese erlesene Spezialität am besten genießt, sollte an dieser Stelle wohl klar sein: in einem lauschigen Lokal in Porto, mit einem Glas Portwein in der Hand.

LUST AUF PORTO BEKOMMEN? 8 TAGE VOLLER KÖSTLICHKEITEN WARTEN Entdecken Sie auf dieser Rundreise von Lissabon bis Porto Kleinode wie Óbidos, historische Sehenswürdig- keiten, Meisterwerke der portugiesischen Architektur, romantische Fischerdörfer und lebha " e Städte. Freuen Sie sich zudem auf zahlreiche kulinarische Highlights. PORTO ZUM NACHKOCHEN Nuri-Chef Jakob Glatz hat ein köstliches Buch zu seinen Sardinen geschrieben. Mit Rezepten von Koch Andres Stirn und schönen Texten rund um die

Kulinarisch gesehen hat die Hafenstadt mehr zu bieten als ihren berühmten Portwein. Ein Highlight wird direkt aus dem Atlantik gefischt und gelangt von dort aus, schön verpackt, auch in unsere Regale.

Urbaner Urlaubs ! air und weltbekannte Sardinen mit Österreich- Bezug: An der portugiesischen Atlantikküste entdecken wir Portos schönste Plätze und kommen den Geheimnissen der altehrwürdigen Sardinenmanufaktur Nuri auf die Spur. PORTO – WIEGE DER SARDINEN

Kult und Kultur: Knapp zehn Kilometer von Porto entfernt befindet sich Matosinhos – hier werden seit 1920 in der Konservenfabrik Pinhais & Cª Lda. die berühmten Nuri-Sardinen nach traditioneller Methode produziert.

Ölsardinen von Gourmet-Jour- nalistin Anna Burghardt.

I m Nordwesten Portugals direkt an der Küste gelegen, zählt Porto gerade zu den Trend-Destinationen schlechthin. Mit ihrer charmanten Architektur, puren Le- benslust und mittelalterlichen Gässchen, die steil bergab zu den Ufern des Flusses Douro führen, steht die Stadt Touristenlieb- lingen wie Lissabon und geschichtsträchtigen Orten wie Braga und Guimarães natürlich um nichts nach. Wer einmal die Aussicht von der Bogenbrücke Dom Luís I im Herzen der Stadt genossen hat, die die Gemeinde Vila Nova de Gaia mit dem Altstadtviertel Ribeira verbin- det, ist der Schönheit Portos auch schon ver- fallen. Von hier aus ist es nicht weit bis zur Kirche São Francisco, die im 14. Jahrhundert im Au!rag des damaligen Königs von Por-

tugal erbaut wurde. Ihre Besonderheit: Der gesamte Innenraum ist mit "ligranen, vergol- deten Holzschnitzereien verziert, was sie im richtigen Licht regelrecht strahlen lässt. Nicht übersehen darf man außerdem den Bahnhof Porto São Bento, der im Jahr 1916 in Betrieb ging. Die wunderschönen Bilder aus bemal- ten Keramik#iesen, die hier die Vorhalle zie- ren, nennt man auch Azulejos. Mit der Livra- ria Lello beherbergt die Stadt außerdem noch eine der schönsten Bibliotheken Europas. KÖSTLICHES KULTURGUT Kulinarisch gesehen denkt man beim Wort „Porto“ natürlich gleich an den berühmten Portwein. Wer abends die Verkostung eben dieses Kulturguts ein wenig zu ernst genom-

8 Tage/7 Nächte ab € 1.490 p. P.

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YVONNE BERL

yvonne.berl@columbus.at 01/534 11 127

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