ASIEN BHUTAN
LUST AUF BHUTAN BEKOMMEN? 18 TAGE VOLLER GLÜCK WARTEN Eine Reise ins Königreich des Glücks, die tiefe Eindrücke in der Seele hinterlassen wird. Dieser Trip führt Sie durch atemberaubende Hochtäler, vorbei an eindrucksvollen Städten und bietet gigantische Ausblicke auf die Eisriesen im Himalaya. HIGHLIGHT: INNERE RUHE FINDEN Wie Schwalbennester kleben die Gebäude des Tigernest- Klosters an den Felswänden über dem Paro-Tal. Der Fußmarsch führt Sie durch Wälder und endet bei diesem berühmten Heiligtum. 17. September bis
Das „Tigernest“ genannte Kloster Taktshang Lhakhang ist das Postkartenmotiv Bhutans. Der Besuch erfordert allerdings einiges an Anstrengung: Fünf Stunden sollte man für den Hin- und Rückweg schon einplanen.
In Bhutan stehen soziale Nachhaltigkeit und Umweltschutz bereits seit Jahrzehnten an erster Stelle: Auf Pestizide verzichtet man zu großen Teilen, und bei jeder gebuchten Bhutanreise wird ein Teil des Geldes für die kostenlose medizinische Versorgung der Bürger verwendet.
S e lten kann bereits die Ankun# in ei- nem Land so beeindrucken wie jene im Königreich am östlichen Rand des Himalayas. Vom Tie$and der für Tee bekannten indischen Region Assam aus überquert man die Grenze nach Bhutan und blickt dabei auf die ersten Ausläufer des gewaltigen Himalayagebirges. Fortan sind es nicht nur die beeindruckenden Höhen – man bewegt sich zwischen 1.800 und 2.600 Metern –, die Reisende in den Bann ziehen, sondern die lebendige, bunte Kultur Bhutans. Vor allem im Kunsthandwerk hält man geis- tige und intellektuelle Werte fest, was dem besonderen Verständnis von Schönheit zuzu- schreiben ist, das in diesem buddhistischen Land vorherrscht. Mehr an der Interpretation von moralischen Werten und Glaubensvor- stellungen interessiert als an rein dekorativen Aspekten, zeigen viele Kunstwerke daher den Kampf zwischen Gut und Böse. Die Drukpa, wie sich die Einheimischen hier nennen, sind für hochwertige Holz- und Tonarbeiten, Bron-
zeguss, Schnitzereien, Schmuck und Textilien bekannt. Von Letzteren kann man sich im auf 2.100 Meter gelegenen Ort Khaling überzeu- gen, in dem sich alles um kunstvolle Weberei dreht. Oder dem Bergdorf Khoma, in dem die Frauen des Dorfes in geselliger Runde vor ihren Häusern sitzen, um ihre traditionellen Kira-Kleider aus Seide zu weben. Eine der am tiefsten verwurzelten Traditionen des Landes ist außerdem die Papierherstellung. Früher den Mönchen in den Klöstern vorbehalten, kann man zarte Papierobjekte wie Umschlä- ge, Rahmen oder Briefpapier vielerorts erwer- ben. Besonders schön geht das beim Besuch im Gomphukora-Kloster, einer traditionellen Werkstätte für Papier und Holzschüsseln so- wie einer Schule für Kunsthandwerk. ÖSTERREICH IN BHUTAN Unterwegs stößt man übrigens o# auf Pro- jekte, die mit österreichischer Unterstützung realisiert wurden. Vom Kleinkra#werk in der Nähe von Mongar im subtropischen Hoch-
Per Gesetz müssen in Bhutan rund 60 % des Landes permanent mit Wald bedeckt sein.
land bis zum Tourismuskolleg Royal Institu- te of Tourism Hospitality in der Hauptstadt !impu. Diese thront malerisch über dem Dochu La-Pass, umgeben von 108 Chorten genannten Kultbauten, die diesem Ort eine beeindruckende Atmosphäre verleihen. Ob- wohl die Stadt mit ihren mittlerweile ca. 90.000 Einwohnern rasant wächst, wird strikt auf einen traditionellen Baustil geachtet. Ein königlicher Erlass schreibt vor, auch einfache Bauernhäuser nach wie vor aus Holz, Lehm und Ziegeln ohne Nägel zu bauen. FEST DER SINNE De"nitiv ein Highlight der Reise: die „Dzong“ genannten buddhistischen Klosterburgen des Landes. Das Jakar-Tal von Bumthang gilt als Wiege des bhutanischen Buddhismus und beherbergt viele der wichtigsten Klöster. Im Paro-Dzong erlebt man religiöse Rituale da- gegen hautnah mit. Hier "ndet das traditio- nelle Tsechu-Fest zu Ehren von Guru Rimpo- che statt, der den Buddhismus nach Bhutan brachte. Den Tänzern mit ihren kunstvoll ge- schnitzten Masken und bunten Seidengewän- dern zuzusehen, ist ein Erlebnis, das man nie vergisst. Die Tänze dienen dazu, den Geist zu reinigen und gutes Karma zu sammeln. Der letzte Tag des Fests ist der zeremoniellen Ent-
faltung und Prozession des riesigen Gemäldes von Guru Rimpoche gewidmet – ein Ereignis, das nur einmal im Jahr statt"ndet. NATURSCHUTZ ALS GESETZ Glasklare Lu# lässt den Blick frei auf das im- posante Himalayagebirge, Schwarznacken- kraniche segeln durch die Szenerie – es liegt nahe, dass Umweltschutz in Bhutan einen hohen Stellenwert besitzt. Bereits Anfang der 1970er-Jahre verbreitete Bhutans vierter Kö- nig, Jigme Singye Wangchuck, die Idee des Bruttonationalglücks, einer sozial- und um- weltverträglichen Alternative zum kapitalis- tischen Bruttonationaleinkommen. Echtes Wachstum, so der König, sei nur möglich, wenn die Erhaltung der Natur und ihrer Res- sourcen sowie eine gerechte, demokratische Staatsführung gesichert seien. Ein Leitsatz, den man seitdem umsetzt: In der Verfassung ist beispielsweise verankert, dass ständig min- destens 60 % des Staatsgebietes mit Wald be- deckt sein müssen. Und was wäre eine Reise nach Bhu- tan ohne das Postkartenmotiv schlechthin? Nach dem Aufstieg zum hoch im Felsen ge- legenen „Tigernest“-Kloster Taktshang spürt man trotz zwei- bis dreistündiger Gehzeit auf 3.100 Meter einfach nur pures Glück.
3. Oktober 2023 ab € 15.990 p. P.
Frauen tragen das traditionelle Gewand „Kira“, meist aus bunter Baumwolle oder Seide. Das männ- liche Äquivalent heißt „Gho“.
Besondere Orte: In den „Stupa“ ge- nannten Bauten wurden im frühen Buddhismus Reliquien des Buddha aufbewahrt.
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