HINTER GRUND
SICHER IST SICHER Damit Bauchweh nicht zum finanziellen Fiasko wird. Wenn Medical Director Matthias Karrer und Andreas Sturmlechner, Vorstand der Europäischen Reiseversicherung, aus dem Nähkästchen plaudern, wird klar: Ohne Reiseversicherung geht’s nicht. D en Gedanken, dass im Urlaub etwas passiert, will man nicht zulassen. Doch die Traumreise kann schnell zum Albtraum werden. Ein einziger Arztbesuch im Ausland reicht. Aber dazu später mehr. Europäischen Reiseversicherung. So berichtet er etwa von einer jungen Dame, die während ihres Türkeiurlaubs auf Anraten des Arztes eine Nacht im Spital verbringen musste. Diagnose: zu viel gegessen. Kosten: 1.500 Euro für diese einzige Krankenhausnacht. Dr. Matthias Karrer ist als leitender
„Ein Kollege hat im Spital in Hurghada angerufen, fand einen Kinderchirurgen, und der Kleine wurde gleich operiert.“
dann auf 65 Meter genau, wo sich der Patient be"ndet und welche Versicherungspolizze zuzuordnen ist. Einsatzzentrale und App sind miteinander verknüp#, um bei einfachen Fragen schnelle Antworten zu bekommen. Dafür hat Karrer eine Checkliste erarbeitet, nach welcher die Mitarbeiter der Zentrale in den Computer die Symptome eingeben und so entscheiden, wie die Lage gehandhabt wird. Auf diese Weise kann etwa ein Fall wie jener in der Türkei vermieden werden. Dabei ist dieser nichts im Vergleich zu jenen Kosten, die in den USA anfallen würden. „Dort kostet eine einfache Ultraschalluntersuchung gleich 3.000 bis 4.000 Dollar. Und da reden wir noch nicht von einer Computertomographie“, weiß Matthias Karrer. Und ja, leider: Es geht noch teurer. „In Florida erlitt eine Dame zuletzt eine Gehirnblutung. Am Ende lagen die Kosten bei einer Million Dollar“, berichten Sturmlechner und Karrer. Hier half die Europäische Reiseversicherung gemeinsam mit einer Kredit- kartenversicherung der Patientin, die Rech- nungen zu decken. Grundsätzlich sei bei einer passenden Versicherung aber „die Rückholung ohne Begrenzung zu 100 Prozent gedeckt“, sagt Andreas Sturmlechner. Schließlich kann eine solche sehr teu- er kommen. Und das nicht nur bei einem Am- bulanz-Jet, wo man mit bis zu 280.000 Euro
rechnen muss, wenn er von den Seychellen kommt, sondern auch bei sogenannten Stret- chern. Das sind Tragen, auf denen Patienten auf Linien$ügen transportiert werden. Karrer weiß: „Ein Stretcher ist in Europa nicht viel günstiger als ein Ambulanz-Jet.“ Besonders ist den zwei Fachleuten je- doch eine andere Geschichte in Erinnerung ge- blieben: Ein dreijähriges Kind war mit seinen Eltern auf Urlaub in Hurghada. Es klagte über schlimme Bauchschmerzen. Nach einer Un- tersuchung stellte sich heraus: Der Darm hatte sich überstülpt! Eile war geboten. „Ein arabisch sprechender Kollege hat im Spital in Hurghada angerufen, es gab dort einen sehr guten Kin- derchirurgen, und noch in derselben Nacht ist der Kleine operiert worden“, sagt Karrer. Zum Glück ist auch hier alles gut gegangen. Aber ohne die Reiseversicherung hätte man nicht so schnell reagieren können. Fazit: Die Kosten einer Reiseversi- cherung beginnen bei 15 Euro für Europa. Das ist im Vergleich zu den Kosten einer Kranken- hausrechnung aus dem Ausland kalkulierbar. Die rasche Unterstützung durch die Einsatz- zentrale ist eine große Entlastung im Notfall. Aber am Ende zählt für Sturmlechner, Karrer und die Europäische Reiseversicherung stets nur eines: Dass die Kunden sicher und gesund wieder heimkommen.
Während in den letzten Jahren die Arbeit der Reiseversicherer vor allem von der Corona-Pandemie geprägt war, rücken jetzt
Notfallmediziner in ständiger Abstimmung mit der Einsatzzentrale, die rund um die Uhr erreichbar ist und weltweite Einsätze
wieder andere Aspekte in den Fokus. Genau deswegen sollte man keinesfalls auf seine Reiseversicherung vergessen. „Zwar betri! ein Großteil unserer Fälle den 08/15-Bereich, also
„Die Rückholung ist ohne Begrenzung zu 100 % gedeckt.“
koordiniert. Daneben leitetet er auch den „Reisedoc“, ein Portal, das telemedizinische Beratung für Reisende ermöglicht. Mittels der „Meine Urlauberia“-
Husten, Ohrenschmerzen oder Infekte“, erzählt Matthias Karrer, Medical Director von Europ Assistance Österreich. „Aber schon solche Fälle können ordentlich ins Geld gehen“, ergänzt Andreas Sturmlechner, Vorstand der
App können sich Reisende immer, wenn sie sich unwohl fühlen, mit dem „Reisedoc“ verbinden lassen. Einer von zwölf Ärzten steht dort 24 Stunden pro Tag für Konsultationen zur Verfügung. Dank GPS-Tracking weiß dieser
ANDREAS STURMLECHNER & DR. MATTHIAS KARRER
Nach Abschluss der HLF Krems im Jahr 1984 landete Andreas Sturmlech- ner nach verschiedenen Positionen in Reisebüros und bei Reiseveranstal- tern sowie nach Abschluss eines berufsbegleitenden Marketingstudiums schließlich bei der Europäischen Reiseversicherung AG. Seit Juni 2014 ist er Vorstandsmitglied. Privat brilliert er als Reisefotograf. Seine Fotos sind unter sturmlechner.at zu bewundern. Dr. Matthias Karrer ist Notarzt, Intensivmedi-
ziner, Anästhesist und Medical Director der Europ Assistance Österreich und der Schweiz sowie Chefarzt und Chef-Reisedoc der Europäischen Reiseversicherung. Zusammen mit seinem erfahrenen Team führt er die Rückholung verunfallter, verletzter oder schwer erkrankter Reisender aus allen Teilen der Erde durch und verbringt dabei viel Zeit in Ambu- lanzjets. Privat ist er am liebsten mit dem Fahrrad unterwegs.
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