Mein Haus & Grund - Grün in der Stadt

Mein Haus &Grund Eigentum. Schutz. Gemeinschaft. Schleswig-Holstein

Entsiegelt Grüne Insel statt Asphalt Rausgebaut Durchgrüntes Leben im Obergeschoss Freiräume Stadtgemeinschaft durch mehr Grün Grün nach oben Der Natur ein Stück zurückgeben

Grün in der Stadt

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EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

nur die Kulturhauptstadt Europas in diesem Jahr, sondern auch Vorreiter beim „Urban Gardening“. Wir hoffen, Sie mit unserem neuen Magazin zu inspirieren, sei es, im eigenen Hinterhof oder auf dem Dach aktiv zu werden oder zu einem Trip, um unsere nördlichen Nachbarn zu besuchen und die „hyggeligen“ Plätzchen in Dänemark zu besich- tigen. Wir wünschen jedenfalls viel Spaß bei der Lektüre.

Städte sind sexy, aber ein wenig Grün wäre na- türlich – im wahrsten Sinne des Wortes – auch ganz schön. Darum spiegeln „Urban Gardening“ beziehungsweise „Grün in der Stadt“ den aktu- ellen Trend wider, die Vorzüge der Stadt mit einer individuellen grünen Oase zu kombinieren. Beglei- ten Sie uns auf einem Streifzug durch schmucke Hinterhöfe, wo sich die Eigentümer ein individu- elles Kleinod geschaffen haben. Wir zeigen Ihnen ökologische Projekte für die Bewohner eines Quar- tiers, aber ohne erhobenen Zeigefinger. Highlight ist sicherlich unser Ausflug nach Aarhus, nicht

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Grün nach oben 26

INHALT |  5

Entsiegelt 10

INHALT

15

Fakt

Standpunkt

Rausgebaut

6

36 Freiräume schaffen

Die Zahl der Ausgabe und was sich dahinter verbirgt

Menschen

Titelthema: Grün in der Stadt

18

42 John Langley

Urban Gardening – mehr als nur eine Floskel

Lebensraum

10 Entsiegelt

Grüne Insel statt Asphalt

Verschiedenes

15 Rausgebaut

Durchgrüntes Leben im Obergeschoss

46 Wohntipp

Knutzen Wohnen

28

18 Freiräume

48 Chef.Koch.Tipp.

Stadtgemeinschaft durch mehr Grün

Ein Gericht mit Tradition

52 Impressum

26 Grün nach oben

42

Der Natur ein Stück zurück- geben

54 Mitglied werden

E-Mobilität

Wie es geht, warum es sich lohnt

Lademöglichkeiten 32

Freiräume

Ratgeber

Rechtstipp

John Langley

Nachbarrecht 34

28 Lebensraum

Das multifunktional genutzte Dach

Wohntipp

Knutzen Wohnen 46

32 E-Mobilität

Eine Säule der Zukunft

34 Rechtstipp Nachbarrecht

Interview

36

Chef.Koch.Tipp. 48

FAKT   7

FAKT

Die Zahl der Ausgabe 10

Dänemark ist in vielen Dingen, besonders im Design und mit frischen Ideen Vorreiter. Aber auch bei uns gibt es gute und interessante Ansätze, mehr Grün in die Stadt zu bringen. Dieses Magazin zeigt Ihnen einige. Stockwerke hat der 2013 im dänischen Aar- hus fertiggestellte Komplex, entworfen vom Architekten Julien De Smedt. „Isbjerget“ (Eisberg) ist ein einmaliger, zu dem neuen Stadtteil Ø-Haven gehöriger Wohnkomplex auf dem nahe am Stadtzentrum gelegenen Hafengelände. Der Wohnkomplex ist so ge- staltet, dass man einen optimalen Blick auf das Meer hat. Außerdem ist das Gebäude kreuz und quer „aufgebrochen“, so dass es an schwimmende Eisberge erinnert. Doch sein Umfeld bietet dennoch überraschend viel Grün in der Stadt.

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Unsere Städte wachsen, der Bedarf an Wohnraum steigt. Zugleich wächst das Bedürfnis nach mehr Freiraum und Grün. Wie werden wir dem gerecht? Was können der Eigentümer und seine Mieter, was können die Kommunen tun? Ein leuchtendes Vorbild ist die europäische Kulturstadt Aarhus. Hier gibt es richtungsweisende Anregungen, wie man eine Stadt lebenswert Grün in der Stadt

umgestalten kann, ab S. 18 . Wie es mit dem öffentlichen Raum bestellt ist, erfahren Sie im Gespräch mit der Leiterin eines Grünflächenamtes und einem Landschaftsarchitekten ab S. 36 . Doch auch im Kleinen lässt sich viel erreichen. Beispiele aus Plön, S. 15 , und Kiel, S. 26 , dürfen gern nachgeahmt werden.

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Man bewegt sich dort nicht nur in historischen Mauern, sondern wandelt regelrecht auf historischem Pflaster. Fragt man Rainer Steffens zur Geschich- te dieser Hofanlage, sprudelt es nur so aus ihm heraus. Er ist Architekt und Stadtplaner, arbeitet mit seinem Büro in dieser Oase der Ruhe. Mit ihm haben wir einen kompetenten Führer, denn er war von Anfang an dabei. Das heißt: Natürlich nicht ganz von Anfang an. Denn immerhin finden Teile des heutigen Grundstückes schon im Jahre 1280 urkundliche Erwähnung. Und weitere 60 Jahre früher begann man mit dem Bau der Aegidienkirche, die in ihrer wuchtigen gotischen Aus- gestaltung von Kirchenschiff und Turm die Nachbarschaft dominiert. Typisch für Lübeck eben. In nun fast 800 Jahren hat dieses Quartier dauerhafte Veränderungen erfahren, ohne jedoch seinen Charakter zu verlieren. Die schlimmsten Eingrif- fe geschahen während der Nazizeit: Im Jahre 1938 durch die Schändung der benachbarten Synagoge in der „Reichskristallnacht“ und im Jahre 1942 durch den verheerenden Luftangriff auf Lübeck. Das meiste blieb allerdings erhalten und konnte in seinen wesent- lichen Bestandteilen für kommende Generationen bewahrt werden. Um diesen großen, vom Verkehrslärm verschonten Innenhof herum bietet sich dem Besucher ein Ensemble kleinerer und größerer Ziegelbauten. Teils im klassischen Backstein, teils im leuchten- den Gelbton gestrichen. Im zeitlichen Nacheinander, manchmal aber auch gleichzeitig, wurden in diesen Mauern Alte und Arme versorgt, lebten dort halbklösterliche Frauengemeinschaf- ten oder fanden Waisenkinder ein >>

Man merkt es sofort. Mit Rainer Steffens, dem Mitinhaber eines im Aegidienhof ansässigen Architekturbüros, hat man nicht nur einen Fachmann

als Gesprächs- partner. Er hat

die Umgestaltung maßgeblich und voller Begeiste- rung begleitet.

Entsiegelt

Grüne Insel statt Asphalt

Mitten im Herzen der Hansestadt Lübeck, zwischen Aegidienkirche und Krähenteich, liegt eine grüne Insel: Der Aegidienhof.

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Eine interessante Besonderheit zeigt uns Rainer Steffens: Auf den Wegen wandelt man über mit- telalterliches Pflaster. Bei Ausschachtungsarbeiten wurden – für Lübeck fast die Regel – ältere Schichten der Bebauung und der Hofbefestigung gefunden. Das unter dem Asphalt versiegelte Kopfsteinpflaster wurde geborgen und dient nun als Weg und Platz für die Bewohner. Man lebt also auf historischem Boden und begeht tagtäglich Steine, auf denen mittelalterliche Handwerker zur Arbeit schritten oder Waisenkinder gespielt haben. Wenn das nicht der Verzicht auf einige wenige Parkplätze wert ist? Die Altersstruktur der Bewohner der jetzt 64 Einheiten mit Wohnflächen zwischen 70 bis 140 Quadratmetern hat sich seit dem Start des Projektes und deren Einzug der ersten auch durchaus verändert. Viele sind hier äl- ter geworden, aber es gibt ebenso jüngere Menschen, die dort wohnen; auch Behinderte, denn ein Teil der Gebäude ist entsprechend eingerichtet. Man spürt und lebt die vielen Jahrhunderte Sozialgeschichte in diesen Mauern heute noch. >>

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bis an die Bäume heran. Gott sei Dank haben das fast alle überstanden. Sie sind nun Zeugen der grünen Vergan- genheit und zugleich ausdrucksvoller Bestandteil einer neuen, stadtgrünen Gestaltung.

Zuhause. Obdach- und Arbeitslose konnten in Werkstätten einer regelmä- ßigen Arbeit nachgehen. Doch nach dem Krieg veränderten sich die Verhältnisse und man wollte andere Wege gehen. So wurden große Teile der Gebäude zum Sozialamt der Stadt Lübeck umgewandelt. Mit all den damit verbundenen intensiven Nutzungen, überhaupt mit all den Veränderungen in der Anpassung an die neue Zeit. Die ge- samte, von großenteils mittelalterlichen Fassaden umrahmte Hoffläche wurde mit einer Asphaltschicht überzogen und diente so rund 30 Autos als Parkplatz. Sowas war wichtig, nicht nur damals. Auch heute klagen viele über zu wenige Stellplätze in der Altstadt. Ohne Rück- sicht auf Verluste zog man den Asphalt

modell. So konnte die Umgestaltung von Gebäuden und Hof beginnen. Ziel dieser Gemeinschaft war die Schaffung einer Form des Miteinan- ders, welches die Vorteile traditionellen Zusammenlebens wie auf dem Dorf mit modernen Bedürfnissen nach individu- eller Lebensgestaltung kombiniert. Dazu gehört selbstverständlich ein freundli- cher Umgang mit der Natur. Ökologie wurde und wird groß geschrieben. Die Anlage wird zentral per Blockheiz- kraftwerk mit Wärme versorgt; eine Regenwasser-Sammel-Anlage für einen Teil der Gebäude senkt den Trinkwasser- verbrauch. Und am ehesten begreifbar für das Auge ist die Umgestaltung des Innenhofes. Die ehemalige Asphalt- wüste wurde entsiegelt, überplant und begrünt und ist seitdem autofrei.

Umbruch nach dem Krieg

Es war Ende der neunziger Jahre, als Bürgerinnen und Bürger Lübecks und Umgebung zusammen kamen und eine Gemeinschaft bildeten. Damals wandelte sich das Bewusstsein und die Anschauung, was Wohnen in der Stadt bedeuten soll. Unterstützt von verschie- denen Stiftungen startete ein bis dahin einzigartiges sozial-ökologisches Wohn-

Ein Platz an der Sonne für Dr. Ursula Holzinger. Auch auf Gemeinschaftsflächen kann man die Ruhe genießen.

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Rausgebaut

Menschen mit unter- schiedlichen Einkommen wohnen als Singles, Familien, Alleinerziehen- de oder Wohngemein- schaften im Aegidien- hof. Die Werkstätten, Büros, Praxen bieten über 40 Arbeitsplätze. Hier: Mitarbeiter des Architekturbüros Meyer Steffens.

Der Hof kann von Besuchern und Passanten begangen werden, was angesichts der vielen Touristen in Lü- beck manchmal etwas Unruhe mit sich bringt. Andererseits lebt man nun mal im Herzen einer Stadt. So sieht es auch Dr. Ursula Holzinger, Mitbewohnerin seit dem Jahre 2002 und langjährige Betreiberin eines Bed & Breakfasts. Die damals bereits 70-Jäh- rige hat bis heute die Entscheidung, hierher zu ziehen, nicht bereut. Sie engagiert sich immer noch im Verwal- tungsbeirat dieser nach Wohnungsei- gentumsrecht organisierten Gemein- schaft. Und sie genießt ihren „Platz an

der Sonne“ vor ihrer Wohnung. Dort hat sie ein kleines Beet, eingefasst von Granitstein. Solche Beete finden sich vor vielen Wohnungen. Sie können von den Bewohnern eigenverantwortlich und nach eigenem Geschmack gestaltet werden. So ist Individualität gewahrt und es schafft sich jeder seine eigene kleine Oase. Für Ursula Holzinger be- deutet schönes Wohnen das Gegenteil von sich abschotten. Das mag manch- mal unbequem sein, ist aber belebend. Das merkt man der alten Dame in ihrer geistigen Frische regelrecht an.

das nicht zu knapp. Sie haben das für sich getan, lassen aber andere daran teilhaben. Sozial-ökologisch kann man das nennen, so wie es von Anfang an geplant war. <<

Durchgrüntes Leben im Obergeschoss

Eine Kleinstadt bietet meist ein grünes Umland. Doch auch im eng bebauten Zentrum kann man sich eine grüne Oase schaffen, sogar im Obergeschoss.

Die Initiatoren haben auf jeden Fall viel Grün in die Stadt gebracht. Und

„Statt mehr Wohnraum wollten wir für uns mehr Freiraum schaffen.“

liegt mitten im Zentrum, die Wohnung direkt über der Praxis. Seit 1887 wird in der Familie Feddersen „gebohrt“. Es ist nicht nur ein altes Haus, sondern eines mit viel Geschichte. Der Mittelteil stammt aus dem Jahre 1648. Rund um die Wohnung hat Niels Jarosch in den 90er Jahren ein grünes Refu- gium geschaffen. Ja, er selbst, denn wesentliche Teile stammen aus seiner

Hand. Lediglich der Holzfußboden ist professionell verlegt worden. Über 100 Quadratmeter begrünte Freifläche sind dabei herausgekommen, Blick auf den Großen Plöner See mit eingeschlossen. „Wir sind, wenn es irgendwie geht, fast immer hier draußen“, sagt der Hausherr und zündet sich eine Pfeife an. Die Begrünung und Bepflanzung schirmt einerseits ab und schafft >>

Dr. Niels Jarosch fasst zusammen, was den besonderen Reiz der gemeinsam von ihm und seiner Partnerin Dr. Anna Feddersen bewohnten Stadtwohnung ausmacht. Beide sind Zahnärzte und leben seit langem in Plön. Ihr Haus

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Der Blick auf „grauer Städte Mauern“ ist fast komplett verstellt. Den Ausblick auf den Großen Plöner See genießen Dr. Anna Feddersen und Dr. Niels Jarosch aber natürlich besonders gern auf ihrer Rundum-Terrasse.

ten, die die kleine Kreisstadt besuchen, so an ihre ehemalige Besitzung Island erinnert fühlen könnten. Nur dass es dort derartig viel Grün auf einer Terrasse im Ortszentrum wohl kaum geben dürfte. << Tipp: „So ganz nebenbei bauen wir Kartoffeln an. Das reicht für fünf bis sechs Mahlzei- ten. Tomaten, Paprika und diverse Kräu- terpflanzen gibt es auch. Das kann man auf jedem Balkongarten sehr gut ziehen. Wenn die Bewässerung stimmt.“

man Hölzer mit einem GFK-Gemisch oder Epoxidharz dauerhaft wetterfest machen kann und wollen sich danach erkundigen. Ähnliches kennt man ja auch aus dem Bootsbau, wo entspre- chende Beschichtungen aggressive Umwelteinflüsse abmildern. Edda, der Isländer-Hündin macht das keinen Kopf. Sie beschäftigt sich ihrer Art entsprechend mit der Abwehr von Möwen. Auch wenn hier – anders als in ihrer Heimat – trotz der Nähe zum See keine Fische zum Trocknen aufge- hängt werden. Mitten im Ortszentrum sähe das auch etwas merkwürdig aus. Obwohl sich die vielen dänischen Touris-

andererseits den Eindruck, man säße in einem Garten. Übrigens sind beide natürlich Haus & Grund-Mitglieder. Des- wegen wollen sie Nachahmern gern ei- nen Ratschlag mit auf den Weg geben. Die Gestaltung des Fußbodens würden sie heute anders machen. Angesichts unserer doch etwas feuchten Wetterla- ge leidet ein Holzfußboden wie dieser ziemlich stark. Sie haben gehört, dass

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Kopenhagen kennt jeder. Aber Aarhus? Dabei ist das die zweitgrößte Stadt in Dänemark, mit ihren rund 270.000 Einwohnern etwa vergleichbar mit der Landeshauptstadt Kiel. Dort, keine 200 Kilometer hinter der deutschen Grenze, hat in den letzten zwei Jahrzehnten eine ebenso rasante wie spannende Entwicklung stattgefunden. Denkt man an innovative Stadtgestal- tung, interessante Architektur, originelle Lösungen und mehr Grün in einer Stadt, kommt man in Fachkreisen fast zwangsläufig auf Aarhus. So war es nur sinnvoll, dass sich im Juni 2017 eine Delegation von Haus & Grund auf den Weg machte, begleitet von Vertretern der NordBau sowie des Verbandes der Landschaftsarchitekten, geführt von dem Stadtplaner Wulf Dau-Schmidt. Dessen Ortskenntnisse und die Beherr- schung der dänischen Sprache sollten sich im Laufe des Tages als sehr vorteil- haft erweisen. Nach nur dreistündiger Fahrt stand die Besichtigung des ersten interes- santen Objektes an. Die Ringgade ist eine mehrspurig gebaute innerörtliche Umgehungsstraße, wie wir sie auch aus unseren Städten zur Genüge kennen. Sie wurde bereits in den vierziger Jahren angelegt. Entsprechend gestaltet sind die sehr schlicht gehaltenen Wohnhäu- ser, typischer sozialer Wohnungsbau, wie man ihn auch bei uns findet. Größer, heller, besser nutzbar Was hier beeindruckte, war zweierlei. Die ursprünglich sehr kleinen und nicht gut belichteten Wohnungen sollten modernisiert und vergrößert werden. Erschwerend kam hinzu, dass aufgrund

der Bau- und Stadtentwicklungsge- schichte die Gebäude zur Straßenseite hin unter Denkmalschutz stehen. Däni- sche Architekten sind jedoch in solchen Fällen gemeinsam mit den Behörden offensichtlich zu originellen und noch dazu ansprechenden Lösungen fähig. Rückseitig wurden neue Gebäudetei- le angesetzt und so die Wohnungen nicht nur vergrößert, sondern auch mit Balkonen beziehungsweise Loggien ausgestattet. Besonders aufschlussreich in Bezug auf das Thema dieses Heftes war jedoch, wie man für die Bewohner Freiräume und mehr Grün schaffen konnte. Auf den Flachdächern wurden Terrassen angelegt, großzügig ausgestattet mit Holzfußboden und großen Pflanzbe- hältnissen. Alles ist klar gegliedert, wie die Baukörper selbst. Diese Terrassen werden von den Bewohnern – nur sie haben Zugang dazu – gern zum Auf- enthalt genutzt. Besonders für Mieter kleinerer Wohnungen, es gibt insgesamt 23 verschiedene Wohnungstypen in dieser Anlage, ist das eine willkommene Gelegenheit, sich zu entfalten und da- bei die Sonne und, wie an diesem Tag, den frischen Wind zu genießen. Zudem beobachtet die Genossenschaft, der das Objekt gehört, eine wesentlich größere Bereitschaft der Bewohner, sich für das Haus und sein Umfeld verantwortlich zu fühlen. Die Identifikation mit dem Mietshaus wird so gesteigert. Dachflächen, die nicht als Terrassen genutzt werden können, dienen zur Erzeugung von Warmwasser und Strom. Ein vorbildliches Beispiel, aus schlichten Gebäuden ein attraktives Wohnumfeld zu gestalten. Hier, wie übrigens fast überall auf unserer kleinen Exkursion, findet man weder herumliegenden Müll noch beschmierte Wände oder in

Freiräume

Aufschneider im besten Sinne: So schafft man besseren Wohnraum in kleinteiliger Bausubstanz.

Schichten mit Aufklebern verunzierte Lichtmasten. Ein Grund dafür dürfte in der gemeinschaftlichen Entwicklung des eigenen Wohnumfelds liegen. In Däne- mark gilt zudem ein starkes Mitsprache- recht der Bewohner bei vielen gestal- terischen Maßnahmen der Eigentümer. Nach Aussage des vor Ort tätigen Verwaltungspersonals achten die Men- schen in solchen Anlagen viel stärker darauf, sie in einem ordentlichen Zu- stand zu erhalten. Verantwortungsge- fühl durch Teilhabe, so könnte man das umschreiben. Dieser Gedanke wird uns an dem Tag noch häufiger begegnen. Gebäude können eine Wohltat fürs Auge sein. Und wenn sie sich vom üblichen Einerlei moderner Architektur abheben, gilt das nicht nur für heimeli- ge Altbauten. Am Ø-Haven entsteht ein Stadtquartier modernster Bauart. Noch ist alles neu und irgendwie unfertig. >> Urban Gardening als Zwischennutzung

Stadtgemeinschaft durch mehr Grün

Haben Sie schon einmal an Aarhus gedacht, wenn es um moder- nen Städtebau abseits der großen europäischen Metropolen geht? Wie es eine mittlere Großstadt schafft, Image und Stadtbild zum Positiven zu verändern, können Sie hier sehen und lesen.

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durch die Wohnungsunternehmen in Zusammenarbeit mit der Stadt eine entsprechende Fläche zugewiesen.

Kleinstgärten mit Warteliste

Der Bedarf dafür ist groß, 500 Men- schen stehen noch auf der Warteliste. Das Grundstück, das wir besichtigt haben, liegt in exponierter Lage direkt zwischen dem neuen Stadtteil und der Ostsee. Natürlich wird es eines Tages bebaut werden, weil es wertvoll ist. Dann verschwindet die Anlage. Das geschieht jedoch ganz undramatisch, denn alles ist auf Europaletten aufge- baut und kann ohne weiteres mittels eines Gabelstaplers umziehen. Rechtzei- tig vor Baubeginn wird den kleinen und großen Gärtnern dann eine neue Fläche zugewiesen. Ziel ist nicht in erster Linie, die Gemüseversorgung der Ortsbevölke- rung sicherzustellen. Aber dieser kleine Beitrag hilft, sich nicht nur mit seinem Umfeld zu arrangieren, sondern es auch zu gestalten. So wächst eine starke emotionale Bindung zur Nachbarschaft und zur Kommune. Vielleicht ist auch das einer der Gründe, warum es überall in dieser Stadt so sauber und ordentlich zugeht. Das Flachdach als Freiraum und Augenweide Direktør Kjeld Laursen sieht nicht unbedingt aus wie ein typischer Haus- verwalter. Eher wie jemand aus dem Kreativbereich oder vielleicht ein Lehrer. In der Tat war er in seinem vorigen Leben Dozent an der Fachhochschule. Er wollte jedoch nach mehr als zwei Jahrzehnten Lehrtätigkeit noch einmal etwas anderes machen. Nun ist er Chef einer Wohnungsgenossenschaft mit 5.000 Wohneinheiten und so auch von

den 260 Wohneinheiten an der Dagmar Pedersen Gade 42, den Havnehusene. Die Bewohnerstruktur dieses Kom- plexes ist gewollt durchmischt. Ältere Menschen wohnen dort, Behinderte, aber auch sehr viele junge Familien und überhaupt Jugendliche. Für die gibt es 179 Wohnungen, nicht zuletzt bewohnt von Studenten der örtlichen Hochschu- len. Der Block teilt sich auf in etwas teurere und leicht aufwändiger gestal- tete frei vermietete Wohnungen und in solche, die sich Sozialwohnungen nen- nen. Für letztere beträgt der Mietpreis 12,50 Euro pro Quadratmeter im Monat und das in dieser hervorragenden Lage am Wasser. Das ist sehr günstig im Ver- gleich zu den Einkommensverhältnissen in Dänemark und vor allem im Vergleich zur Lage, Gestaltung und Ausstattung dieser Wohnungen. Besonders interessant sind die für Deutschland völlig ungewöhnlichen Dachlandschaften. Acht grüne Dach- terrassen, versehen mit als Gemein- schaftsraum für kleine Zusammenkünfte nutzbaren Gewächshäusern, bieten einen ökologischen Ausgleich. Dass sich die Mieter über die Nutzung und

auch die Verwaltung dieser Gemein- schaftsflächen selber Gedanken machen müssen, ist eigentlich die Hauptsache. So entsteht ein Verantwortungsgefühl für das Haus. Offensichtlich funktioniert das sehr gut, was Kjeld Laursen bestä-

für‘s Auge; wie angenehm doch gegen- über den sonst üblichen Flachdächern mit grauer Teerpappe oder bestenfalls Kieselsteinen. >>

Die Bewohner fühlen sich einbezogen.

tigt. Auch hier, wie bisher überall auf unserer Rundreise, ist alles sehr gepflegt und zeigt keinerlei Spuren der Vernach- lässigung. Nun muss man allerdings hinzufügen, dass diese Anlagen noch sehr neu sind. Sollte es jedoch so wie bisher klappen, sind alle zuversichtlich, dass auch in den nächsten Jahren die Bewohner nicht nur zufrieden sind, weil sie eine Wohnung gefunden haben. Sie fühlen sich einbezogen und bekommen dazu die Möglichkeit, sich außerhalb ihrer Wohnung auf einer Freifläche oder aber in einem gläsernen Versammlungs- raum auf dem Dach entfalten zu kön- nen. Übrigens lohnt der Ausblick auf die nicht mit Terrassen und Glashäusern genutzten Flachdächer. Alle sind auf- wändig begrünt und bieten Erholung

Dennoch wird schon jetzt erkennbar, was hier eines Tages entstehen wird. Wohnungen für gut Betuchte, aber auch für den Normalbürger. Natürlich nutzt man auch in Dänemark die Bau- flächen optimal aus. Jedoch immer mit einem Seitenblick auf die Umgebung

und die Verbesserung der Lebensquali- tät. Am Ø-Haven wollte man einen Bei- trag zur Stadtentwicklung und zugleich zu einem „essbaren Aarhus“ leisten. Auf 6.000 Quadratmetern, einer für eine spätere Bebauung vorgesehenen Fläche, ist Platz für 300 „Stadtbauern“. In transportablen Kisten bewirtschaften sie das Gelände und bauen dort Gemü- se, Erdbeeren, Kräuter oder einfach nur Blumen an. Das funktioniert, weil sich der Weg dorthin als richtig erwies. Erst organisiert man, dass sich Bürger zu- sammen finden, die eine solche Fläche bewirtschaften wollen. Dann wird ihnen

Ein Blick von oben gewährt neue Erkenntnisse. Buntes Blühen statt grauer Dachpappe, Gewächs- häuser, zugleich auch Aufenthaltsräume und ein stolzer Hausverwalter. Direkt ø r Kjeld Laursen (rechts) stellt dieses Wohnmodell vor.

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Mejlgade Karré: Gemütlichkeit zwischen alten Miethäusern Nein – der Zugang zum gemütlichsten Gemeinschaftshof in Aarhus sieht nicht so toll aus. Umgeben ist dieser von älteren Häusern aus dem Beginn des vo- rigen Jahrhunderts. Teilweise befinden sich Nutzungen in den Erdgeschoss- läden, die den Betrachter nicht sofort erkennen lassen, ob sich das Geschäft lohnt. Aber viele Wohnungen gibt es dort und die Lage ist zentral. In der Molsgade wurden beginnend mit den achtziger Jahren in sehr vielen Blöcken private Flächen im Innenbereich zusam- mengelegt. Ähnlich wie bei uns waren sie durch Mauern und Zäune getrennt und teilweise durch kleine Werkstätten, Schuppen und ähnliche Nebengebäude bis zur Unkenntlichkeit hin bebaut. Nur wenig Grün zeichnete diese Flächen aus.

Gemeinsam nutzen Eigentümer und Mieter ehemals triste Innenhöfe.

mitmachen. Ursache dafür könnte sein, dass sich die Wohnungen in Eigentums- wohnungen, freie Mietwohnungen und kleine Genossenschaftswohnungen auf- teilen. Das private Grün grenzt sich aber zumindest optisch nur wenig ab und schließt sich von der Gemeinschafts-

Straßenraum als Sozialraum verloren ge- gangen. Der Verkehr hat die Straße als Begegnungs- und Spielfläche verdrängt. In Aarhus hat man es erkannt, wie ein Ausgleich relativ einfach geschaffen werden kann. So sind die Grundstücks- werte gestiegen; die Mieten aber auch. Dennoch findet man keinen Bewohner, der mit seiner Wohnung und seinem grünen Umfeld unzufrieden wäre. Peter Drejer, dem wir zufällig begegnen, ist seit Anfang an mit dabei. Auch er ist Hochschullehrer. Er gibt zu, dass nicht alles immer reibungslos verlaufen ist.

Trotzdem möchte er mit seiner Fami- lie aus dieser Anlage, deren Ansätze bereits 1983 geschaffen wurden, nicht wegziehen. Sein Tipp: „So ein Projekt muss nicht von Anfang an hundertpro- zentig perfekt sein. Denn dann wäre es sofort tot. Man muss nur einfach einmal anfangen.“ Vielleicht sollte sich dieser Ansatz auch bei uns herumsprechen. Haus & Grund ist dafür der richtige Ansprechpartner. >>

Rahmen eines Wettbewerbes als der gemütlichste ausgezeichnet wurde, wird beim Betreten klar. Hat man den schmalen Durchgang durch eines der Gebäude passiert, erschließt sich eine multifunktional genutzte, durchgrünte Innenhoffläche. Es ist immer wieder erstaunlich, und das nicht nur in Däne- mark, wie viel Platz in blockrandbebau- ten Altstadtquartieren vorhanden ist.

Leider jedoch für die wenigsten nutzbar, weil „zugestellt“ mit inzwischen ihrer ursprünglichen Funktion beraubten Kleinbauten. Was hier auffällt, sind sehr gut genutzte Gemeinschaftsflä- chen. Viele Spielgeräte befinden sich dort. Auffällig ist eine ganze Reihe gut genutzter, aber klar privat abgegrenzter Zonen. Nicht alle Eigentümer wollten bei der gemeinschaftlichen Nutzung

Einfach mal anfangen

Aarhus „hyggeligster“ Hof

fläche nicht völlig aus. Das Bedürfnis nach solchen Hofflächen dürfte auch in Deutschland vorhanden sein. Sowohl bei uns als auch in Dänemark ist der

Das hat sich grundlegend geändert. Dass dieser Gemeinschaftshof im

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Interior Design

Zwei Architekten, eine Grundhaltung. Elsebeth Terkelsen aus Aarhus und der Kieler Wulf Dau-Schmidt. Er war es, der uns in Aarhus im wahrsten Sinne Tür und Tor öffnete. Beide sehen „Grün in der Stadt“ als dynamischen Prozess. Manchmal gehört sogar ein kleines Tiergehege mit dazu (unten).

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Intakte Stadtgesellschaft Eingeladen von Elsebeth Terkelsen, Architektin und Geschäftsführerin des „Verbandes für nachhaltig arbeitende Kommunen und Wohnungsunter- nehmen“, konnten wir zwei unter- schiedliche Nutzungen von Innenhöfen besichtigen. Elsebeth Terkelsen wohnt in der Norsgade, einer ehemaligen Arbeitersiedlung, die Ende des neun- zehnten Jahrhunderts auf dem früheren

mit großen Vorbehalten statt freudiger Erwartung begrüßt wird, könne sich kein guter gemeinschaft- licher Geist entwickeln.“ So ein guter Geist scheint auf dem Grundstück von Frau Terkelsen zu leben, denn er lässt sogar den Anbau von Wein zu. Noch mehr zeigt sich das aber in unmittelbarer Nachbarschaft. Im Børnens Jord öffnet sich ein quicklebendiger Quartiersspielplatz mit Kinderbau- ernhof, Jugendtreff und Plätzen für familiäres Bei- sammensein. Er wird ehrenamtlich betrieben und existiert seit 45 Jahren innerhalb dieser Blockrand- bebauung. Der Aufenthalt dort gleicht eher einem Freizeitpark in ganz kleinem Maßstab als einer Grünfläche im klassischen Sinn. Nicht nur die Kin- der der Bebauung sind zugelassen, sondern ganze Kindergartengruppen kommen hier zu Besuch. Beschwerden über Kinderlärm? Fehlanzeige! Ein Stückchen weiter treffen wir die Bewohnerin eines anderen, etwas intimeren Innenhofbereiches auf ihrer Terrasse an. Auch sie ist begeistert davon, innerhalb einer solchen Anlage eine Wohnung be- kommen zu haben. Sie pflegt ihre Terrasse und das Grundstück so, wie wenn es ihr Eigentum wäre. Was kann sich ein Eigentümer, eine Stadtgesell- schaft mehr wünschen, als so viel Identifikation mit Staat, Gesellschaft und Immobilie? <<

Galgenberg der Stadt Aarhus errichtet wurde. Wo sich rund fünf Familien auf engstem Raume drängten, leben heute zumeist nur zwei bis vier Personen in den kleinen Häusern, die sich farben- froh aneinanderkuscheln. Für Elsebeth Terkeslen ist das Thema „Grün in der Stadt“ ein dynamischer Prozess. Zum einen gebe es die pragma- tische Seite. Dazu gehört zum Beispiel

die Beherrschung des Regenwassers, angesichts der starken Regenfälle der letzten Jahre und der Versiegelung von Grund und Boden ein zunehmendes Problem. Hinzu komme der soziale Aspekt und das Wecken von Verant- wortungsgefühl bei den Einwohnern. „Man muss den Stolz auf die gesamte Gemeinde erzeugen, dann folgen die Eigentümer und Mieter. Wo alles nur schlecht geredet wird, jedes Projekt

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Kirsten Huß ist Bauingenieurin. 2015 hat sie sich entschlossen, an diesem, gemeinsam mit ihrem Partner bewohn- ten Haus eine Dachflächenbegrünung vorzunehmen. Beauftragt wurde eine Firma, die sich auf solche Arbeiten spezialisiert hat. Immerhin muss ja nicht nur die ökologisch sinnvolle Begrünung angelegt, sondern vor allem die Dichtig- keit gegenüber Durchfeuchtung in das Gebäude gewährleistet werden. „So ein Gründach unterhält sich aller- dings nicht von allein. Man muss sich schon ein wenig kümmern und es regel- mäßig begehen und pflegen.“ Kirsten Huß nutzt die Gelegenheit und rupft mal hier, mal dort ein wenig Gras oder andere Kräuter aus der Dachfläche. Meist wird das von Vögeln eingetragen. So steigt sie sich ab und zu sozusagen selbst aufs Dach. Für die sportliche und begeisterte Salsa-Tänzerin ist der Auf- stieg über die schmale Aluminiumleiter natürlich kein Problem. Hier sieht der Betrachter ein interessantes Detail. Mit „Grün“ hat es nichts zu tun, sondern mit Wohnqualität. Die Belichtung der darunter liegenden Räume erfolgt nämlich durch Lichtkuppeln im Dach. So etwas kennt man. Aber es gibt noch eine Besonderheit. Im ebenfalls erneuerten Ziegeldach des ursprüngli- chen Wohnhauses entdecken wir eine weitere interessante Lösung, sogenann- te Lichtkamine. Die führen das Licht durch eine Konstruktion in das Innere der Küche und des Gäste WCs. Von au- ßen kaum sichtbar, bieten sie im Hause schöne Lichteffekte. Auf dem Gründach aber summt und brummt es an diesem warmen Sommernachmittag. Bienen, Nebeneffekt „Lichtkamin“

Hummeln und viele andere Insekten scheinen sich dort sehr wohl zu fühlen und sorgen so für ihren „Lebensunter- halt.“ Kirsten Huß hat mitten in der

Stadt eine ökologisch wertvolle Fläche geschaffen, die zugleich der Lebens- qualität der Hausbewohner dient. Ein nachahmenswertes Beispiel! <<

Praxistipp

Wie ist die Nachfrage nach Gründächern? Die Nachfrage nach Dachbegrünungen steigt auch hier im ländlichen Raum an. Der Anspruch nach optisch anspruchsvoller Flächengestaltung und nicht zuletzt die Einführung der gesplitteten Abwassergebühren (Regenwasser in die Kanalisation oder Versickerung) haben dazu stark beigetragen. Was ist wichtig? Man sollte die Dachbegrünungen von einem „Spezi- alisten“ aufbringen lassen. Das bringt die Sicherheit, dass der Anwuchs funktioniert und der Kunde zufrieden ist. Wann kommt der Spezialist ins Spiel? Wir versuchen, den Dachbe- grüner so früh wie möglich miteinzubeziehen, da wir die besonderen Gegebenheiten der Baustelle und die Belange für die Dachbegrünung abstimmen und diese auch noch planerisch optimiert werden können. Worauf muss man bei der Dachabdichtung achten, wenn dar- auf begrünt wird? Die Abdichtung muss der Anwendungskategorie K2 entsprechen und wurzelfest nach der FLL-Richtlinie sein. Zusätzlich achten wir auf Abdichtungssysteme, die sich langjährig für diesen Einsatz bewährt haben.

Grün nach oben

Der Natur ein Stück zurückgeben

von Jürgen Gail, Geschäftsführer der Karl Stahl GmbH

Wieviel Quadratmeter Flachdachfläche es in Deutschland gibt, ist unbe- kannt. Es dürfte aber genug sein, um wertvollen Lebensraum in unseren Städten schaffen zu können. Kirsten Huß aus Kiel hat das umgesetzt.

„Entspannung pur“

Man muss schon auf eine Leiter steigen, wenn man die Vielfalt von Pflanzen und Insektenarten in Augenschein nehmen will. Gegenstand dieser Betrachtung ist ein Flachdach, errichtet mit einem Anbau an das behagliche, ursprünglich aber auch etwas kleine, ehemalige Siedlungshaus von Kirsten Huß. Es liegt in einer an sich schon sehr grünen und dennoch innenstadtnahen Einfamili- enhaussiedlung in der Landeshaupt- stadt Kiel. Rundherum gibt es große, teilweise sehr gepflegte, aber zum Teil

menschliche Nutzung von Grund und Boden entzogen wurde. Und in der Tat, es grünt, vor allem aber blüht es auf diesem sehr sorgfältig gestalteten Hausdach. „Richtig war, von vornherein eine Fach- firma damit zu beauftragen“, sagt die aus Neumünster stammende Eigentü- merin. Sie könne das nur empfehlen. Dass sie weiß, wovon sie redet und darauf achtet, worauf es ankommt, dürfte sich aus ihrem Beruf erklären.

auch etwas ursprünglich gestaltete Hausgärten. Dennoch wollte Kirsten Huß – ebenfalls Haus & Grund-Mitglied – von vornherein mit dem Anbau nicht nur im Inneren, sondern auch außen etwas Besonderes schaffen. Gewis-

Eine Fachfirma zu beauftragen, erspart viel Ärger.

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sermaßen der Natur ein wenig von dem zurückgeben, was ihr durch die

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zu beachten. Ein schönes Beispiel für eine Dachumnutzung ist die Spielfläche der Kindertagesstätte „Karlsson vom Dach“ auf einem Parkdeck der Span- dauer Arcaden in Berlin. Ein Teil des nicht ausgelasteten Parkdecks wurde abgetrennt und als nutzbare Spielflä- che mit Sandkasten und verschiedenen Spielgeräten ausgestattet. Aus stati- schen Gründen war zusätzlich kein ganzflächiger Gründachaufbau mehr möglich, doch die Planer fanden auch hier eine Lösung: Die Fläche wurde mit partiellem Grün in Form von großen Pflanzgefäßen (Optigrün-Pflanzgefäße Alu Typ Angular) mit Kleinbäumen aufgewertet. Das Dach der Zukunft in der Stadt der Zukunft baut auf Kreativität und multi- funktionale Nutzungen. Das begrünte Dach spielt dabei eine verbindende und damit zentrale Rolle. Man könnte die menschlichen „Freizeit-Bedürfnisse“, vereinfacht und auf die Dachnutzung bezogen, in vier Themenbereiche eintei- len: Leben, begegnen, spielen, ernten. Leben Leben auf dem Dach bedeutet zusätzli- chen naturnahen Wohnraum, vor allem

bei privat genutzten Dächern. Ausstat- tung als auch Nutzung mit Pflanzbee- ten, Heckenelementen, Rasenflächen, Teichanlagen und Terrassen sind vergleichbar mit ebenerdigen Gärten. In der Praxis lässt sich das mit der Grün- dach-Systemlösung „Gartendach“ um- setzen. Selbst kleine, vorher unbegrünte Dachterrassen lassen sich mit Hilfe von Pflanzgefäßen und partiellen Pflanzbee- ten aufwerten. Begegnen Begegnungen von Menschen gibt es auf Dächern von Krankenhäusern, Pflege- und Wohnheimen, jedoch auch bei Industrieunternehmen, die das Dach als Kommunikationsplattform und Pausenfläche nutzen. Die Begrü- nung kann je nach Intention, ob sie nur als Blickfang, als Sichtschutz oder als Aktionsfläche dienen soll, extensiv oder intensiv ausgebildet werden (Systemlö- sung „Naturdach“ oder „Gartendach“). Der zentrale Punkt der Planung ist die Gestaltung der begehbaren Wege- und Terrassenflächen, mit einem barriere- freien Übergang vom Gebäude ins Freie und einem Unterbau, der ebenso dauer- haft standfest ist, als auch zuverlässig das Wasser abführt. Die Systemlösung

Lebensraum

Das multifunktional genutzte Dach

Ungeahnte Nutzungsmöglichkeiten statt toter Winkel und öder Flächen, wie hier in Groningen.

Das Dach schützt uns. Vor Regen und Kälte zum Beispiel. Es ist also der direkte Nach- folger der Steinzeithöhle. Doch es kann noch mehr, sogar dem Umweltschutz dienen.

„Verkehrsdach“ ist nicht nur für Perso- nenverkehr, sondern im Bedarfsfall auch für Kraftfahrzeugverkehr geeignet. Spielen Den Bedarf nach Einrichtungen für Spiel, Sport und Spaß finden wir vor allem bei Kindertagesstätten und Reha- Einrichtungen, gerne kombiniert mit raumteilenden Pflanzbeeten und >>

Die bisherige Betrachtungsweise des Daches und seiner Nutzung ist in der Regel recht einfallslos und eindimensio- nal. Bauherr als auch Planer sind oft von einer bestimmten Vorstellung gefangen, ohne offen zu sein für andere Ideen und Lösungen, die sie umsetzen. Beispielsweise, wenn nur die solare Nutzung im Vordergrund steht und die komplette Dachfläche mit Photovol- taikmodulen versiegelt wird. Oder im anderen Fall eine „Billigbegrünung“ zur Ausführung kommt, um den Forde- rungen des Bebauungsplans gerecht zu werden. Ebenso eindimensional ist der Gedanke, beim „Urban farming“, alle Flachdächer mit Dachgewächshäu- sern zu bestücken. Im schlimmsten Fall wird das Dach überhaupt nicht weiter genutzt. Somit werden Bauplatz und Lebensraum verschenkt - und das bei den hohen Grundstückspreisen in den Großstädten.

Dabei lassen sich Photovoltaik und ökologischer Ausgleich durch Dachbe- grünung gut kombinieren. Das „So- larGrünDach“ fasst Photovoltaik und Dachbegrünung mit einer auflastgehal- tenen Aufständerung für Photovoltaik- module zusammen. Die aufgrund einer Bauauflage „zwanghaft“ eingeplante einfachste Extensivbegrünung kann sich durch wenig Mehraufwand in einen blühenden Blickfang oder eine nutz- bare Pausenfläche für die Bewohner, Mitarbeiter und Kunden verwandeln. Sie kann beim nachhaltigen Bauen das Zünglein an der Waage sein, um „Gold“ statt „Silber“ zu erreichen. Es gibt viele Dächer mit den notwendi- gen Lastreserven, die anderweitig ge- nutzt werden könnten. Der „Klassiker“

sind bekieste Dach- und Terrassenflä- chen, bei denen beispielsweise im Zuge von Sanierungen statt Kies zumindest eine extensive Dachbegrünung mög- lich wäre. 5 cm Kies sind etwa gleich schwer wie 8–10 cm Gründach. Als Faustformel: 1 cm Gründachaufbau im wassergesättigten Zustand wiegt etwa 13 kg/m². Dauerhaft nutzbare Inten- sivbegrünungen (Aufbau von etwa 25–80 cm, Pflanzen und Gestaltung, wie im ebenerdigen Garten, höherer Pflegeaufwand) mit einer Flächenlast ab etwa 300 kg/m² sind aufgrund des höheren Schichtaufbaus schwerer als Extensivbegrünung (nur zu Pflegezwe- cken begangen, dünner Aufbau von 8–15 cm, geringe Pflege) mit etwa 80–170 kg/m². Dies ist in der Vorpla- nung entsprechend des Nutzungsziels

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Sträuchern. Um der Forderung nach ausreichend Kita-Plätzen gerecht zu werden, wird immer öfter die Dach- fläche in die Planung miteinbezogen. Wenn höhere Gehölze verwendet werden, muss der Gründachaufbau eine mächtigere Substratschicht haben. Das wird regelkonform in der Systemlösung „Landschaftsdach“ mit zwei aufeinan- der abgestimmten Substratlagen umge- setzt: 35 cm Intensivsubstrat Typ i (mit organischen Bestandteilen) als obere Pflanzschicht und darunter das Unter- substrat Typ U (mineralisch) in variabler Höhe als Ausgleichs- und Füllschicht. Ernten „Urban farming“ ist derzeit in aller Munde. Ernten können wir natürlich auch auf dem Gründach, wie es seit Jahren praktiziert wird – sowohl auf kommerziell betriebenen Dachfarmen als auch bei privaten Dachgärten. Bei- spiele gibt es dazu aus aller Welt, ob in New York, Rotterdam, wo auf mehreren tausend Quadratmeter Dachfläche in größerem Maßstab verschiedene Obst- und Gemüsesorten angebaut werden, als auch in Deutschland, wo der private Selbstversorger mit seinem Eigenbedarf im Vordergrund steht.

Voraussetzung für ein funktionierendes Urban-farming-Dach ist ein bewährter Systemaufbau, wie die Systemlösung „Gartendach Typ Urban farming“. Hier sind vor allem die Festkörperdränage und das spezielle Substrat (Urban soil) hervorzuheben. Multifunktionale Dachnutzung. Das Beispiel Natürlich lassen sich alle angeführten Nutzungsformen kombinieren. Das Paradebeispiel hierfür ist eine Wohnan- lage im niederländischen Groningen: Über der Parkgarage befinden sich Staudenbeete und begehbare Rasenflä- chen als Nutzgarten für die unmittelbar angrenzenden Bewohner, ein größe- rer Spielplatz und eine Tennisanlage für Kinder und Sportbegeisterte, und für den Hobbygärtner sind sogar drei Gewächshäuser aufgebaut worden. Die unterschiedlichen Dachbegrünungs- und Nutzungsformen lassen sich mit den schon angeführten verschiedenen Systemlösungen fachgerecht und nach- haltig umsetzen. <<

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Verbraucher benötigen kompetente Hilfe

vorantreiben. „Wir gehen davon aus, dass die meisten Nutzer ihre Fahrzeuge zuhause aufladen werden“, so Bastian Bauhaus. Eine sogenannte Wallbox, eine intelligente Wandladestation, dient als Schnittstelle zwischen dem Auto und dem Stromnetz. Diese in der Regel dreiphasigen Ladepunkte mit einer Ladeleistung von 11 bzw. 22 kW sorgen für deutlich kürzere Ladezeiten. „Hierzu ist es für unser Unternehmen von Be- deutung, auch netzseitig entsprechend aufgestellt zu sein, um zu klären, ob beispielsweise die Anschlüsse und Lei- tungen einer erhöhten Dauerbelastung gewachsen sind“, betont Bauhaus. Welche Lademöglichkeiten sich im verdichteten Mietwohnungsbau in der Innenstadt bieten, ist für Kiel noch nicht geklärt. In Amsterdam beispielsweise haben die Anwohner die Möglichkeit, einen öffentlichen Parkplatz durch Aufbau einer Ladesäule als privaten Stellplatz zu sichern. Alle 100 Meter fin- det sich in dieser Metropole eine Säule mit zwei Ladepunkten für Elektroautos. Rapide nimmt die Dichte des gesamten Ladenetzes zu: Bereits 2018 soll es rund 4.000 öffentliche Auflademöglichkeiten in Amsterdam geben.

Einen Schwerpunkt setzt der Energie- versorger auf das Servicegeschäft. In ihren Planungen vorgesehen, haben die Kieler Stadtwerke die Installation eigener Ladestationen für den Markt: Intelligente Ladetechnik als Wallbox oder Standsäule mit bis zu 22 kW- Ladeleistung und kompatibel für alle europäischen Elektroautos. Zudem wird eine App den Überblick der Lademög- lichkeiten im Norden für Kiel, Hamburg, und Norderstedt erleichtern. An den Stromtankstellen im Versorgungsgebiet kann über diese App ohne vorherige Anmeldung oder Registrierung Strom getankt und per Smartphone oder über eine hinterlegte Kreditkarte bezahlt werden. Das Unternehmen selbst rüstet seine Fahrzeugflotte um 15 weitere Elek- troautos auf. Somit stehen bald 20 klimaschonende E-Mobile auf dem Be- triebshof. „Wir wollen und werden aus unserem Fuhrpark lernen“, schaut Mei- er in die Zukunft. Ein weiterer Feldtest mit der Universität sorgt ebenfalls für Erfahrungen und ein Mehr an Wissen zum Aufbau eines Lastmanagements

Eine Säule der Zukunft

Neue Technologien wirbeln den Mobilitätsmarkt durcheinander – und schaffen Zugang für andere Branchen. Ein Energiekonzept der Zukunft – ohne Elektromobilität nicht denkbar. „Bei uns herrscht Aufbruchstimmung“, freut sich Frank Meier, Vorstandsvor- sitzender der Kieler Stadtwerke. „Die Entwicklungen in der Branche schreiten voran – die Elektromobilität wird sich in den kommenden Jahren zum Wachs- tumsmarkt entwickeln, an dem immer öfter auch Unternehmen jenseits der Automobilindustrie partizipieren. Wir engagieren uns als Kieler Energieversor- ger bereits seit Jahren für die Unterstüt- zung nachhaltiger Mobilitätskonzepte in der Landeshauptstadt. Und sind in Kiel ganz vorn dabei“, unterstreicht er. Rund um das vernetzte Fahren und die Bereitstellung und Nutzung intelligenter Ladeinfrastrukturen entstehen zurzeit zahlreiche Dienstleistungsmodelle für Elektromobilität. „Grün in der Stadt“ heißt nicht nur Pflanzen und Gärten. Auch Lebensqua- lität durch eine gesunde Umwelt lässt sich darüber definieren. Und so landet man automatisch bei der Mobilität.

Elektromobilität

Kiel unter Strom. Hier sieht es mit Ladestationen für den Anfang schon ganz gut aus.

für Ladeinfrastruktur sowie der intelli- genten Steuerung.

„Wir sind dabei – und wir können Elek- tromobilität: Und das kommunizie- ren wir auch. Die Anforderungen, die sich aus der Etablierung nachhaltiger Mobilität ergeben, können nur in ge- meinschaftlicher Anstrengung zufrie- denstellend gemeistert werden“, ist sich Bastian Bauhaus sicher. <<

Das zukünftige Stadtwerke-Konzept zur E-Mobilität basiert momentan auf drei Säulen: Nachladen, aber wo? Insgesamt 50 mögliche Standorte im Versorgungsgebiet sind auf Grundlage des Geo-Informations-Systems (GIS) des Kieler Energieversorgers identifiziert worden. Sogenannte Points of Interest, wie Restaurants, Theater, Kinos oder Geschäfte, also von Passanten stark frequentierte Orte. „Hier lohnt es sich, Ladesäulen vorzusehen“, berichtet Bastian Bauhaus, Grundsatzplaner der Stadtwerke. Rund 20 Prozent der zukünftigen E-Mobilisten, so schätzt er, werden diese attraktiven Standpunkte zum Nachladen nutzen. Ein weitaus größerer Teil, rund 80 Prozent, lädt zuhause. Drei neue Ladesäulen mit Strom aus erneuerbaren Energien – aus sauberem Ökostrom – sind im vergan- genen Dezember in Betrieb genommen

worden und weitere werden folgen. Damit stellen die Kieler Stadtwerke mo- mentan im Stadtgebiet insgesamt acht öffentlich zugängliche Ladesäulen mit je zwei Ladepunkten (Übersichtskarte Ladesäulen S. 33). Vor übereilten Investitionen allerdings zögern die Stadtwerke Kiel. Björn Grun, Projektmanager E-Mobilität, erklärt: „Wir werden die Veränderungen in dieser Technologie mit Augenmaß be- trachten. Wir sind noch in der Entwick- lungsphase und lernen alle gemeinsam und voneinander.“ Die Quote steigt Die erwartete Quote der Elektromobi- lität für Kiel wird 2035 bei 30 Prozent liegen. Insbesondere die junge und jung gebliebene Smartphone-Generation steht neuen Mobilitätskonzepten sehr offen gegenüber und wird mit ih- rem Nachfrageverhalten den Wandel

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Spannung die anhält: Der neue e-Golf*

Die neue Modellgeneration des e-Golf macht Elektromobilität noch alltagstauglicher. So verfügt er über eine leistungsfähigere Batterie und eine gesteigerte Reichweite von 300 km (NEFZ). Mit serienmäßiger innovativer Gestensteuerung des Infotainmentsystems und dem optionalen interaktiven Active Info Display grüßt ein Stück Science-Fiction. Per App lassen sich viele Fahrzeugdaten abfragen und Einstellungen steuern. Für den Fahrkomfort sind viele neue Assistenzsysteme ebenfalls mit an Board. Der neue e-Golf. Mehr Informationen direkt bei uns oder unter freude-fuers-auto.de

*Stromverbrauch des neuen e-Golf in kWh/100 km: 12,7, CO2-Emissionen in g/km: 0.

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