Forschungsarbeit Jugendinformation

20

Ziel dieser vernetzten Wahrnehmung von internationaler Lernmobilität ist es, jedem jungen Menschen, unabhängig vom sozialen Hintergrund, Zugang zu passenden Mobilitäts - angeboten zu ermöglichen.

tätsangeboten zu ermöglichen. Dabei sei eine enge Koope- ration zwischen Schulen, Hochschulen und anderen for- malen Bildungsinstitutionen und dem Arbeitsfeld der internationalen Jugendarbeit entscheidend, um Informa- tionen zu teilen und neue Angebote zu schaffen (Thimmel 2021a: 341). Die Zugangsstudie nimmt diesen Ansatz auf und fordert eine breite und individualisierte Informations- und Bera- tungspolitik, um mehr Teilnehmende für Lernmobilität zu gewinnen. In dieser Aufklärungsarbeit sollten insbeson- dere die zuvor genannten Geisterhypothesen adressiert werden, um Vorurteile und Sorgen abzubauen (Becker 2019a: 203). Denn wenn interessierte junge Menschen einen Überblick hätten, welche Möglichkeiten ihnen offen - stehen, so könnten sie selbstbestimmt das für sie inhalt- lich, finanziell und zeitlich passende Angebot wählen (Abt 2019: 95; Thimmel, Schäfer 2021: 110). Anders ausgedrückt: Das Wissen über die Bandbreite an Lernmobilitätsmög- lichkeiten würde zum Abbau von gängigen Vorannahmen führen, was wiederum zu mehr Teilnahmen führen würde.

Als konkrete Handlungsempfehlung wurden demnach Beratungsstellen genannt, „[…] bei denen Informationen zu verschiedenen Möglichkeiten und Angeboten gebün- delt und nicht nur Jugendliche, sondern auch Fachkräfte und Träger informiert und beraten werden können.“ (Becker 2019a: 203). Solche Beratungsstellen gibt es in Deutschland bereits in Form von Jugendinformations- diensten. Dass auf diese in der Zugangsstudie nicht einge- gangen wurde, kann als Zeichen interpretiert werden, dass Jugendinformationsdienste bisher zu wenig Beachtung in der Lösungssuche zur Reduktion von Bildungsungleichhei- ten junger Menschen erhalten haben. Es stellt sich die Frage, inwiefern die Handlungsempfehlung nach Bera- tungsstellen bereits umgesetzt wird und was dies für den Zugang junger Menschen zu Lernmobilität bedeutet. Dazu stellt das nächste Kapitel den Arbeitsbereich der Jugendinformation vor.

Made with FlippingBook - Online catalogs