Forschungsarbeit Jugendinformation

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Jugendliche im Alter zwischen 18 und 20 Jahre nutzen einen Jugendinformationsdienst am häufigsten. Vom (Aus-)Bil - dungsstand her gesehen zählen bildungsnahe Jugendliche, insbesondere Gymnasiasten, und Jugendliche in Überbrü- ckungssituationen zu den häufigsten Nutzer(inne)n. Am seltensten werden sie von 12- bis 14-Jährigen sowie von 24- bis 26-Jährigen in Anspruch genommen. Jugendliche in Arbeit, Förder- und Hauptschüler/-innen, Student(inn)en, bildungsferne Jugendliche sowie junge Leute mit Migra- tionshintergrund und arbeitslose Jugendliche nutzen sie am seltensten. (Kappes 2010: 216) Fachkräfte der Jugendinformation vermuteten eine man- gelnde Bekanntheit des Angebots als Grund für die Nicht- Nutzung der beschriebenen Personengruppen (ebd.: 2016). Dabei zeigen europäische Studien zur Nutzung von Jugendinformation, beauftragt von ERYICA, dass junge Menschen von dem Kontakt sehr profitieren können. Nutzer*innen schätzen Jugendinformationsdienste als zuverlässigste und vertrauenswürdigste Quelle für Informationen ein (ERYICA, Council of Europe 2015: 55). Wer einmal in Kontakt mit einem solchen Service war, ten- diert dazu, diesen über einen längeren Zeitraum zu nutzen. Je länger die Nutzung, desto einfacher scheinen junge Menschen die Möglichkeit einzuschätzen, ihre Informa- tionsbedürfnisse zu erfüllen, und desto besser scheinen sie die eigene Informationskompetenz zu bewerten (Karim, Widén 2018: 27).

Die Studien geben außerdem erste Hinweise darauf, welche Bedeutung Jugendinformation in Bezug auf den Zugang zu Lernmobilität haben kann. Zum einen beschrei- ben Nutzer*innen Jugendinformationsdienste explizit als zuverlässigste Quelle für Lernmobilitätsinformationen (ebd.: 23). Zum anderen berichten sie von einem zuneh- mend einfacheren Zugang zum Thema Lernmobilität durch den längeren Kontakt mit Jugendinformation (ERYICA, Council of Europe 2015: 54) Im Vergleich dazu berichten Nicht-Nutzer*innen, dass sie Schwierigkeiten hätten, ent- sprechende Informationen zu finden (ebd.: 37). Dabei sei Lernmobilität ein Schwerpunkt, zu dem junge Menschen besonderen Informationsbedarf äußern (ebd.: 59). Aller- dings geben die Studien keine Erkenntnisse darüber, wie Jugendinformation die Einstellungen junger Menschen und ihre Entscheidungen bezüglich der Teilnahme an inter- nationalen Lernmobilitätsprogrammen beeinflusst. Aus diesem Grund wird im Folgenden der Forschungsstand zu den Wirkungen von Informationsinterventionen im Kon- text der Berufs- und Studienorientierung im formalen Bil - dungskontext untersucht.

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