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6.2 Wahl der Forschungsmethode Das Forschungsinteresse dieser Arbeit hat auf der einen Seite einen explorativen Charakter, da Erkenntnisse zu offen gestellten Fragen ermittelt werden sollen. Auf der anderen Seite sollen aber auch bereits aufgestellte Hypo- thesen geprüft werden, womit auch ein deutlicher expla - nativer Charakter erkennbar ist (Döring 2023: 194; Jacob et al. 2019: 66-67). Als geeignete Forschungsmethode wurde deswegen ein quantitatives Verfahren ausgewählt, das auf dem Vorhandensein wissenschaftlicher Theorien und Hypothesen fußt (Taddicken, Batinic 2014: 80-81). Mit einem solchen Verfahren kann eine größere Menge Daten durch eine standardisierte Erhebung erfasst und danach statistisch analysiert werden (Diaz-Bone, Weischer 2015: 331). Die Datenerhebung soll einmal durchgeführt werden, was diese zu einer Querschnittstudie macht. Im Gegensatz zu einer Längsschnittstudie handelt es sich somit um eine Momentaufnahme zu einem bestimmten Zeitpunkt. Wich- tig dabei zu beachten ist, dass die Studie dadurch eine niedrigere interne Validität in der kausalen Interpretation von möglichen Gruppenunterschieden hat (Stein 2022: 151; Döring 2023: 212). Als Erhebungsinstrument fiel die Wahl auf eine quantita - tive Online-Befragung, bei der eine Person durch einen Fragebogen Selbstauskunft über sich selbst, ihre Einstel- lungen, ihr Verhalten etc. gibt (Fühles-Ubach, Umlauf 2013: 83). Eine Online-Befragung hat im Vergleich zu anderen Befragungsmethoden, wie Telefon- oder postalischen Befragungen, den Vorteil, dass innerhalb einer kurzen Zeit mit relativ geringen Kosten eine hohe Reichweite erzielt werden kann (vgl. Taddicken, Batinic 2014: 159-161). Da die befragte Person den Fragebogen eigenständig ausfüllt, entfällt außerdem der Interviewer-Effekt und Effekte sozia - ler Erwünschtheit sind reduziert (Wagner-Schelewsky, Hering 2022: 1052-1053). Online-Befragungen haben aber auch Nachteile. So ist es nur sinnvoll, eine Online-Befra- gung durchzuführen, wenn sichergestellt ist, dass die zu untersuchende Zielgruppe aktiven Zugang zum Internet
hat, was jedoch im Falle der Befragung dieser Arbeit durch die zuvor formulierte Zielgruppe von Newsletter-Empfän- ger*innen sichergestellt ist (ebd.: 1053). Problematisch ist auch, dass Forschende kaum Kontrolle über die Befra- gungssituation haben. Da kein*e Interviewer*in im Befra- gungsprozess involviert ist, ist nicht ersichtlich, wer in wel- cher Situation antwortet. „Die Anwesenheit Dritter oder die Nebenbei-Nutzung anderer Medieninhalte sind hier häufige Probleme, die die Datengüte beeinträchtigen können.“ (Taddicken, Batinic 2014: 162). Durch die nach- trägliche Betrachtung und Prüfung bestimmter Daten, wie Beantwortungsdauer, kann die Güte einzelner Datensätze bewertet werden, um den Nachteil auszugleichen (ebd.: 163). Nach Abwägung dieser Vor- und Nachteile wurde die Online-Befragung als zielführendes Erhebungsinstrument ausgewählt.
6.3 Erstellung des Datenerhebungs- instruments
Das Datenerhebungsinstrument, mit dem die Forschungs- fragen und Hypothesen dieser Arbeit bearbeitet werden sollen, ist eine Online-Befragung. Es handelt sich dabei um einen digitalen Fragebogen, also eine standardisierte Zusammenstellung von Fragen, die von zu befragten Per- sonen beantwortet werden (Porst 2014: 16). Bei der Erstel- lung eines geeigneten Datenerhebungsinstruments, mit dem die zuvor formulierten Forschungsfragen und Hypo- thesen beantwortet bzw. geprüft werden können, ist ein zentraler Schritt die Operationalisierung. „Die Aufgabe besteht hierbei darin, die in den Forschungs[fragen und -] hypothesen auftretenden Begriffe zu definieren und einer Messung zugänglich zu machen.“ (Stein 2022: 145). Messen bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Merkmalsaus- prägungen (Variablen) durch eine wissenschaftliche Erhe - bungsmethode erfasst und nach festgelegten Regeln in Zahlen oder Symbole überführt werden (Porst 2014: 71). Diese Repräsentation ermöglicht die Anwendung statisti- scher Auswertungsverfahren (van Ophuysen et al. 2021: 16-17).
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