Forschungsarbeit Jugendinformation

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Der Fragebogen enthielt überwiegend geschlossene oder halboffene Fragen. Offene Fragen wurden versucht zu ver - meiden, da sie eine freie Formulierung der befragten Person erfordern, was die Motivation zur Befragungsteil- nahme reduzieren kann. Zusätzlich ist die Auswertung sehr aufwendig (Schnell 2019: 69, 71-72). Verwendet wurden offene Fragen deswegen nur, wenn basierend auf Theorie und Forschungsstand keine Erstellung von Ant- wortvorgaben möglich oder sinnvoll war (ebd.: 70). Bei Variablen, bei denen die Gefahr bestand, dass nicht alle wichtigen Antwortkategorien abgeschätzt werden können, wurden halboffene Fragen erstellt. Diese geben neben vor - gegebenen Antworten eine zusätzliche Antwortkategorie, in der eine offene Antwort formuliert werden kann (Porst 2014.: 57). Wenn sich Umfrageteilnehmende nicht ausrei- chend in den vorgegebenen Antworten wiederfinden, kann eine offene Antwortkategorie die Motivation zur Beantwortung steigern (ebd.: 59). Je nach Hintergrund der Frage wurden nur eine (Einfachnennung) oder mehrere Antworten (Mehrfachnennung) zugelassen (ebd.: 53). In der Formulierung der Fragen und Antwortmöglichkeiten stand die Verständlichkeit im Vordergrund. Versucht wurde, sie kurz, einfach und präzise zu formulieren (vgl. Mayer 2013: 91). Nach Porsts Verweis auf die Schreib- und Leseweise von links nach rechts im europäischen Raum, wurden die Skalen von links nach rechts von den niedrigs- ten/negativsten zu den höchsten/positivsten Werten ange- ordnet (Porst 2014: 90). Unter Berücksichtigung dieser Überlegungen und Hilfe- stellungen wurde der Fragebogen entwickelt. Da das Erhe- bungsinstrument ohne Einflussmöglichkeiten der for - schenden Person ausfüllbar sein muss, sollte der Fragebo- gen selbsterklärend und einfach konstruiert sein. Der Ablauf der Befragung muss für die befragte Person logisch nachvollziehbar sein (ebd.: 146). Der entwickelte Fragebo- gen beginnt mit einer Titelseite, welche das Forschungs- vorhaben kurz zusammenfasst. Da die Zielgruppe per E-Mail zur Teilnahme an der Befragung eingeladen werden sollte, wurden die Beschreibungen der Titelseite kurzge- halten und stattdessen der E-Mail-Einladung eine ausführ- lichere Erläuterung zugefügt. Auf der Titelseite müssen

Befragte aus Datenschutzgründen bestätigen, dass sie mit der Verarbeitung ihrer Daten durch die Teilnahme an der Befragung einverstanden sind. Ohne dieses Einverständ- nis ist die Teilnahme nicht möglich. Darauf folgt ein Abschnitt, der die Teilnahmeberechtigung zur Befragung prüft. Von Interesse in dieser Befragung sind 16- bis 30-jäh - rige Personen, die ihren Lebensmittelpunkt in Deutsch- land haben (vgl. Kapitel 6.4). Ist dieses Kriterium nicht erfüllt, endet die Umfrage an dieser Stelle mit einer Anzeige, dass die Teilnahmevoraussetzungen nicht erfüllt werden. Nach dieser formalen Prüfung startet der eigentli- che Fragebogen, welcher, nach Empfehlung von Porst (2014), in thematische Blöcke eingeteilt ist (ebd.: 146): • Teil 1: Über Auslandsaufenthalte • Teil 2: Dein Interesse an Auslandsaufenthalten • Teil 3: Deine Erfahrungen mit Auslandsaufenthalten • Teil 4: Auslandsaufenthalte in deinem Umfeld • Teil 5: Deine Erfahrungen mit Eurodesk • Teil 6: Infos zu dir (soziodemografische Daten) Vor Abschluss der Befragung haben Teilnehmende in einer offenen Frage die Möglichkeit, zusätzliche Anmerkungen oder Gedanken zur Befragung zu äußern. Außerdem können sie angeben, ob sie an der Verlosung von Interrail- Tickets teilnehmen möchten (vgl. Kapitel 6.4), sie ihre Aus- landserfahrungen mit Eurodesk Deutschland teilen möch- ten und ob sie an den Ergebnissen der Umfrage interes- siert sind. Die Befragung schließt mit einem kurzen Dank für die Teilnahme. Damit der Fragebogen ohne äußere Unterstützung korrekt ausgefüllt werden kann, wurden an einigen Stellen Hin- weistexte ergänzt. Diese weisen beispielsweise darauf hin, wenn Mehrfachantworten möglich sind, und erklären, wie bestimmte Begriffe zu verstehen sind. So wird in Teil 1 des Fragebogens zuallererst erläutert, was mit dem Begriff „Auslandsaufenthalte“ gemeint ist. Dieser Begriff wird in der Befragung statt „Internationale Lernmobilität“ genutzt, da Letzterer außerhalb des Fachgebiets wenig gebräuch- lich ist. „Auslandsaufenthalt“ wirkt verständlicher, erfor-

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