Forschungsarbeit Jugendinformation

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ziehen, wie es für eine repräsentative Datenlage notwen- dig wäre (Stein 2022: 158). „Repräsentativität im statisti- schen Sinn meint, dass die Verteilung aller Merkmale einer Stichprobe und die ihrer Kombinationen, der Verteilung in der Grundgesamtheit entsprechen.“ (Zerback, Maurer 2014: 79). Ein zusätzliches Problem liegt darin, dass die Erreichbarkeit der Adressen im Voraus nicht bestimmt werden konnte, da diese üblicherweise einmalig in das System eingetragen und anschließend nur bei Hinweisen auf Ungültigkeit oder Fehler korrigiert oder aktualisiert werden. Auch ist nicht auszuschließen, dass Personen den Newsletter mit verschiedenen E-Mail-Adressen mehrmals abonniert haben könnten. In Anbetracht dieser Vorausset - zungen wurde sich aktiv gegen ein zufälliges Auswahlver- fahren der Befragungsteilnehmer*innen entschieden. Damit wird auf den Anspruch auf Repräsentativität ver- zichtet. Die hier erfassten Daten können somit nicht auf die Grundgesamtheit übertragen werden, sondern spre- chen nur für die erfasste Stichprobe. Stattdessen wird der Fokus auf eine möglichst hohe Rücklaufquote gelegt, um eine breite Vielzahl an Meinungen und Erfahrungen zu erfassen. Deswegen sollten alle Newsletter-Abonnent*in- nen zur Teilnahme an der Online-Befragung eingeladen werden. Bei dieser Methode handelt es sich somit charak- teristisch um eine Vollerhebung, wobei nicht die Erwar - tung oder der Anspruch bestand, dass alle Personen der Grundgesamtheit an der Befragung teilnehmen werden (Jacob et al. 2019: 70). Dementsprechend kann man in dieser Arbeit eher von einer selbst selektierten Gelegen- heitsstichprobe sprechen, bei der höchstens indirekt auf eine Grundgesamtheit zurückgeschlossen werden kann (Döring 2023: 307-308). Die quantitative Online-Befragung fand in Zusammen- arbeit mit IJAB statt. Nur dadurch konnte der Kontakt mit der Zielgruppe der Datenerhebung hergestellt werden. Bevor die Einladung an die Grundgesamtheit verschickt wurde, kündigte Eurodesk Deutschland die Befragung in einer rausvonzuhaus-Newsletter-Ausgabe am 14.08.2024 an. Dies ist eine empfohlene Maßnahme, um Non-Res- ponses zu reduzieren (Schnell 2019: 172). Am 21.08.2024 erfolgte die Einladung zur Umfrageteilnahme über die

Software LamaPoll per E-Mail. Die Software LamaPoll ermöglicht es, Einladungen mit individuellen Zugangs- codes zu schicken. Diese Möglichkeit wurde genutzt, um sicherzustellen, dass jede*r Abonnent*in nur einmalig an der Befragung teilnehmen kann. So war es außerdem nicht möglich, den Zugang zur Befragung mit weiteren Perso- nen, beispielsweise außerhalb der Zielgruppe, zu teilen. Die Online-Befragung war bis einschließlich 11.09.2024, also insgesamt 22 Tage, aktiv. Am 02.09.2024 und 09.09.2024 wurden Erinnerungs-E-Mails versendet. Die Kontaktaufnahme durch den Versand der E-Mails erfolgte nach Vorbereitung der Forscherin komplett durch IJAB bzw. Eurodesk Deutschland, da die Forscherin aus Daten- schutzgründen nicht selbst auf die Kontaktdaten zugreifen konnte. Nach Ablauf des aktiven Zeitraums des Fragebo- gens hatten insgesamt 4.721 Personen den Fragebogen angefangen. Beendet haben ihn 3.676 Personen. Ausge- hend von den kontaktierten 52.028 Personen der Grund- gesamtheit bedeutet dies eine Rücklaufquote von 7,06%. Anhand der Feldreportstatistik in Abbildung 5 ist ersicht- lich, dass die Beantwortungshäufigkeiten an den Tagen der Kontaktaufnahme mit der Zielgruppe am höchsten waren. Am ersten und zweiten Tag nach den E-Mail-Ver - sendungen gab es ebenfalls höhere Teilnahmen. Um die Anzahl an Befragungsteilnahmen zu erhöhen, wurden von IJAB neben der Vorankündigung und der Erin - nerungs-E-Mails Incentives in Form einer Verlosung von drei Interrail-Global-Pässen verwendet. Incentives sind Anreize oder Belohnungen, die Menschen dazu motivieren sollen, an der Befragung teilzunehmen (Döring 2023: 124). Incentives steigern außerdem die Wahrscheinlichkeit, dass ein Fragebogen bis zum Ende ausgefüllt wird (Zerback, Maurer 2014: 89-90). Nach verschiedenen Studien sind Verlosungen als Incentives nur manchmal wirksam (Göritz 2014: 114). Allerdings scheint die Wirksamkeit von Incen- tives mit ihrem Wert zusammenzuhängen. Incentives mit hohem Wert, wie in diesem Fall Interrail-Global-Pässe, weisen einen stärkeren Effekt auf (Schnell 2019: 173). Inter - rail-Tickets wurden außerdem als geeigneter Anreiz zur Teilnahme gewählt, da sie eine ähnliche Reiseerfahrung ermöglichen, wie das Mobilitätsprogramm DiscoverEU.

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