Forschungsarbeit Jugendinformation

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7.2.2 Kenntnisstand über internationale Lernmobilitätsprogramme (UF1.2)

Das gleiche Verfahren mit der Unterteilung der Lernmobi - litätsprogramme in formale und non-formale Bildungsbe- reiche zeigt deutlichere Unterschiede (vgl. Anhang A). Der Mittelwert zur Kenntnis von formalen Lernmobilitätspro- grammen beträgt 2,3792 (SD = 0,35473), während der Mit- telwert zu den non-formalen Programmen bei 1,995 (SD = 0,28436) liegt (T1_F03_formal; T1_F03_non-formal). Insge- samt scheinen die Befragten im Durchschnitt besser über formale Programme informiert zu sein als über non-for- male Programme. Auf die Forschungsfrage bezogen ver- deutlichen die Ergebnisse zusammengefasst, dass die Umfrageteilnehmenden grundlegend von den verschiede- nen Lernmobilitätsmöglichkeiten gehört haben, aber nicht unbedingt ein tiefgreifendes Verständnis der Funktions - weise haben. Dies betrifft insbesondere Programme des non-formalen Bildungsbereichs. 7.2.3 Interesse an der Teilnahme an internationaler Lernmobilität (UF1.3) Ein weiterer Faktor, durch den ermittelt werden kann, wel- chen Zugang junge Menschen zu internationaler Lernmo- bilität haben, ist das generelle Interesse an der Teilnahme an einer solchen Maßnahme. Wie Abbildung 12 verdeut- licht, hat ein Großteil der Befragten großes Interesse an Auslandsaufenthalten. Knapp 90% haben vor, einen Aus - landsaufenthalt zu machen. 38% haben sogar schon mit der Planung begonnen. Nur in vier Fällen bestand kein Interesse an Auslandsaufenthalten (T2_F01). Als Begründung, wieso Interesse an internationaler Lern- mobilität besteht, konnten Umfrageteilnehmende bis zu fünf Gründe angeben. Die Begrenzung wurde absichtlich so gewählt, damit die Kernmotivation für Lernmobilität herausgearbeitet werden kann. 94% der mobilitätsinteres - sierten Befragten nahmen das Maximum in Anspruch und gaben fünf Gründe an (T2_F03_Anzahl_genannter_ Gründe). Abbildung 13 zeigt die zehn meistausgewählten Gründe. Der meistgewählte Motivationsgrund für eine Teilnahme ist mit 90% die persönliche Weiterentwicklung. An der zweiten Stelle wurde die Verbesserung von Sprach - kenntnissen genannt (72%), gefolgt auf Platz drei mit knapp 58% von dem Wunsch, neue Fähigkeiten zu erwer - ben. Auslandsaufenthalte scheinen primär als Lernmög- lichkeit gesehen zu werden. Erst danach folgen Gründe, die das Internationale primär in den Fokus rücken, wie eine neue Kultur kennenlernen zu wollen (T2_F03).

Diskursive Barrieren hängen nach der Zugangsstudie damit zusammen, welche Lernmobilitätsformate einer Person bekannt sind. Für die Online-Befragung wurde des- wegen eine möglichst ausführliche Liste an Formaten zusammengetragen und abgefragt, inwiefern Umfrageteil- nehmende mit diesen Formaten vertraut sind. Antworten konnten sie durch eine Skala von „Kenne ich nicht“ (= 1), „Ich habe davon gehört“ (= 2) bis „Ich weiß, wie es funktio- niert“ (= 3) geben. Abbildung 11 bietet eine Übersicht über alle Programme. Die am meisten bekannten Lernmobili- tätsformate sind demnach Work & Travel, Auslandssemes- ter, Klassenfahrten ins Ausland, Sprachkurse, Gastfami- lienaufenthalte und Au-Pair-Aufenthalte. Am wenigsten bekannt sind die beiden Reiseformate Schwarzkopfstipen- dium und zis-Reisestipendium, gefolgt von WWOOF (World-Wide Opportunities on Organic Farms), internatio- nale Jugendbegegnungen sowie die Freiwilligendienstpro- gramme kulturweit und das Europäische Solidaritätskorps (ESK). Der Mittelwertindex aller Items liegt bei 2,158 (SD = 0,27616) (T1_F03). Nach der Zugangsstudie sind Formate des formalen Bil- dungsbereichs sowie Langzeitformate bekannter als For- mate des non-formalen Bildungsbereichs und Kurzzeitfor- mate (vgl. Kapitel 3.3). Ob dies auch in der vorliegenden Stichprobe der Fall sein könnte, wurde durch den Vergleich von Mittelwerten (MW) ermittelt. Zur Prüfung des Kennt- nisstands der Umfrageteilnehmenden hinsichtlich von Kurz- und Langzeitprogrammen wurden alle Mobilitäts- programme in zwei Gruppen unterteilt: Kurzzeitpro- gramme (bis 3 Monate) und Langzeitprogramme (ab 4 Monate) (vgl. Anhang A). Für jede Gruppe wurde der Gesamtmittelwert basierend auf dem Mittelwertindex aller dazugehörigen Programme pro Datensatz ermittelt. Der Vergleich der Gruppen deutet auf keinen bedeutenden Unterschied zwischen der Kenntnis von Kurzzeitprogram- men und Langzeitprogrammen hin. Beide weisen einen Mittelwert um 2 mit einer Standardabweichung von ca. 0,3 auf (T1_F03_kurz; T1_F03_lang). Sowohl Langzeit- als auch Kurzzeitprogramme sind ähnlich bekannt, auch wenn nicht unbedingt klar zu sein scheint, wie die Programme genau funktionieren.

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