Forschungsarbeit Jugendinformation

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Die mobilitätserfahrenen Umfrageteilnehmenden hatten die Möglichkeit, Details von bis zu fünf Teilnahmeerfahrun- gen anzugeben. Damit kamen Daten für insgesamt 4.798 Teilnahmen an Lernmobilitätsmaßnahmen zusammen. Die Merkmale dieser wurden für eine übersichtliche Betrachtung zusammengefasst und werden im Folgenden vorgestellt. 57,7% dieser Mobilitätsmaßnahmen fanden dabei im for - malen und 37,1% im non-formalen Bildungsbereich statt (5,2% waren sonstige Mobilitätsprogramme). Außerdem waren es 67,6% Kurzaufenthalte und 27,3% Langzeitauf - enthalte. Betrachtet man die einzelnen gewählten Pro- gramme, spiegeln sich die beiden Verteilungen wider, wie Abbildung 20 zeigt: 17,4% der angegebenen Auslandsauf - enthalte fanden im Rahmen von kurzfristigen Schulaus- tauschen in Gruppen statt, 10,2% als Klassenfahrten ins Ausland. Danach folgen Sprachkurse mit 7,5% und Gastfa - milienaufenthalte mit 7%, kurz gefolgt von langfristigen individuellen Schüler*innenaustauschaufenthalten mit 6,8%. Um die 5 Prozent waren jeweils Ferienfreizeiten, DiscoverEU-Reisen, Auslandssemester und Work & Travel- Aufenthalte (T3_Programm). Die Mobilitätsmaßnahmen fanden insgesamt in 121 unter- schiedlichen Ländern statt. Abbildung 21 stellt die zehn meistgenannten Länder dar. Die Länder, in denen die meis- ten Mobilitätsmaßnahmen stattfanden, waren Frankreich (20%), Großbritannien (12,8%) und Spanien (8%). Danach folgen Italien mit 6,3% und die USA mit 5,5% (T3_Land). Während des Aufenthalts im Ausland waren die Umfrage- teilnehmenden nach Mittelwert durchschnittlich 16,85 Jahre alt, bei einer Standardabweichung von 2,784. Abbil- dung 22 zeigt das Alter zu den jeweiligen Erfahrungen gruppiert. Bei 57% der Lernmobilitätsteilnahmen waren die Befragten minderjährig und bei knapp 41% waren sie zwischen 18 und 22 Jahre alt. Abbildung 23 zeigt die Informationsquellen für die beschriebenen Auslandsaufenthalte. Als Informations- quelle diente in 39% der Fälle die Schule. Familie und Freunde liegen zusammengefasst mit 21% auf dem zwei - ten Platz und knapp dahinter ist mit 20% die selbststän - dige Recherche im Internet. Jugendinformations- und Beratungsstellen dienten nur bei 1,4% der Aufenthalte als direkte Zugangsquelle zu dem Angebot.

Zum Schluss soll noch betrachtet werden, wie die Lernmo- bilitätserfahrungen der Umfrageteilnehmenden insge- samt bewertet wurden. Auf einer Skala von „sehr negativ“ (= 1) bis „sehr positiv“ (= 5) liegt die durchschnittliche Bewertung, gebildet durch den Median, bei 5 (T3_Bewer- tung). Die Teilnahmen an den Lernmobilitätsmaßnahmen wurden demnach durchschnittlich als sehr positiv bewer- tet. Was die Forschungsfrage angeht, haben erfahrene Nut- zer*innen von Eurodesk Deutschland zusammengefasst tendenziell eher positive Mobilitätserfahrungen mit kurz- fristigen, formellen Maßnahmen innerhalb Europas. Hier- bei nimmt die Schule eine besonders wichtige Stelle des Zugangs zum konkreten Angebot ein.

7.2.5 Die Rolle internationaler Lernmobilität im sozialen Umfeld (UF1.5)

Der letzte Aspekt, durch den in dieser Studie ermittelt wird, wie es um den Zugang zu internationaler Lernmobili- tät von Nutzer*innen von Eurodesk Deutschland steht, ist die Bedeutung der Thematik im näheren Umfeld der Befragten. Wie in Kapitel 3.4 schon verdeutlicht, kann dies ein wichtiger Aspekt sein, der die mögliche Teilnahme an internationaler Lernmobilität beeinflusst. Dazu wurden in der Online-Befragung vier Fragen gestellt. Zunächst ging es um mögliche Mobilitätserfahrungen innerhalb der Familie. Hier gaben knapp 37% der Befrag - ten an, dass sie mehrere Familienangehörige hätten, die entsprechende Auslandsaufenthaltserfahrungen haben. 29,5% gaben an, dass eine Person entsprechende Erfah - rung hat. Ähnlich viele (30%) haben dagegen keine Fami - lienangehörigen, die Lernmobilitätserfahrung haben (T4_ F01). Die gleiche Frage bezogen auf den Freund*innenkreis zeigt, dass dieser für noch mehr Personen Zugang zu Lern- mobilität darzustellen scheint. Hier gaben nur knapp 13% an, dass sie keine Freund*innen mit Mobilitätserfahrung hätten. 18% haben eine Person im Freund*innenkreis mit solchen Erfahrungen und über 66% kennen mehrere solche Personen (T4_F02). Zusammengefasst hat ein Groß- teil der Umfrageteilnehmenden zumindest durch eine Person in der Familie oder unter Freund*innen Berüh- rungspunkte mit internationaler Lernmobilität.

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