RZ_KW26_2017

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30. Juni 2017

Riehener Zeitung DI E WOCHENZE I TUNG FÜR R I EHEN UND BETT INGEN

96. Jahrgang | Nr. 26

Redaktion und Inserate: Riehener Zeitung AG Schopfgässchen 8 , Postfach 198 , 4125 Riehen 1 Telefon 061 645 10 00 , Fax 061 645 10 10 www.riehener-zeitung.ch Erscheint jeden Freitag Preis: Fr. 2.– , Abo Fr. 80.– jährlich

Politik: Nach eineinhalb Jahren kehrt Daniel Albietz zur CVP zurück Seite 2

Wasserrutschen: Nasser dreitägiger Sommerspass für Jung und Alt Seite 3

Musik: Die Schubertiade ging mit einem intimen Konzert zu Ende Seite 5

Leichtathletik: Schweiz steigt auf und Dreispringer Nils Wicki ist mittendrin Seite 14

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«Kinderfreundliche Gemeinde» Riehen gab sein Wissen über das Unicef-Label an eine Delegation aus Südkorea weiter

Südkoreanische Bürgermeister erleben Kinderfreundlichkeit

Die Unicef-Initiative «Kinder- freundliche Gemeinde» ist auch im Ausland auf Auf- merksamkeit gestossen. Eine südkoreanische Delegation besuchte letzte Woche unter anderem Riehen, um zu erfahren, wie es die Kinder- rechte erfolgreich umsetzt. Was hat sich bloss der kleine Junge ge- dacht? Den Bürgermeister von Busan, immerhin der zweitgrössten Stadt Südkoreas, mit Wasser zu bespritzen, ist aber nicht die feine Art. Zum Glück ist der Würdenträger nicht nachtra- gend. Er bricht in ein lautes Lachen aus und sagt mehrmals «It’s joyful». Diese Fröhlichkeit steckt offenbar auch andere Delegationsmitglieder an: Als ob es das Normalste der Welt wäre, beginnen sie, mit einigen Buben auf der drehenden Scheibe zu balan- cieren oder schieben ein Mädchen auf der Schaukel an. So etwas hat es auf dem Spielplatz der Wettsteinanlage bisher noch nie gegeben. Dass ihr Besuch in Riehen an die- sem heissen Freitagmorgen in einem Spielrausch gipfeln würde, hätte sich die 40-köpfige Delegation aus Süd- korea bei ihrer Ankunft wohl nicht träumen lassen. Obwohl die Bürger- meister und Vizebürgermeister, jeder mit mindestens einem Assistenten im Schlepptau, schon beim Empfang auf der Wiese hinter dem Gemeindehaus besonders beeindruckt schienen. Die gedeckten Tische mit Häppchen und frischen Getränken erregten genauso ihre Aufmerksamkeit wie der Auftritt der Alphorngruppe Echo Rotberg. Mit den gezückten Handys hielten die asiatischen Gäste das Geschehen fest. Wie Touristen eben, obwohl eigent- lich sie die «Attraktion» waren. Hauptaugenmerk lag auf der Kinderpartizipation Nach der gegenseitigen Begrüs- sung – auf Riehener Seite waren unter anderem Gemeindepräsident Hans- jörg Wilde, Gemeinderat Daniel Al- Loris Vernarelli

Politik zu begeistern. Ein Jugendparla- ment, das Anfang des nächsten Jahres starten wird, soll die Begeisterung ent- fachen. Die Botschaft, die den aufmerksa- men Bürgermeistern schliesslich auf den Weg gegeben wurde, ist so einfach wie wirkungsvoll: Es braucht keine Pa- rallelwelt für Kinder, denn was für sie gut ist, ist für alle gut. Das allgemeine Kopfnicken in der ersten Reihe verriet grosse Zustimmung. Wie sehr ihnen das Riehener Engagement für Kinder und Jugendliche gefällt, brachten eini- ge Besucher wenig später im Einzel- gespräch mit den Medien zum Aus- druck. Der 48-jährige Bürgermeister der 660’000-Einwohner-Stadt Jeonju, Kim Seung-Su, strich die Solidarität in- nerhalb der Gemeinde heraus: «Es ist schön zu sehen, wie Kinder, Eltern und Politiker an einem Strang ziehen.» Ihm sei bisher nicht bewusst gewesen, dass die Kinderanliegen gar nicht so unter- schiedlich zu jenen der Erwachsenen seien. Um dies zu verstehen, müsse man die Welt mit Kinderaugen sehen. Kinder in der Schweiz viel freier und autonomer In den grossen Städten Südkoreas hat man erst kürzlich begonnen, sich mit demThema «Kinderfreundlichkeit» zu beschäftigen. Der Nachholbedarf ist gross, was die Bürgermeister mehrfach bestätigen. Aber nicht nur politisch, auch kulturell sind die Unterschiede zur Schweiz gewichtig. Heung Su Lee, Bürgermeister der Drei-Millionen- Stadt Incheon, fällt mit einem Blick auf den Spielplatz auf der Wettsteinanlage eines auf: «Die Kinder bewegen sich hier frei und autonom. Bei uns haben sie viel weniger Bewegungsfreiheit, weil die Eltern überall Gefahren wittern.» Sagts und folgt dem Tross, der sich in Richtung Spielzeugmuseum aufge- macht hat. Im Innenhof genoss die Delegation eine Demonstration der Taekwondo-Schule Riehen, bevor sie mit vielen Eindrücken und Informa- tionen ausgestattet den Car bestieg. Welche kinderfreundlichen Massnah- men die südkoreanischen Würden- träger in ihren Städten verwirklichen werden, lässt sich heute nicht sagen. Dass sie bei der Umsetzung Riehen als Vorbild vor Augen haben werden, ist allerdings unbestritten. Festival vom Baselbieter Kalbsbäggli Saltimbocca, Spiessli, Geschnetzeltes, Plätzli paniert Reklameteil

Die Freundschaft zwischen Riehen und Südkorea wurde mit diesem Gruppenfoto besiegelt.

Fotos: Markus Meier

bietz, Verwaltungsleiter Jens van der Meer und Generalsekretär Urs Denz- ler anwesend – und dem Gruppenfoto ging es weiter zum offiziellen Teil im Bürgersaal. Hier erfuhr die Delega- tion, wie Riehen zum Unicef-Label «Kinderfreundliche Gemeinde» kam und wie dieses täglich gelebt wird. Das Hauptaugenmerk lag auf der Kinderpartizipation im öffentlichen Raum und im Bereich Freizeit sowie auf weiteren Massnahmen zur Förde- rung der Kinderfreundlichkeit. Chris- tian Lupp, Abteilungsleiter Kultur, Freizeit und Sport, erläuterte in seiner Präsentation, dass die Gemeinde schon vor der Erteilung des Labels im Jahr 2011 viel für Kinder gemacht ha- be, doch hätten die Koordination und die Übersicht gefehlt. Nun sei das anders, auch weil die verschiedenen Politikbereiche beziehungsweise Ab- teilungen der Gemeindeverwaltung einbezogenwürden. «Wir haben rasch begriffen, dass das Label neue Pers- pektiven öffnen kann. So kann man es als Standortvorteil sehen, da viele Familien deswegen nach Riehen ziehen», sagte Lupp. Im Prozess und in der Erarbeitung des Massnahmenplans für das Label und die erst kürzlich erfolgte Rezerti- fizierung wurden Kinder und Jugend- liche zu Anliegen und Vorschlägen zur Verbesserung ihrer Lebensquali- tät miteinbezogen. Was das genau

Interkultureller Spielspass auf dem Spielplatz der Wettsteinanlage.

heisst, erfuhren die südkoreanischen Gäste von Sandra Clauser, Leiterin Fachstelle Familie und Integration: «Die Kinder lieferten Ideen für die Umgestaltung der Spielplätze und die Zwischennutzung von Arealen. Ausserdem machten sie uns auf ge-

fährliche Verkehrssituationen auf- merksam.» Die Verwaltung habe dabei auf die Erfahrung und Unterstützung des Kinderbüros Basel zählen können. Doch längst sind nicht alle Vorhaben umgesetzt. Die Gemeinde Riehen ver- folgt etwa das Ziel, Jugendliche für

Reklameteil

Allen einen schönen Sommer! Bis bald ,

Telefon 061 643 07 77

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Im Innenhof des Spielzeugmuseums bot die Taekwondo-Schule Riehen eine spektakuläre Show.

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