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FREItag, 4. aUgUSt 2017

Riehener Zeitung DI E WOCHENZE I TUNG FÜR R I EHEN UND BETT INGEN

96. Jahrgang | Nr. 31

Redaktion und Inserate: Riehener Zeitung AG Schopfgässchen 8 , Postfach 198 , 4125 Riehen 1 Telefon 061 645 10 00 , Fax 061 645 10 10 www.riehener-zeitung.ch Erscheint jeden Freitag Preis: Fr. 2.– , Abo Fr. 80.– jährlich

Filmvergnügen: Am Pool oder im Museumshof – es ist Zeit für Open-Air-Kinos SEItE 2

Musikfestival: Diesmal heisst es «No Biz Chille» auf der Grendelmatte

Ausstellung: Alexandra Wepfers textile Strukturen und Papier-Schnitt-Bilder SEItE 5

Nationalfeiertag: Der 1. August in Riehen und Bettingen in Bildern

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BUNDESFEIER BEttINgEN Glücklich mit der Festrednerin Regentropfen und Glücksmomente

BUNDESFEIER RIEHEN Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann mit geglückter Premiere «Grenzen sollen bewahren und verbinden»

Grosses Wohlwollen erntete die neue Basler Regierungs- präsidentin Elisabeth Acker- mann mit ihrer 1.-August-Rede in Riehen, wo das Gewitter noch rechtzeitig vor Lampion- umzug und Feuerwerk zu Ende war. In ihrer ersten 1.-August-Rede als Basler Regierungspräsidentin sprach Elisabeth Ackermann über Grenzen. Diese hätten gerade für Riehen, ja für den ganzen Kanton Basel-Stadt über- haupt, eine ganz besondere Bedeu- tung, da es sich zu einem grossen Teil auch um eine Landesgrenze handle. Nachdem sie in ihrer Jugend eine Welt ohne Grenzen als Ideal angese- hen habe, sehe sie Grenzen heute nicht mehr nur negativ. «Grenzen halten auch zusammen und ermögli- chen eine gewisse Vielfalt», betonte die Politikerin, und man dürfe nicht vergessen, dass die Grenzen, die erst seit dem Aufkommen der National- staaten im Alltagsleben überhaupt spürbar geworden seien, für die Schweiz in der Zeit des Zweiten Welt- krieges auch einen wichtigen Schutz dargestellt hätten. In diesem Zusam- menhang verwies sie darauf, dass gerade in dieser Region von vielen unserer Grosselterngeneration auch grenzüberschreitende Flüchtlings- hilfe geleistet worden sei, auf die man rückblickend durchaus stolz sein dürfe. «Vielfalt bereichert» In der Vielfalt sehe sie eine grosse Bereicherung, so Elisabeth Acker- mann weiter. Wichtig sei nun aber, dass Grenzen nicht nur trennend wir- ken würden, sondern dass über Gren- Rolf Spriessler-Brander

zen hinweg auch zusammengearbei- tet werden könne. Verkehrs- oder Umweltfragen beispielsweise liessen sich nur grenzüberschreitend und im gegenseitigen Dialog lösen. Für den grenzüberschreitenden Dialog brau- che es verschiedene Organisationen, in welchen dieser Dialog stattfinden könne. Und dass dies geschehe, sei existenziell wichtig für den Kanton Basel-Stadt. Sie freue sich, dass in unserer Re- gion der kleine Grenzverkehr funk- tioniere, und auch, dass beispielswei- se Grenzgänger nicht wie in anderen Regionen als Problem, sondern als Chance im gelebten Alltag verstanden würden. Eine grenzüberschreitende Zu- sammenarbeit sei nicht zuletzt für die Kantone Basel-Stadt und Basel- Landschaft unabdingbar. «Der eine kann nicht ohne den anderen und deshalb müssen wir stets das Ganze im Auge behalten und für alle akzep- table Lösungen finden», appellierte sie. Und am 1. August dürfe man auch einmal stolz sein auf sein Land, mein- te sie schliesslich, und zwar stolz vor allem auf grundlegende Werte wie Freiheit undGleichheit, die hier gelebt würden. In diesem Sinne wünschte sie, gefolgt von grossem, wohlwollen- dem Applaus, den zahlreichen Gästen im grossen Festzelt im Sarasinpark eine schöne Bundesfeier. Hymne, Alphorn und Volkstanz Diese ging mit dem gemeinsamen Singen der Landeshymne weiter, mu- sikalisch begleitet von Mitgliedern des Musikvereins Riehen (MVR), des CVJM-Posaunenchors und befreun- deter Musiker, die unter der Leitung des neuen MVR-Dirigenten János Németi musizierten und schon den ersten Teil des Abends bereichert hat- ten. Volkstümlich wurde es dann mit der Alphorngruppe Riehen und der Trachtengruppe Riehen-Bettingen, be- vor das Duo Coffee n’ Blues für ganz

andere Töne sorgte. Der durchgehen- de Blues von Sänger Sol Bolanos und Gitarrist Stefan Gabele wirkte pha- senweise etwas gar monoton, kam aber gerade bei den Kindern recht gut an, die vor der Bühne tanzten, wäh- rend sich die Erwachsenen vor allem in ihre Gespräche vertieften. In seiner Begrüssung hatte Ge- meindepräsident Hansjörg Wilde an- gesichts der Ergebnisse einer Umfrage des Gemeindeverbandes Schweiz da- ran erinnert, dass es nicht für jede Gemeinde selbstverständlich sei, eine eigene Bundesfeier zu haben. Die Organisation einer solchen Feier sei aufwendig und er wolle deshalb allen Verantwortlichen für ihren Beitrag danken. Insbesondere bedankte er sich auf der Bühne mit je einem Prä- sent bei Margrit Fuchs und Felix Werner, die die Riehener Bundesfeier zum vierten Mal im Auftrag der Ge- meinde organisiert hatten, und ver- abschiedete das Duo zugleich, denn es werde nun andere Aufgaben über- nehmen. Im nächsten Jahr erhalte die Organisation der Riehener Bundes- feier «neue Gesichter». Feuerwerk als Höhepunkt Nachdem es während des Nacht- essens heftig geregnet hatte, klarte es rechtzeitig zum stimmungsvollen Kinder-Lampionumzug auf und das durch Musik begleitete, rund viertel- stündige Feuerwerk über dem Sa- rasinpark bildete den Höhepunkt der Feier, die danach langsam auszuklin- gen begann. Die Feier war wie schon in den ver- gangenen Jahren betont familien- freundlich. Auf dem Festplatz lockten neben der obligaten «Bundes-Bar» der Apéro-Gänger als spezielle At- traktionen ein Kletterturm und eine Hüpfburg und in zwei abgesperrten Bereichen war es möglich, eigenes Feuerwerk abzubrennen, was vor allem von der Jugend rege genutzt wurde.

Nationalrätin Maya Graf fesselte und überzeugte das Publikummit ihrer herzerwärmenden Festrede. Foto: Michèle Faller

Dankbarkeit Anlass geben sollte und nicht zu Selbstgerechtigkeit und zi- tierte den ehemaligen UN-Generalse- kretär Ban Ki Moon, der Wohlergehen in punkto Sozialem, Wirtschaft und Umwelt als untrennbar verbunden ansah: Diese drei definierten das globale Brutto-Glück. «Wie steht es um unser nationales Brutto-Glück?», fragte Graf und liess auch den lokalen «Brutto-Glücks-Index» nicht ausser Acht. Charmant führte sie den Bettin- gerinnen und Bettingern vor Augen, wie hoch die Lebensqualtät in ihrem Dorf ist und liess nicht unerwähnt, wie viel die in Vereinen und auch sonst Engagierten dazu beitrügen. Nach dem langanhaltenden Applaus wurde die Rednerin richtiggehend von Gratulanten belagert, die sich für die herzliche Rede bedankten. Feuerzauber und Halleluja Im Anschluss wurde das Höhen- feuer entzündet, wobei einige es vom Festplatz aus betrachteten. Genauso wenig wie das prächtige Feuer durfte das Feuerwerk fehlen, das seine Ein- zigartigkeit nicht nur dem Funken- zauber an sich, sondern auch dem Moderator Alois Zahner verdankte. Zur sorgfältig ausgewählten Musik vom Strauss-Walzer über Mozarts Zauberflöte bis zum «Halleluja» aus Händels Messias erleuchteten Pal- men, Glitzerregen und Vulkane den Nachthimmel – stets pointiert kom- mentiert von Zahner, der für alle – vom Pfarrer über die Gemeindever- waltung bis zur Festrednerin – einen Scherz parat hatte. Nach dem enthu- siastischen Applaus wurden die Klei- nen mit der Kinderüberraschung be- glückt und die Grossen mit dem gemütlichen Ausklingen des Fests. Spareribs vom Baselbieter Kalb Der Grillhit! Für Sie vorgegart. Reklameteil

mf. Zuerst schien alles wie immer. Ein warmer Tag, mit ein paar Wolken zwar, aber schön. Das Fest zu Ehren der Schweiz auf dem Gemeindehaus- platz in Bettingen begann. Man ver- pflegte sich mit Raclette, Bratwurst und Bier oder Kaffee und Kuchen und blinzelte in die Sonne. Doch grade als es Zeit war, sich in Richtung Zwi- schenbergen aufzumachen, um der Festrede zu lauschen und das Höhen- feuer zu bewundern, begann es in Strömen zu regnen. Die sonnenverwöhnten Bettinge- rinnen und Bettinger waren zuerst zwar etwas verdattert, liessen sich die gute Laune aber keineswegs verder- ben. Auch jene, die bereits in wetter- fester Kleidung auf Zwischenbergen bereitstanden. Die anderen, die noch etwas sitzengeblieben waren, atme- ten auf, als klar wurde, dass die Fest- rede unten stattfinden würde. So be- grüsste Joggi Bertschmann, Präsident der Feldschützen Bettingen, die für die Organisation der Bettinger Bun- desfeier verantwortlich zeichnen, die Anwesenden vor dem Gemeindehaus und hiess strahlend Nationalrätin Maya Graf willkommen, die sich ebenfalls freute, kurz nach demBann- tag wieder in Bettingen zu Gast zu sein. «Heute feiern wir den Geburtstag der Schweiz. Hat jemand Geburtstag, dann wünschen wir Glück», begann die grüne Politikerin aus Sissach ihre Festrede, nachdem die Nationalhym- ne verklungen war. Um Glück, die Grenzen desselben, aber auch die Möglichkeiten, es zu vermehren, ging es in der Ansprache und – das sei vor- weggenommen – sie informierte nicht nur, sondern schien die Anwesenden tatsächlich ein wenig glücklicher zu machen. Das war an den Reaktionen des Publikums deutlich zu erkennen. Glück pflegen und vermehren «Glück ist in unserem Leben über- all präsent», sagte Graf, zählte Rede- wendungen auf und zitierte Sokrates und Aristoteles, die Glückseligkeit als Sinn und Zweck des Lebens bezeich- neten. Ein gewisser Wohlstand und das Zufriedensein mit sich selber sei- en wichtig, aber mehr noch: «Glück vermehrt sich nur, wenn es geteilt und gepflegt wird, wie die Liebe und die Freiheit auch», stellte Graf mit Nachdruck fest. Das Publikum machte keinen Mucks und die Festrednerin widmete sich der Messbarkeit des Glücklich- seins im reichsten Land der Welt jenseits von materiellem Wohlstand und demWachstum des Bruttosozial- produkts. Sie erinnerte daran, dass das «Schicksals-Glück», etwa in der Schweiz geboren worden zu sein, zu

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Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann hält im grossen Festzelt im Sarasinpark die Festrede der Riehener Bundesfeier. Foto: Véronique Jaquet

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