Mein Haus & Grund - Bauen mit Holz

„Ich hatte kurz zuvor ein ebenso verschachteltes Haus mit Pultdächern in Tungendorf geplant und gebaut und der Stift in meiner Hand wollte davon nicht abweichen“, erinnert sich Thies Thiessen. „Irgendwann bin ich dann nachts aufgewacht und hatte die rich- tige Idee.“ Um auch seine Frau von dieser Idee zu überzeugen, die nun nicht mehr so ganz ihrem Wunsch- haus entsprach, hat er zunächst ein Modell gebaut. Im Inneren des Hauses dominiert ebenfalls der Baustoff Holz. Die Deckenbalken sind sichtbar, was eine lichte Raumhöhe von 2,75 m schafft; von der geräumigen Diele im Erdge- schoss, dem zentralen Raum des Ge- bäudes, gehen nicht nur die anderen Zimmer ab, von hier aus windet sich auch die Holztreppe bis nach oben unter das Dach. Die insgesamt 180 Quadratmeter Wohnfläche verteilen sich auf drei Ebenen ohne Keller. So gibt es viel Platz, aber nicht das Gefühl von Leere. „Ursprünglich waren auch die Bodendielen zwischen den Balken noch sichtbar, aber das war uns dann irgendwann doch zu viel des Guten“, erzählt Frauke Thiessen. Die Zwischenräume sind daher jetzt mit Gipskartonplatten verkleidet und hell gestrichen.

in diesem Haus. Tatsächlich haben hier die Katzen ihr Reich – inzwi- schen die letzte noch verbliebene. „Wir werden hier geduldet“, be- merkt Thies Thiessen schmunzelnd, der für seine Vierbeiner im Winter- garten einen großen Kletterbaum aus Holz mit zahlreichen Kletter- und Liegeflächen gebaut hat. Der große Garten, der sich hinter dem Haus erstreckt, ist bis auf ein Blumenbeet mit Springbrunnen naturnah angelegt. Ein Teich mit einem kleinen Steg dominiert das Zentrum, optisch wird die Weite der Felder und Wiesen miteinbezogen, die sich dahinter ausdehnen. Vor allem beim Blick aus den Fenstern des Hauses, nimmt einen das offene Panorama schnell gefangen. »

Bis auf Beton-, Maurerarbeiten und Haustechnik hat er an seinem Haus vieles selbst ausgeführt. Und zwar mit Hilfe seiner Familie. Gearbeitet wurde oft nach Feierabend und am Wo- chenende. „Alles, was Thiessen heißt, war hier aktiv“, sagt Frauke Thiessen schmunzelnd dazu. „Thies‘ Brüder waren ja auch beide Architekten.“ Die Architektur sollte zunächst Frauke Thiessens Wunsch folgen. In einer Fachzeitschrift hatte sie ein im Stil ähnliches Haus gesehen, gelegen am Starnberger See. „Das war natürlich viel größer, es war von vornherein klar, es Abstriche geben würde.“ Den- noch war der Entwurf kein Selbstgän- ger.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Planung war für die Thiessens die Ausrichtung des Hauses nach dem Sonnenstand. „Im Tagesverlauf haben wir immer die Sonne im Haus, nur in Bad und WC nicht, aber da brauche ich das auch nicht“, freut sich Frauke Thiessen. Zusätzlich wurde ein großer Winter- garten angebaut. Nach Frauke Thies- sens Vorstellung hätte er ein Glasdach haben sollen, aber ihr Mann konnte sie von dem Gedanken abbringen. „Und darüber bin ich heute sehr froh! Es ist auch so selbst im Winter durch die flache Sonneneinstrahlung sehr schnell schön warm hier drinnen.“

Aber der Wintergarten ist nicht wirklich das Refugium der Menschen

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