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Primarschule: Wichtiges Präventionsprojekt «Internet, Handy und Co.» SEITE 2

«Artist Talk»: Regisseur Wim Wenders sprach in der Fondation über Hopper SEITE 3

Volleyball: 1. Liga-Frauen des KTV Riehen treffen in Playoffs auf Toggenburg SEITE 13

ARENA Der Schreiber -minu stellte in Riehen seinen Roman «Die rosa Seekuh» vor und las einige Kolumnen

ABSTIMMUNGEN Basel-Stadt lehnt

«Eigentlich bin ich ein Geschichtenerzähler»

Verkehrsinitiativen ab lov. Der Basler Gewerbeverband ist mit seinen beiden Initiativen «Zämme fahre mir besser» und «Parkieren für alle Verkehrsteilnehmer» gescheitert. Mit 65,2 beziehungsweise 57,7 Prozent Nein-Stimmen lehnten die Stimmbe- rechtigten des Kantons Basel-Stadt am Sonntag beide Vorlagen deutlich ab. Und nicht nur das: Gleichzeitig nah- men sie dem Gegenvorschlag des Grossen Rats zur «Zämme fahre mir besser»-Initiative mit 53,5 Prozent an. Dieser fordert unter anderem, dass auf Kantonsgebiet – mit Ausnahme der Hochleistungsstrassen – ab 2050 nur noch umweltfreundliche Verkehrsmit- tel fahren dürfen. Ausschlaggebend für das eindeutige Resultat waren die Stimmen der Stadt Basel. Wäre es nämlich nach den Land- gemeinden gegangen, hätte das Ja-La- ger keine derart empfindliche Niederla- ge einstecken müssen, im Gegenteil. Während Riehen wie Basel die «Zämme fahre mir besser»-Initiative zwar mit 54,5 Prozent ablehnte, sagte das grosse grüne Dorf anders als die Stadt Nein zum Gegenvorschlag (53,2%). Bei der Vorlage «Parkieren für alle Verkehrsteil- nehmer» schaute in Riehen ein knappes Ja heraus (52%). Ganz anders als Basel stimmte Bettingen ab. Die Gemeinde nahm beide Initiativen an (56,8% bzw. 66,4%) und schickte den Gegenvor- schlag bachab (60,2%). Klares Ja zum erweiterten Diskriminierungsverbot Auch über zwei eidgenössische Vor- lagenwurden amSonntag abgestimmt. Das baselstädtische Stimmvolk nahm die Volksinitiative «Mehr bezahlbare Wohnungen» mit 60,2 Prozent Ja-Stim- men genauso an wie die Änderung des Strafgesetzbuches und des Mili­ tärstrafgesetzes (Diskriminierung auf- grund der sexuellen Orientierung) mit überdeutlichen 71,9 Prozent. Auch bei der Wohnungsinitiative tat sich zwischen Stadt und Land ein Graben auf: Sowohl Riehen als auch Bettingen stimmten nämlich gegen die Vorlage (53% bzw. 69,4%). Beim erwei- terten Diskriminierungsverbot waren sich dann aber alle einig. So warfen 61,4 Prozent der Riehener und 52 Pro- zent der Bettinger Stimmberechtigten wie die Basler ein Ja in die Urne. Die Stimmbeteiligung betrug bei der eidgenössischen Abstimmung 47,9 Prozent (Riehen 54,3%, Bettingen 62,9%) und bei der kantonalen Ab- stimmung 49,8 Prozent (ebenfalls Riehen 54,3%, Bettingen 62,9%). Der Anteil brieflich Stimmender lag bei 95,5 Prozent (eidgenössisch) und bei 95,3 Prozent (kantonal).

Mit grossem Vergnügen und entwaffnender Offenheit sprach -minu im Rahmen des jüngsten Arena-Abends über sein Leben und stellte sein erstes «richtiges» Buch vor, «Die rosa Seekuh». «Ich bin kein Schriftsteller», stellt Hans- Peter Hammel, den alle nur als -minu kennen, gleich am Anfang klar. «Ich bin ein Schreiber. Oder Kolumnist, wie sich das heute nennt.» Er habe bis vor Kurzem auch noch nie ein Buch geschrieben, auch wenn schon zahllose Bücher von ihm erschie- nen seien. Denn vor seinem ersten wirk- lichen Buch «Die rosa Seekuh» seien es stets Verleger gewesen, die seine Ge- schichten gesammelt und zu einem Buch «zusammengeschweisst» hätten. Und auch in «Die rosa Seekuh» erzähle er ja im Grunde genommen einfach nur Geschichten. Wie er dies schon immer getan habe. Und deshalb sei er auch ein bisschen stolz, dass er nun zum ersten Mal sozusagen als Literat in die Arena eingeladen worden sei. Auf diese Premi- ere habe er sich riesig gefreut. Es war – natürlich – keine Lesung im klassischen Sinn, die -minu am vergan- genen Dienstagabend im Kellertheater der Alten Kanzlei vor gut vierzig auf- merksam und gut gelaunt zuhörenden Gästen hielt. Das hätte auch nicht zu diesem Gast gepasst. Im Gespräch mit Gastgeberin Nicole Hausammann er- zählte -minu in seiner unnachahmli- chen, reich ausschmückenden und doch auch sehr direkten Art aus seinem Le- ben, denn «Die rosa Seekuh» ist ein stark autobiografisch geprägter Roman. Auch wenn natürlich nicht immer alles genau so passiert sei, wie -minu bemerkte. Ein rosiger Beginn Aber darum gehe es ja auch nicht. Sondern um eine Geschichte, die rosig begonnen habe und nicht immer rosig geblieben sei. Und so gibt -minu die nicht ganz jugendfreie Erklärung zum Besten, wie er auf die Seekuh im Titel gekommen ist – es ging um die Begeg- nung des Jünglings mit einem Mann – und tischt zwei Versionen seiner Geburt auf. Einerseits jene seines Vaters, wo- nach der Vater der Mutter Rosen ge- schenkt und im Spital gleich noch drei Schwestern flachgelegt habe, und ande- rerseits jene seiner Mutter, wonach der Vater nach der Geburt des Filius stern- hagelvoll ins Spitalzimmer gewankt sei, Rolf Spriessler

-minu zusammen mit Nicole Hausammann auf der Bühne des Kellertheaters der Alten Kanzlei.

Foto: Philippe Jaquet

der Mutter einige vertrocknete Nelken hingeworfen habe und kaum noch zu etwas zu gebrauchen gewesen sei. Dabei sei sein Vater ein wahrer Wei- berheld gewesen. Geliebt habe er seinen Vater schon allein deshalb, weil dieser sich mit einem derben Fluch geweigert habe, beim Rektor das Maturzeugnis zu unterschreiben, das festhielt, dass der Sohn durch die Prüfung gefallen war. Und zwar nicht in erster Linie wegen ungenügender schulischer Leistungen, sondern aus disziplinarischen Grün- den, nachdem sich der Teenager in sei- nen damaligen Chemielehrer verliebt hatte, und dieser sich in ihn, und das Paar dann auch zusammengezogen war. Was man auf der Schule gar nicht schätzte. Immerhin – sein Klassenleh- rer, der zugleich seinDeutschlehrer war, habe immer zu ihm gehalten. Das Leben des jungen Andrea – wie der Held des Buches heisst – war geprägt von den starken Frauen in seinem Um- feld, von der Mutter, der Tante, der Grossmutter. Im Gespräch mit Nicole Hausammann erzählte -minu, wie ihn Sport schon immer abgestossen habe. Bis auf das Synchronschwimmen, aber das sei ihm natürlich untersagt geblie- ben. Und da habe er sich fürs Ballett in- teressiert. Faszination Schwanensee Darauf gekommen sei er, als er als junger Knabe ins Theater habe mitge- hen dürfen und dort zumerstenMal den «Schwanensee» erlebt habe. Er durfte sogar zum Ballett-Unterricht – seine Mutter habe ihn immer in allem unter-

ben durfte, und ein zweites Mal, als es beim ersten Artikel, der von einer der legendären Vorpremieren von Fred Spillmanns Mode-Kollektionen berich- tete, Reklamationen von hoher, pikier- ter Stelle gegeben hatte. Und so hatte -minu seinen Platz im Journalismus ge- funden. Wie das tönt, illustrierte -minu mit zwei Beispielen: mit der «Umweltsau», als die die sparsame und stets fleissige dreifache Mutter Rosa am Ende von ei- nigen Jungen geheissen worden ist, und mit der herzzerreissenden Fasnachtsge- schichte um die alte Jungfer Dorli, die nicht als Jungfer hätte enden müssen, wäre sie mit ihrem Haiggi zusammen- gekommen … Der Abend endete mit Episoden und einer Buchpassage über das heutige Le- ben von -minu im gesetzteren Alter. Mit seinem geliebten Christoph, mit dem er nun schon seit 51 Jahren zusammen- lebt. Fragen blieben keine offen. Und so ging es nach einem letzten Lacher und vergnügtem Applaus an die Bar – «d’Lampe go fülle», wie -minu sein Publikum am Ende vergnügt aufgefor- dert hatte. Surinam und «Maulhelden» Die nächsten beiden Arena-Aben- de sind angekündigt. Am Dienstag, 17. März, stellt Nicolas Ryhiner seinen neuen Roman «Im Surinam» vor und am Donnerstag, 30. April, sind Hilde- gard Keller und Christof Burkard mit ihrem Buch «Frisch auf den Tisch – Weltliteratur in Leckerbissen» zu Be- such.

stützt. Doch ein erster Aufritt wurde zum Fiasko und so wurde es nichts mit einer Ballett-Karriere. In einer «Arsch- zeigehose», wie sein Vater in seinem Trämlerlatein die im Ballett übliche Kleidung lautstark verhöhnt hatte. -minu las einige Passagen aus dem Buch und erzählteweiter aus seinemLe- ben. Davon, wie er beim «alten Hage- mann» vorgesprochen habe, dem da- maligen Chef der National-Zeitung, um sich zu beklagen, dass er wegen seiner fehlenden Matur ein Aufnahmekriteri- um der ersten Journalistenschule der Schweiz nicht erfülle. Wieso er denn nicht bestanden habe, habe der Patron gefragt. Weil er ein «Gschleipf» mit sei- nem Chemielehrer gehabt habe, ant- wortete er wahrheitsgemäss. Worauf Hagemann geantwortet habe: «Das isch besser als dMatur. Aber leen Sy mer my- ni Männer in Rue!» Der Klatsch als Rettung Als er auf der Redaktion in Windes- eile Löcher imLayout mit kurzen Texten habe stopfen müssen, seien die ersten «Mimpfeli» entstanden, und als ihm klar geworden sei, dass er auf der Redak- tion kurz vor dem Abschuss stand, habe er die erste «Klatschspalte» erfunden. Denn was interessiere die Leute mehr als alles andere? Richtig, was FrauMeier von nebenan alles so treibe. Ganz lokal und intim. Trotz grosser Empörung auf der gan- zen Redaktion, habe auch hier der alte Hagemann zweimal ein Machtwort ge- sprochen – einmal, damit -minu seine erste Klatschspalte überhaupt schrei-

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VOLKSSCHULEN Digitalisierungsprojekt kommt vor den Einwohnerrat Informatik-Schub für Primarschulkinder

FONDATION BEYELER 26. 1. –17. 5. 2020

vom Freilandsäuli Cordon Bleu, panierte Schnitzel und Pariserschnitzel

410’000 Franken zu rechnen. Davon entfallen 181’000 Franken auf den Be- trieb und 229’000 Franken auf Ersatz- beschaffungen. Per Sommer 2024 soll der Projekt- stand bezüglich der Umsetzung in Rie- hen und Bettingen überprüft werden. Dann könnte entschieden werden, ob gegebenenfalls für Teilbereiche ge- meindeeigene Lösungen entwickelt werden sollten. Die Vorlage wurde be- reits der Sachkommission Bildung und Familie überwiesen und könnte ab März im Einwohnerrat behandelt wer- den. Das Geschäft wird auch Thema sein an der Bettinger Einwohnerge- meindeversammlung vom 28. April.

Projekt des Kantons anzuschliessen. Für das Digitalisierungsprojekt hat das Kantonsparlament einenGesamt- kredit von 31,1 Millionen Franken be- willigt, davon 24,4 Millionen Franken in Form eines Investitionskredits für die Aufbau- und Einführungskosten. Der Ratschlag des Regierungsrats geht für dieGemeindenRiehen undBettin- gen von einem Kostenanteil von 6,22 Prozent aus. Darauf gestützt bean- tragt der Gemeinderat dem Gemein- deparlament für die Aufbauphase von 2020 bis 2024 einen Investitionskredit von 1,49 Millionen Franken. Ausser- dem ist für die Gemeindeschulen mit jährlich wiederkehrenden Kosten von

rs. Am 13. November 2019 hat der Grosse Rat einen Ausbau der Digitali- sierung an den Volksschulen beschlos- sen. Das bedeutet, dass die Schülerin- nen und Schüler auf Primar- und Sekundarstufe mit Tablets bezie- hungsweise Laptops ausgerüstet und im Umgang mit digitalen Arbeitsmit- teln und Medien geschult werden sol- len. Alle Volksschulstandorte sollen ein leistungsfähiges WLAN erhalten. Eine eigens dafür eingesetzte Ar- beitsgruppe hat inzwischen überprüft, wie die Digitalisierung an den Gemein- deschulen umgesetzt werden soll. Ge- stützt darauf schlägt der Gemeinderat dem Einwohnerrat nun vor, sich dem

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