From Local to Global: Friedensarbeit in der IJA

Diskussion & Leitfragen

Im Zentrum stand die Arbeit mit politischen Narrativen, die den Rahmen für die Deutung von Konflikten setzen und zwischen der Legitimation von Gewalt oder Frieden sowie für die Identitätsbildung wirken. Vorgestellt und erprobt wurde eine Toolbox zur Analyse politischer Narrative entlang der Kategorien Sender, Macht, Zeitpunkte, Protagonist, Veränderung, Story, Metanarrativ und Codes .

Die Teilnehmenden gingen dabei folgenden Fragen nach: • Wie lässt sich ein politisches Narrativ analysieren?

In einer Übung analysierten die Teilnehmenden die Rede eines georgischen Oligarchen entlang einer Drei-Zeiten-Logik – Vergangenheit („Es gibt eine Front"), Gegenwart („Es wird eine zweite Front geben") und Zukunft („Es wird Krieg geben") – mit der Auflösung, der Wohlstand sei in Gefahr und nur „wir" könnten Wohlstand und Stabilität schaffen, während „die Anderen" als „globale Kriegspartei" die Verbindung zu Verbündeten verhinderten. • Was fällt an einem solchen Narrativ auf? Benannt wurden Widersprüchlichkeit, ein populistisches Muster, ein Aufruf zur Gewalt, „Heimat" als emotional geladener Begriff und das gezielte Spiel mit Angst. • Wie lassen sich konfliktfördernde Narrative auflösen – und wie sehen friedensfördernde Narrative aus? • Welche Transfermöglichkeiten ergeben sich für andere Kontexte?

Ergebnisse

• Von konfliktfördernden zu friedensfördernden Narrativen.

Statt Konflikte zu verschärfen, gilt es, gemeinsame Ziele und Interessen zu formulieren, den anderen als Menschen in den Blick zu nehmen und die eigene Handlungsfähigkeit zu betonen. • Bedürfnisse und Ängste als Kern von Narrativen wahrnehmen. Grundlage sind vier Grundbedürfnisse und die mit ihnen verbundenen Ängste: Sicherheit (Angst vor Vernichtung), Wohlstand (Angst vor dem Elend), Identität (Angst vor Entfremdung) und Freiheit (Angst vor Unterdrückung). • Position – Interessen – Bedürfnisse Auf der Ebene der Positionen ist eine Einigung oft nicht möglich, auf der Ebene der Interessen erschweren unterschiedliche Legitimationen die Verständigung – erst auf der Bedürfnisebene wird Transformation denkbar. • Empowerment auf individueller Ebene Die Internationale Jugendarbeit hilft, sich von emotionalen Bewertungen zu lösen, schult die Dialogfähigkeit, vermittelt das Gefühl „Ihr könnt etwas bewirken und verändern" und stärkt das Gemeinschaftsgefühl. • Umgang mit Desinformation: politische Bildung und Medienkompetenz wirken gegen Rassismus und laden dazu ein, eigene Narrative zu überprüfen • Vorwürfe funktionieren nicht; tragfähiger ist die gemeinsame Analyse von Narrativen. • Transfer in weitere Kontexte

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