AWB_KW17_2021

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Allschwiler Wochenblatt

Freitag, 30. April 2021 – Nr. 17

Zu Besuch bei der Kettensägenkünstlerin

Kunst-Verein

Der Kunst-Verein blickte Holzskulpteurin Ursula Blättler über die Schulter. Der Himmel strahlend blau, ein Dutzend interessierteMitglieder des Allschwiler Kunst-Vereins (AKV), Ursula Blättler mit der Kettensäge und mittendrin, auf dem Garagen- vorplatz, ein Stück Baumstamm, dieses übrigens aus einem Nach- barsgarten. Die meisten Stämme bezieht die Holzskulpteurin aus dem Allschwiler Forst. Gespannt folgen die Anwesen- den dem Spiel der Säge, Schnitt um Schnitt. Ein Holzstück fällt aus dem Stamm. Alle rätseln – aber er- raten nicht – was da wohl entstehen wird. Seit zehn Jahren betreibt die Künstlerin dieses Hobby. Einige ihrer Werke stehen im Garten, ent- lang der Wege, unter Bäumen – En- gel, Stuhl, Figurengruppe – und erleben hier die Jahreszeiten, ihren

Der Kunst-Verein besuchte Ursula Blättler (Helm in der Hand), die mit der Kettensäge Holzskulpturen fertigt. Foto zVg

auf der Webseite der Bürgerge- meinde. Resultat: gähnende Leere. Christoph Morat, Allschwil Die Demokratie und die Salami Kostet ein Projekt über drei Milli- onen, dann muss es vors Volk. Ist der Betrag kleiner, dann entschei- det der Einwohnerrat. Das ist ein Grundstein unseres demokrati- schen Verhaltens in Allschwil. Will der Gemeinderat, dass ein grosses Projekt nicht vors Volk kommt, dann hält er die Kosten unter diesem Betrag. Die weiteren Kosten werden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben: die Salami- taktik. Genauso eine Salami wird bei der Sanierung des Jugendfrei- zeithauses in Scheiben geschnitten. Der Gemeinderat will einen Teil der Kosten der Solaranlage verschie- ben, damit es zu keiner Volksab- stimmung kommt, wie Einwohner- rätinnen der SP, CVP und AVP (siehe letztes AWB) auch. Aus mei- ner Sicht ein absolutes No-Go! Gemeinderat Andreas Bammat- ter (SP) äusserte sich, drohgebär- den-ähnlich laut, dass er das nächste Mal so ein Projekt gleich auf zwei Projekte aufteilen wird. So habe es sich auch erledigt! Das heisst, dass er die Salami nicht in Scheiben schneiden will, sondern gleich halbieren. Da sollte jemand das Finanzhandbuch BL durchle- sen, denn ein solches Aufteilen ist rechtswidrig. Dies ist eben auch ein eigenen Wandel, der an ihnen Spu- ren hinterlässt. Ja, die Vergänglich- keit auch ihrer Werke ist ein zent- rales Thema der Künstlerin. Die AKV-Mitglieder geniessen die be- schauliche Ruhe im Skulpturen- park, entdecken da und dort ein Werk und verköstigen sich an-

Teil der Demokratie: Jedes Volk kriegt das, was es gewählt hat! Die Sanierung des Jugendfreizeithauses ist für die SVP ein klares Muss! Aber nur unter Einhaltung der gel- tenden politischen Spielregeln. Henry Vogt, Einwohnerrat SVP Echte Wertschätzung, bitte! Das Pflegepersonal hat in der Co- rona-Pandemie Ausserordentliches geleistet – das steht ausser Frage. Grundsätzlich ist es so, dass der Stellenwert der nichtärztlichen Ge- sundheitsberufe steigt und ihr Bei- trag für ein funktionierendes Ge- sundheitswesen unabdingbar ist. So antwortet der Regierungsrat BL auf das eingereichte Postulat «Ap- plaus ist nett, gerechte Löhne sind echte Wertschätzung» der SP. Da- raus leitet der Regierungsrat hin- gegen nicht ab, dass er in den sozi- alpartnerschaftlich organisierten Prozess der Lohnfindung bezie- hungsweise Lohnverhandlungen eingreifen sollte. Die unattraktiven Arbeitsbe- dingungen sowie zu wenig Aus- und Weiterbildungsangebote füh- ren zu einem generellen Mangel an Pflegepersonal. Die wachsende Zahl an Berufsaussteigenden, vor allem Frauen aufgrund der schwie- rigen Arbeitsbedingungen, ver- schärft die Situation zusätzlich. Sowohl die Bezahlung als auch die Arbeitsbedingungen müssen sich dringend verbessern. Aus diesem schliessend an einem herrlichen Apéro rund um den Baumstamm. Nochmals kreist die Kette, Schnitte zeigen Spuren im Holz und kleine Stücke fallen zu Boden. Ruhe und Disziplin sind die steten Begleiter der Künstlerin. Was da wohl ent- steht, kann bestimmt beim nächs-

ten Spaziergang durch den Ober- torweg entdeckt werden. Der nächste Anlass des AKV: «Kunstwerke in der Klosterkirche Mariastein» am 7. Mai. Mehr dazu gibt es unter www.allschwiler-kunst- verein.ch. Jean-Jacques Winter, Allschwiler Kunst-Verein

Leserbriefe Leider nichts gelernt

Grund bitten die Postulantinnen und Postulanten den Regierungs- rat zum Beispiel zu prüfen und zu berichten, wie die Lohn-, aber auch die Arbeitsbedingungen des Pfle- gepersonals langfristig verbessert werden können und wie dies finan- ziert werden kann. Das Postulat wurde überwiesen und entgegen dem Antrag der Regierung vom Landrat mit 45:36 Stimmen stehen gelassen. Wir bleiben dran. Andreas Bammatter, Landrat SP Zufahrten fehlerhaft ausgeführt Durch die Erneuerungsarbeiten an der Baslerstrasse wurden offensicht- lich auch die Zufahrten in die Ne- benstrassen involviert. Das Resultat dieser Arbeiten ist insbesondere bei der Ausfahrt von der Heuwinkel- strasse in die Baslerstrasse eine ab- solute Katastrophe. Selbst Fahrrad- fahrer werden so durchgeschüttelt, dass sie jederzeit sturzgefährdet sind. Offensichtlich handelt es sich hierbei um eine absolute Fehlpla- nung beziehungsweise fehlerhafte Ausführung, welche auch die Mars- strasse und weitere Zufahrten in die Nebenstrassen betrifft. Als Steuer- zahler darf jedoch erwartet werden, dass entsprechend in Auftrag gege- bene Arbeiten in einer Qualität ab- geliefert werden, welche auch ihren Preis rechtfertigen. Ich kann dazu nur sagen, dass so etwas in der Pri- vatwirtschaft niemals akzeptiert würde. Dario Filippi, Allschwil

Vor etwa 16 Jahren hatte die Bür- gergemeinde Allschwil einen Skan- dal um den damaligen Bürgerrats- präsidenten Herde zu bewältigen. Dieser hatte selbstherrlich sämtli- che Kontrollen über sein Handeln verhindert. Scheinbar hat der Bür- gerrat daraus keine Lehren gezo- gen. Sonst würde er sich nicht wis- sentlich und ganz im Stillen über die kantonalen Regeln hinwegset- zen. Für die Bürgergemeinde gilt klar das Gesetz über die öffentli- chen Beschaffungen. Sogar die in- ternationalen Handelsabsprachen Gatt/WTOwären beimBauprojekt zu beachten. Überheblich foutiert sich der Bürgerrat jedoch um diese Gesetze. Schon die Aufträge an den Architekten und den Baumanager wurden ohne Submission vergeben. Erst recht die Bauaufträge im Ge- samtwert von einigen Millionen Franken. Und die Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission befindet sich offenbar im Tief- schlaf. Anders ist es nicht zu erklä- ren, dass niemand das Handeln des Bürgerrats hinterfragt und über- prüft. Genau hier liegt wohl das grösste Problem der Bürgerge- meinde: die Intransparenz der Ge- schäfte des Bürgerrats. Niemand soll mehr als das Nötigste erfahren. Wie damals bei Herrn Herde. Um das zu belegen, reicht eine einfache Suche nach einem Geschäft, einem Dokument oder einem Protokoll

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