Mein Haus & Grund - Wohnungseigentum

Mein Haus &Grund Eigentum. Schutz. Gemeinschaft. Schleswig-Holstein

Wohnungseigentum

Ganz oben Tolles Wohnen hoch im Norden Wo die Ruhe wohnt Erholung im Familieneigentum

Der Weg zum Eigentum Was tun bei wenig Eigenkapital? Chef.Koch.Tipp. Klassiker mit jungem Charme

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

„Wohnst Du noch oder lebst Du schon?“ Das war der Slogan eines be- kannten Möbelgeschäfts. Da die meisten Deutschen von den eigenen vier Wänden träumen, spricht einiges dafür, dass es sich darin besser wohnt als zur Miete. Vielleicht leben in Schleswig-Holstein die glücklichsten Men- schen Deutschlands, weil über die Hälfte der Bevölkerung im selbstgenutz- ten Eigentum wohnt; mehr als im Rest der Republik. Das Wohneigentum ist eine immer beliebtere Variante und unser Thema in diesem Magazin. Die Eigentumswohnung stellt auch eine Kapitalanlage dar. Betongold ist sexy; irgendwie greifbarer als das Geld auf dem Sparbuch. Ohne Mieter ist diese Immobilie allerdings wertlos. Um richtig zu vermieten, gibt es einiges zu beachten. Wir lassen Experten zu Wort kommen, die praktische Rat- schläge vermitteln. In dem eingangs zitierten Motto kommt ein bestimmter „Lifestyle“ zum Ausdruck: Einrichtungs- und Kochtipps dürfen in diesem Magazin nicht fehlen – für mehr Leben beim Wohnen.

Ihr Küchenspezialist – 5 × in Schleswig-Holstein Eutiner Str. 14 | 23730 Neustadt i. H. | Telefon 04561 - 524 78 81 Otto-Kipp-Str. 2 | 23684 Scharbeutz | Telefon 04524 - 70 60-0 Teichkoppel 10 | 23843 Bad Oldesloe | Telefon 04531 - 808 12 13 Gutenbergstr. 45 | 24223 Schwentinental | Telefon 04307 - 823 66 22 Holm 2 | 24340 Eckernförde | Telefon 04351 - 47 54 06 www.ostseekuechen.de

Wir wünschen jedenfalls viel Spaß bei der Lektüre!

Herzlichst

Hans-Henning Kujath Verbandsdirektor

Alexander Blažek Vorsitzender

Gemischtes Doppel

Ganz oben

INHALT | 5

INHALT

10

Fakt

Menschen

6

34 Dr. Christian Kuhnt Immer mit offenen Ohren unterwegs

Die Zahl der Ausgabe und was sich dahinter verbirgt

Advertorials Paroli für den Maskenmann 44 Der ideale Mieter 45 SHMF Live in Concert 46 Einrichtungstrends 48 Marmorierter Grillgenuss 54

Titelthema: Wohnungseigentum

Ratgeber

10 Gemischtes Doppel Studenten-WG auf Eigentumsbasis

37 Verbrauchertipp

Finanzierung braucht eine unabhängige Beratung

34

17

12 Ganz oben Tolles Wohnen hoch im Norden

40 Rechtstipp

Rauchmelder im Wohnungseigentum

Verwaltungs- beirat

17 Wo die Ruhe wohnt Erholung im Familieneigentum 19 Wohnungsgeber Eigentümer und zugleich Vermieter 22 Verwaltungsbeirat Damit alles seinen Gang geht

Verschiedenes

Wo die Ruhe wohnt

Menschen

50 Chef.Koch.Tipp.

Klassiker mit jungem Charme

26 Die Profis

19

57 Mitglied werden

Wie es geht, warum es sich lohnt

22

58 Impressum

26 Die Profis

Wohnungsgeber

Wohneigentum persönlich genommen

Standpunkt

30 Auf dem Weg zur eigenen Wohnung

30 Standpunkt

Was bei wenig Eigenkapital zu tun ist

Chef.Koch.Tipp.

50

6   FAKT DES MAGAZINS

62 Die Zahl der Ausgabe

Bootshäfen oder Marinas mit mehr als ein- hundert Liegeplätzen gibt es an Schleswig- Holsteins Küsten. Nicht wenige davon verfü- gen wie diese hier in Flensburg zugleich über Wohneigentum. So verbinden sich Sport, Spaß und Wohnen auf angenehmste Weise. Mit Wohneigentum kommt man durch alle Stürme des Lebens. Nachfolgend einige schöne Beispiele.

8   TITELTHEMA

Wohnungs- eigentum

Flensburg: Gute Aussichten für das Eigentum

Wohnraum für Studenten: Eigentumswohnung als WG S.10 Auf der Sonnenseite: So wie hier wohnt wohl jeder gern S.12 Wo die Ruhe wohnt: Feriendomizil an der Westküste S.17 Wohnungsgeber: Freude am Vermieten S.19

Alles geht seinen Gang: Die Verwaltungsbeirätin S.22 Profis am Werk: Hausverwaltung in Mölln S.26 Standpunkt: Der richtige Weg zum Eigentum S.30 Menschen: Dr. Christian Kuhnt S.34

10   TITELTHEMA

konnte. Dafür wuseln die beiden noch jungen Katzen Balou und Baghira, zwei ehemalige Tierheim-Insassen, in der Wohnung herum und beobachten den Fotografen bei seiner Arbeit. Die gemütliche Wohnung befindet sich in einem älteren Gebäude mit zehn Wohneinheiten. Es sind alles Eigen- tumswohnungen in diesem Haus, das Verhältnis der Bewohner untereinander nennt Frau Elscher entspannt. Überwie- gend sind die Wohnungen vermietet und auch das Verhältnis zum Hausver- walter sei in Ordnung. „Wohnungseigentum ist schon eine tolle Sache“, sagt Antje Elscher. Wichtig sei jedoch eine vernünftige Finanz- planung, die über die Jahre hin trägt. Immerhin kommt es ja in einem solchen Haus auch zu Reparaturen. Das haben wir beim Betreten bemerkt, denn im Treppenhaus war gerade eine Maler- kolonne dabei, Wände und Holztreppe wieder mit neuem Schick zu versehen. Die Kosten für derartige Arbeiten wer- den entweder der Instandhaltungsrück- lage entnommen, die von den Eigentü- mern angespart wird oder aber mittels Wir würden es sicher wieder genauso machen.

Gemischtes  Doppel

Studenten-WG

Wir hätten da ein paar Fragen: Antje Elscher und Tochter Finja. Schwester Jane lässt sich wegen einer Vorlesung von den Katzen Balu und Baghira vertreten. Beide Frauen studieren Jura an der Kieler Uni.

Zwei Schwestern, zwei Katzen, zwei Zim- mer, eine Wohnung. Wie Eltern recht- zeitig für eine Studenten-WG sorgen.

insbesondere Studenten an eine ver- gleichbare Wohnung zu kommen.“ Eigentum lohnt also, vor allem genera- tionsübergreifend, wie hier. <<

Sonderumlage erhoben. Das muss man als Eigentümer kalkulieren. „Also wir würden es sicherlich wieder genauso machen. Erst recht wenn wir sehen, wie schwierig es ist, für junge Leute und

Die Straße, in der die Wohnung von Familie Elscher liegt, kann man durch- aus als uni-nah bezeichnen. Ein Auto bräuchte man nicht unbedingt, um zu den Vorlesungen oder in die Univer- sitätsbibliothek zu kommen. Schaden kann es natürlich auch nicht – wenn man einen Parkplatz findet. Letzte es ist auch der so ziemlich einzige Nachteil in diesem Wohnquartier. Antje Elscher wohnt hier nicht selber. Sie ist aber Eigentümerin einer Zwei- zimmerwohnung, die von ihren beiden Töchtern Finja und Jane bewohnt wird.

Falls Sie es noch nicht wussten: Kiel ist eine der großen Universitätsstädte in Deutschland. Fast 26.000 Studenten sind an der Christian-Albrechts-Universi- tät eingeschrieben. Dazu kommen noch einmal rund 8.000 Studierende an der Fachhochschule. Das entspricht etwa 14 Prozent der gesamten Einwohner- zahl der Landeshauptstadt. So gesehen eine erfreuliche Tatsache, die jedoch auf dem Wohnungsmarkt deutliche Spuren hinterlässt. Wohnraum für junge Men- schen ist gefragt, noch dazu, wenn er sich in erreichbarer Nähe der Studienor- te befinden soll

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Schleswig-Holstein Der echte Norden

Katze mit Aussicht: Farbenfroh und aufgeräumt geht es in dieser Zweizimmerwohnung zu.

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„Im Jahr 2012 haben wir diese Woh- nung gekauft, eben um sie unseren Töchtern als Wohnraum während ihres Studiums zur Verfügung zu stellen“, sagt die Beamtin im Landesdienst. Tochter Finja, im siebten Semester Jura, fühlt sich hier sehr wohl und spricht damit auch für ihre Schwester, die, eine ebenfalls angehende Juristin, wegen einer Lehrveranstaltung nicht dabei sein

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TITELTHEMA   13

Hoch oben im Norden

Wohn- und Gewerbezwecken in der Nachwendezeit, also Ende der 1990er Jahre. Der Marinestützpunkt Mürwik wurde aufgelöst, Flensburg traf der Abzug tausender Soldaten hart. Was aus den Backsteinbauten der zwanziger und dreißiger Jahre werden sollte, war zu dem Zeitpunkt völlig ungewiss. Ver- ödung durch Vernachlässigung drohte. Davon spürt man so gut wie nichts mehr. Was aus ehemaligen Kasernen, Werkstätten und Lagerräumen auf >>

ausgerichtet, sondern nach Westen bis Nordwesten, also dem Punkt am Horizont, wo die Sonne untergeht. Auf dem anderen Fördeufer trifft er auf die Stadtsilhouette, im weiteren Verlauf dann auf die hügelige Landschaft Dänemarks. Die Gegend wurde früher auch Klein-Westerland genannt, denn es war im 19. Jahrhundert ein stadt- nahes Badegebiet. Der Name Sonwik allerdings ist neueren Ursprungs und ein Kunstwort. Er entstand erst nach der Konversion von Marinegelände zu

Strahlend blau ist der Himmel, so blau wie die Flensburger Förde. Eindeutig steht sie im Mittelpunkt eines jeden Gastes, der sich in die nördlichste Großstadt unseres Landes begibt. Sie steht für ein unzerstörtes, geschlossenes Stadtbild in Wasserlage, eingebettet in lieblicher Landschaft. Doch hat auch Flensburg seine Probleme und eines hängt mit dem Ende des Kalten Krieges zusammen. Sonwik, ein Stadtteil, den es bis vor kurzem gar nicht gab, ist dafür ein Beispiel. Und es ist ein gutes, wirtschaftlich und städtebaulich. Woran in anderen Städten und Gemeinden noch gearbeitet wird, fand dort einen guten Abschluss. Der Name Sonwik leitet sich aus zwei Silben ab, Son für Sonne und Wik aus dem Nordgermanischen für Bucht, bedeutet also etwa Sonnenbucht. Der Blick von der Promenade aufs Was- ser ist allerdings nicht nach Süden

Wohnungseigentum auf hohem Niveau

Nahe am Wasser ge- baut, aber kein Grund zur Traurigkeit. Im Gegenteil: Sonwik an der Flensburger Förde lässt das Herz aufgehen. Vor allem an so schönen Tagen wie diesen.

Am Wasser lässt es sich immer gut aushalten. Für wenig Geld im Strandkorb, für etwas mehr in einer der Häuser an der Marina. Sie scheinen zu schwimmen, stehen aber auf festem Grund.

TITELTHEMA   15

einem höheren Niveau, könnte man sagen. Mit den so ungeliebten Hoch- häusern mancher Bauprojekte haben die beiden Eigentumsanlagen nichts ge- mein. Fassade und Ausstattung spiegeln die wertige Lage wider. Für alle Wohnungen gilt: Jede Partei hat mindestens einen sonnigen Balkon oder Loggia. Im Erdgeschoss einiger Objekte werden Gewerbeflächen vermietet. Büros, Läden und Gaststätten haben sich dort angesiedelt und beleben auch abends die maritime Szenerie. Und wo einst Kriegsschiffe das Bild beherrsch- ten, ist eine moderne Marina mit 370 Liegeplätzen für Segel- und Motor- yachten entstanden: mit Schwimmbrü- cken, Auslegern, TV-Kabelanschlüssen, also allem Drum und Dran. Bootseigner aus ganz Deutschland und Dänemark haben das Gros der Plätze gepachtet. Schräg gegenüber den Liegeplätzen stehen die Hingucker der Anlage: die Wasserhäuser. Sie schweben auf Stahlpfählen, die 40 Meter tief in den Meeresboden hineinragen. Hier gerät garantiert nichts in Schwanken. Oliver Wo einst Kriegsschiffe das Bild prägten, entstand eine Marina mit 370 Liegeplätzen.

Eigentlich braucht man hier eher ein Fernglas als einen Fernse- her. Vom Sofa aus hat man einen schönen Blick auf das dänische Fördeufer.

betreten wir das Gebäude und fahren hinauf in eine der schönen Penthouse- Wohnungen. Von hier bekommen wir einen Überblick im wahrsten Sinne des Wortes. Sonwik liegt den Bewohnern dieser Eigentumswohnung buchstäblich zu Füßen. In diesem Haus und jedem Stockwerk kann man aus jeder der großzügig ge- schnittenen, hellen Eigentumswohnun- gen den Blick auf die Flensburger Förde genießen. So auch aus den sanierten und umgebauten ehemaligen Kaser- nengebäuden entlang der Uferprome- nade. Aber in den beiden Wohntürmen, inzwischen sogar schon im Volksmund Luv und Lee genannt, ist es doch noch etwas anderes. Gewissermaßen auf

Appetit auf frischen Fisch? Ließe sich in dieser Küche prima machen und vorher in der nahen

Grillparty mit Blick auf Förde, Dänemark oder den Turm der Marineschule in Mürwik? Letztere ist die einzige Erinnerung an die ehemalige militärische Nutzung von

Hafenstadt einkaufen.

Sonwik. Friedlich und entspannt geht es hier heutzutage zu.

viele Interessenten an. So schön es dort ist, wir wollten aber gern auch eine der etwas erschwinglicheren Wohnungen sehen. Oliver Densch macht es möglich. So er- leben wir die ansprechende Eigentums- wohnung einer jungen Familie mit Kind. Geschmackvoll möbliert, auch hier mit einem schönen Blick aufs Wasser. Es gibt auf Anhieb tolle Einblicke in die Küche. Sie ist ausgestattet mit exklusiven Gerä- ten wie zum Beispiel einem elektrischen Dekanter. Auch in das wohlgeordnete Kinderzimmer der Tochter des Hauses dürfen wir kurz hineinschauen und fotografie en. Unverkenbar sind es mädchentypische Spielsachen. Und alles deutet darauf hin: In dieser Wohnung scheint man sich sehr wohl zu fühlen. >>

Densch hat hier selbst gewohnt. „Eine wunderbare Zeit“, schwärmt er noch heute. Der Kinder wegen wohnt seine Familie zurzeit lieber etwas weniger direkt am Wasser. Doch zurück in die luftigen Höhen der Eigentumswohnung: Von der Dachter- rasse des Penthouse-Appartements ge- nießen wir die Sonnenstrahlen und den Ausblick. Deren Riesenfläche, geradezu eine ganze Freizeitlandschaft zur Erho- lung und Entspannung, gehört zu der darunter liegenden, stolze 300 Quadrat- meter großen Eigentumswohnung. „So ein Objekt ist natürlich ein Solitär, aber auch dafür gibt es Nachfrage“, sagt Oliver Densch. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs stand sie gerade zum Verkauf und lockte wegen ihrer Einzigartigkeit

aber einige Besonderheiten hinzu. Das sind nicht nur die perfekt restaurierten ehemaligen Bundeswehr-Bauten. Hier hat man sich mit dem Denkmalschutz erst auseinandergesetzt und dann zusammengerauft. Ob Dachterrassen, Loggien und vorgelagerte Balkone, um alles wurde gerungen, das meiste akzeptiert. Heute sprechen die Gestal- tung von Fassaden und Fenster sowie die Auswahl der Baumaterialien für sich und damit für beide Seiten. Für Oliver Densch sind es von seinem Büro aus nur ein paar Schritte zu einem der beiden „Leuchttürme“ dieses Projekts. Durch eine große Tiefgarage, selbstverständlich elektronisch gesichert,

rund sieben Hektar Land und sechs Hektar Wasserfläche entstand, wirkt schon ambitioniert. „Es ist einzigartig“, sagt Oliver Densch, Mitinhaber des Flensburger Immobilienunternehmen Densch & Schmidt. Sein Vater hat ge- meinsam mit Partnern dieses Gelände, das nun Heimat für viele Eigentümer und deren Mieter geworden ist, mit viel Mut, Tatkraft und gegen manche Wi- derstände entwickelt. Insgesamt schlu- gen weit über 100 Millionen Euro zu Buche, die in diese Investition flossen Nun gibt es Marinas – das sind in der Regel privat genutzte Sportboothäfen – oder überhaupt Wohnungsbau in Ufernähe zuhauf. In Sonwik kommen

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Auch wenn nicht jede Wohnung dreihundert Quadratmeter hat, bleibt der hohe Wohnkomfort doch erhalten. Da kommen Freunde gern mal vorbei.

Wo die Ruhe wohnt

Auch Kinder fühlen sich hier wohl.

Wohnungen in Wasserlage gehören seit jeher zu den gefragtesten Immobilien. Sie sind sicher nicht für jedermann erschwinglich. Aber zum einen gibt es genügend Nachfrage und zum anderen wird man ja noch träumen dürfen. Von einer großen Dachterrasse an der Flens- burger Förde zum Beispiel. Hier lohnt sich Wohnungseigentum, auch wenn man bereit ist, besondere Ansprüche an Gebäude und Umfeld zu honorieren. <<

Waren vor Baubeginn noch viele Flens- burger skeptisch, ob ein Projekt wie Sonwik gelingen könnte, so haben sie es inzwischen angenommen. Die zahl- reichen Spaziergänger und Radfahrer beweisen es. Auch wenn der Himmel und die Förde nicht immer so blau sind, wie heute: In dieser Stadt kann man Wohnungseigentümer werden mit un- mittelbarem Bezug zur maritimen Seite dieses Bundeslandes.

Oliver Densch (links) erzählt, wie es zu allem kam.

Vom Familienwohnsitz zum Erholungsort

diesem Haus in Norddeich in Dithmar- schen natürlich besonders verbunden. Der Zustand war erbärmlich, viel Eigenleistung, aber auch einiges Geld gehörten dazu, das Haus wieder instand zu setzen und modernen Wohnerfor- dernissen anzupassen. So manches Wochenende ging dabei drauf, um den Traum vom Eigentum an Schleswig- Holsteins Westküste zu erfüllen. Es war zudem ein richtiges Familienprojekt. Kinder, Schwiegereltern und viele ande- re Familienmitglieder haben geholfen. Die Schwiegermutter von Frau Wojcieszak hat für die Verpflegung gesorgt, der Schwiegervater auch unter der Woche viele Aufgaben erledigt.

Dass Wohneigentum renoviert wird, kommt häufiger vor. Hier handelt es sich jedoch um einen besonderen Fall.

natürlich nicht schädlich ist, erzählt uns die Geschichte dieser Wohnung.

Die Ferienwohnung der Familie Wojcies- zak liegt nicht gerade im Zentrum des Weltgeschehens. Doch das macht sie für die Familie, aber vor allem auch die vielen Feriengäste gerade so interessant. Im Obergeschoss eines um die 1920er Jahre gebauten Siedlungshauses kann man sich in der Tat prima erholen. Doch bis es dazu kam, war es ein weiter Weg. Sabine Wojcieszak, ein aktiver Mensch, was für eine Unternehmensberaterin

VOM ERSTEN KIND BIS KINDER AUS DEM HAUS. ALLES GUT BEDACHT.

Ursprünglich wurde das ganze Haus von einem Onkel ihres Mannes bewohnt. Der alte Herr hat jedoch gesundheitsbe- dingt nur noch wenig machen können. Nach seinem Ableben fiel das Haus in die Erbmasse und wurde von Familie Wojcieszak gekauft. Ihr Mann stammt aus der Gegend und fühlte sich mit

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Bedauert hat das Ehepaar all die Mühen nicht. Trotz ihrer großen >>

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beruflichen Herausfo derung als selbstständige Unternehmensberaterin und IT-Spezialist wurde viel Arbeitskraft investiert und auch einiges Herzblut. „Wir haben, so heruntergekommen das Haus auch war, bei der ersten Besichti- gung die Seele dieses Hauses gespürt“, so die Fünfzigjährige. „Auch mit allen Überraschungen bei der Renovierung haben wir es nicht bereut, diesen Geist zu bewahren.“ Dennoch wurde im Zusammenhang mit der Renovierung einiges an Porzellan zerschlagen. Sogar in voller Absicht, weil dort viele Geschirrteile gefunden wurden, die überhaupt nicht zueinan- der passten. Die hat Sabine Wojcieszak in mühevoller Kleinarbeit zu einer

Farbig und Einfallsreich empfängt die Ferienwohnung der Wojcieszaks ihre Gäste. Ideen wie das Fliesen- schild aus Porzellanbruchstücken oder die Krawattenleuchte (hinten) geben dem Ganzen einen Stil.

dann über zwei Wohnungen in dieser ruhigen Lage verfügen. Sicher, man muss zum Einkaufen fahren und auch bis an die Nordsee sind es ein paar Kilo- meter. Unsere Gäste schätzen das und kommen gerade deswegen, vor allen Dingen wegen der einmaligen Ruhe. Und vom Bett aus schaut man direkt in den Sternenhimmel. Wo kann man das sonst schon?“ <<

Art Wandkunstwerk verarbeitet. Die Scherben wurden dazu in eine an der Küchenwand aufgebrachte Haftmasse eingefügt. „Dies ist auch so ein Detail, das von den Gästen sehr positiv auf- genommen wird“, sagt sie. Überhaupt finden sich t otz aller Moderne einige Einrichtungsstücke, die aus der Zeit des ehemaligen Bewohners stammten und entsprechend restauriert wurden. Ori- ginelle Stücke, wie eine Stehlampe mit einem neuen Schirm aus alten Krawat- ten oder der mit zuvor unter großem Einsatz der Familie geleerten Getränke- dosen umbordete Esstisch. gemacht. Bereits wenige Stunden, nachdem sie im Jahre 2017 die Woh- nung beim Internetportal airbnb einge- stellt hatte, erfolgte die erste Buchung. Außer im November und im Februar ist die Wohnung regelmäßig gut gebucht, im Sommer 2018 – wen wundert es – sogar fast komplett. Airbnb bietet der Vermieterin nach eigener Aussage gro- ße Sicherheit bei der Vermietung. Aber auch selbst nutzen sie und die erwach- senen Kinder des Paares die Wohnung gelegentlich. „Es war die richtige Idee, hier Eigentum zu schaffen. Wir bauen das Unterge- schoss jetzt ebenfalls aus und werden Mit der Vermietung an Feriengäste hat Sabine Wojcieszak gute Erfahrungen

Wohnungseigentümer und Vermieter

Privateigentümer schafft Wohnraum

Bodenständig wirkt das Haus, boden- ständig ist auch der Eigentümer. Mitei- gentümer, müsste man besser sagen, denn Uwe Rathje vermietet zwei der vier Eigentumswohnungen in Kropp. >>

Ohne Übertreibungen und doch ein bei Mietern beliebtes Wohnobjekt. Typisch für ein Mitglied von Haus & Grund.

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Der 74-jährige gebürtige Rendsburger erwartet uns in einem noch sehr jungen Ortsteil der südlich von Schleswig gele- genen Gemeinde. Der Ort hat sich im Laufe der letzten Jahre gut entwickelt, nicht zuletzt dank der auf einem nahen Flugplatz stationierten Bundeswehr. Wohnraum ist also gefragt.

Vermieter wurde der Hand- werksmeister erst später.

In die Wiege gelegt wurde Uwe Rathje das Vermieten nicht gerade. Auf einem Bauernhof aufgewachsen, hat er zu- nächst Anfang der sechziger Jahre eine Elektrikerlehre durchlaufen. Nach dem Besuch der Technikerschule in Meldorf und der Meisterprüfung übernahm er einen alteingesessenen Elektroinstallati- onsbetrieb in Neumünster. Von seinem Wohnsitz in Alt Duvenstedt musste er

Uwe Rathje ist zufrieden. Mit seinem Leben, dem Beruf und dass er Mietern ein Zuhause bieten kann.

Kunden, die man als Vermieter nicht allein lassen sollte.

die Gelegenheit, ein Grundstück in der aufstrebenden Gemeinde Kropp zu erwerben. Eigentlich sollte dort ein Doppelhaus entstehen. Durch die gute Zusammenarbeit mit einem örtlichen Bauunternehmer entschloss man sich 2013 jedoch, auf diesem Grundstück eine Wohnungseigentumsanlage zu errichten. Beweggrund, sich hieran zu beteiligen und Eigentümer von zwei der vier Eigentumswohnungen zu werden, war für Rathje die Kapitalanlage. „Im- mobilien sind die beste und sicherste Geldanlage“. Diese Aussage ist ihm wichtig und er rät jedem, sich bei ent- sprechender Kapitalsituation wenigstens eine Wohnung zuzulegen und sie dann auch zu vermieten. man ihn so gern karikiert bzw. verleum- det, merkt man gleich. „Das Vermieten ist hier überhaupt gar kein Problem. Auf jede freiwerdende Wohnung kommen fünf bis sechs Bewerber. Wir haben hier aber eine vernünftige Miete, denn man muss ja auch mal den Mieter und seine finanziellen Möglichkeiten sehen. Bei der Miete muss man human bleiben,“ sagt Rathje. Er versteht seine Mieter als Dass es sich bei ihm nicht um einen „typischen“ Vermieter handelt, wie

Kleine Details und viel Freiraum für einen entspannten Feierabend zeichnen dieses Haus in Kropp aus. Es wird gehegt und gepflegt. on den Eigentümern und den Bewohnern.

Da ist unser Gesprächspartner und Mit- eigentümer dieser kleinen Wohnanlage genau der richtige. Schon beim Bau hat er sich im Einvernehmen mit der Bau- firma um die gute und ineinanderg ei- fende Zusammenarbeit der einzelnen Gewerke gekümmert. Sogar die Bau- abnahme hat er gemacht. Schließlich sei er ja vom Fach, so Rathje schmun- zelnd. Vielleicht wurde deswegen dafür gesorgt, dass das Haus über eine Solaranlage verfügt, die Warmwasser in einem Speicherkessel in ausreichender Menge für alle Wohnungen aufbereitet. Insofern also auch ökologisch gesehen ein gutes Beispiel.

Uwe Rathje ist also doch ein typischer Privatvermieter, nämlich einer, der sei- nen Mietern ein gutes Zuhause gönnt und auf diese Weise andere an seiner Freude am Eigentum teilhaben lässt. <<

Einsatz mit einer langen Mietdauer. In einem anderen seiner Objekte hat Rath- je Mieter, die schon über 20 Jahre bei ihm wohnen. Ärger, sagt er, gäbe es mit den Mietern so gut wie gar nicht. „Das kann man vermeiden, wenn man sich regelmäßig kümmert und als Vermieter guten Willen zeigt. Küchen zum Beispiel sollten immer gut ausgestattet sein.“

Natürlich, könnte man fast sagen, macht dieser aktive Senior auch die Hausverwaltung. Neben den üblichen Abrechnungsangelegenheiten besucht er ca. einmal die Woche das Grund- stück und besichtigt außen, ob denn alles in Ordnung ist. Ob im oder am Haus: kleine Mängel werden sofort behoben. Die Mieter honorieren diesen

Praxistipp

Rathjes Rat für zufriedene Eigentümer:   Wohneigentum ist die beste Kapital- anlage   Beim Bau auf die Ausführung achten Dazu spezieller Elektromeister-Rat:   Ein Abnahmeprotokoll der E-Anlage fordern   Vermieten mit Augenmaß   Den Mieter als Kunden begreifen   Sich regelmäßig sehen lassen und auf Wunsch ansprechbar sein   Die Wohnung ordentlich ausstatten   Mängel sofort beseitigen

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täglich pendeln. Mit dem Verkauf des Betriebes im Jahre 2002 schien eigent- lich der Ruhestand angesagt. Nicht so jedoch bei Uwe Rathje.

Sonne im Herzen zu haben, ist ja ganz schön. Im Kollektor auf dem Dach aber auch nicht schlecht.

Durch vielfältige Kontakte im weiteren Umfeld seines Wohnortes ergab sich

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„Die Wohnungseigentümer können durch Stimmenmehrheit die Bestel- lung eines Verwaltungsbeirats be- schließen. … Der Verwaltungsbeirat unterstützt den Verwalter bei der Durchführung seiner Aufgaben.“ Hinter dieser nüchternen Beschreibung des § 29 Wohnungseigentumsgesetz stehen Menschen, genauer: Miteigen- tümer in einer Wohnungseigentums- anlage. Sie wollen sich für die Gemein- schaft einsetzen. Und so jemand ist Eleonore Ludewig. Gemeinsam mit ihrem Mann, einem Architekten, lebt die Unternehmensberaterin in einem Altbau mit sechs Wohnungen in bester Kieler Wohnlage. Bereits seit 2009 ist sie Verwaltungsbeirätin und damit Bindeglied zwischen der Eigentümer- gemeinschaft und der Hausverwaltung von Haus & Grund Kiel.

schaftliches Verhältnis, das wir hier pflegen.“

als Einzelkämpferin ganz und gar nicht überfordert fühlt. Sicherlich liegt es auch am Beruf und ihrer Persönlichkeit. In anderen Objekten setzen sich Ver- waltungsbeiräte aus mehreren Personen zusammen. „Ich habe die Aufgabe von einer älteren Miteigentümerin über- nommen, die das Ehrenamt viele Jahre ausgefüllt hat. Sie war der Meinung, dass dieses Amt nun eine Jüngere über- nehmen könnte.“

Der Kontakt zur Hausverwaltung, die Überprüfung von Abrechnun-

gen, überhaupt die Organisation von notwendigen Maßnahmen zwischen Hausverwaltung und Eigentümerge- meinschaft, zählt Frau Ludewig zu ihren Hauptaufgaben. Die anderen Miteigen- tümer besprechen ihre Probleme mit ihr und in der Regel gibt sie diese dann direkt an die Hausverwaltung weiter. Die Lösung von Konflikten ist ein eher seltenes Thema und wenn, dann nur, wo Wohnungen vermietet sind und sich die Mieter nicht so recht in die Hausord- nung einfügen wollen. Unser Eindruck, dass es sich in diesem Haus um eher großbürgerliche Woh- nungen handelt, mag auch an der Geschichte des Hauses liegen. Das kann Frau Ludewig bestätigen: „Das Haus wurde 1906 erbaut und an >>

Seit vier Jahrzehnten betreut Haus&Grund das Objekt.

Seit mindestens 40 Jahren wird das Objekt von Haus & Grund Kiel verwal- tet, schätzt Eleonore Ludewig. Wie allgemein üblich, findet einmal im Jahr eine Eigentümerversammlung statt. Das scheint wenig, ist aber offensichtlich ausreichend, denn man hat einen guten Kontakt zwischen den Eigentümern im Haus. „Es ist schon eher ein freund-

Es ist eine feine und kleine Gemein- schaft, so dass sich Eleonore Ludewig

Eleonore Ludewig

Verwaltungsbeirat

Damit alles seinen Gang geht

Wohnungseigentum in einem größeren Haus braucht eine gute Hausverwaltung. Die ist auf das Zusammenspiel mit den Eigen- tümern angewiesen. Da hilft ein engagierter Verwaltungsbeirat.

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Wie sieht unsere Gesprächspartnerin ihren Hausverwalter? Eleonore Ludewig formuliert das so: „Ich bin ausgespro- chen zufrieden mit allen Mitarbeitern unserer Haus & Grund Hausverwaltung – den ehemaligen und den jetzigen. Vielleicht haben wir da bislang beson- deres Glück gehabt und die richtige Hausverwaltung gewählt. Allerdings organisieren wir hier vieles selber, so dass wir der Verwaltung viel Arbeit abnehmen.“ Wohnungseigentum macht Spaß. Vor allem, wenn man einen engagierten Beirat hat. Was sie von einem guten Verwalter erwartet? „1. Dass, wenn ich die Hausverwaltung sprechen möchte, mein Kundenbetreu- er telefonisch erreichbar ist. 2. Dass mein Ansprechpartner über das Objekt Bescheid weiß. 3. Dass die Abrechnungen stimmen. Zusammengefasst heißt das: Ein Verwal- ter muss seine Arbeit ordentlich und professionell machen.“ Wohnungseigentum macht spätestens also dann Spaß, wenn man einen guten Hausverwalter hat. Und einen tatkräfti- gen Verwaltungsbeirat. Egal, ob dieser aus einer oder mehreren Personen besteht: Eleonore Ludewig findet die Aufgabe nicht nur wichtig, sondern auch bereichernd. Sie rät jedem, der sich für eine Eigentumswohnung inte- ressiert und dort einzieht, die Gemein- schaft erst einmal kennen zu lernen und sich dann für eine verantwortungsvolle Mitarbeit zu entscheiden. „Mutig muss man dafür nicht sein, denn es macht sehr viel Spaß. Vor allem, wenn man mit Haus & Grund einen tollen Ansprech- partner hat.“ <<

Glücklicherweise leben aber die Mitei- gentümer dieser Gemeinschaft schon lange zusammen und man versteht sich nach wie vor gut. Natürlich trägt dazu auch bei, dass sich Ehemann Peter Ludewig als Fachmann um die bauli- chen Angelegenheiten in diesem Objekt kümmert. Das wäre ein echter Vorteil für jede Eigentümergemeinschaft und so wird es in dieser Gemeinschaft auch empfunden. Es wundert also nicht, wenn das Gebäude von außen wie von innen einen sehr gepflegten und im Detail liebevoll restaurierten Eindruck macht. Kurz gefasst: Hier möchte man jederzeit einziehen. Selbst der früher in Kiel weit verbreitete und auch hier erhaltene Terrazzoboden im Eingangsbereich sieht fast wie neu aus. Nur ein Riss quer durch den Boden zeugt von der Geschichte der Landeshauptstadt. Er dürfte während der Bombenangriffe entstanden sein, als das gesamte Ge- bäude vom Luftdruck der Treffer in der Nachbarschaft in seinen Grundfesten erschüttert wurde.

ich ein Beispiel. Wir haben eine Haus- ordnung, der zufolge die Eigentümer- gemeinschaft zustimmen muss, wenn jemand in seiner Wohnung ein Haustier halten möchte. Trotz des einstimmigen Beschlusses der Gemeinschaft in einem Fall dagegen, wurde diese Regelung vom Gericht zugunsten des Mieters ei- nes Miteigentümers ausgehebelt.“ Man kann verstehen, dass sich die Eigentü- mer darüber dann ärgern.

Offizie e der kaiserlichen Marine und deren Familien vermietet. Die Wohnun- gen waren für diesen Mieterkreis immer sehr großzügig und repräsentativ.“ Zu jeder Gemeinschaft gehören natürlich auch Regeln. Diese sind im Wohnungseigentumsgesetz zusam- mengefasst. Gibt es aus der Sicht einer Verwaltungsbeirätin denn Anlass zur Kritik an diesem Gesetz? „Dazu habe

Eleonore Ludewig kümmert sich als Verwaltungsbeirätin gern um den Kontakt zur Hausverwaltung. Dazu gehört natürlich auch die Arbeit „an der Akte“.

Kann man geschmackvoller und stilsicherer einrichten? Weitere Worte überflüssig

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Klein und doch ganz groß

Das Telefon steht selten still. Susanne Falk und Kerstin Brandt (rechts) von Haus & Grund Mölln nehmen es gelassen. Es geht ja um ihre Kunden.

mer 2016 hat man die Geschäftsstelle in ein Gewerbegebiet verlagert, weil die Erreichbarkeit für die Mitglieder und Kunden und insbesondere die Parkmög- lichkeiten entscheidend verbessert

kümmern. Seit 1997 macht Susanne Falk das, ihre Kollegin seit 2003. Als gelernte Bürokaufleute sind sie sowohl den Umgang mit Menschen, als auch die Lösung kaufmännischer und buch- halterischer Probleme gewohnt. Die ihnen gestellte Aufgabe erfüllen sie mit viel Leidenschaft und Herzblut. Die Betreuung von Immobilien ist doch etwas anderes als die Beschäftigung mit normalen Büroarbeiten. Denn es geht dabei um so profane, für die Immobilie und deren Bewohner aber wichtige Dinge wie Instandhaltungsarbeiten, kleinere und größere Reparaturen, die Koordinierung von Gewerken und Handwerkern, die Abrechnung von Be- triebskosten, alles stets unter möglichst vollständiger Berücksichtigung der Inter- essen der Menschen, die dort leben. Für die Arbeit des Vereins, aber insbe- sondere die der Hausverwaltung ist eine moderne und sinnvoll ausgestattete Geschäftsstelle von entscheidender Bedeutung. Sie ist zugleich Visitenkarte des Vereins und trägt zu dessen Auf- wärtsentwicklung entscheidend bei. In Mölln ist das gelungen. Seit dem Som-

gibt es Häuser. Und wo es Häuser gibt, auch Eigentümer. Um die kümmert sich Haus & Grund besonders. Haus & Grund Mölln betreut nicht nur seine immerhin rund 850 Mitglieder in Rechtsfragen. Seit 25 Jahren verwaltet der Verein auch die Immobilien von

Die Betreuung von Immobilien ist etwas ganz eigenes.

Wo man Wohneigentum persönlich nimmt

Auch in den kleineren Städten und Gemeinden leben Wohnungs- eigentümer. Sie brauchen eine Verwaltung genauso, wie die in den Großstädten. Nur ist hier alles ein wenig überschaubarer.

Eigentümern, die sich darum nicht selber kümmern wollen, oder, wie beim Wohnungseigentum, es einfach einen Verwalter braucht. Allein 85 Wohnungs- eigentumseinheiten sind es, um die sich Susanne Falk und Kerstin Brandt

So kann Wohnungseigentum nach einer Sanie- rung aussehen, die Haus & Grund begleitet hat.

waltung. Die kleine Stadt erfüllt die so gehegten Erwartungen der Besucher, was ihre Lage und Bebauung betrifft, durchaus und reduziert sich nicht etwa nur auf das berühmte Eulenspiegel- Denkmal. Hier soll es übrigens die ältesten Ursprünge der Tradition der Eu- lenspiegel-Mystik gegeben haben und sogar eine Grabstelle dieses sagenhaf- ten Schalks. Wie dem auch sei, damals wie heute gilt: Wo Menschen wohnen,

bestehend aus den Seen Drüsensee, Lüttauer See, Schmalsee, Hegesee, Schulsee, Stadtsee und Ziegelsee. Der Ziegelsee wird vom Elbe-Lübeck-Kanal durchquert, der westlich an Mölln vorbeiführt.“ Soweit Wikipedia, das Online-Lexikon. Das klingt sehr idyllisch und nicht unbedingt nach dem unromantisch- kaufmännischen Geschäft der Hausver-

Mölln: „Die mit ihren nicht ganz 20.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt im Kreis Herzogtum Lauenburg liegt an der Alten Salzstraße und etwa 30 Ki- lometer südlich von Lübeck, im Gebiet des Naturparks Lauenburgische Seen. Der Stadthügel ist eine vom Schmelz- wasser der letzten Eiszeit geprägte End- moränenzunge. Die Stadt ist von der vom Hellbach bzw. der Pinnau durch- flossenen Möllner Seenplatte umgeben,

werden konnten. Und natürlich die räumlichen Gegebenheiten, denn Hausverwaltung bedeutet nicht nur Kundenverkehr und Telefonate, sondern eben auch einen entsprechend großen Aktenbestand. Ein reiner Bürojob ist das nicht, was dort erledigt wird. Die Objekte müssen regelmäßig besucht und der Kontakt zu den Eigentümern aufrechterhalten werden. >>

28   TITELTHEMA

Zur „Königsklasse“ gehört im Wohnungseigen- tum aber die Eigentümerversammlung. Sie findet in der Regel jährlich statt. Hier muss Rechen- schaft abgelegt werden für alle Arbeiten des Ver- walters, aber auch für eventuelle Unterlassungen oder vermeintliche Fehler. „Uns hilft natürlich unsere jahrlange Erfahrung. Deshalb gehen wir mit einer gewissen Routine und gelassen in die Versammlungen“, so Susanne Falk. Keine Einschränkung, sondern eine gute Aufgaben- beschreibung kommt von ihrer Kollegin Kerstin Brandt: „Durch die Freude daran, mit Menschen zu arbeiten, fällt uns das nicht schwer.“ Die Wohnungseigentumsanlagen, die die beiden Kolleginnen uns zum Abschluss unseres Besuchs zeigen, sind in der Tat bestens in Schuss. Sie lie- gen in guten Wohngegenden bzw. in einem Fall innenstadtnah, sogar an einem See, dem Schul- see. Eingebettet in den Kontext der historischen Altstadtbebauung handelt es sich hier um eine repräsentative Anlage mit Wohnungen überwie- gend zum See hin ausgerichtet. Auch bei dem an diesem Tag bewölkten Himmel wird erkennbar, wie herrlich man hier in Mölln, aber auch an- derswo in einer Eigentumswohnung leben kann. Dass dieses schöne Gefühl so bleibt, dazu tragen Susanne Falk und Kerstin Brandt entscheidend bei. Denn: Wohnungseigentumsverwaltung will nicht nur gelernt sein – sie ist immer auch eine Herzensangelegenheit für engagierte Mitarbeite- rinnen von Haus & Grund. <<

Muss man in einer Großstadt leben? Nicht unbedingt, wenn man sich diese Bilder ansieht. Hier eine Eigentumswohnung zu noch erträglichen Preisen zu erwerben, kann lohnen.

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STANDPUNKT   31

Standpunkt

Haus & Grund und Förderbank. Stoßen hier zwei Welten aufeinander oder ist man im Gleichklang? Im Ziel bestand von Anfang an Einigkeit zwischen Henrike Schildknecht (IB.SH) und Hans-Henning Kujath (Haus & Grund). Doch wie erreicht man es?

Hans-Henning Kujath

Henrike Schildknecht

Ist Wohnungseigentum eine Eigentumsform mit Zukunft? Schildknecht: Ich denke schon! Denn aktuell sind die Voraussetzungen so günstig wie noch nie. Auch wenn wir für 2019 eine moderate Zinssteigerung erwarten. So denn zur Zeit von Preisstei- gerungen die Rede ist, bleibt es doch dabei, dass der Wohlfühleffekt, der mit einer eigenen Immobilie verbunden ist, gar nicht in Geld ausgedrückt werden kann. Kujath: Da rennen Sie bei uns offene Türen ein. Wir sehen natürlich auch, dass das Privateigentum die sicherste Altersvorsorge überhaupt ist. Das alte Blüm‘sche Wort, die Rente sei sicher,

Kujath: Manche sprechen ja schon von einer Immobilienblase. Meine Frage: Wird das, was jetzt an Kaufpreisen aufgerufen wird, von Ihrem Hause noch finanziert Schildknecht: Wir schauen schon, ob alles in einem gesunden Verhältnis zuei- nander steht. Wir wollen keine Familien überlasten. Wir sind nicht der Auffas- sung, dass wir in Schleswig-Holstein von einer Immobilienblase sprechen können. Kujath: Das deckt sich mit unseren Ein- schätzungen. Eine Immobilienblase gibt es nicht und die Werte der Immobilien haben sich in den letzten Jahrzehnten konstant nach oben hin entwickelt. >>

wird für unsere Generation nicht mehr gelten. Was Sie zum Zinsniveau sagen, gilt natürlich für jede Form der Immobi- lie, nicht nur für Eigentumswohnungen, auch für das Eigenheim. Doch ange- sichts der Preisentwicklung im Eigen- heimbereich ist Wohnungseigentum eine echte, weil bezahlbare Alter- native. Schildknecht: Genau. Das ist die ande- re Seite des niedrigen Zinsniveaus. Die Nachfrage steigt und steigt und damit auch die Preise. Das spüren wir hier bei der Investitionsbank auch. Trotzdem glaube ich, dass man mit einer gut geplanten, nachhaltigen Finanzierung immer noch investieren kann.

Auf dem Weg zur eigenen Wohnung

Nur wenige haben genug Kapital, um sich den Wunsch nach Wohneigentum zu erfüllen. Da ist eine sichere Finanzierung wichtig. Was kann ein Förderinstitut wie die IB.SH dazu leisten?

angeht. Dazu haben wir uns im Haus der Investitionsbank Schleswig-Holstein, dem Förderinstitut des Landes, mit Henrike Schildknecht verabredet. Sie ist Abteilungsleiterin und spezialisiert auf die Förderung privater Immobilien. Unsere erste Frage lautet:

guter Rat vonnöten. Haus & Grund ist da schon mal eine gute Adresse. Das kann Hans-Henning Kujath, Verbands- direktor des Landesverbandes Haus & Grund Schleswig-Holstein, bestätigen. Aber es gibt natürlich weitere Fachleu- te, insbesondere was die Finanzierung

Es geht immer ums Geld. Was als Binsenweisheit bekannt ist, trifft ganz besonders beim Immobilienerwerb zu. Zum Beispiel beim Kauf einer Eigen- tumswohnung. Die gilt als Einsteiger- immobilie schlechthin. Damit aus dem Einstieg aber kein Fehltritt wird, ist

STANDPUNKT   33

Kujath: Wer zu Ihnen kommt, ist bereits durch mehrere Gespräche bei der Hausbank gegangen. Worin liegen genau die Vorteile, wenn man zu Ihnen kommt? Schildknecht: Uns macht unsere unabhängige und kompetente Finan- zierungsberatung unter Einbindung der Landes- und Bundesfördermittel so einzigartig. Gerade die große Emotiona- lität, die mit dem Kauf einer Immobilie verbunden ist, bedingt eine sorgfältige und vor allem neutrale Beratung. Kujath: Führt der im Moment vorherr- schende Druck dazu, dass Kaufent- scheidungen zunehmend unüberlegt getroffen werden? Wenn Sie noch ein Schlusswort zum Thema Immobilienerwerb in Form eines Rates für die Lese- rinnen und Leser hätten? Kujath: Beim Immobilienkauf geht Gründlichkeit vor Schnelligkeit. Die Ent- scheidung muss gut überlegt sein und sollte auf rechtlicher Seite durch fach- lichen Rat von Haus & Grund, gegebe- nenfalls durch eine neutrale Bewertung und auf bautechnischer Seite durch die Besichtigung mit einem Sachverständi- gen abgesichert sein. Schildknecht: Der Bau oder Kauf einer Immobilie ist meist die größte Investi- tionsentscheidung des Lebens. Dazu wünsche ich mir von Haus & Grund eine weiterhin so gute Zusammenarbeit wie bisher. Das hilft unseren Kunden und den Mitgliedern, das Bestmögliche herauszuholen. << Schildknecht: Den Eindruck habe ich tatsächlich bei unseren Kunden nicht.

Doch wo könnte man heutzu- tage überhaupt noch bauen? Bauland wird knapp und hände- ringend gesucht. Kujath: Deshalb hat Haus & Grund Schleswig-Holstein einen Vorschlag zur Änderung der Landesbauordnung gemacht. Es gab gerade eine allgemei- ne Änderung. Der hätte es gut getan, wenn man den Dachgeschossaus- bau erleichtert hätte. Da gibt es eine Menge Vorschriften, die den Ausbau erschweren und die Schaffung von viel Wohnraum unnötig verhindern. Die Notwendigkeit eines Aufzuges gehört dazu und Parkplätze, womöglich noch in teuren Tiefgaragen. Wir haben uns die Hamburger Landesbauordnung angesehen und festgestellt, dass Än- derungen, die dort möglich geworden sind, allein schon in Kiel zu schätzungs- weise 7.000 Wohnungen mehr führen könnte, wenn man den Dachgeschoss- ausbau vereinfacht. Die Infrastruktur ist vorhanden, es müssen keine neuen Straßen gebaut und überhaupt Flächen versiegelt werden. Schildknecht: Eine andere Möglichkeit wäre eine intensivere Hinterlandbebau- ung. Viele ältere Menschen leben in den Ballungsgebieten, aber auch in den klei- neren Orten mit riesigen Grundstücken

Finanzierung zum späteren Zeitpunkt erfolgen kann, zum Beispiel, wenn grö- ßere Erbschaften oder Auszahlung aus Lebensversicherungen zu erwarten sind. Ich rate den Kunden, sich zu fragen: Welche Einnahmen habe ich, welche Belastungen neben der Finanzierung des Hauses und was möchte ich mir weiterhin leisten können.

erwirbt, kritisch gegenüber. Der Berufs- anfänger, der gerade seine Ausbildung beendet hat, wird sich möglicherweise durch Wohneigentum gar nicht binden können. Schildknecht: Wir achten darauf, dass unsere Kunden Eigentum bilden können. Aber letztendlich ist es immer die Entscheidung des Einzelnen, wo er etwas erwirbt und wie er es finanziert. Ich bin bei Ihnen, dass es in verschie- denen Lebensphasen verschiedene Anforderungen an Wohnraum gibt. Ist das dem Kunden aber klar, kann der Wunsch nach Eigentum durch eine gute Finanzierung und optimiert durch die Förderprogramme der Investitionsbank Schleswig-Holstein erfüllt werden. Der wichtigste Punkt ist die Nachhaltigkeit der Finanzierung, d. h., dass sie auf Dauer leistbar ist. Da ist die Lebenspla- nung des Kunden äußerst wichtig. Auch angesichts der in 20 bis 30 Jahren zu erwartenden niedri- gen Renten? Schildknecht: Ja! Eine Schlüsselfrage der Finanzierung ist, wann der Kunde den Rückzahlungspunkt seiner Finanzie- rung erreicht haben wird. Im Optimalfall spätestens mit Eintritt ins Rentenal- ter. Es gibt aber auch Fälle, wo eine

und würden die gerne bebauen, weil sie diese gar nicht mehr nutzen möchten. So könnte weiterer Wohnraum geschaf- fen werden. Im Land zwischen den Meeren drängt sich ein Gedanke auf: Wird Ihr Haus, Frau Schildknecht, angesichts der Baulandknapp- heit demnächst auch „floating homes“ (schwimmende Häuser) fördern? Kujath: Eine interessante Thematik, gerade im Zusammenhang mit dem Thema Wohnungseigentum. Besonders hier an der Küste und an unserer Seen- landschaft. Man muss sich ja mit neuen Wohnformen auseinandersetzen. Schildknecht: Das ist bestimmt eine in- teressante Wohnform. Damit haben wir uns als IB.SH bisher noch nicht beschäf- tigt. Ich halte das Angebot wie auch die Nachfrage aktuell aber noch für gering. Hinsichtlich der Finanzierung und der Si- cherung der Banken zum Beispiel durch Eintragung ins Grundbuch besteht noch Klärungsbedarf. Kujath: Neue Wohnformen wird es si- cherlich geben, das bedingt schon unser verändertes Wirtschaftsleben. Ich stehe der Frage, wann man Wohneigentum

Kujath: In welchem Alter kommen die Leute eigentlich zu Ihnen?

Schildknecht: So etwa im Alter zwi- schen 30 und 40.

Uns verwirrt die Vielfalt der Förderprogramme ein wenig: IB.SH Immoflex, IB.SH Imm - fix, IB.SH Immokonstant, IB.SH Immoeigentum, IB.SH Immoeffi- zient usw. heißen die Förderpro- gramme. Wie kommt der private Eigentümer durch diesen Förder- dschungel? Schildknecht: Natürlich durch unsere kompetente Beratung! Wer sich mit diesem Finanzierungsmodell beschäf- tigt, hat immer Beratungsbedarf. Die Informationswege übers Internet sind sehr wichtig, aber die persönliche Bera- tung steht zum jetzigen Zeitpunkt noch im Vordergrund. Bis eine Finanzierung abgeschlossen ist, sind meist mehrere Finanzierungsgespräche erforderlich.

Hier werden die Förderwege aufgezählt.

Schildknecht: Nein. Der Hintergrund ist, dass das Baukindergeld erst nach dem Einzug in die Immobilie beantragt werden kann. Außerdem wird das Baukindergeld über einen Zeitraum von zehn Jahren gezahlt, so dass dieses Kapital nicht sofort zur Verfügung steht und entsprechend vorfinanziert we den muss. Kujath: Wir würden uns natürlich wünschen, dass man das Baukindergeld nicht über zehn Jahre verteilt, sondern gleich in der Startphase auszahlt. Also wenn das Geld benötigt wird. Da müss- te noch was gemacht werden. Schildknecht : Ähnliche Förderungsan- sätze hatten wir in der Vergangenheit, zum Beispiel die Eigenheimzulage. Frage: Sollten Interessenten am privaten Grundeigentum mehr Mut haben? Schildknecht: Mehr Mut haben? Die Frage ist mir bisher noch nicht begeg- net. Eine große Unsicherheit spüren wir gar nicht.

Kujath: Wie sieht Ihr Anteil an der Gesamtfinanzierung aus

Schildknecht: Aktuell 25 bis 40 Pro- zent, je nach Eigenkapitaleinbindung.

Kujath: Die Bundesregierung hat ja nun mit dem Baukindergeld einen guten Ansatz gefunden. Die Frage ist, ob das tatsächlich so hilft, wenn man es über zehn Jahre bekommt, wie man sich das vorstellt. Rechnen Sie das Baukindergeld auch als Eigenkapital, wenn Sie die Finanzierung berechnen?

Weitere Infos zum Thema Bau- finanzierung der Investitionsbank unter www.ib-sh.de

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MENSCHEN

Menschen

gangenen Sommer nach 202 Konzerten den Festivalabschluss mit einem Konzert von Anna Netrebko feierten, hatte ich bei meiner Ansprache ein Blackout, mir fiel der Name ihres Mannes und Büh- nenpartners Yusif Eyvazov nicht ein. Ich zog mich damit aus der Affäre, indem ich das Publikum nach seinem Namen fragte und alle dachten, es wäre Teil einer geschickten Moderation. 10. Angenommen, Geld würde absolut keine Rolle spielen: Welchen Programmpunkt hätten Sie dann gern beim Festival? Billy Joel unplugged im Meldorfer Dom. Aber: Wir leben in der privilegierten Situation, uns jährlich in über 200 Kon- zerten im Rahmen des Festivals unsere Wünsche erfüllen zu können. <<

unser Medienpartner, der Norddeut- sche Rundfunk, ist mit Konzerten des NDR Elbphilharmonie Orchesters in Kiel und Lübeck vertreten. In ländlicheren Gegenden könnte es sicherlich etwas mehr sein. Deshalb liegen uns unsere kleineren Spielstätten wie Kirchen, Gutshöfe und Reitställe auch besonders am Herzen. 8. Was macht der Intendant nach dem Musikfestival? Diese Frage höre ich tatsächlich häufig. Und nein – es warten nach Festivalende keine drei Monate Karibikurlaub auf mich. Stattdessen beschäftige ich mich gemeinsam mit unserer Konzertplanung mit dem Festivalprogramm der kom- menden Jahre, wir überlegen uns neue Formate, diskutieren über spannen- de Künstler oder fahren quer durchs Land, um uns mit Bürgermeistern oder Ortsvorstehern zu treffen, die uns mit unglaublichen und für unsere Zwecke idealen Spielstätten überraschen. Es gibt immer genug zu tun. 9. Welche (von den Gästen unbemerkte) kleine Panne beim SHMF mögen Sie unseren Leserinnen und Lesern verraten? Ich kann dazu eine sehr persönliche Anekdote beisteuern. Als wir im ver-

Konzerte zu geben. Musik neu erlebbar zu machen, war der Antrieb von Festi- valgründer Justus Frantz vor 33 Jahren. Und das hat sich bis heute nicht ge- ändert – wir bieten unserem Publikum immer wieder neue Formate wie das Strandkorbkonzert oder Zoom, bei dem das Orchester mitten im Publikum Platz nimmt. 6. Wo liegen Ihre persönlichen musikalischen Schwerpunkte? Ich bin immer mit offenen Ohren unter- wegs: Egal ob beim Kirchenkonzert in der Adventszeit oder bei Autofahrten mit meiner 15-jährigen Tochter. Den Reichtum des musikalischen Kosmos zu ergründen, ist für mich ein steter Begleiter, so dass ich einerseits in einer Bach-Kantate emotional und intellek- tuell aufgehen und andererseits am nächsten Tag begeistert Musik von Rex Orange County lauschen kann.

Immer mit offenen Ohren unterwegs

Er steht hinter dem Schleswig-Holstein Musikfestival. Und das mit ganzer Kraft. 150.000 Menschen kommen jedes Jahr zu den Konzerten. Und trotzdem hatte Dr. Christian Kuhnt Zeit für unsere Fragen.

Das Gespräch führte Volker Sindt

Dr. Christian Kuhnt

7. Wie ist es in Schleswig- Holstein außerhalb des SHMF um die klassische

„Musiklandschaft“ bestellt? Mit dem Deutschen Haus, dem Kieler Schloss und der Musik- und Kongress- halle in Lübeck verfügen wir über drei herausragende Konzertsäle, mit denen wir pfleglich umgehen müssen. Auch

Zehn Fragen an Dr. Christian Kuhnt:

die Matthäuspassion hineinzuhören. Balsam für die Seele ist natürlich au- ßerdem unsere Porträtkünstlerin Janine Jansen. Die niederländische Geigerin gibt sich beim Spiel völlig in den Dienst der Musik und ist eine beeindruckende Persönlichkeit. Letztendlich ist es der ständige Anspruch unseres Festivals – ob mit klassischer Musik, Pop, Tanz oder Jazz – unser Publikum zu inspirie- ren, zu überraschen und zum Staunen zu bringen. 5. Wie kann die Erfolgs- geschichte des SHMF erklärt werden? Wir bringen Musik zu den Menschen. Das heißt, wir bringen die Weltstars in die entlegensten Winkel des Landes und laden sie dazu ein, in alten Indu- striehallen, Kuhställen oder Werften

Wakenitz und nur wenige Kilometer weiter die Ostsee.

3. Gibt es einen Wohntraum, den Sie sich gern erfüllen würden? Ich träume von einem kleinen Loft über den Dächern des New Yorker Stadtteils Chelsea oder dem einsamen Haus am See. 4. Es heißt, Musik sei Balsam für die Seele. Was wird uns in dieser Hinsicht das SHMF in 2019 Gutes tun? Wir werden uns besonders intensiv mit Johann Sebastian Bach beschäftigen, einem Komponisten, der seit über 300 Jahren die Herzen der Menschen berührt wie kein anderer. Wer das leibhaftig erleben will, braucht nur in

1. Sie sind ein Exponent der Kultur. Was verbinden Sie mit dem Begriff Wohnkultur? Mit diesem Begriff verbinde ich die Ausgestaltung eines Zuhauses über pragmatische Notwendigkeiten hinaus, so dass die eigenen vier Wände zugleich Rückzugsort und Kreativzentrum sein können. Dazu gehören für mich unter anderem Möbel der 50er Jahre, die zu zeitlosen Klassikern geworden sind. 2. Wie wohnen Sie? Städtisch oder ländlich? Ich lebe auf der Lübecker Altstadtin- sel und bin sehr glücklich über eine ideale Ausgewogenheit: einerseits der historische Stadtkern, andererseits die

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