Mein Haus & Grund - Wohnungseigentum

STANDPUNKT   33

Kujath: Wer zu Ihnen kommt, ist bereits durch mehrere Gespräche bei der Hausbank gegangen. Worin liegen genau die Vorteile, wenn man zu Ihnen kommt? Schildknecht: Uns macht unsere unabhängige und kompetente Finan- zierungsberatung unter Einbindung der Landes- und Bundesfördermittel so einzigartig. Gerade die große Emotiona- lität, die mit dem Kauf einer Immobilie verbunden ist, bedingt eine sorgfältige und vor allem neutrale Beratung. Kujath: Führt der im Moment vorherr- schende Druck dazu, dass Kaufent- scheidungen zunehmend unüberlegt getroffen werden? Wenn Sie noch ein Schlusswort zum Thema Immobilienerwerb in Form eines Rates für die Lese- rinnen und Leser hätten? Kujath: Beim Immobilienkauf geht Gründlichkeit vor Schnelligkeit. Die Ent- scheidung muss gut überlegt sein und sollte auf rechtlicher Seite durch fach- lichen Rat von Haus & Grund, gegebe- nenfalls durch eine neutrale Bewertung und auf bautechnischer Seite durch die Besichtigung mit einem Sachverständi- gen abgesichert sein. Schildknecht: Der Bau oder Kauf einer Immobilie ist meist die größte Investi- tionsentscheidung des Lebens. Dazu wünsche ich mir von Haus & Grund eine weiterhin so gute Zusammenarbeit wie bisher. Das hilft unseren Kunden und den Mitgliedern, das Bestmögliche herauszuholen. << Schildknecht: Den Eindruck habe ich tatsächlich bei unseren Kunden nicht.

Doch wo könnte man heutzu- tage überhaupt noch bauen? Bauland wird knapp und hände- ringend gesucht. Kujath: Deshalb hat Haus & Grund Schleswig-Holstein einen Vorschlag zur Änderung der Landesbauordnung gemacht. Es gab gerade eine allgemei- ne Änderung. Der hätte es gut getan, wenn man den Dachgeschossaus- bau erleichtert hätte. Da gibt es eine Menge Vorschriften, die den Ausbau erschweren und die Schaffung von viel Wohnraum unnötig verhindern. Die Notwendigkeit eines Aufzuges gehört dazu und Parkplätze, womöglich noch in teuren Tiefgaragen. Wir haben uns die Hamburger Landesbauordnung angesehen und festgestellt, dass Än- derungen, die dort möglich geworden sind, allein schon in Kiel zu schätzungs- weise 7.000 Wohnungen mehr führen könnte, wenn man den Dachgeschoss- ausbau vereinfacht. Die Infrastruktur ist vorhanden, es müssen keine neuen Straßen gebaut und überhaupt Flächen versiegelt werden. Schildknecht: Eine andere Möglichkeit wäre eine intensivere Hinterlandbebau- ung. Viele ältere Menschen leben in den Ballungsgebieten, aber auch in den klei- neren Orten mit riesigen Grundstücken

Finanzierung zum späteren Zeitpunkt erfolgen kann, zum Beispiel, wenn grö- ßere Erbschaften oder Auszahlung aus Lebensversicherungen zu erwarten sind. Ich rate den Kunden, sich zu fragen: Welche Einnahmen habe ich, welche Belastungen neben der Finanzierung des Hauses und was möchte ich mir weiterhin leisten können.

erwirbt, kritisch gegenüber. Der Berufs- anfänger, der gerade seine Ausbildung beendet hat, wird sich möglicherweise durch Wohneigentum gar nicht binden können. Schildknecht: Wir achten darauf, dass unsere Kunden Eigentum bilden können. Aber letztendlich ist es immer die Entscheidung des Einzelnen, wo er etwas erwirbt und wie er es finanziert. Ich bin bei Ihnen, dass es in verschie- denen Lebensphasen verschiedene Anforderungen an Wohnraum gibt. Ist das dem Kunden aber klar, kann der Wunsch nach Eigentum durch eine gute Finanzierung und optimiert durch die Förderprogramme der Investitionsbank Schleswig-Holstein erfüllt werden. Der wichtigste Punkt ist die Nachhaltigkeit der Finanzierung, d. h., dass sie auf Dauer leistbar ist. Da ist die Lebenspla- nung des Kunden äußerst wichtig. Auch angesichts der in 20 bis 30 Jahren zu erwartenden niedri- gen Renten? Schildknecht: Ja! Eine Schlüsselfrage der Finanzierung ist, wann der Kunde den Rückzahlungspunkt seiner Finanzie- rung erreicht haben wird. Im Optimalfall spätestens mit Eintritt ins Rentenal- ter. Es gibt aber auch Fälle, wo eine

und würden die gerne bebauen, weil sie diese gar nicht mehr nutzen möchten. So könnte weiterer Wohnraum geschaf- fen werden. Im Land zwischen den Meeren drängt sich ein Gedanke auf: Wird Ihr Haus, Frau Schildknecht, angesichts der Baulandknapp- heit demnächst auch „floating homes“ (schwimmende Häuser) fördern? Kujath: Eine interessante Thematik, gerade im Zusammenhang mit dem Thema Wohnungseigentum. Besonders hier an der Küste und an unserer Seen- landschaft. Man muss sich ja mit neuen Wohnformen auseinandersetzen. Schildknecht: Das ist bestimmt eine in- teressante Wohnform. Damit haben wir uns als IB.SH bisher noch nicht beschäf- tigt. Ich halte das Angebot wie auch die Nachfrage aktuell aber noch für gering. Hinsichtlich der Finanzierung und der Si- cherung der Banken zum Beispiel durch Eintragung ins Grundbuch besteht noch Klärungsbedarf. Kujath: Neue Wohnformen wird es si- cherlich geben, das bedingt schon unser verändertes Wirtschaftsleben. Ich stehe der Frage, wann man Wohneigentum

Kujath: In welchem Alter kommen die Leute eigentlich zu Ihnen?

Schildknecht: So etwa im Alter zwi- schen 30 und 40.

Uns verwirrt die Vielfalt der Förderprogramme ein wenig: IB.SH Immoflex, IB.SH Imm - fix, IB.SH Immokonstant, IB.SH Immoeigentum, IB.SH Immoeffi- zient usw. heißen die Förderpro- gramme. Wie kommt der private Eigentümer durch diesen Förder- dschungel? Schildknecht: Natürlich durch unsere kompetente Beratung! Wer sich mit diesem Finanzierungsmodell beschäf- tigt, hat immer Beratungsbedarf. Die Informationswege übers Internet sind sehr wichtig, aber die persönliche Bera- tung steht zum jetzigen Zeitpunkt noch im Vordergrund. Bis eine Finanzierung abgeschlossen ist, sind meist mehrere Finanzierungsgespräche erforderlich.

Hier werden die Förderwege aufgezählt.

Schildknecht: Nein. Der Hintergrund ist, dass das Baukindergeld erst nach dem Einzug in die Immobilie beantragt werden kann. Außerdem wird das Baukindergeld über einen Zeitraum von zehn Jahren gezahlt, so dass dieses Kapital nicht sofort zur Verfügung steht und entsprechend vorfinanziert we den muss. Kujath: Wir würden uns natürlich wünschen, dass man das Baukindergeld nicht über zehn Jahre verteilt, sondern gleich in der Startphase auszahlt. Also wenn das Geld benötigt wird. Da müss- te noch was gemacht werden. Schildknecht : Ähnliche Förderungsan- sätze hatten wir in der Vergangenheit, zum Beispiel die Eigenheimzulage. Frage: Sollten Interessenten am privaten Grundeigentum mehr Mut haben? Schildknecht: Mehr Mut haben? Die Frage ist mir bisher noch nicht begeg- net. Eine große Unsicherheit spüren wir gar nicht.

Kujath: Wie sieht Ihr Anteil an der Gesamtfinanzierung aus

Schildknecht: Aktuell 25 bis 40 Pro- zent, je nach Eigenkapitaleinbindung.

Kujath: Die Bundesregierung hat ja nun mit dem Baukindergeld einen guten Ansatz gefunden. Die Frage ist, ob das tatsächlich so hilft, wenn man es über zehn Jahre bekommt, wie man sich das vorstellt. Rechnen Sie das Baukindergeld auch als Eigenkapital, wenn Sie die Finanzierung berechnen?

Weitere Infos zum Thema Bau- finanzierung der Investitionsbank unter www.ib-sh.de

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