Michael_Ende_-_Momo

Momo stellte sich in die Mitte des freien runden Platzes. Sie dachte an die Stimmen der Sterne und an die Stunden-Blumen. Und dann begann sie mit klarer Stimme zu singen. Im Nirgend-Haus aber saß Meister Hora, den die zurückgekehrte Zeit aus seinem ersten und einzigen Schlaf erweckt hatte, auf seinem Stuhl an dem kleinen zierlichen Tischchen und schaute Momo und ihren Freunden lächelnd durch seine Allsicht-Brille zu. Er war.noch sehr blaß und sah aus, als sei er eben von einer schweren Krankheit genesen. Aber seine Augen strahlten. Da fühlte er, wie etwas ihn am Fuß berührte. Er nahm seine Brille ab und beugte sich hinunter. Vor ihm saß die Schildkröte. »Kassiopeia«, sagte er zärtlich und kraulte sie am Hals, »das habt ihr beide sehr gut gemacht. Du mußt mir alles erzählen, denn diesmal konnte ich euch ja nicht zusehen.« » SPÄTER !« stand auf dem Rückenpanzer. Dann nieste Kassiopeia. »Du hast dich doch nicht etwa erkältet?« fragte Meister Hora besorgt. » UND WIE !« war Kassiopeias Antwort. »Das wird durch die Kälte der grauen Herren gekommen sein«, meinte Meister Hora. »Ich kann mir denken, daß du sehr erschöpft bist und dich erst einmal gründlich ausruhen möchtest. Also ziehe dich ruhig zurück.« » DANKE !« stand auf dem Panzer. Dann hinkte Kassiopeia davon und suchte sich einen stillen und dunklen Winkel. Sie zog ihren Kopf und ihre vier Glieder ein, und auf ihrem Rücken, für niemand mehr sichtbar als nur für den, der diese Geschichte gelesen hat, erschienen langsam die Buchstaben:

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