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FREITAG, 5.7.2019 98.Jahrgang | Nr.27

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TROCKENHEIT Abgestorbene Bäume und Baumkrankheiten in Riehen und Bettingen Wald in Riehen und Bettingen bleibt offen

Der Wald ist und bleibt zugänglich, aber Vorsicht ist geboten – und der Wald ist imWandel. Das ist das Fazit, das die Fachleute für die Riehener und Bettinger Wälder ziehen. «Wir respektieren den Wald als Natur- raum und setzen daher auch Eigen- verantwortung voraus, wennman ihn betritt», sagt Gemeinderätin Chris- tine Kaufmann und stellt klar, dass in der Gemeinde Riehen zurzeit nicht mit grossflächigen Waldsperrungen zu rechnen sei, wie dies gerade im Hardwald in Muttenz nötig geworden ist. Nicht dass in Riehen und auch in Bettingen keine Waldschäden festge- stellt worden seien. Durch verstärkte Eingriffe im Be- reich von Erholungsanlagen im Wald wird versucht, die Risiken, die durch trockenheitsgeschädigte oder kranke Bäume entstehen, zu senken. Ein Wald ist aber etwas anderes als etwa eine Parkanlage, nämlich eben ein Naturraum, und bei dessen Betreten können Gefahren nie komplett ausge- schlossen werden. Derzeit ist die Forstequipe unter der Regie von Revierförster Andreas Wyss vor allem damit beschäftigt, an den stark besuchten Rastplätzen und Erholungseinrichtungen wie Finnen- bahn und Spielplätze gefährliche Bäume zu entfernen. Diese Einrich- tungen werden vom Forstpersonal regelmässig kontrolliert. Allerdings könne nicht ganz ausgeschlossenwer- den, dass scheinbar gesunde Bäume und Kronenteile ohne ersichtliche äussere Einflüsse plötzlich umfallen oder abbrechen könnten, räumen die Verantwortlichen ein. In einer aktuellen Medienmittei- lung der Gemeinde Riehen, die auf die Veränderungen im Riehener und Bet- Rolf Spriessler

Auf der Luftaufnahme vom Bettinger Linsberg sind die durch die Trocken- heit abgestorbenen Buchen zu erkennen. Foto: Amt für Wald beider Basel

Eschentriebsterben am südlichen Waldrand des Linsbergs in der Gemeinde Bettingen auf 430 Metern über Meereshöhe. Foto: Amt für Wald beider Basel

tinger Wald wegen wiederholter lang anhaltender Trockenheit hinweist, heisst es dazu: «Die Gemeinden und der Forstdienst möchten die Wälder trotz dieser Veränderungen und Ge- fahren weiterhin für die Bevölkerung zur Verfügung stellen. Bewusst wird auf das Absperren ganzer Waldteile verzichtet, es wird jedoch zu erhöhter Vorsicht gemahnt bei Waldbesuchen. Es wird an die Eigenverantwortung appelliert.» Während der aktuellen Vegetationsperiode ist auch für Laien gut sichtbar, wo sich kranke oder dür- re Bäume befinden. Kontinuierliche Holznutzung in den Langen Erlen Amehesten zu vergleichenmit dem Hardwald ist in Riehen das Gebiet der Langen Erlen. Auch dort sind die Bö- den eher wasserdurchlässig, das Ge- lände ist eben und es fällt dort weniger Niederschlag als auf den bewaldeten Hügeln ringsum. Allerdings stehen in den Langen Erlen nicht viele Buchen, die sich in den letzten Jahren als be- sonders trockenheitsanfällig erwie- sen haben, sondern eher resistentere Bäume wie Eichen und Hagebuchen. Schon seit längerem ist der Forst- dienst in den Waldgebieten der Lan- gen Erlen im Auftrag der IWB, die das Gebiet auch für die Trinkwasserge- winnung nutzen, sozusagen präventiv tätig. Seit Jahren finden in den Langen Erlen im Sinne einer Zwangsnutzung kontinuierlich Baumfällungen statt. Zwangsnutzungen sind ungeplante Nutzungen, die nicht dem Lebenszyk- lus des Baums entsprechen, sondern zum Beispiel klimatischen Einflüssen geschuldet sind. Pro Jahr werden in den Langen Erlen zwischen 300 und 500 Kubikmeter Holz geschlagen. Auch deshalb ist der Baummix in den Langen Erlen ein anderer als im Hard- wald und Notmassnahmen, die über die Massnahmen der letzten Jahre hi- nausgehen, sind nicht zu erwarten. Ganz unproblematisch ist die Si- tuation in den Wäldern von Riehen und Bettingen allerdings nicht. Je nach Standort, Bodenbeschaffenheit, Baumartenzusammensetzung und Exposition sind die Schäden, die auf die geringen Niederschläge und die hohen Temperaturen der vergange- nen Jahre zurückzuführen sind, un- terschiedlich. Von Schäden betroffen sind vor allem Buchen. Neben dem Buchensterben machen den Forstleu- ten in Riehen und Bettingen aber noch andere Phänomene zu schaffen. Zunehmend vomAbsterben betroffen

sind Bergahorn und Esche, und zwar aufgrund von Pilzerkrankungen. Und Ahornarten leiden unter der Russrin- denkrankheit – ebenfalls eine Folge der Trockenheit. Bei der Russrindenkrankheit ist Vorsicht geboten, weil dort Schimmel- pilzsporen freigesetzt werden. Diese können die menschliche Gesundheit beeinträchtigen, allerdings nur bei intensivem Kontakt. Das bedeutet, dass die Russrindenkrankheit der Ahorne für den normalen Waldbesu- cher kaum problematisch ist, dass das Forstpersonal beim Fällen befallener Bäume aber spezielle Schutzmass- nahmen und Verhaltensregeln beach- ten muss. Die Hangrücken sind von den Trockenheitsschäden stärker betrof- fen, was man an einigen Orten im Bettinger Wald sehr deutlich sieht, zum Beispiel im Linsberg und im Kaiser. Betroffen ist auch der Ausser- berg und Schäden gibt es in den Stufenrainen innerhalb des Siedlungs- gebietes. Anfällig auf Trockenheit sind schliesslich die kargen Böden – soge- nannte Rendzina – auf den Kreten und Kuppen. Weniger Probleme gibt es an den Hangfüssen, weil dort eher lehmi- ger Boden vorherrscht und der Boden mehr Wasser zu speichern vermag. «Es sind aber auch Bäume an Standorten abgestorben, wo wir das nicht in die- sem Ausmass erwartet haben», sagt Revierförster Andreas Wyss. So gese- hen stehe man doch auch vor einer neuen Situation. «Totholz gehört zur Natur» Trotz aller Vorsicht: «Es ist nicht möglich, alle dürren Bäume aus den Wäldern zu entfernen. Dies wäre eine unverhältnismässige Massnahme und widerspricht auch den Zielen der Waldentwicklungsplanung, da aus ökologischen Gründen ein gewisser Totholzanteil im Wald erwünscht ist», heisst es in der Mitteilung der Ge­ meinde weiter. Es gibt auch Teile der Riehener und Bettinger Wälder, die als Naturschutzgebiete gelten und wo keine Eingriffe stattfinden, zum Bei- spiel beimHorngraben. Solche Gebiete sollten nicht betreten werden. Bedingt durch den Klimawandel werde sich das Waldbild bei uns lang- sam aber stetig verändern, aus biolo- gischer Sicht bestehe aber kein Grund zur Panik. Abgestorbene Bäume ge- hörten zu einem natürlichen Prozess in einem naturnahen Wald. Klar sei, dass der Anteil abgestorbener Bäume im Wald weiter zunehmen werde. In

Bei der Fällung von Bäumen mit der Russrindenkrankheit wird Sprühnebel eingesetzt, um die Verbreitung der Sporen zu verhindern. Foto: Stephan Keller

Waldfeuer mit Vernunft Apropos Freizeit im Wald: Gemäss Bundesamt für Umwelt gilt gegen­ wärtig für die Kantone Basel-Stadt und Baselland bezüglich Waldbrand- gefahr die Stufe 3 «erheblich». Diese mahnt zu «sorgfältigem Umgang mit Feuer imWald und in Waldesnähe/im Freien». Dies heisst auch, dass nur vorbereitete Feuerstellen benutzt werden sollen und dass das Feuer vor Verlassen der Feuerstelle vollständig zu löschen ist.

den Lücken, die dadurch entstünden, würden sich dann aber solche Baum­ arten etablieren, die resistenter seien gegen Trockenheit, zum Beispiel Traubeneichen, Linden, Schneeball- blättrige Ahorne und Edelkastanien. Dies seien Baumarten, die von einem zunehmend wärmeren Klima profi- tierenwürden. DieWaldbaudoktrin in Riehen berücksichtigt dies schon seit Jahren und diese Baumarten werden daher mit einer aufwendigen Jung- waldpflege gefördert.

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Bergahorn mit Russrindenkrankheit in den Langen Erlen. Foto: Stephan Keller

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