Straßenbahn Magazin

Köln

werden, um die bisher geplanten Tiefla- gen der Bauwerke zu reduzieren und die Übergänge zwischen Stadtbahn und zur geplanten S-Bahn im Bereich Moltkestra- ße/Aachener Straße zu verbessern. Ob und in welcher Form alle diese zu prüfenden Maßnahmen und teils grundlegenden Än- derungen in Verbindung mit der für die Be- darfsplananmeldung vorgelegten Variante noch berücksichtigt werden können, soll im Nachgang gemeinsam mit den beteilig- ten Entscheidungsträgern geprüft werden. Am 30. April hat die Stadt Köln bei der zuständigen Bezirksregierung die Aufnah- me des Projekts mit der Tunnellösung in den aktuellen ÖPNV-Bedarfsplan des Lan- des mittels Übergangsregelung beantragt. Als nächste Schritte werden unter anderem die technische Machbarkeit der beschlos- senen Prüfaufträge für die Tunnelvariante untersucht und der Nutzen-Kosten-Index abgeschätzt. Die technisch machbaren Än- derungen werden anschließend mit dem Fördergeber abgestimmt. Mit der Zustim- mung des Zuwendungsgebers werden die Änderungen weiter geplant und dem Rat zum Beschluss vorgelegt. Verlängerung der Linie 7 Die Linie 7 wird vom Ost-West-Tunnel profitieren. Ihre Verlängerung nach Lan- gel ist jedoch ein völlig unabhängiges Thema. Bei der Verlängerung der „7“ um 4,7 Kilometer ab Zündorf sind zwei Bau- stufen definiert: In der ersten, für seiner- zeit geschätzte 13 Millionen Euro, wird eine kurze, 1,3 Kilometer lange Strecke entlang der Wahner Straße von der heu- tigen Endstelle Zündorf mit einem Zwi- schenhalt Heckelsberg nach Zündorf Süd (Haltestelle „Ranzeler Straße“) zur Erschließung neuer Siedlungen errichtet. Dieses Teilstück war bereits Anfang der 2000er-Jahre untersucht, aber schließlich nicht weiterverfolgt worden. 2023 begann die Überarbeitung der frü- heren Planungen und die Anpassung an die heutigen Gegebenheiten. Eine erneute Ausschreibung der Genehmigungsplanung ist für 2025 geplant, sodass nach deren Abschluss etwa im Jahr 2030 die Arbeiten beginnen können. Die zweite Baustufe soll Stand 2020 etwa 30 Millionen Euro kosten und sieht den Lückenschluss von Zündorf Süd über gut drei Kilometer nach Langel Süd vor. Dort soll die verlängerte Linie 7 in einer Umsteigehaltestelle mit der Linie 17 enden. Ein Zeitplan liegt noch nicht vor. Verlängerung der Gürtelbahn Im Juni 2021 hatte die Stadtverwaltung eine Machbarkeitsstudie für die linksrhei- nische Verlängerung der heutigen Linie 13 von Klettenberg bis zum Rheinufer sowie einer Fortführung über eine neue Rhein-

Die Variantenuntersuchung zur Ost-West-Achse im Detail

An der unterirdischen Station Heumarkt sind die Bauvorleistungen für die Ost-West- Linien bereits heute zu sehen – während die Linie 5 aktuell unten endet, werden im Zwischengeschoss künftig die Linien 1, 7 und wahrscheinlich 9 halten FRANK GLAUBITZ (2)

B ei der näher untersuchten oberirdischen Pla- nungsvariante wurde die Trasse zwischen den Haltestellen Moltkestraße und Heumarkt in mehrere Abschnitte unterteilt und die bevor- zugte Variante der Gleis- und Haltestellenlagen ermittelt. Ein besonderer Schwerpunkt der Planungen war der Bereich Neumarkt, wo die Haltestelle gegenüber heute ausgebaut werden muss. Anstelle der beiden aktuellen Seiten- bahnsteige wurden zwei Mittelbahnsteige mit vier Bahnsteigkanten vorgesehen, um die Ab- fertigung zu beschleunigen. Aus Platzgründen wurde auch eine Option untersucht, die einen Mittelbahnsteig am Neumarkt und einen wei- teren in der Cäcilienstraße vorsah. Weil es hier erhebliche Nachteile gegeben hätte, wurde die Version mit beiden Bahnsteigen am Neumarkt zur Vorzugsvariante gewählt. Bei der zweiten Alternative mit Tunnelstrecke beinhalteten die Vorplanungen nicht nur die Architektur der Bauwerke, sondern auch die künftige Gestaltung der Oberflächen. Hier war die Frage, wie die von den Bahnen geräumten

Verkehrsflächen später genutzt werden sollen. Bei den Bahnanlagen umfassten die Planungen nicht nur die vier Tunnelhaltestellen Heumarkt (wo die Ebene für die Ost-West-Strecke bereits baulich vorhanden ist), Neumarkt, Rudolfplatz und Moltkestraße, sondern auch den kreu- zungsfreien, unterirdischen Abzweig für die Stadtbahnlinie 9. Diese Trasse sollte über eine Rampe in der Mitte der Jahnstraße wieder an die Oberfläche kommen. Entfallen soll die heu- tige Haltestelle Mauritiuskirche. Weil die Tunnelbaustelle Bereiche des histo- rischen Kölner Zentrums aus dem Mittelalter und bis zurück in die Römerzeit berühren wird, werden archäologische Funde erwartet. Daher sind im Projektplan Zeitfenster für entsprechen- de Ausgrabungen vorgesehen. Das Römisch- Germanische Museum ist in die Planungen einbezogen. Von Beginn an sprachen sich die Stadt Köln und die KVB für eine Tunnellösung aus, denn aus deren Sicht wäre nur so eine stö- rungsfreie Führung der Bahnen durch die stark belastete Innenstadt möglich.

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STRASSENBAHN MAGAZIN 9 | 2025

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