Blick in die Endmontage bei Siemens Mobility in München-Allach. In zwei Fertigungslinien werden hier die Vectron-Lokomotiven zusammengebaut Alle Bilder: Florian Dürr
Vectron-Fertigung bei Siemens Mobility Lokomotivbau
Siemens Mobility hat die Kapazitäten für die Fertigung seiner Vectron-Plattform in München-Allach erheblich ausgebaut. In dem Lokomotiven-Kompetenzzentrum sollen künftig bis zu 385 Lokomotiven und 180 Vectouro-Reisezugwagen entstehen. Die Fertigung erfolgt hochautomatisiert und setzt auf moderne Technologien wie am Fließband
E in Schlitten bewegt sich rasch über eine Edelstahlschiene. An ihm befestigt ist ein Kabelstrang. Lasergeführt bleibt der Schlitten stehen, ein Arbeiter entnimmt den Strang und verlegt ihn in den sogenannten Steuerstromkanal. Binnen Minuten füllt sich der Kabelkanal mit allerhand unterschiedli- chen Leitungen. Der Steuerstromkanal ist ein Herzstück der Vectron-Lokomotiven, die der Schienenfahrzeughersteller Siemens Mobility (Siemens) gleich nebenan in der Werkhalle in München-Allach montiert. Bis zu 39 Kilometer Kabel werden je nach Ausrüstung in einer sol- chen Maschine eingebaut. „Der Elektriker in der Endmontage findet den Kabelstrang in der Endfertigung präzise und mit angepasster Län- ge am richtigen Platz“, erläutert ein Vorarbeiter. Die lasergestützte Montage ist einer von vielen Fertigungsschritten, die hochautomatisiert hier in München stattfinden. Der Schritt ist komplex und muss viele Kundenwünsche berücksichti-
Plattformkonzept. Das heißt, beim Kauf kann die Lok nach Kundenwunsch konfiguriert wer- den – zum Beispiel mit Länderpaketen, sodass das Fahrzeug für bestimmte Strom- und Siche-
gen. Kaum ein Steuerstromkanal gleicht einem anderen. Es sind teilautomatisierte Lösungen wie diese, die dazu beitragen, dass die hochkom- plexe Lokfertigung an einem hochpreisigen Standort wie München noch möglich ist. Die Vectron-Lokomotiven von Siemens sind mit mehr als 1.750 gebauten Einheiten in über 20 Ländern weltweit ein echter Kassenschlager im sonst eher schwierigen Markt für Schienen- fahrzeuge. Die seit 2010 gebauten, bis zu 6.400 Kilowatt (kW) starken Loks basieren auf einem
rungssysteme ausgestattet wird. 2.700 Maschinen verkauft
Die Nachfrage nach dem Vectron ist ungebro- chen; mehr als 2.700 Maschinen hat Siemens bereits verkauft. Von Auftragskrise keine Spur. Um genug Kapazitäten für Fertigung und In- standhaltung des Vectron vorzuhalten, hat Sie-
Auch im kleinen Maßstab steigt die Zahl der Vectron-Elloks: Neben Roco ist nun auch Jägern- dorfer Collection in die Produk- tion eingestiegen. Einen Ver- gleichstest der H0-Modelle beider Hersteller lesen sie in eisenbahn magazin 10/2025 Wolfgang Bdinka
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