RZ_KW25_2017

AZA 4125 Riehen 1

23. Juni 2017

Riehener Zeitung DI E WOCHENZE I TUNG FÜR R I EHEN UND BETT INGEN

96. Jahrgang | Nr. 25

Redaktion und Inserate: Riehener Zeitung AG Schopfgässchen 8 , Postfach 198 , 4125 Riehen 1 Telefon 061 645 10 00 , Fax 061 645 10 10 www.riehener-zeitung.ch Erscheint jeden Freitag Preis: Fr. 2.– , Abo Fr. 80.– jährlich

Spitex: Grosse Nachfrage nach Dienstleistungen sorgt für Gewinn seite 2

Reha Chrischona: Basler Bürgergemeinderat zieht definitiv den Stecker seite 2

Singeasy: Erstmals auf der Wettsteinanlage statt im Singeisen seiten 12–13

Turnen: Mädchenriege und Turnverein Riehen mit Spitzenresultaten

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Dorfkirche st. Martin Der neue Kunstführer ist als Buch, E-Book und in einer speziellen Kinderausführung im Handel

einWohnerrat Überholverbot für den Grenzacherweg rs. Der Einwohnerrat fordert den Ge- meinderat auf, während der Baustel- lenumleitung im Grenzacherweg ein durchgehendes Überholverbot einzu- führen. Diesen Beschluss fasste das Riehener Gemeindeparlament am Mittwoch im Rahmen der Behand- lung einer Petition aus der Anwoh- nerschaft des Grenzacherwegs auf Antrag der SP-Fraktion. Nicht gut- geheissen wurde hingegen die tempo- räre Einführung von Tempo 30 im Grenzacherweg sowie auf der Route Bettingerstrasse – Rudolf Wackerna- gel-Strasse – Kohlistieg. Haupttraktandum der letzten Par- lamentssitzung vor der Sommerpause war der Geschäftsbericht 2016 des Ge- meinderats, der auch den Rechnungs- abschluss 2016 der Gemeinde Riehen beinhaltet. Die Rechnung schliesst mit einemÜberschuss von rund 9Mil- lionen Franken. Die Leistungs- und Rechenschaftsberichte der verschie- denen Produktgruppen sowie der Rechnungsabschluss wurden vom Parlament einstimmig genehmigt. In der vorgängigen Debatte hatte die SVP vor einem sich anbahnenden grösseren Bevölkerungswachstum in Riehen gewarnt, das zum Verlust des Charakters als «grosses grünes Dorf» führen werde, und forderte den Ge- meinderat auf, notfalls auch mit dem Einsatz grösserer finanzieller Mittel das Moostal und das Stettenfeld vor ei- ner Überbauung zu schützen. Die LDP mahnte weiterhin zu einemhaushälte- rischen Umgang mit den finanziellen Mitteln, denn die gegenwärtig gute Fi- nanzsituation sei imWesentlichen nur auf relativ wenige gute Steuerzahler abgestützt. Die FDP wies darauf hin, dass die effektiven Steuereinnahmen gegenüber dem Vorjahr nur um 4,8 Millionen Franken gestiegen seien und die Nettokosten sich um 3,6 Millionen Franken erhöht hätten. Ausserdem sei- en fast drei Millionen Franken an bud- getierten Investitionen (noch) nicht getätigt worden – so komfortabel sei der Abschluss also eigentlich doch nicht, zumal die Pensionskasse des Ge- meindepersonals trotz kürzlich getä- tigter Ausfinanzierung schon wieder eine Unterdeckung aufweise. Während sich die CVP/GLP-Frak- tion für eine weitere Steuersenkung aussprach, verlangte die SP vor einer weiteren linearen Steuersenkung zu- erst gezielte Entlastungsmassnah- men für den Mittelstand und wies auf einen entsprechenden Vorstoss hin, der noch hängig sei. Die Rechnung zeige, dass der Gemeinderat das Geld vernünftig ausgegeben habe, bilan- zierte die EVP.

Kunstführer für das wichtigste Riehener Bauwerk

Die Autoren des Kunstführers, Bernard Jaggi und Christoph Matt (v.l.), stellten den Vernissagebesuchern ihr Werk vor.

Nach dem Festakt erfreute der Posaunenchor CVJM Riehen die Anwesenden mit stimmungsvollen Melodien.

Seit über 1000 Jahren bildet die Dorfkirche das Zentrum Riehens. Am Samstag wurde der gleichnamige Führer im Rahmen einer Vernissage vorgestellt. Dabei wurden fas- zinierende Details aus der Geschichte der Kirche enthüllt. Er trägt die unscheinbare Nummer 1003 im Index der Gesellschaft für Schweizerische Kunstführer. Sein In- halt ist aber alles andere als unschein- bar: Auf 52 Seiten sind Bernard Jaggi, ehemaliger Leiter Bauforschung bei der DenkmalpflegeBasel-Stadt, undChris- toph Matt, ehemaliger Basler Kan- tonsarchäologe, im Kunstführer mit demNamen «Die Dorfkirche St. Martin in Riehen» der 1000 Jahre alten Kirche auf denGrund gegangen. Amvergange- nen Samstagmorgen ist das Werk mit einer Vernissage in der Dorfkirche selbst gebührend gefeiert worden. Den Auftakt der Festreden machte der ehemalige Riehener Gemeindeprä- sident Willi Fischer. Schnell wird bei seinenWorten klar: Der Kunstführer ist eine Herzensangelegenheit der Ge- meinde und vieler Riehenerinnen und Riehener, denn endlich hat das Wahr- zeichen des grossen grünen Dorfs eine sachlich aufgearbeitete Broschüre be- kommen. Diese soll vor allem in die Hände von Touristen gelangen. «Wir haben zahlreiche Besucher der Fonda- Matthias Kempf

Im Führer finden sich Anekdoten und Kuriositäten über die Dorfkirche. Diese wurde zum Beispiel 1694 um fast die Hälfte verbreitert. Zuvor hatte sie eine schlauchige und beengende Figur. In den Gemäuern der Dorfkir- che findet man noch Torbögen eines vorherigen Kirchenbaus. Für Bernard Jaggi scheint die Dorfkirche eine wahre Wundertüte zu sein. «Die Dorfkirche hat eine komplexe Baugeschichte, es kamen immer wieder neue Fragen auf, die beantwortet werden muss- ten», beschreibt er seine Arbeit am Projekt. Im Moment könnten aller- dings gar nicht alle Fragen beantwor- tet werden. Denn dafür, meint Jaggi, müsste man in die Tiefe gehen und Ausgrabungen vornehmen. Erster Schweizer Kunstführer für Kinder Die unscheinbare Nummer 1003 im Index der schweizerischen Gesell- schaft für Kunstführer darf aber auch einen Primeur für sich verbuchen. Zum ersten Mal in der Geschichte nämlich wurde ein Kunstführer auch für Kinder gestaltet. Vorangetrieben hat das Projekt die Riehener Gemein- depfarrerinMartina Holder. «Die Kin- der können mit einem QR-Code den Kunstführer auf ihren Smartphones oder Tablets öffnen. Danach können sie mit den Kinderfiguren Leo und Anna spielerisch die Geschichte der Dorfkirche entdecken und Aufgaben lösen», erläutert Holder die digitale Kinderversion. Damit ist die Riehener Dorfkirche endgültig bereit, Touris- ten aller Nationen und Altersklassen in ihren Gemäuern zu empfangen.

tion Beyeler, die durch Riehen fahren und gerne mehr über die Dorfkirche erfahren möchten», betonte Fischer. Das Kunstmuseum reiht sich dann auch ein in die Liste der Stifter, die den Führer überhaupt erst möglich ge- macht haben. Ausserdem haben auch die Gemeinden Riehen und Bettingen, die Evangelische Kirche Basel-Stadt so- wie der Kanton Basel-Stadt mittels Swisslos-Fonds finanziell zu dessen Realisierung beigetragen. Befestigter Kirchhof, keine Kirchenburg Die ersten Spuren der Kirche gehen auf die zweite Hälfte des 11. Jahrhun- derts zurück, als Riehen wenige Hun- dert Einwohner hatte. Im Gespräch

räumt Christoph Matt mit einer im Volksmund gängigen Bezeichnung der Dorfkirche St. Martin auf: «Seit 1968 wird sie immer wieder als Kir- chenburg bezeichnet. Der Ausdruck stimmt so aber gar nicht.» Der Kirche fehlten die nötigen Befestigungsele- mente wie Wehrgänge oder ein wehr- turmartiger Glockenturm, um die Voraussetzungen für den Begriff «Kir- chenburg» zu erfüllen. Die Riehener Dorfkirche sei eher als befestigter Kirchhof zu verstehen. Dennoch be- sass sie zwei kleine Kanonen im Glo- ckenturm. «Diese dienten wohl aber nicht zu Kampfzwecken. Die Böller- schüsse sollten die Bevölkerung zum Beispiel vor Gewittern warnen», er- klärt Matt.

Die Kunstführungen in und um die Dorfkirche – hier mit Christoph Matt – fanden regen Anklang. Fotos: Philippe Jaquet

Reklameteil

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grossBaustelle Kein Tram zwischen Fondation Beyeler und Riehen Grenze Bis Dezember fahren nur Busse

Salsiccia- Festival tradizionale, piccante, mit Fenchel + alla siciliana

FONDATION BEYELER 28. 5.– 1. 10. 2017

amt in Riehen verkehrsberuhigende Massnahmen um. Nach dem Ende der Bauarbeiten teilen sich Trams und Autos entlang der Lörracherstrasse die Fahrspur. Bei allen Haltestellen auf dieser Achse können Fahrgäste in Zukunft stufenlos in Tram und Bus einsteigen. Die Erneuerung der Basel- und Lörracherstrasse zwischen der Gar- tengasse und Riehen Grenze endet voraussichtlich Ende 2018. Die letzte Strassenbelagsschicht folgt 2019. Die vollständige Erneuerung der gesam- ten Achse Basel–Riehen Grenze dau- ert bis 2021.

cherstrasse während der Arbeiten weiterhin je eine Fahrspur pro Rich- tung zur Verfügung. Die Tramlinie 2 endet jeweils beim Eglisee. Im Rahmen der Sanierung von Strasse, unterirdischen Leitungen und Tramgleisen entsteht in der Ba- sel- und in der Lörracherstrasse mehr Platz für Fussgänger und Velofahrer. Die Trottoirs werden breiter und in beide Fahrtrichtungen führen in Zu- kunft Velostreifen. Zudem werden 62 zusätzliche Bäume gepflanzt. Da der Transitverkehr aus Deutschland in Zukunft stärker über die Zollfrei- strasse fahren soll, setzt das Tiefbau-

rz. Regelmässigen Trambenutzern ist die Veränderung bestimmt schon auf- gefallen: Aufgrund der Erneuerung der Achse Basel–Riehen Grenze wen- den Trams der Linie 6 seit vergange- nemMontag bereits bei der Fondation Beyeler. Dies wird bis 10. Dezember so bleiben. Die betroffene Strecke wird mit Bussen bedient: Richtung Riehen Grenze fahren diese ab der Haltestelle «Fondation Beyeler» über die Rössli- gasse und die Inzlingerstrasse. Das Bau- und Verkehrsdepartement sowie die BVB bitten die Fahrgäste, den ge- änderten Fahrplan zu beachten. Dem übrigen Verkehr steht in der Lörra-

Telefon 061 643 07 77

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