250 Jahre USA: Ein Roadtrip durch die Geschichte

Amerika schluckt die bittere Pille – Karikatur aus dem London Magazine, Mai 1774

Amtsstuben und Intellektuellen-Zirkeln von Hand zu Hand geht.

In dem Arzt erkennen Zeitgenossen leicht den britischen Premierminister Frederick North, Zweiter Earl von Guilford. Ihm gehen der zweithöchste Richter Englands und der noch wesentlich unbeliebtere Frauenheld und grundkorrupte Chef der Admiralität zur Hand. Nur die Britannia wendet dem Treiben im Hintergrund ent- setzt den Rücken zu. Um sie steht es nicht gut in diesem Som- mer vor 250 Jahren. Sieben lange Jahre haben die Großmächte Europas militä- risch um Dominanz auf dem Kontinent gerungen. Auch in den Kolonien in Nord- amerika haben sich Briten und Franzosen unversöhnlich gegenübergestanden. Am Ende hat die „Grande Nation“ letztlich ihre Besitzungen in Nordamerika geräumt. Die einheimischen Indianerstämme sind mit den steifen Briten aber nicht warm gewor- den. Die machen keine Geschenke und zahlen für Felle lausige Preise. Britische Siedler haben außerdem eigenmächtig den Ohio River überquert und Land besetzt. Dafür rufen sie nun ungeniert nach militä- rischem Beistand. Es sind deshalb weiter- hin größere Truppenkontingente nötig, um die Grenzen der britischen Kolonien und ihre Bewohner vor Überfällen zu schützen. Das alles hat die Staatsfinanzen in Lon-

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ziner, schiebt der Squaw beherzt eine Reihe zusammengerollter Papiere in den Rachen und gießt aus einer bauchigen Teekanne Flüssiges nach. „Ein fähiger Doktor oder: Amerika schluckt bittere Medizin“ ist die pralle Karikatur unter- titelt, die im Frühsommer 1774 in Eng- land und Nordamerika in Wirtshäusern,

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