250 Jahre USA: Ein Roadtrip durch die Geschichte

CHRISTIAN DOSE: »Mich beeindrucken immer wieder die Menschen, die sich für ihre Heimat oft ehrenamtlich engagieren! «

hervorzuheben. Aber nach Kalifornien und in den Südwesten zieht es mich im- mer wieder, ebenso nach Washington, DC und in die Rocky Mountains. Welche Begegnung mit US-Amerikanern hat Dich besonders beeindruckt – und warum? Es sind immer wieder die Menschen, die sich für ihre Heimat oft ehrenamtlich en- gagieren. Bekannt sind natürlich die soge- nannten Greeter, die Besuchern „ihr“ New York oder Chicago zeigen. Gleiches gilt für die vielen Volunteers in den Museen, etwa im Nevada City Museum in Montana oder im Military Aviation Museum bei Virginia Beach. Gerne erinnere ich mich auch an einen Rentner, der in Illinois an der Route 66 eine historische Tankstelle als Museum und Antikshop am Leben erhielt. Oder ein Mann, vermutlich etwa 75: Wir trafen uns 2017 am Grand Canyon. Für ihn der erste Besuch, mit dem er sich einen gro- ßen Lebenstraum erfüllt hat, und diese Lebensfreude erlebe ich immer wieder: Vor einigen Monaten habe ich am Yosemi- te National Park mit einem liebenswerten Ehepaar aus Phoenix die halbe Nacht über „Gott und die Welt“ sinniert. Wie erlebst Du den Kontrast zwischen Klischee und Realität bei der Bericht- erstattung über die USA? In den überwiegend touristischen Orten, in denen ich meistens unterwegs bin, konnte ich in den vergangenen 30 Jahren keine nennenswerten Unterschiede fest- stellen, die Rückschlüsse auf die jeweilige Regierung geben. Gerade aktuell scheinen mir Reisende vor Ort mehr willkommen zu sein als bislang. Insofern erscheint mir manche Berichterstattung aktuell über- zogen. Gibt es einen „Lieblingsort“ in den USA, den Du Deinen besten Freunden empfeh- len würdest?

C hristian Dose hat die USA auf 30 Reisen in 30 Jahren erkun- det – zunächst als Urlauber, später als Chefredakteur und Mitgründer des Reisemagazins 360° USA (jetzt: 360° NordAmerika) und Autor mehrerer Rei- seführer. Seine erste Tour führte ihn 1996 nach New York. Weitere Reisen und Re- cherchen brachten ihn auch nach Kana- da sowie Australien, Neuseeland und ins südliche Afrika. Der gebürtige Berliner und Absolvent der Berliner Journalisten- schule verfügt über langjährige Erfahrung als Journalist, Pressesprecher und Berater für Public Relations. Was war Deine erste Reportage oder Fotoreise in die USA – und was ist Dir besonders in Erinnerung geblieben? Vor 30 Jahren war ich erstmals eine Woche in New York. Unvergesslich, diese heraus- ragenden Attraktionen wie Lady Liberty und der Show-Biz – und die Freundlich- keit der Menschen. Gibt es eine Region, die Dich immer wie- der anzieht – sei es wegen der Menschen, der Landschaft oder der Geschichten?

Christian Dose in New York: auf der Aus- sichtsplattform Pier 57 am Hudson River

Bei nunmehr 30 Reisen in rund die Hälfte der Bundesstaaten fällt es schwer, etwas

Gute Frage, schwierige Frage. Großes Land, viele liebenswerte Orte. New York

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