guten Eindruck von der komplexen Ver- gangenheit. Hübsche Bed and Breakfasts, ehrwürdige Restaurants wie das Columbia und das ehemalige Hotel des Eisenbahn- magnaten Henry Flagler sind zusätzliche Argumente für einen Besuch. Aufgrund seiner wechselnden Zugehörig- keiten gilt St. Augustine erst seit wenigen Jahren offiziell als älteste Stadt des Kon- tinents. Zuvor fällt diese Ehre Jamestown anheim. Die südlich von Washington D.C. im James River in Virginia gelegene Insel ist 1607 die erste permanent von Briten bewohnte Siedlung auf dem neuen Konti- nent. Von 1616 bis 1699 dient sie als Haupt- stadt der Kronkolonie, woran vor Ort eine Vielzahl von Monumenten erinnert. Zentrale Anlaufstelle für Touristen ist das Jamestown Settlement. Im 18. Jahrhundert werden die Regierungseinrichtungen ins nahe Williamsburg auf das Festland ver- lagert, wo der heute vielbesuchte Histo- rienpark Colonial Williamsburg die Ver- gangenheit lebendig macht. Mit der Geschichte der Südstaaten untrennbar verbunden ist auch ein düste- res Kapitel, an dem die Vereinigten Staa- ten von Amerika beinahe zerbrechen: die Sklaverei, deren geplante Abschaffung die Loslösung der Südstaaten und damit den Bürgerkrieg auslösen. Von den Plantagen
Kanonen im Castillo de San Marcos
hen, denn St. Augustine versteht sich auch 1776 noch als treue Kolonie des Vereinig- ten Königreichs. Als 1783 der Frieden von Paris das Ende des War of Independence offiziell besiegelt, ändert sich die Zustän- digkeit auf überraschende Weise: St. Augustine geht – wie der Rest Floridas – an Spanien, unter dessen Ägide es bis 1821 verbleibt. Erst danach wird das Städtchen den Vereinigten Staaten von Amerika zugeschlagen. Dank seines Alters und seiner wechselvol- len Geschichte zählt St. Augustine heute zu den meistbesuchten Orten Floridas. Der historische Stadtkern ist exzellent erhalten und Sehenswürdigkeiten wie das Castillo de San Marcos vermitteln einen
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Colonial Williamsburg in Jamestown (Virginia)
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