ren Welt verwirklichen. Aber es gibt wie überall auch Schattenseiten: Die tradierte repräsentative Demokratie mit dem Zwei- Parteien-System zum Beispiel. Die Verfas- sung trägt 250 Jahre auf dem Buckel. Das spürt man bei den Herausforderungen der Gegenwart.
die aus der Bildung einer eigenen Nation erwachsen ist, wirkt bis heute nach. Auf uns wirkt der Nationalstolz der US-Ame- rikaner etwas befremdlich und er birgt auch die Gefahr des Egozentrismus. Ich versuche deshalb seine Hintergründe zu erklären und lasse auch die damit verbun- denen Widersprüche nicht unerwähnt. Man denke nur an die Sklaverei oder den Umgang mit den Ureinwohnern. Wie hat sich aus Deiner Sicht das Reisen in den USA in den letzten Jahrzehnten verändert – sowohl für Touristinnen und Touristen als auch für die Branche? USA-Reisen sind deutlich einfacher und unkomplizierter geworden. Internet, Kre- ditkarten und Uber nehmen logistisch viele Hürden. Trotz aller Globalisierung wundert mich aber immer wieder, wie unterschiedlich der Alltag in Europa und Nordamerika noch immer ist. Das fängt bei den Steckdosen an und hört bei den Waschmaschinen noch lange nicht auf. Wer hat bei uns schließlich noch einen Toplader zuhause stehen?
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Ein Muss für Kalifornien-Fans: Mit dem Rad über die Golden Gate Bridge in San Francisco
Weihnachten mal anders: Pop-up-Bar in Chicago
Wie erlebst Du den Kontrast zwischen Klischee und Realität bei der Bericht- erstattung über die USA? Die Berichterstattung nehme ich als recht einseitig wahr, sowohl räumlich wie inhaltlich. Es wird in Deutschland fast ausschließlich aus Washington berichtet. Ein innovativer Bundesstaat wie Kalifor- nien mit 40 Millionen Einwohnern kommt kaum zur Sprache – und wenn, dann nur mit Themen aus dem Silicon Valley oder aus Hollywood. So entsteht ein ziemliches Zerrbild durch die deutsche Brille. Ich versuche deshalb, auch in meinen Reise- storys mehr unterschiedliche Stimmen und Positionen zu Wort kommen zu las- sen. Welche Rolle spielt die Geschichte – etwa rund um die Unabhängigkeit – in Deiner Arbeit vor Ort?
Ohne ihre Geschichte wären die USA von heute schwer zu verstehen. Die Kraft,
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