IHK-Magazin Ausgabe 2/2026

AUS DER IHK

LANDTAGSWAHL Rote Karte für ein „Weiter so“ Die IHK-Organisation in Baden-Württemberg appelliert an die künftige Landesregierung, zügig entschlossen zu handeln. Vier zentrale Handlungsfelder stehen dabei im Fokus.

Bürokratie strukturell bekämpfen: Verwaltung

1.

braucht Mut zur Entschei- dung Unternehmen in Baden- Württemberg stehen unter wachsendem Druck durch immer komplexere Vorga- ben. Verfahren ziehen sich, Standards variieren, und der Dokumentationsaufwand trifft vor allem kleine und mittlere Unternehmen. Rund 90 Pro- zent der Betriebe bewerten Bürokratie als Verschlechte- rung ihrer Wettbewerbsfähig- keit und fordern vor allem schnellere Planungs- und Genehmigungsprozesse sowie eine konsequent digitale Ver- waltung. Initiativen wie der „Normenkontrollrat BW“ und die Entlastungsallianz sind ein guter Anfang, doch der strukturelle Bürokratierück- bau bleibt unvollendet – mit spürbaren Folgen für Tempo, Transparenz und Investitio- nen. Schlüssel dafür sind klare Fristen, einfache Verfahren und eine konsequent digitale, entscheidungsfreudige Ver- waltung. 2. Baden-Württemberg als Industrieland erhalten: Starke Forschungsstrukturen ausbauen Baden-Württemberg ist Indus- trieland: Das produzierende Gewerbe prägt die Wirt- schaftsleistung, treibt For- schung und Entwicklung an und ist zentral für Ausbildung, Beschäftigung und Wohl- stand. Gleichzeitig erschweren geopolitische Unsicherheiten, Fachkräftemangel, hohe Ener-

Im Februar stellten sich in vier IHK- Wahlarenen Kandidaten für die Landtagswahl den Fragen von Unter - nehmerinnen und Unternehmern, im Bild die Veranstal - tungen für den Rhein-Neckar-Kreis (oben) und den Neckar-Odenwald- Kreis

novationsprozess. Zugleich ist die Basis in Baden-Württem- berg stark: eine FuE-Intensität (Anteil FuE am Bruttoinlands- produkt) von 5,7 Prozent, exzellente Hochschulen und Forschungseinrichtungen und ein dichtes Netzwerk von Wirtschaft und Wissenschaft – Potenziale, die ausgebaut werden müssen.

Duale Ausbildung stärken: Attraktiv für

3.

giepreise, Transformations- druck und zunehmende Re- gulierung vielen Betrieben die konsequente Umsetzung von Innovationen. Innovations- zyklen verkürzen sich welt- weit und Baden-Württemberg läuft Gefahr, den Anschluss zu verlieren, da der Weg von der Idee zum marktfähigen Produkt oft zu lange dauert. In einer IHK-Umfrage betreibt knapp ein Viertel der Unter- nehmen keine Forschung und Entwicklung (FuE) – häufigs- ter Grund: Bürokratie im In-

ausländische Fachkräfte bleiben Baden-Württemberg spürt den demografischen Druck: Das Arbeitskräftepotenzial sinkt, und selbst Produktivitätsge- winne durch Digitalisierung oder KI können die Lücke nur teilweise schließen. Deshalb wird Bildung zur strategi- schen Ressource. Parallel verschärft sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt: 2024 konnte etwa die Hälfte der IHK-Betriebe ihre Plätze nicht besetzen – obwohl

Die Aufzeich- nungen der IHK-Wahlarenen aus Mannheim und Heidelberg anschauen: ihk.de/rhein- neckar/ wahl-arena

20

IHK Magazin Rhein-Neckar 02 | 2026

ihk.de/rhein-neckar

Made with FlippingBook Learn more on our blog