IHK-Magazin Ausgabe 2/2026

AUS DER IHK

IHK-Energiewendebarometer sehen Unternehmen aktuell mehr Risiken als Chancen für ihre Wettbewerbsfähigkeit. Gründe sind vor allem hohe Energiepreise, mangelnde Planbarkeit, langwierige Genehmigungen und zu viel Bürokratie. Gefragt sind jetzt verlässliche Entscheidungen für Versorgungssicherheit, Tempo und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. „Infrastruktur und Energieversorgung tragen unseren Standort entscheidend mit – müssen aber umfassend mo- dernisiert beziehungsweise zukunftsgerecht und damit be- zahlbar vorangebracht werden“, so BWIHK-Vizepräsident Manfred Schnabel. Er verweist auf die problematische Energiewendesituation: Diese kostet Betriebe Vertrauen, belastet mit hohen Energiepreisen nicht nur die Indust- rie und sorgt für sichtbare Abwanderungs- und Verlage- rungsaktivitäten. Ebenso wie der große Sanierungs- und Ausbaustau von Straßen, Brücken, Schienen oder digitalen Netzen.

die duale Ausbildung das Rückgrat betrieblicher Quali- fizierung bleibt. Zugleich nimmt die Zahl internationaler Studierender, besonders im MINT-Bereich, ab. Hochschu- len bleiben jedoch zentral für Qualifizierung und Trans- fer, während qualifizierte Zuwanderung an Bedeutung gewinnt. 4. Infrastruktur modernisieren und erweitern: Vertrauen in die Energiewende zurückgewinnen Eine moderne, belastbare Infrastruktur ist das Rückgrat des Standorts – doch vielerorts zeigen sich Engpässe: Straßen, Brücken und Bahnknoten sind sanierungsbedürf- tig, Kapazitäten stoßen an Grenzen, grenzüberschreitende Schienenverbindungen bleiben lückenhaft; zentrale Pro- jekte kommen nur schleppend voran. Zugleich fehlt es an verfügbaren Gewerbe- und Industrieflächen, Planungspro- zesse dauern lange und Zielkonflikte bremsen Entwicklung – mit spürbaren Folgen für Lieferketten und Investitio- nen. Auch die Energieversorgung steht unter Druck: Laut

NEWS

Rohfstoffstrategie

Fachkräftereport

DIHK: Wettbewerbsfähigkeit sichern Die IHK-Organisation sieht dringenden Handlungs - bedarf rund um die Rohstoffversorgung auf und fordert die Bundesregierung zum Handeln auf. „Wer ein Smartphone in der Hand hält, hält Seltene Erden in der Hand – und damit ein Stück globaler Rohstoffab - hängigkeit“, betont DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. „Deutschland muss derzeit über 90 Prozent der metallischen Rohstoffe importieren. Die deut - sche Wirtschaft ist daher auf eine sichere, bezahlbare und nachhaltige Rohstoffversorgung angewiesen.“ Um diese künftig zu sichern, sei eine Trendwende in der deutschen Rohstoffpolitik notwendig. Doch die rangierte laut neuen DIHK-Positionen „bisher oft eher als technisches oder wirtschaftliches Randthema“, ob - wohl es zentral sei. Treier: „Nur mit einer verlässlichen Rohstoffstrategie sichern wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie und die Transformation hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft.“ Die bisherigen Säulen – heimische Förderung, Importe und Recycling – wer - den, so der DIHK-Experte, weiter zentrale Bestandteile dieser Politik sein. Aber sie reichten in der jetzigen Form nicht mehr aus, um die Rohstoffversorgung für die deutsche Wirtschaft zu sichern. Die IHK-News der Woche:

J eder Dritte hat Probleme, Stellen zu besetzen Zentrales Ergebnis des neuesten DIHK-Fachkräfte- reports: Die schwache Wirtschaftslage dämpft den Personalbedarf der Unternehmen, gleichzeitig bleibt die Fachkräftesicherung in vielen Bereichen eine der größten Herausforderungen für die deutsche Wirtschaft. Von den fast 22.000 an der Umfrage beteiligten Unternehmen berichten 36 Prozent, dass sie offene Stellen zumindest teilweise nicht besetzen können, weil geeignetes Personal fehlt. Zwar ist dieser Anteil gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent - punkte gesunken, dennoch bleibt die Lage ange - spannt. Besonders betroffen ist der Mittelstand: Mehr als 40 Prozent der kleinen und mittleren Unterneh - men berichten von Schwierigkeiten, ihre Stellen zu besetzen. Gleichzeitig gibt fast die Hälfte aller Betrie - be an, derzeit keinen Personalbedarf zu haben – ein Plus von fünf Prozentpunkten. Die große Sorge der Unternehmen angesichts des drastischen Rückgangs der Menschen im Erwerbsalter zeigt sich auch in den Antworten zur künftigen Entwicklung: 83 Prozent der Unternehmen erwarten in den kommenden Jahren negative Auswirkungen durch Arbeits- und Fachkräf - temangel. Mit anderen zur Fachkräftesicherung austauschen:

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