IHK-Magazin Ausgabe 2/2026

AUS DEN UNTERNEHMEN

KADEL UNTERNEHMENSGRUPPE Nachfolgeprozess eingeleitet Was der Urgroßvater vor über 100 Jahren als Elektriker begonnen hatte, wird Schritt für Schritt in die Zukunft geführt.

Z wei Unterschriften mit großer Bedeutung. 2025 sind Jannik Kadel und sein Cousin Lucas Kadel in die Geschäftsführung des Fami- lienunternehmens Kadel ein- gestiegen. Damit übernimmt die vierte Generation Verant- wortung, was deren Väter sehr freut: „Die über 100-jährige Tradition des familiengeführ- ten Unternehmens wird so konsequent fortgesetzt und die Basis für eine erfolgreiche Zu- kunft gelegt“, sagt Geschäfts- führer Jochen Kadel. Die Unternehmensgeschichte begann 1925 in Düsseldorf mit Jakob Kadel, als dieser begann, als Elektriker zu arbeiten. Während des Zweiten Welt- kriegs zog er mit seiner Familie nach Birkenau. Kadel eröffnete wieder einen Elektrobetrieb mit einem kleinen Verkaufs- raum, wo er auch Haushalts- waren verkaufte, darunter sogar Kühlschränke. Sohn Hans absolvierte 1958 die Prüfung als Elektromeister; sein älterer Bruder Günther hatte zuvor schon seinen Meis- ter als Installateur und Speng- ler gemacht. Ein Jahr später trat Günther in den elterlichen Betrieb ein, was zu einer grundlegenden Entscheidung führte: Zum Elektrohandwerk kam das Geschäftsfeld Sanitär und Heizung hinzu. „Ohne die zweite Generation, Günther und seine Ehefrau Ilse, wäre unsere Firma heute nicht, was sie ist“, blickt Jochen Kadel zu- rück. Ilse packte tatkräftig mit an und fuhr auch Material auf

Baustellen, wenn sie sich nicht gerade um die Buchhaltung kümmerte. Für die 1950er noch außergewöhnlich. 1960 zog das Unternehmen nach Weinheim, in den folgen- den Jahren wurden weitere Niederlassungen eröffnet: Zuerst in Mannheim, dann in Heidelberg, Darmstadt, Würz- burg, Neuenbürg und Düssel- dorf. Damit wuchs die Zahl der Mitarbeiter, heute sind 190 für die Unternehmensgruppe tätig. Es gab in den 1960er Jahren sogar eine Kfz-Werk- statt mit eigenem Mechaniker. Was in den 1950er Jahren das neue Geschäftsfeld für Sanitär und Heizung war, hat sich inzwischen fest etabliert: „Im Sanitärbereich bieten wir Lösungen an, die zum Beispiel mit der Renovierung von Bade- zimmern, Schwimmbadtech- nik oder Hausinstallationen zu tun haben“, erklärt Jochen Kadel. Der Heizungs- und Lüf- tungsbauer ist heute als Enkel des Gründers für die Geschäfte verantwortlich. „Außerdem haben wir“, so Kadel weiter, „passgenaue Heizungsanlagen im Angebot, inklusive eines umfangreichen Service.“ Weiteres Standbein: Lüftung. Ob es um frische Luft für Wohnräume geht oder Maß- nahmen zur Klimatisierung. „Wir sorgen immer für ein gutes Klima“, sagt Jochen Kadel mit einem breiten Lächeln. Abgerundet wird das breit aufgestellte Geschäftsmodell durch die Industrie-Montage:

Gehen gemeinsam in das 101. Jahr ihres Unterneh - mens: Jannik Kadel (links) und sein Vater Jochen

Kadel übernimmt Projekte im Bereich der Dampfgewinnung, Druckluft oder technischer Gase. Dabei betreibt das Unter- nehmen den Bau von Rohrlei- tungen, etwa für Feuerlöschlei- tungen sowie Pneumatik- oder Hydrauliksysteme. Spielt das Unternehmen auch eine Rolle in der Energie- wende? „Ja, denn wir müssen weg von der fossilen Energie“, sagt Kadel und verweist auf das Angebot seiner Firma mit energieeffizienter Gebäude- technik, Solarthermie und kontrollierter Wohnraumlüf- tung. Wärmepumpen gehören ebenfalls dazu. Dafür hat sich Kadel ein passendes Motto ausgedacht: „Für eine Welt von morgen.“ Lei

ZAHLEN UND FAKTEN

1925 Gegründet 190 Mitarbeiter 29 Millionen Euro Umsatz

kadel.de

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IHK Magazin Rhein-Neckar 02 | 2026

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