IHK-Magazin Ausgabe 2/2026

AUS DEN UNTERNEHMEN

POWER PLUS COMMUNICATIONS „Erneuerbare Heimatenergie nutzen“ Solaranlagen und Co. digital steuern: Ein Gespräch mit dem PPC-Vorstandsvorsitzenden Ingo Schönberg über neue Wege in der Energiewende

erzeugt selbst Strom auf dem Dach und nutzt Strom, um zum Beispiel elektrische Fahr- zeuge zu laden. Solche Ener- gieströme als Prosumer clever zu kombinieren, erfordert eine intelligente Steuerung. Schönberg: Genau, mit dem Smart Meter-Systemen. Wir ermöglichen durch Steuerbar- keit mehr erneuerbare Energie und mehr Elektrifizierung. So wird weniger fossile Energie importiert und unsere Abhän- gigkeit davon reduziert, indem wir erneuerbare Heimatener- Und dann kommen Sie ins Spiel? gien nutzen. Übrigens: Eine neue Kunstfigur ist neben dem „Prosumer“ der so ge- nannte „Flexumer“: Er stellt durch Lastmanagement und Batteriespeicher Flexibilität für Netz und Markt bereit, indem er Strom optimal nutzt, einspeist und seine Flexibili- tät vermarktet. Zur Steuerung dieser komplexen Vorgänge stellt unsere Firma die nötige Infrastruktur bereit, etwa für das E-Auto als Speicherme- dium. Bei so vielen Beteiligten: Wie sieht es denn mit der Sicher- heit Ihrer Produkte aus? Schönberg: Der „Flexsumer“ wird zum aktiven Partner der Energiewende, er ist mit seinen Dienstleistungen die logische Weiterentwicklung des „Prosumers“. Denn er produziert und konsumiert nicht nur Energie, sondern sorgt mit seinem Energiespeicher sozusagen für

Herr Schönberg, Ihr Unterneh- men hat sich auf Smart Meter, digitale Stromzähler mit integrierter Kommunikations- technik, spezialisiert. Läuft das Geschäft? Ingo Schönberg: Definitiv, wir haben seit unserer Gründung 2008 bereits zwei Millionen solcher Systeme im deutschen Markt ausgeliefert. Bis 2032 werden es 20 Millionen in praktisch allen Haushalten sein, für die ein Smartmeter sinnvoll ist. Was leisten die Produkte? Schönberg: Die Smart Meter sorgen dafür, dass vor Ort Energieverbräuche gemessen und Netzzustände erfasst werden. So können Versorger und Dienstleister gezielt von außen auf „Prosumer“-Geräte zugreifen, etwa Solaranlagen oder Ladesäulen. Sie sichern auf diese Weise die Netzstabili- tät, indem sie die Leistung der „Prosumer“-Geräte „dimmen“. Investitionen in Stromnet- ze werden so reduziert und Energiekosten für Haushalte gesenkt. Was sind denn „Prosumer“? Schönberg: Haushalte er- zeugen selbst immer mehr Erneuerbare Energie mit den erwähnten Solaranlagen. Auf der anderen Seite gibt es eine zunehmende Elektrifizierung der Sektoren Wärme und Mobilität. Mehr Strom wird verbraucht, wenn Wärme- pumpen arbeiten oder E-Autos über die Straßen fahren. Ein „Prosumer“ ist Produzent und Konsument gleichzeitig: Er

Der PPC-Vor- standsvorsitzende Ingo Schönberg

die nötige Flexibilität im Netz. So wird er Teil eines modernen Lastmanagements. Damit ist der „Flexumer“ immer wichtiger für die Sicherheit und Wirtschaftlichkeit der Stromversorgung. In dieser kritischen Infrastruktur ist Cybersicherheit bei der Steuerung dieser Vorgänge ein hohes Gut, denn wir wollen

ZAHLEN UND FAKTEN

2008 gegründet 130 Mitarbeiter 160 Millionen Euro Umsatz

nicht hybriden Angriffen aus China oder Russland ausgeliefert sein.

Lei

ppc-ag.de

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IHK Magazin Rhein-Neckar 02 | 2026

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