TIPPS
VORSORGE Zeigen Sie der Krise die kalte Schulter
UNTER- NEHMENS- FÜHRUNG
Die Rahmenbedingungen für wirtschaftliches Handeln sind nicht günstig. Umso wichtiger ist es, den eigenen Betrieb krisenfest zu machen. Und auf Krisenzeichen zu achten.
gen oder Verlagerungen des Unternehmenssitzes? Insbesondere bei plötz- lichen Veränderungen im Zahlungsverhalten ist Vorsicht geboten. Langjährige Geschäfts- beziehungen sind zwar oft wertvoll, sollten Sie aber nicht gutgläubig oder leichtsinnig werden lassen: Stellen Sie Ihre Lieferungen eventuell auf Vorkasse um. Auch bei Ihren Lieferanten sollten Sie auf Ungewöhn- liches achten: Ändert Ihr Zulieferer ohne Ankündi- gung seine Zahlungsziele, streicht er seine Skonti-An- gebote, liefert er verspätet oder nur Teilmengen der bestellten Ware – und auch das nur in minderer Qualität? Implementieren Sie ein Frühwarnsystem für Ihren eigenen Betrieb. Ausfall eines wichtigen Kunden, ein Cyberangriff, ein Krankheitsfall: Der Notfall kann schneller da sein als man denkt. Sorgen Sie daher für klare Zuständigkeiten in Ihrem Unternehmen: Wer ist in einer Krise wofür verant- wortlich, wer berichtet wie oft an wen? Denken Sie dran: Letztlich haften Sie als Inhaber/Ge- schäftsführer für alles, was schiefläuft.
wichtige Vorprodukte/Roh- stoffe nur aus einer Quelle – oder sind Sie zuliefersei- tig redundant aufgestellt? Welche Laufzeit haben Ihre Lieferverträge? Gefährden Sie nicht Ihre Lieferketten durch Klum- penrisiken: Machen Sie sich rechtzeitig auf die Suche nach alternativen Zuliefer- betrieben. Zweiter Tipp: Checken Sie regelmäßig die Bonität Ihrer Vertragspartner ent- lang Ihrer Wertschöpfungs- kette. Gut zu wissen: Datenbanken wie Schufa oder Creditre- form geben Ihnen, für relativ kleines Geld, rasch und zu- verlässig Auskunft darüber, wie es um die finanzielle Lage Ihrer Geschäftspartner steht.
Lassen Sie nicht von der Konkurrenz überholen. Haben Sie genug neue Ge- schäftsideen? Arbeiten Sie stetig an der Weiterentwick- lung Ihrer Produkte, fördern Sie die Innovationslust Ihrer Mitarbeiter? Haben Sie genügend Kunden? Können Sie auf einen gesunden Mix aus Bestands- und Neukunden vertrauen? Welche neuen Marktsegmente wollen Sie sich in den nächsten Jahren erschließen? Bleiben Sie innovativ, kreativ und Neuem offen gegenüber. Bleiben Sie nicht immer auf der gleichen Stelle stehen.
Schlechte Nach- richten und Zeit zu handeln?
Achten Sie auf Warnsignale.
Zahlt ein bis dato zuverläs- siger Kunde seine Rechnun- gen auf den letzten Drücker – oder sogar erst nach Mah- nung? Zahlt er nur teilwei- se, erteilt aber gleichzeitig direkt neue Aufträge? Ändert sich die schon lange bestehende Bankverbin- dung Ihres Kunden? Gibt es unerwartete Wechsel in der Geschäftsführung und reagieren die neuen Chefs nicht auf Ihre Kontaktauf- nahme? Lesen Sie in der Presse von Werkschließun-
Sie sind bereits in einer Krise und brauchen Hilfe? ihk.de/rhein- neckar/unter- nehmenssiche- rung
Schützen Sie sich vor Lieferengpässen oder
Zahlungsausfällen. Wie steht es um Ihre Liefe- rantenstruktur: Beziehen Sie
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IHK Magazin Rhein-Neckar 02 | 2026
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