TITELTHEMA | NECKAR-ODENWALD-KREIS
STANDORT „Tolle Jobs und Ausbildungsplätze warten auf Bewerber“ Ein Gespräch mit Dr. Andreas Hildenbrand, IHK-Geschäftsführer am Standort Mosbach, über Fachkräftesicherung in Krisenzeiten
Arbeitslosenquote nur langsam. Sie liegt derzeit bei vergleichsweise niedrigen 4,2 Prozent. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es 4,1 Prozent. Und es sind längst nicht alle Unternehmen von der Krise betroffen. Die bei der Pressefahrt besuch- ten Betriebe MPDV und Interroll beispielsweise stellen weiterhin ein, so wie viele andere. Auch das Handwerk sucht immer noch händeringend nach Fachkräften und Auszubildenden. Für Jobsuchende wie auch für junge Menschen und deren Eltern gilt: Nicht verzweifeln, sondern direkt nachfragen bei den Betrieben, die einen interessieren. Es gibt weiterhin offene Stellen und Ausbildungsplätze bei tollen Betrieben in unserer Region. Firmen, die Nachwuchs suchen, beklagen oft einen Mangel an Bewerbern. Was können Unternehmen tun, um Azubis zu gewinnen? Hildenbrand: Es ist sehr wichtig, dass man als Ausbildungsbetrieb und guter Arbeitgeber bekannt ist. Warum ist mein Produkt interes- sant? Wird mein Produkt gebraucht? Haben wir moderne Prozesse? Gehen wir – und zwar wirk- lich - kollegial miteinander um, woran zeigt sich das? Wo treffe ich mit meiner Arbeitgebermarke auf Jugendliche? Wenn ich diese Fragen positiv beantworten kann, wird es gelingen. Wie unterstützt die IHK bei der Azubisuche? Hildenbrand: Wir haben bereits 2019 die Ini- tiative jobNOK ins Leben gerufen. Zusammen mit vielen Unternehmensvertretern, darunter den Mitgliedern der IHK-Vollversammlung aus dem Landkreis, organisieren wir zahlreiche Veranstaltungen, beispielsweise Lehrstellen- börsen, und fördern den Austausch untereinan- der.
Herr Dr. Hildenbrand, die Mitarbeitersuche stand im Fokus der diesjährigen IHK-Presse- fahrt in den Neckar-Odenwald-Kreis. Welche Branchen in der Region leiden besonders unter dem Fachkräftemangel? Dr. Andreas Hildenbrand: Fachkräfte werden nach wie vor händeringend gesucht. Dabei sind immer noch alle Branchen betroffen. Langfristi- ger Hintergrund ist der demografische Wandel: Gut Ausgebildete gehen in Scharen in Rente. Etwas Luft herrscht derzeit im Maschinen- und Anlagenbau, da dort, aufgrund der schwierigen Wirtschaftslage –, teilweise Personal freigesetzt wird. Das ist die Chance für Betriebe derselben Branche, die auf der Suche nach Fachkräften sind. Gleichzeitig sind die Auswirkungen der wirt- schaftlichen Krise spürbar. Wer stellt da noch ein? Registrieren Sie bereits eine Zurückhaltung der Betriebe bei der Suche nach Fachkräften, beziehungsweise nach Auszubildenden? Hildenbrand: Tatsächlich sind im NOK aktuell rund 30 Industriebetriebe in Kurzarbeit. Und für viele Beschäftigte wird aus Kurzarbeit Arbeits- losigkeit. Das muss man allerdings relativieren. Die 1.000 Menschen, die kurz arbeiten, stellen lediglich rund drei Prozent der insgesamt etwa 40.000 sozialversicherungspflichtig Beschäf- tigten im Landkreis dar. Gleichzeitig steigt die
DER NOK IN ZAHLEN
145.263 Bewohner 129 Einwohner pro Quadratkilometer 36.699 Euro BIP pro Kopf 79.585 Euro BIP pro Erwerbs - tätigem QUELLE: STAT. LANDESAMT
Mehr zur jobNOK-Initiative auf Seite 9 und unter www.jobnok.de
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IHK Magazin Rhein-Neckar 05 | 2026
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