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FREITAG, 6.7.2018 97. Jahrgang | Nr. 27

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Bilderserie: «Erfrischende» Schnappschüsse von Fotograf Stefan Leimer SEITE 5

Hill Chill: Schon wieder ein Besucherrekord am Open-Air-Festival SEITE 7

Faustball: Aussenseitersieg beim Dinkelbergcup auf der Turnmatte in Bettingen SEITE 11

PILOTPROJEKT Derzeit weiden spezielle Schafe entlang der S6-Strecke Määääharbeiten am Bahndamm

Die Mittagshitze ertragen die Walliser Landschafe am besten im Schatten des stillgelegten Viadukts beim Bäumlihof.

Florian Neumann (links) und Erich Weber haben sich gemeinsam dafür eingesetzt, dass der Bahndamm der S6 umweltfreundlich gemäht wird.

Die Initiative für diese Zusam- menarbeit ging von Erich Weber aus, im Bezirk Basel der DB-Verantwortli- che für Vegetation und Naturschutz. Er kannte Neumann, der sich trotz seiner Schafe nicht als Schäfer be- zeichnet. Als ausgebildeter Biologe hat er es sich mit seiner eigenen Firma «Naturpflege Neumann» mit Sitz in Oberwil zum Ziel gesetzt, im Rahmen von Pro Specie Rara unter anderem die vom Aussterben bedrohte Rasse der Walliser Landschafe zu kultivie- ren. Im Gegensatz zu den heute land- wirtschaftlich genutzten Schafs- rassen geben die Walliser Landschafe wenig Milch und Fleisch ab – sie sind aber ausgezeichnete Weidetiere, die vor allem auch die ungeliebten Neo- phyten wie die Goldrute fressen, die hier am Bahndamm flächendeckend und brusthoch wächst. Bis auf den Stengel Der Unterschied zwischen dem gerade eingezäunten Gebiet und dem, auf dem die Schafe zuvor wei- deten, ist augenscheinlich. Die Scha- fe, erklärt Weber, fressen die Pflan- zen bis auf den Stengel ab. Deren Kraft reiche dann nur noch, um klei- ne Triebe neu spriessen zu lassen. Haue man hingegen mit der Mulch- maschine das ganze Gewächs ab, mobilisiere die Pflanze alle Kräfte,

die sie habe und wachse wieder ge- nauso hoch wie zuvor. Ausserdem sei es früher immer wieder passiert, dass die Motorsensen Elektroanla- gen der Bahn auf dem Boden zerstör- ten, sagt Weber. Durch die Mähme- thode «à la Schaf» bleiben auf der Dammböschung viele kleine Nester dichteren Bewuchses übrig. Neu- mann spricht von einem «Mosaik- muster». Genau die Art von Minia- tursavanne, in der sich die streng geschützte Schlingnatter wohlfühlt. Soweit Erich Weber weiss, ist Rie- hender einzigeOrt imganzenNetz der Deutschen Bahn, an dem bis anhin Schafe oder Ziegen zur Vegetations- pflege eingesetzt werden. In Deutsch- land kenne er ausserdem keinen An- bieter vonMäh-Schafen, auchwenn es im Norden ähnliche Projekte mit Wildpferden gebe. Zum Glück habe er in Basel einen Chef, der offen für sol- che Dinge sei, sagt Weber. Aber auch mit seiner Unterstützung sei es Jahre gegangen, bis der Vertrag mit Neu- mann unter Dach und Fach gewesen sei. Nun mähen die Schafe den Bahn- damm bereits im zweiten Jahr. Für ih- ren Einsatz hat Weber eine Kostener- sparnisvon30bis40Prozenterrechnet. Insgesamt werden die Schafe auf einer Strecke von zwei Kilometern ent- lang des Bahngleises eingesetzt, auf 3,5 Hektaren in Riehen und zwei Hek-

Der Oberwiler Biologe Florian Neumann lässt seine Walliser Landschafe beim Bäumlihof entlang der Gleise der Deutschen Bahn grasen. Im Schatten des Viadukts drängen sie sich zwischen Mauer und Gleisen. Jetzt um die Mittagszeit ist die Herde sehr still. Erst wenn die Sonne nicht mehr so brennt, werden sich die 21 Walliser Landschafe von FlorianNeu- mann wieder an ihre Arbeit machen und das Gras entlang des Bahn- damms der S6 durch Riehen mähen. Auch wenn das alte Viadukt an der Verzweigung der Strecken Richtung Lörrach und Grenzach-Wyhlen un- weit des Gymnasiums Bäumlihof ge- rade noch auf Basler Boden liegt, ist Neumann mit seinen Tieren oft in der Gemeinde Riehen unterwegs, unter anderem bei den Landauergärten, im Niederholz, am Chrischonaweg und im Schlipf. Die Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn (DB), deren Netz AG trotz der SBB-Nutzung für den Bahndamm zuständig ist, ist im gan- zen Gebiet des deutschen Konzerns einzigartig. Boris Burkhardt

Der Unterschied zwischen dem abgeweideten und dem aktuellen Gebiet ist deutlich. Fotos: Boris Burkhardt

Graffiti belegen. Immer wieder drück- ten Jugendliche die Pfosten des Elekt- rozauns nieder und liessen Scherben zurück, bedauert Neumann. Vielleicht könnte ein Schild etwas nützen, auf dem erklärt wird, was die Schafe hier tun. Um Eigentum der Deutschen Bahn werden sich die jungen Men- schen kaum scheren – aber vielleicht haben sie ein Herz für Tiere. Secreto vom Freilandsäuli das geheime Stück für den Grillplausch

taren in Basel, je zweimal im Jahr, so oft, wie sonst die Mahd per Maschine erfolgte. Die unteren Gleise des Via- dukts, wo die Schafe nun ihren Mit- tagsschlaf halten, sind natürlich still- gelegt.SiedienteneinstderGrenzacher Chemie und sind heute zugewachsen. Dieser Stille Ort zieht zum Leidwesen Florian Neumanns aber nicht nur sei- ne Schafe an, wie die Mauern voller Aktuelle Bücher aus dem Friedrich Reinhardt Verlag www.reinhardt.ch

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