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FReitag, 20.10.2017 96. Jahrgang | Nr. 42 nächSte auSgaBe gRoSSauFlage

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Rössligasse: Umgestaltung dürfte im Einwohnerrat für hitzige Debatte sorgen Seite 2

Blutspendeaktion: Am Dienstag heisst es wieder «Spende Blut – rette Leben» Seite 9

Volleyball: Erstligistinnen des KTV Riehen starten optimal in die Saison Seite 13

Fondation BeyeleR Die Sonderausstellung «Sammlung Beyeler / Cooperations» blickt zurück und nach vorn

Ein «temporäres Wunschmuseum» als Vision Die Ausstellungstrilogie zur Sammlung Beyeler ist nach der Vergangenheit und Ge- genwart in der Zukunft ange- langt. «Sammlung Beyeler / Cooperations» bietet verblüf- fende Einsichten – auf der ganzen Zeitachse.

Michèle Faller

Auf den Tag genau 20 Jahre nach der feierlichen Eröffnung der Fondation Beyeler startete am Mittwoch die un- bedingt sehenswerte Sonderausstel- lung «Sammlung Beyeler / Coopera- tions». Nach «Das Original» und «Remix» ist es die dritte und finale Ausstellung dieser Sammlungstrilo- gie. Nachdem der erste Teil zeigte, wie diese vor 20 Jahren eröffnet wurde, und der zweite die Gegenwart doku- mentierte, wage die jetzige einen Blick in die Zukunft, «die ja aus Fragmenten der Gegenwart und Vergangenheit be- steht», erklärte Museumsdirektor Sam Keller anlässlich des Medien- rundgangs. «Die Ausstellung feiert die Kooperation des Museums mit Künst- lern, Künstlernachlässen und Samm- lern.» Wunschtraum zum Realisieren Damit keine Missverständnisse aufkommen: In der aktuellen Form ist dieser Blick in die Zukunft ein utopi- scher. «Alle hier sichtbarenKooperati- onen wurden mit Werken realisiert, die Teile einer Sammlung und nicht auf demKunstmarkt sind», stellte Kel- ler klar und ergänzte mit einem Lä- cheln: «Man kann sie nicht kaufen, sondern nur sich wünschen.» Was aber nicht heisst, dass das «temporäre Wunschmuseum», wie er es nannte, per se ein Traum bleiben muss. Gera- de heute, wo Kunstwerke sehr teuer seien, ermöglichten Kooperationen mit Künstlern, Nachlässen und Pri- vatsammlungen via Dauerleihgaben und Schenkungen eine Ergänzung und Verstärkung der bestehenden Sammlung. Wo die Kuratoren Keller und Ulf Küster sich Verstärkung wünschen, ist in insgesamt zwölf Räumen zu be- wundern. Und als ob das nicht schon interessant genug wäre, zeigt die Aus- stellung dem Publikum auch, wo das Museum an sich herkommt. So ist der erste Raum nach dem gleichzeitig ful- minanten (Sigmar Polkes «Paganini») und diskreten (Maurizio Cattelans «Tourists» und Felix Gonzalez-Torres‘

Max Ernst, «L’ange du foyer» («Le triomphe du surréalisme»), 1937, Öl auf Leinwand, 114 x 146 cm. Privatsammlung. Foto: © 2017, ProLitteris, Zürich

Bedeutende Werke von Picasso bis Cézanne – der zweite Ausstellungsraum ist eine Referenz an den Salon. Foto: Matthias Willi

beiläufig erwähnte, betritt man den Ausstellungsraum mit Monets Seero- sen-Triptychon. Betrachten und Performen Gegenüber nicht das ursprünglich von Beyeler vorgesehene Sofa, son- dern das Werk der Pionierin der Per- formance-Kunst Marina Abramovic «Chair for HumanUse (III)», das eben- falls zum Sitzen einlädt und die Besu- cherin zur Performerin macht. Die Kristalle an der Rückenlehne des Holzstuhls stünden für das Kraftfeld, das in der Auseinandersetzung des Menschen mit guter Kunst entstehe, so Keller. So jagt ein Höhepunkt den nächsten. Ein Raum ist der Künstlerin

«Beginning») Auftakt im Foyer als so- genannte Wunderkammer gestaltet, wie sie zur Zeit der Renaissance und des Barock üblichwaren, undwonicht nur Kunstwerke, sondern auch Kurio- sitäten und Naturalien verblüfften. Auch in diesem von Martina Niever- gelt gestalteten Raumkommt man aus dem Staunen nicht heraus. Da stehen umrahmt von schimmernden Tape- ten und in geheimnisvollem Licht echte Totenschädel neben solchen aus Fayence, während Andy Warhols ge- malter an der Wand hängt. Ein ausge- stopfter Schwan findet sich in der Nä- he einer Plastik von Jeff Koons und das Einhornhorn ist in Wirklichkeit ein Narwalzahn, was es aber nicht weni- ger kurios erscheinen lässt. Geschichte des Ausstellens Im zweiten Raum ist man im Salon des 19. und frühen 20. Jahrhunderts angelangt. Dicht neben- und auch übereinander hängen Werke, die erst- mals in Salons hingen, Orte des Aus- tauschs von bildenden Künstlern, Poe- ten und Intellektuellen. «Mit diesem energiegeladenen Raum wollen wir dazu anregen, Beziehungen zwischen den Künstlern zu entdecken», sagte Küster. Tatsächlich stellen sich die Aha-Erlebnisse beim Cézanne-Stillle- ben neben jenem von Picasso sowie den Léger-Bildern über den kubisti- schen Werken von Picasso und Braque wie von selber ein. Die düsteren Lichtverhältnisse und die schwarz gestrichenen Wände im nächsten Saal zeigen die eigenständige Art, wie die Surrealisten ihre eigenen Werke präsentierten. Da der Surrealis- mf. Im Rahmen der aktuellen Aus- stellung «Paul Klee – Die abstrakte Dimension» finden in der Fondati- on Beyeler an diesem Wochenende zwei besondere Veranstaltungen statt. Heute Freitag, 20. Oktober, von 18.30 bis 20 Uhr liest die be- kannte deutsche Schauspielerin und Regisseurin Hannelore Hoger aus Robert Walsers Texten zur bil- denden Kunst. Die Moderation des Abends, der von der Robert Walser- Gesellschaft Bern mit Unterstüt- zung der Fondation Beyeler veran- staltet wird, übernimmt Reto Sorg, Leiter desRobertWalser-Zentrums. Der Eintrittspreis beträgt 35 Fran- ken; für Mitglieder der Robert Wal-

mus nicht stark in der Sammlung Bey- eler vertreten sei – Magritte gar nicht – freute es die Kuratoren umso mehr, wie jene Werke die Sammlung tempo- rär ergänzen. Ab dem vierten Saal ist man im «White Cube» angelangt; der Ausstellungsform, die nach dem Zwei- ten Weltkrieg Standard wurde. Zwei Säle sind dem amerikanischen abs- trakten Realismus gewidmet. Das Sammlungsgemälde von Jackson Pol- lock wird von eindrücklichen Werken Willem de Koonings und Morris Louis’ ergänzt, Rothko im Saal nebenan kor- respondiert mit Clyfford Still. AnSamFrances’ «Round theWorld» vorbei, «der sich auch mit Monets See- rosen auseinandersetzte», wie Keller

Louise Bourgeois gewidmet und Ger- hard Richter ist mit einem veritablen Landschaftsraum vertreten. Lucio Fontana und Yves Klein stehen für den abstrakten Expressionismus, mit Roy Lichtenstein bis Andy Warhol ist man bei der Pop Art angekommen und im letzten Raum, der Peter Doig gewid- met ist, schliesslich in der Gegenwart. Apropos: Ein Werk, das ganz und gar in der Gegenwart stattfindet, und zwar im Moment des Erlebens, ist «This Variation» von Tino Sehgal. Sie können sich nichts darunter vorstel- len? Begeben Sie sich bis spätestens 12. November ins Untergeschoss der Fondation Beyeler – und erzählen Sie es anschliessend weiter!

Sigmar Polke, «Paganini», 1980–1982, Dispersion auf Leinwand, 200 x 450 cm. Daros Collection, Schweiz. Foto: © The Estate of Sigmar Polke, Cologne / 2017, ProLitteris, Zürich

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Robert Walser und Familientag

Leibspeise von Asterix und Obelix frisch gekochter Wildsau- pfeffer aus der Region

FONDATION BEYELER 1. 10. 2017–21. 1. 2018

rimentelle und spielerische Ausei- nandersetzung mit den Werken undThemender Ausstellung. Kurz- führungen bieten informative und spannende Begegnungen mit den Originalen. Das Museumsspiel lädt ein, die Ausstellung spielerisch und interaktiv zu erfahren. Dieses Jahr ist das Spielzeugmuseum Riehen zuBesuch inder FondationBeyeler. An einer bunten Spielestation kön- nen hier Klees Farbwelten spiele- risch entdeckt werden. Aus farbi- gen Formen, Quadern und Kuben entstehen abstrakte oder gegen- ständliche Landschaften, die sich den ganzen Tag hindurch verän- dern.

ser-Gesellschaft, Young Art Club, Art Club & Freunde 20 Franken. Be- sucher bis 25 Jahre bezahlen eben- falls 20 Franken. Der Museumsein- tritt ist im Preis inbegriffen. Übermorgen Sonntag, 22. Okto- ber, lockt der Familientag zu Paul Klee mit einer Reise durch Klees Kunstwelt. Er bietet Kindern, Ju- gendlichen, Eltern und Erwachse- nen einen vergnüglichen und an Kunsterlebnissen reichen Tag im Museum. Das Angebot, das von 10 bis 18 Uhr durchgängig stattfindet, ist speziell zur Ausstellung «Paul Klee – Die abstrakte Dimension» entwickelt worden. Die Kunst- workshops ermöglichen eine expe-

Telefon 061 643 07 77

fondationbeyeler.ch/tickets

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