Die übergeordnete Einheit übernimmt damit pri- mär die Kommunikation über CAN. Die eigentliche Motion Control findet lokal auf jeder einzelnen Achse statt. Mit dem neuen Ansatz änderten sich auch die Anforderungen an die technische Umsetzung. Kom- ponenten, Schnittstellen und Bauformen mussten neu aufeinander abgestimmt werden. Für die Kom- bination aus kompakter Bauform, integrierter Mo- tion Control und CAN-basierter Kommunikation existierte jedoch keine passende Kataloglösung. Zwei Plattformen werden zu einer Lösung Eine komplette Neuentwicklung war dazu nicht nötig. Stattdessen konnten bewährte Plattformen aus dem maxon Portfolio gezielt kombiniert wer- den. Das sparte Entwicklungszeit und baute auf bereits validierten Prozessen auf. Die Basis für die kundenspezifische Umsetzung bildeten ein EC45 flat Motor und eine EPOS4 Po- sitioniersteuerung. Beide Produkte existieren be- reits als eigenständige Produkte im maxon Portfo- lio. Die kundenspezifische Anpassung bestand in ihrer Integration auf einer gemeinsamen Hardware- plattform. Dafür wurde die EPOS4 direkt auf die Elektro- nikplattform des Motors integriert. Gleichzeitig wurde der Formfaktor an die verfügbare Einbau- situation angepasst – oder, wie Roman Berger es formuliert: Die Lösung wurde «ins Volumen rein- designed». Das Ziel war nicht maximale Miniaturisierung um ihrer selbst willen. Entscheidend war vielmehr, Elektronik, Motor und Systemarchitektur sauber zusammenzubringen. «Eine Platine ist günstiger als zwei», sagt Roman Berger. Gleichzeitig reduziert die Integration zusätz- lichen Aufwand bei Verkabelung und Schnittstellen. Je nach Anwendung kann ein dezentraler Ansatz Vorteile bei Integration, Modularität oder Verkabe- lung bieten. Andere Anwendungen setzen weiterhin bewusst auf zentrale Steuerungsarchitekturen. Ent- scheidend war in diesem Projekt deshalb nicht die Frage nach dem «richtigen» Ansatz, sondern die Fähigkeit, eine anspruchsvolle kundenspezifische Lösung schnell und technisch sauber umzusetzen. Mehr als ein Einzelprojekt Entstanden ist eine vielseitig einsetzbare Einheit, etwa für kompakte Fördermodule, Weichenantriebe oder kleine autonome Logistikfahrzeuge. Die ent- wickelte Lösung wird inzwischen bereits für weitere Anwendungen geprüft. Natürlich benötigt auch dort jede Anwendung neue Anpassungen – beispielsweise andere Bau- formen, Motorgrössen oder Schnittstellen. Genau darin liegt die Stärke des Plattformansatzes: Be- stehende Technologien lassen sich schnell an neue Anforderungen adaptieren und bilden die Grund- lage für weitere kundenspezifische Entwicklungen.
Kompakt integriert: EPOS4 Controller und EC45 flat Motor bilden eine kundenspezifische Antriebseinheit auf gemeinsamer Platine.
Ein ganz normaler Tag bei maxon – und ein Bei- spiel dafür, wie kundenspezifische Lösungen ent- stehen: Ein Kunde wählt für das Projekt eine neue Motion-Control-Architektur. Damit ändern sich die Anforderungen an die Antriebslösung. «Die Intel- ligenz des Antriebs lag ursprünglich zentral an ei- nem Ort», erklärt Roman Berger, Business Develop- ment Manager bei maxon. «Später wollte der Kunde die Bewegungssteuerung direkt in die einzelnen Einheiten verlagern.» Die neue Architektur ver- sprach Vorteile bei Service und Wartung. Zugleich stiegen die Anforderungen an die Integration der Antriebselektronik.
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Motion Control
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