Begabtenförderung: Programm 2026

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Religion und Politik zwischen Herrschafts­ legitimation und Machtsubversion Auf die Frage nach der Art und Weise, wie das Verhältnis von Religion und Politik aussehen sollte, werden im Spiegel der sich ändernden Zeit immer wieder neue Antworten gegeben. So entwickelten bspw. Gelehrte der lateinischen Welt die Lehre von zwei Gewalten – Papsttum und Kaisertum; im orthodoxen Raum sprach man hingegen von der Symphonie der Mächte. Ein Blick auf das Vor- und Nachkriegsdeutschland sowie auf Frankreich würde genügen, um zu veranschaulichen, dass das Verhältnis von Staat und Religionsgemeinschaften weiterhin sehr unter­ schiedlich und immer wieder neu definiert werden kann. Das Seminar möchte diese Beziehung, die sowohl eine gesellschafts­ stabilisierende als auch eine machtsubversive Wirkung entfalten kann, diskutieren und neue modi operandi entwerfen. Im Namen von … ? Repräsentatives Sprechen in Politik und Kultur Für etwas oder im Namen von jemandem sprechen: Das prak­ tizieren Politikerinnen und Priester, Richterinnen und Dichter auf je eigene Weise. Unser Seminar behandelt stellvertretendes Sprechen in Politik (Rede), Religion (Predigt), Literatur (nature writing) und Film (Politthriller): Was heißt es, im Namen einer Nation oder der Natur, einer Idee, des Gesetzes oder Gottes zu sprechen? Wie spricht man angemessen im Namen von etwas? Es geht dabei um Freiheiten und Grenzen im poetischen und politischen Sprechen, um die Überprüfung eines mündigen Selbstdenkens im Sinne Kants.

AS11 mit Exkursion 13.07.– 18.07.2026 Aachen Leitung: Dr. David Hunchukaschwili- Schnitzer Teilnahmebeitrag: 120,– Euro

KS06 26.02.–28.02.2026 digital Leitung: Prof. Dr. Michael Braun

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