GeraMond Media GmbH · Seite 20 · Hobby
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P 3106 hält am 7. Oktober 1964 in Streckewalde. An jenem Fei- ertag bespannte 99 569 den doch recht langen Personenzug. Im Hintergrund das Fabrikgebäude der Spezialpappenwerks mit dem hohen Schornstein, einem Markenzeichen vieler Fabriken in den tiefen Erzgebirgstälern. Das gleiche Motiv im Modell zum Vergleich der perfekten Umset- zung. Im fiktiven Jahr 1975 bespannt 99 1586-9 einen Güterzug der in die Station mit dem kleinen EG einfährt.
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Vor dem Stationsgebäude liegt die Weiche 1 zum Gleis 2. 99 1586-9 rollt gleich mit dem Rollwagenzug über sie in der geraden Durchfahrt festgelegten und ver- schlossen Grundstellung hinweg. Der H 6-Bus ist auf der Zufahrt nur abgestellt. Reisende werden nicht auf ihn warten. Bei der Rückfahrt muss im Ladegleis ein Wagen abgeholt werden. 1975 ist das schon eine seltene Betriebssituation. Über eine Tiefbaustelle geht der Blick durch die Bäume hinunter zur rangierenden Maschine. Die Wagen aus Niederschmiede- berg werden im Streckengleis abgebremst stehen gelassen.
Hinter dem Bahngelände steht ein Haus mit Fach- werketage. Dort wird gerade ein Sofa angeliefert. Der Möbelwagen kann nicht ganz bis zur Gartentür vorfahren. So muss das gute neue Stück weiterge- tragen werden. Dieses Gebäude ist ebenfalls ganz nach Vorbild im Eigenbau entstanden. Es hat sogar eine besondere Geschichte. Im Haus betrieb früher Paul Schmidt das „Café Hubertus“. Das Gebäude steht direkt an der Segmentkante und beim Modellbauer im Hobbyraum teilweise unter einer Dachschräge. Für die Präsentation auf Ausstellungen hat Eckhard Graf extra ein „Aufsatzteil“ gebaut, damit in diesem Fall ein komplettes Dach gezeigt werden kann.
Erster Halt in Streckewalde
Der Haltepunkt Streckewalde liegt am km 3,827 der WJ-Linie. Laut einer Mitteilung der Rbd Dresden soll die Station am 30. November 1983 von einem besetzten in einen unbesetzten Han- tepunkt gewandelt worden sein. Als Güterverkehrspunkt wurde die Station aber bereits am 22. März 1977 geschlossen. So wollen wir unseren Besuch in die Mitte der 1970er-Jahre datieren, als das zweite Gleis noch in Betrieb war. Es endete in südlicher Richtung an einer Rampe. Dort wurde zuletzt noch Holz verladen. Andere
Schütt- und Stückgüter erreichten Streckewalde in jener Zeit nicht mehr. Eckhard Graf hat neben der Spezialpappenwerk auch den im Bogen kurz dahinter liegenden Haltepunkt nachgebaut. Von den Eisenbahnfreunden wurde dieser abseits der Straße liegende Haltepunkt immer etwas stiefmütterlich behandelt und kaum fotografiert, da man zur Station über die Preßnitz und um das Werk herumfahren musste. Nun soll ihm doch die Ehre erwiesen werden, in Form eines hervorragenden Modells.
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Schmalspurbahn im Modell 29
Es wird rangiert. Eine der wichtigsten Kunden im Güterverkehr ist das Carlsfelder Glaswerk. Hier werden hauptsächlich kleine Glasfläschen für Mundwasser und Tinkturen hergestellt. 99 585 hat die Aufgabe bekommen zwei Wagen zum Werk hinaufzuschieben. Im Klappdeckel- wagen liegt Quarkssand, der Rohstoff zur Glasherstellung. Im offene Güterwagen Kohle zum Beheizen der Brenn- öfen. Auf Gleis 2 zieht die Lok die beiden Wagen auf das lange Ausziehgleis. Zuerst geht es über die Wilzschbrücke. Auf der liegen das Streckengleis und das Bahnhofsgleis 2. Weiter geht es nun auf dem ebenen Gleisabschnitt bis hinter die Anschlussweiche zum „Kopf machen“. Günter Meyer hat das Rangiermanöver 1965 aufgenom- men. Wie bei vielen anderen im Endbahnhof hat sich über die Jahre kaum etwas geändert. Immer noch wird Quarz- sand im KKw zum Werk geschoben. Vorn der Rangierer. Hinter der Lok sieht man die beiden Gleise.
Der weitere Ablauf des Rangiermanövers im Modell. Die Anschlussweihe ist aufgeschlossen und umgelegt worden. 99 585 schiebt die Wagen in das Gleis und die Steigung zum Werk hinauf. Wegen der räumlichen Enge konnten nur wenige Meter des Gleises nachgebildet werden. Aber aus der Sicht vom Bahnhof aus hat man ein wirklich perfektes Abbild dieser Rangierbewegung. Es ist eine Freude dies im Modell nacherleben zu dürfen. Bis zum 15. Juli 1967 blieb der Güterverkehr als Restbetrieb speziell für diesen Anschlusskunden bestehen. Diese Sichtachse zeigt auch sehr schön die zweigleisige Wilzschbrücke und beide Gleise dahinter. Nun lassen wir die Bedienung weiter laufen und warten auf die Rückkehr.
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Schmalspurbahn im Modell 159
Helge Scholz , über 30 Jahre in Eisenbahn- und Modellbahnzeitschriften aktiv, ist neben seiner redaktionellen Tätigkeit als Modellbahnfotograf bekannt. Der ausgebildete Fotograf sieht die Modellbahnanlagen aus seiner eigenen Sicht, als stünde er vor dem Original und hält diese Eindrücke fest. Gepaart mit dem Vorbildwissen und aus einem großen Bildfundus historischer Aufnahmen schöpfend sucht er als sein Markenzeichen den Vorbild-und-Modell- Vergleich, es so einzufangen, wie es „damals“ war.
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