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AZA 4125 Riehen 1

6. JANUAR 2017

Riehener Zeitung DI E WOCHENZE I TUNG FÜR R I EHEN UND BETT INGEN

96. Jahrgang | Nr. 1

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Blaggedde: «Mer spränge dr Raame» lautet das Motto der Basler Fasnacht SEItE 2

Silvesterkonzert: Ein unbeschwertes Jahresende dank Trompetengala SEItE 5

Schachfestival: Spieler der Schachgesellschaft Riehen feiern Erfolge

Jahresrückblick: Was in Riehen und Bettingen im 2016 alles geschah SEItEN 10–15

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RIEHENER NEUJAHRSAPERO Hansjörg Wildes Ansprache, gute Musik und viele Gespräche im Landgasthofsaal «Ein Mensch, der für dich da ist»

MEINUNG Wertschätzung

Einer Gesell- schaft geht es gut, wenn es allen, die in ihr leben, gut geht. Und es muss den Leuten nicht nur gut ge- hen. Sie müs- sen auch das

Kaum vom Bürgersaal in den grösseren Landgasthof- saal gezügelt, erlebte der jüngste Neujahrsapéro der Gemeinde Riehen nochmals einen Rekordbesuch. Diesmal waren die Gastgeber unter der Regie von Felix Werner und Marg- rit Fuchs gewappnet. Angesichts der rekordhohen Zahl von schriftlichen Anmeldungen waren für den Neu- jahrstag im Kilchgässli kurzfristig noch Garderobenzelte aufgebaut wor- den. Die Massnahme bewährte sich. ImLandgasthofsaal und draussen gab es viele Stehtische für den Apéro. Sitz- plätze, vor allem für die älteren Gene- rationen, hatte man auf der Bühne geschaffen. Die Stimmung war locker und ge- löst. Man traf sich, tauschte Glück- wünsche und Neuigkeiten aus und stiess in ruhiger Atmosphäre auf das neue Jahr an. Andernorts, vor allem in grossen Städten, arte die Neujahr- stradition immer mehr in riesige Feu- erwerke aus, meinte Gemeindepräsi- dent Hansjörg Wilde in seiner Ansprache, und das mitternächtliche Glockengeläut, mit dem die christli- che Welt das neue Jahr seit Jahrhun- derten zu begrüssen pflege, gehe lei- der zunehmend im Krachen unter. Dabei nehme er den Jahreswechsel eher als eine Zeit der persönlichen Be- sinnung wahr. War es ein gutes Jahr, vielleicht mit einer Geburt, einer Hochzeit, einer bestandenen Prüfung oder beruflichem Erfolg im Familien- oder Freundeskreis? Oder ein schlech- tes – ein Abschied für immer, Krank- heit, Streit, Misserfolg in Schule oder Beruf? Was sei aus den Vorsätzen des letzten Jahres geworden? Welche Vor- sätze nehme man mit ins neue Jahr? Und wie werde man sich damit per- sönlich bewähren? Auch als Gemeinde halte man beim Jahreswechsel Rück- und Ausschau – in Riehen etwa imHinblick auf die neu übernommenen Schulliegenschaften, Rolf Spriessler-Brander

Gefühl haben, dass es ihnen gut geht. Die Gewissheit, gut zu leben und nicht etwa etwas zu ver- passen, droht uns zunehmend abhanden zu kommen. Das fängt schon damit an, dass nichts mehr seinen gerechtfertig- ten und allgemein anerkannten Preis hat. Wer ärgert sich nicht, wenn er beim sympathischen Händler um die Ecke etwas kauft und später feststellen muss, dass er genau dasselbe beim Discoun- ter in der Stadt oder im Geschäft gleich jenseits der Landesgrenze nicht nur ein klein wenig, son- dern ganz massiv günstiger hätte haben können? Und wie viele Leute gibt es inzwischen, die bei jedem Einkauf die Angst be- schleicht, jetzt gerade etwas zu kaufen, das es woanders mögli- cherweise günstiger zu kaufen gäbe? Und wer hat da überhaupt noch den Überblick? Jedes Ange- bot wird zum möglichen Betrug am Kunden. Und ist das Billig- angebot wirklich so gut oder hat es doch noch einen Haken? Die sich gnadenlos bekriegende und um Kundschaft buhlende Wirtschaft, die dabei doch nur den eigenen Profit im Auge hat, ist dabei, den Charakter unserer Gesellschaft nachhaltig zu zer- stören. Ich meine, ein Produkt oder eine Dienstleistung muss einen nachvollziehbaren Preis haben und muss gewisse Kriteri- en betreffend Funktion und Qualität, aber auch betreffend Umweltbelastung sowie Fairness gegenüber Personal und Produ- zent erfüllen. Und ein Produkt muss Sinn machen – nicht nur für diejenigen, die damit Geld verdienen. Mehr Vertrauen, mehr Ehrlich- keit, mehr Wertschätzung und auch ein gesundes Mass an Ge- lassenheit würden unserer zu- nehmend hektischen, rücksichts- losen und schnäppchengeilen Gesellschaft gut tun. In diesem Sinn wünsche ich uns allen einen guten Start ins neue Jahr 2017. Rolf Spriessler-Brander

Vier Facetten eines Abends: die «Moody Tunes» mit Florian Döling, Bettina Urfer, René Heid und Christian Müller auf der Landgasthof-Bühne, Gemeindepräsident Hansjörg Wilde im Gespräch mit Gästen, die bedienten Gardero- benzelte im Kilchgässli und das fröhlich gestimmte Publikum im Landgasthofsaal. Fotos: Philippe Jaquet

Grossartig musikalisch umrahmt wurde der Abend von den «Moody Tu- nes» mit Christian Müller (Saxophon und Querflöte), Bettina Urfer (Schlag- zeug), René Heid (Akkordeon) und Florian Döling (Kontrabass). Da die Band diesmal nicht speziell angekün- digt worden war, erhielt ihr Auftritt vor allem in den hinteren Reihen nicht die Aufmerksamkeit, die er verdient gehabt hätte. Doch das tat der fröh- lich-feierlichen Stimmung – und der Qualität der Musik – keinen Abbruch.

den neuen Asylvertragmit demKanton oder die bevorstehenden Bauarbeiten an der Riehener Hauptverkehrsachse. In diesemZusammenhang wünsche er sich gute Debatten im Einwohnerrat und Gemeinderat, sagte Hansjörg Wil- de, Debatten, die in einem Klima des respektvollen Umgangs miteinander geführt werden sollten, wie er in fast mahnendem Ton hinzusetzte. Krieg und Terror, die unfassbaren Vorgänge imNahen Osten – all das ha- be Auswirkungen auf Europa, auf die

Schweiz, auch auf Riehen, fuhr Hans- jörg Wilde fort. «Wir schaffen das!», gab er sich überzeugt – aber es stelle sich die Frage, zu welchem Preis. «Wie weit verabschieden wir uns dabei von unserenWerten?» Die Antwortmusste offen bleiben. Zum Schluss wünschte Hansjörg Wilde, ein Gedicht von Max Feigen- winter zitierend, jedem mindestens einen Menschen, der für einen da ist. Und dass jeder für mindestens einen Menschen dieser Mensch sein dürfe.

EIGENMIEtWERt Gut besuchte Infoveranstaltung der FDP und LDP im Bürgersaal

Grosser Unmut über Mehrbelastung rs. Eine Neubewertung ihrer Liegen- schaft, die den Riehener Haus- und Stockwerkeigentümern erst vor weni- gen Tagen zugestellt worden ist, sorgt für Aufregung. Bei vielen Betroffenen führt die Neueinschätzung ihrer selbst bewohnten Liegenschaft zu deutlich höheren Steuerabgaben, die sich aus der teils massiven Erhöhung des Eigenmiet- wertes ergeben.

Grossrat, mussten dem interessierten Publikumklarmachen, dass das Bemes- sungssystem, das imKantonBasel-Stadt zur Bewertung der Liegenschaftswerte herangezogen wird, zwar fragwürdig, aber im Prinzip rechtens sei. Dass zum Beispiel – wie im Kanton Basel-Stadt so- eben geschehen – der Landwert Einfluss auf den Liegenschaftswert habe, sei nicht zwingend und werde auch nicht in allen Kantonen so praktiziert. Und das Operieren mit Durchschnittswerten ge- tätigter Liegenschaftsverkäufe könne zu grossen Ungleichheiten führen – die Frage sei, wie viel Ungleichheit noch to- lerierbar sei. Thomas Strahm stellte drei politi- sche Vorstösse vor, die vom Grossen Rat an den Regierungsrat überwiesen wor- den sind mit dem Ziel, die Situation zu entschärfen. Andreas Zappalà erläuter- te stichhaltige Gründe, mit denen man mit Aussicht auf Erfolg gegen eine Verfü- gung rekurrieren könne (ausführlicher Bericht folgt).

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Wohl gegen vierhundert Personen kamen am vergangenen Mittwoch zu einer Informationsveranstaltung der Riehener FDP und LDP und liessen sich in sachlichem Ton und kompetent informieren. Nur 220 Gäste konnten im Bürgersaal selbst Platz nehmen. Dut- zende verfolgten den Anlass vom Foyer aus im Stehen, einige gingen wieder nach Hause. FDP-Riehen-Präsident Andreas Zap- palà, Geschäftsführer des Basler Haus- eigentümerverbandes, und LDP-Politi- ker Thomas Strahm, wie Zappalà Riehener Einwohnerrat und Basler

Telefon 061 643 07 77

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Der Infoabend von FDP und LDP zum Eigenmietwert vomMittwoch im Bürgersaal war ausserordentlich gut besucht. Foto: Véronique Jaquet

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